Frage zu Wien?

Radioforum Österreich
102.1
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Re: Frage zu Wien?

Beitrag von 102.1 »

MHM hat geschrieben:
Do 16. Jan 2020, 00:56
102.1 hat geschrieben:
Mi 15. Jan 2020, 12:27
MHM hat geschrieben:
Di 14. Jan 2020, 20:40

Bis alle zufrieden sind, müssen noch ein paar Frequenzen koordiniert werden und dafür gibt es bereits konkrete Ansätze :)
Und welche konkreten Ansätze gibt es dazu? Um welche möglichen Frequenzen geht es hier? Oder ist das wieder die übliche Radio-Geheimniskrämerei in Österreich?
Tut mir leid, aber :sagnix:
Ich habe auch nichts anderes erwartet.

Dass dem ORF die 95,7 bei einem anderen Anbieter nicht passt, war auch zu erwarten. Der Empfang der 95,8 ist in Poysdorf noch möglich.

MHM
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Re: Frage zu Wien?

Beitrag von MHM »

Poysdorf liegt ganz woanders, es geht darum, daß im Versorgungsgebiet des Semmering-Senders die Schutzabstände gemäß ITU eingehalten werden. Das ist auch der Fall, aber der ORF hat in seiner Ausrede (oder Einrede) versucht, die Frequenz außerhalb des Versorgungsgebietes zu schützen. Das ist strenggenommen sogar rechtens, aber seit Jahrzehnten nicht mehr zeitgemäß und eigentlich ein Anachronismus aus einer Zeit, als es noch kein Privatradio gab.

Winfried Haug
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Re: Frage zu Wien?

Beitrag von Winfried Haug »

MHM hat geschrieben:
Di 14. Jan 2020, 17:31
Eine Zuteilung hat noch nicht stattgefunden, die Empfehlungen der Fraktionen sind für die KOA auch nicht bindend. Für LoungeFM haben sich angeblich FPÖ, ÖVP, Grüne und SPÖ ausgesprochen. Bisher war mir nur bekannt, daß sich das Kulturmagistrat der Stadt Wien dafür ausgesprochen hat.
Bei der letzten Entscheidung hatte man sich auch LoungeFM ausgesprochen und dir RTR hat die Frequenz anderwertig vergeben. Offenbar müssen div. Behörden "gehört" werden, das ist aber nicht bindend. Also dieses Statement ist nicht sehr viel Wert.

102.1
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Re: Frage zu Wien?

Beitrag von 102.1 »

MHM hat geschrieben:
Do 16. Jan 2020, 19:00
Das ist strenggenommen sogar rechtens, aber seit Jahrzehnten nicht mehr zeitgemäß und eigentlich ein Anachronismus aus einer Zeit, als es noch kein Privatradio gab.
Diese Einstellung von damals existiert ja beim ORF oft noch heute. Dabei hat der ORF oft in der Berichterstattung von Nachrichten kein wirkliches Niveau. Sie Dir mal an, welche Nachrichten der BR oder der SWR so im Radio bringt, und wie der ORF Journalismus betreibt.

MHM
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Re: Frage zu Wien?

Beitrag von MHM »

@102.1
Leider ja - wenn man bedenkt, daß Ö3 für die auch in Österreich unvermeidliche Morningshow 40 (!) Leute beschäftigt (wobei sogar noch ein Jurist über die Inhalte schaut), hätte man mehr Tiefgang erwarten dürfen. Und beim Wetterbericht wird ein Schmarrn erzählt, der nur noch von Wetteronline übertroffen wird.

@Winfried Haug
So ist es, wobei in diesem Fall die Behörde besonders gut beraten ist, sich selbst ein Urteil zu bilden. Diverse "Empfehlungen" kommen zustande, weil man es nicht für nötig hält, wenigstens ein paar Basisinformationen zu recherchieren. Und das Ende vom Lied sind dann Insolvenzen. Eine weitere Insolvenz, bei der womöglich eine leistungsstarke Frequenz in Wien zusammenkracht, würde der gesamten Branche einen schweren Imageschaden zufügen und indirekt auch jenen schaden, die vernünftig und seriös wirtschaften.

Winfried Haug
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Re: Frage zu Wien?

Beitrag von Winfried Haug »

MHM hat geschrieben:
Fr 17. Jan 2020, 05:40
@Winfried Haug
So ist es, wobei in diesem Fall die Behörde besonders gut beraten ist, sich selbst ein Urteil zu bilden. Diverse "Empfehlungen" kommen zustande, weil man es nicht für nötig hält, wenigstens ein paar Basisinformationen zu recherchieren. Und das Ende vom Lied sind dann Insolvenzen. Eine weitere Insolvenz, bei der womöglich eine leistungsstarke Frequenz in Wien zusammenkracht, würde der gesamten Branche einen schweren Imageschaden zufügen und indirekt auch jenen schaden, die vernünftig und seriös wirtschaften.
Ich verstehe das ja, aber wenn ich so die Bescheide anschaue, dann wird bei neuen Bewerbern von Annahmen ausgegangen, die können so kommen oder auch nicht. Das ist ein bisschen Stochern im Nebel und auch die solideste Planung kann eine Insolvenz nicht verhindern.
Ich bin kein Kenner der Szene, aber LoungeFM bewirbt sich seit Jahren, hat auch Erfahrung und der Grund der Verweigerung einer Lizenz könnte auch Nasenfaktorgründe haben. So manche Begründung der RTR liesst sich doch sehr schwammig. Das mag bewusst so gewählt werden, wenn einer klagt und doch Recht bekommt kann man sich immer rausreden.

Wie so oft spielt da auch die Politik eine Rolle und die wenigsten Entscheidungen fallen absolut objektiv.

Manche Empfehlung ist fundiert, die andere eine Gefälligkeit - da ist sicher alles dabei...

102.1
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Re: Frage zu Wien?

Beitrag von 102.1 »

MHM hat geschrieben:
Fr 17. Jan 2020, 05:40
@102.1
Leider ja - wenn man bedenkt, daß Ö3 für die auch in Österreich unvermeidliche Morningshow 40 (!) Leute beschäftigt (wobei sogar noch ein Jurist über die Inhalte schaut), hätte man mehr Tiefgang erwarten dürfen. Und beim Wetterbericht wird ein Schmarrn erzählt, der nur noch von Wetteronline übertroffen wird.
Das Problem ist dass Ö3 machen kann, was Ö3 will, die Leute werden es immer wieder einschalten. Selbst wenn sie ihren Hörern auf den Kopf pinkeln (sorry für die Ausdrucksweise) wird Ö3 immer noch Hörer haben.

Morningshows im Radio werden ja auch in Deutschland immer mehr zur Niveaufrage, bei Privatsendern sowieso, aber im öffentlich rechtlichen Rundfunk auch immer wieder. Auf das Niveau der Morningshow von Ö3 kommt man in Deutschland jedoch selten, obwohl man sich leider immer näher kommt.

Der Ö3 Wecker ist eigentlich nur zu vermeiden, ausser man sucht ein gutes Beispiel für schlechten Journalismus und seichte Informationen.

Habakukk
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Re: Frage zu Wien?

Beitrag von Habakukk »


Franz Brazda
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Re: Frage zu Wien?

Beitrag von Franz Brazda »

Habakukk hat geschrieben:
Mo 18. Mai 2020, 09:48
Wien bekommt nun einen Volksmusiksender:

https://www.rtr.at/de/pr/PI05182020medien
https://www.rtr.at/de/m/KOA170920001
Die möglichen Betreiber sind die gleichen, die T-Rock in Innsbruck auf 103,8 MHz leiten.
Die 104,6 MHz ist in der techn. Reichweitenqualität und das im DAB+ Zeitalter noch neue UKW-Sender koordiniert werden, ist gerade nicht das gelbe vom Ei.
Der Bescheid ist auch noch nicht rechtskräftig, wegen diversen Beeinspruchungen !

102.1
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Re: Frage zu Wien?

Beitrag von 102.1 »

Franz Brazda hat geschrieben:
Mo 18. Mai 2020, 17:46
Habakukk hat geschrieben:
Mo 18. Mai 2020, 09:48
Wien bekommt nun einen Volksmusiksender:

https://www.rtr.at/de/pr/PI05182020medien
https://www.rtr.at/de/m/KOA170920001
Die möglichen Betreiber sind die gleichen, die T-Rock in Innsbruck auf 103,8 MHz leiten.
Die 104,6 MHz ist in der techn. Reichweitenqualität und das im DAB+ Zeitalter noch neue UKW-Sender koordiniert werden, ist gerade nicht das gelbe vom Ei.
Der Bescheid ist auch noch nicht rechtskräftig, wegen diversen Beeinspruchungen !
Ich denke, viele Anbieter scheuen noch etwas DAB+ da sie meinen, sie würden weniger Hörer erreichen? Angesichts der miesen Reichweitenqualität der UKW Frequenzen in Simmering und nachgelagerten rechtlichen Beeinspruchungen ist es natürlich schon eine Frage warum man nicht gleich auf DAB+ geht?

Ich frage mich, wie sehr hier politische Absicht dahinter steckt? 3 oder 4 Bewerber auf nur eine Frequenz, dann kommt es zur "Zuteilung", und die nicht berücksichtigten Interessenten beginnen zu klagen. Die Verfahren dauern lange, sodass auch Derjenige der den Zuschlag bekommen hat, nicht auf Sendung geht.

An dem Standort Simmering sind ja noch 3 Frequenzen frei? Warum nicht alle Frequenzen ausschreiben, und Jeder der Bewerber bekommt einen Zuschlag?

MHM
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Re: Frage zu Wien?

Beitrag von MHM »

Um weiteren obskuren Verschwörungstheorien (ohne die es heutzutage anscheinend gar nirgendwo mehr geht) vorzubeugen, hier einige Hintergrundinformationen:

1.) Ein Bescheid ist bei seiner Veröffentlichung grundsätzlich nicht rechtskräftig, da auch KOA-Verfahren den üblichen Rechtsweg zu beschreiten haben. Im Gegensatz zu Bayern ist Österreich keine Bananenrepublik, wo nach Gutsherrenart Frequenzen willkürlich zugeteilt oder entzogen werden, wie es gerade beliebt. Aus der Nichtrechtskraft kann man nicht ableiten, daß Einsprüche geltend gemacht wurden. Fakt ist, daß es keine Einsprüche gibt - und ja, es sind auch keine zu erwarten.

2.) Bei einer technischen Reichweite von real ca. 1,3 Mio. Einwohnern von "mieser Reichweitenqualität" zu sprechen, ist der größte Kokolores seit Erfindung der aufblasbaren Glühbirne! In inneralpinen Tälern müssen sich Füllsender mit 2000 bis 5000 Einwohner zufriedengeben, so mancher ORF-Sender bleibt noch darunter. Die 99,5 von Radio Maria in Wien kommt auf 70.000 Einwohner, das kann man angesichts von fast 1,9 Mio. Einwohnern als mies bezeichnen.

3.) Warum UKW und nicht DAB gewählt wurde, ist eine völlig überflüssige Frage, ich beantworte sie trotzdem:
Die Macher hinter diesem Radioprojekt verfügen über jahrzehntelange Erfahrung
a) im Geschäftsleben, in der Realwirtschaft bzw. in der Medienbranche
b) in der Hochfrequenztechnik
und sind seit langem damit überaus erfolgreich!
Wer immer noch aus diesem DAB einen Fetisch machen will, möge dies in seiner geschützten Werkstatt tun, dort kann ihm nichts passieren, dort ist es schlichtweg wurscht. Er möge aber im realen Leben Entscheidungen jenen Leuten überlassen, die eine Ahnung von der Materie haben! Es quasseln sowieso immer nur diejenigen von DAB daher, die auf UKW nichts auf die Reihe gekriegt haben, weder als Radiobetreiber noch als Hobbykoordinierer.

4.) Nein, es steckt keine "politische Absicht" hinter dem Bescheid, und es hat keiner die Absicht, gegen selbigen zu klagen. Dies aus Gründen, die ich hier nicht aufführen werde.

5.) An weiteren Frequenzen am Standort Simmering ist zunächst nur die 99,1 verfügbar, bei der 95,7 und 100,7 gab es Einsprüche seitens ORF bzw. Ungarn. Da wäre noch Feintuning bzw. ein Abstrahlversuch notwendig.

Abschließend will ich mir die Bemerkung nicht verkneifen, daß ich es für reichlich krampfhaft halte, wenn grundsätzlich bei jeder neuen Frequenz ein Theater aufgeführt wird. Niemand will Kritik verbieten, aber Kritik sollte wohlbegründet und fundiert sein und auf Fachwissen basieren. Wenn aber immer nur herumgemotzt wird, bloß damit die Luft scheppert, dann ist das auf Dauer langweilig und nervt einfach nur.

102.1
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Re: Frage zu Wien?

Beitrag von 102.1 »

MHM hat geschrieben:
Mo 18. Mai 2020, 19:59
Um weiteren obskuren Verschwörungstheorien (ohne die es heutzutage anscheinend gar nirgendwo mehr geht) vorzubeugen, hier einige Hintergrundinformationen:

1.) Ein Bescheid ist bei seiner Veröffentlichung grundsätzlich nicht rechtskräftig, da auch KOA-Verfahren den üblichen Rechtsweg zu beschreiten haben. Im Gegensatz zu Bayern ist Österreich keine Bananenrepublik, wo nach Gutsherrenart Frequenzen willkürlich zugeteilt oder entzogen werden, wie es gerade beliebt. Aus der Nichtrechtskraft kann man nicht ableiten, daß Einsprüche geltend gemacht wurden. Fakt ist, daß es keine Einsprüche gibt - und ja, es sind auch keine zu erwarten.

2.) Bei einer technischen Reichweite von real ca. 1,3 Mio. Einwohnern von "mieser Reichweitenqualität" zu sprechen, ist der größte Kokolores seit Erfindung der aufblasbaren Glühbirne! In inneralpinen Tälern müssen sich Füllsender mit 2000 bis 5000 Einwohner zufriedengeben, so mancher ORF-Sender bleibt noch darunter. Die 99,5 von Radio Maria in Wien kommt auf 70.000 Einwohner, das kann man angesichts von fast 1,9 Mio. Einwohnern als mies bezeichnen.

3.) Warum UKW und nicht DAB gewählt wurde, ist eine völlig überflüssige Frage, ich beantworte sie trotzdem:
Die Macher hinter diesem Radioprojekt verfügen über jahrzehntelange Erfahrung
a) im Geschäftsleben, in der Realwirtschaft bzw. in der Medienbranche
b) in der Hochfrequenztechnik
und sind seit langem damit überaus erfolgreich!
Wer immer noch aus diesem DAB einen Fetisch machen will, möge dies in seiner geschützten Werkstatt tun, dort kann ihm nichts passieren, dort ist es schlichtweg wurscht. Er möge aber im realen Leben Entscheidungen jenen Leuten überlassen, die eine Ahnung von der Materie haben! Es quasseln sowieso immer nur diejenigen von DAB daher, die auf UKW nichts auf die Reihe gekriegt haben, weder als Radiobetreiber noch als Hobbykoordinierer.

4.) Nein, es steckt keine "politische Absicht" hinter dem Bescheid, und es hat keiner die Absicht, gegen selbigen zu klagen. Dies aus Gründen, die ich hier nicht aufführen werde.

5.) An weiteren Frequenzen am Standort Simmering ist zunächst nur die 99,1 verfügbar, bei der 95,7 und 100,7 gab es Einsprüche seitens ORF bzw. Ungarn. Da wäre noch Feintuning bzw. ein Abstrahlversuch notwendig.

Abschließend will ich mir die Bemerkung nicht verkneifen, daß ich es für reichlich krampfhaft halte, wenn grundsätzlich bei jeder neuen Frequenz ein Theater aufgeführt wird. Niemand will Kritik verbieten, aber Kritik sollte wohlbegründet und fundiert sein und auf Fachwissen basieren. Wenn aber immer nur herumgemotzt wird, bloß damit die Luft scheppert, dann ist das auf Dauer langweilig und nervt einfach nur.
Wenn Du anders erklären würdest wäre es auch verständlicher und ja, Deine Tonlage kann auch einfach nur nerven. In meinem Beitrag geht es sicher nicht um Verschwörungstheorien oder überflüssige Fragen oder dem Nennen von Gründen, die man nicht anführen möchte.

Dass hier Radio Wien des ORF mit 100kW Wien und fast ganz Niederösterreich versorgt, und sich dann jemand österreichischer Kultur und Musik annehmen will und sich hier mit solchen Bedingungen herumschlagen muss, will man wohl nicht sehen?

feniXx
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Re: Frage zu Wien?

Beitrag von feniXx »

MHM hat geschrieben:
Mo 18. Mai 2020, 19:59
Es quasseln sowieso immer nur diejenigen von DAB daher, die auf UKW nichts auf die Reihe gekriegt haben, weder als Radiobetreiber noch als Hobbykoordinierer.
Ich glaube diese Worte hat es wirklich mal gebraucht, danke dafür.
Den Satz sollte man eigentlich eingerahmt über das Digitalradioforum Deutschland, SatelliFax, Dehn und andere Pro-DAB Seiten stellen.

102.1
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Re: Frage zu Wien?

Beitrag von 102.1 »

feniXx hat geschrieben:
Mo 18. Mai 2020, 22:07
MHM hat geschrieben:
Mo 18. Mai 2020, 19:59
Es quasseln sowieso immer nur diejenigen von DAB daher, die auf UKW nichts auf die Reihe gekriegt haben, weder als Radiobetreiber noch als Hobbykoordinierer.
Ich glaube diese Worte hat es wirklich mal gebraucht, danke dafür.
Den Satz sollte man eigentlich eingerahmt über das Digitalradioforum Deutschland, SatelliFax, Dehn und andere Pro-DAB Seiten stellen.
Dies sehe ich nicht so.

Wo will man denn noch senden können, wenn auf UKW der ORF alle leistungsstarken Frequenzen belegt, nur mehr schwache UKW Funzeln übrig sind, und Ausschreibungen lange brauchen und oft mit diversen Einsprüchen enden? Da bleibt halt nur mehr DAB+ als Alternative ohne dass man gleich alles als "Pro-DAB" bezeichnen muss. Beim Fernsehen war der Wechsel zu neuer Technik wohl leichter, beim Radio herrschen leider andere Standards.

Habakukk
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Re: Frage zu Wien?

Beitrag von Habakukk »

102.1 hat geschrieben:
Mo 18. Mai 2020, 20:11
Dass hier Radio Wien des ORF mit 100kW Wien und fast ganz Niederösterreich versorgt, und sich dann jemand österreichischer Kultur und Musik annehmen will und sich hier mit solchen Bedingungen herumschlagen muss, will man wohl nicht sehen?
Du kannst ja gerne ein Frequenzentzugsverfahren in die Wege leiten, viel Spaß dabei.

Ansonsten bleibt ja nur, Gegebenheiten zu akzeptieren und das Beste draus zu machen. Dafür werden in Österreich ohnehin noch erstaunlich viele UKW-Frequenzen gefunden. Klar ist aber auch, dass die Zeiten der reichweitenstarken Sahnestücke vorbei sind. Es gibt halt in den Ballungsräumen nicht mehr allzu viele freie Lücken im UKW-Bereich. Entsprechend ergeben sich vielerorts nur noch Funzelnetzwerke. Im Gebirge weniger tragisch, aber im Flachland eher mühsam. Da muss man sich nur mal ansehen, wie mühsam es ist, für die neue Antenne Salzburg eine Versorgung des Flachgaus zu erreichen: vier Frequenzen in oder um die Stadt Salzburg und trotzdem fehlen noch weite Teile, die vorher mit den 10kW vom Gaisberg mühelos versorgt wurden (bis weit nach Oberösterreich rein).

Zum Thema DAB+ habe ich eine andere Meinung als MHM: klar erreicht man bei der momentanen Geräteverbreitung bei gleichem Versorgungsgrad nicht so viele Leute wie über UKW. Aber dafür kommt man hier sehr viel einfacher auf eine halbwegs flächendeckende Verbreitung als über UKW.

Demnächst mit Phase 3 Ende diesen Monats liegt der Bundesmux schon bei einer Versorgung von 60% der Bevölkerung. Wer sich noch daran erinnert, wie mühsam es für Radio Austria war, auf UKW die magischen 60% zusammenzukratzen. Dagegen ist ein DAB-Sendeplatz sehr viel leichter zu bekommen. Für Radio Maria z.B. ist das eine gute Alternative zur eher inselhaften UKW-Versorgung. Auch 88,6 kann sich so auch den Westen Österreichs erschließen, was auf UKW sicher sehr schwierig und langwierig wäre.

Der Rest ist dann einfach betriebswirtschaftliche Angelegenheit. Was rentiert sich eher?

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