Unitymedia News

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Nicoco
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Re: Unitymedia News

Beitrag von Nicoco » Di 3. Dez 2019, 20:15

DH0GHU hat geschrieben:
Di 3. Dez 2019, 19:40
Ist bekannt, ob das Deutschlandradio für die Einspeisung nun wieder bezahlen muss?
Die DLFs täten gut daran, das Geld lieber in den weiteren DAB+-Ausbau zu stecken.
Natürlich muss Dlf bezahlen. Das ist gar nicht anders möglich, da sonst die Privaten klagen könnten.
Der Unterschied liegt jedoch darin, dass Vodafone deutlich geringere EInspeisegebühren verlangt, als Unitymedia. Bei Unitymedia wird dieser geringere Gebührensatz zum 1.1.2020 eingeführt, kurz darauf wird wohl die Einspeisung der 4 Dlf-Sender bei Unitymedia erfolgen. Selbes gilt für Dok&Deb im VF-Netz.

Aber der Dlf wird generell relativ wenig zahlen müssen, da Vodafone die Dlf Mediathek in die Giga TV- & Horizon-Mediatheken einbauen will, wofür natürlich auch wieder Lizenzgebühren von Vodafone an Dlf gezahlt werden müssen. Unterm Strich dürften sich die an Vodafone zu zahlenden Gebühren also im Rahmen halten.

GLS
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Re: Unitymedia News

Beitrag von GLS » Mi 4. Dez 2019, 00:34

MainMan hat geschrieben:
Di 3. Dez 2019, 14:35
Jede Menge Kunden? Seriously?
Betrachtet man die nackten Zahlen, wird aus "jede Menge Kunden" eher "eine kleine Handvoll", die durch Zugewinne im 2play-Bereich mehr als wett gemacht werden.
Davon abgesehen zahlen die meisten Kabelkunden ihre Gebühren eh über die Nebenkosten, die gehen nicht verloren solange die WBGs mit lukrativen Verträgen geködert werden.
Aber so ein Gebahren, was Unitymedia mit dem Deutschlandradio abgezogen hat, spricht sich herum, auch in der Wohnungswirtschaft. Wenn dann plötzlich der 10-Jahres-Vertrag ausläuft und ein Alternativanbieter mit ähnlichen Preisen vor der Tür steht, überlegt sich eine WBG nicht selten, ob sie sich nochmal die Beschwerden der Mieter über einen Laden wie Unitymedia anhören will oder vielleicht lieber wechselt... Telekom und diverse FTTB-Anbieter lauern eben doch. Eine Stadt wie Ratingen, die vollständig mit FTTB erschlossen werden soll, will Unitymedia nicht komplett verlieren, oder? Das macht man auch nicht mit ein paar Internet-Verträgen wett, denn wo Unitymedia mit ihrem Koax-Kabel raus ist, ist Unitymedia-Internet technisch nicht mehr möglich.
Alqaszar hat geschrieben:
Di 3. Dez 2019, 18:39
Anbetracht der Tatsache, dass Kabel-UKW ein Auslaufmodell ist, bleibt die Diskussion über die Einspeisung der Dlf-Programme eine Randnotiz.
Es geht beim Deutschlandradio nicht um die analoge, sondern um die digitale Wiedereinspeisung.

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Re: Unitymedia News

Beitrag von MainMan » Mi 4. Dez 2019, 10:40

GLS hat geschrieben:
Mi 4. Dez 2019, 00:34
Telekom und diverse FTTB-Anbieter lauern eben doch. Eine Stadt wie Ratingen, die vollständig mit FTTB erschlossen werden soll, will Unitymedia nicht komplett verlieren, oder?
Geh mal davon aus, dass das Management von UPC bzw. jetzt Vodafone sowohl Marktsituation als auch Wettbewerber genauestens kennt. Die sind ihren Aktionären verpflichtet.
Die Ausspeisung von Spartenradios bei gleichzeitiger Verfügbarkeit der Livestreams sorgt(e) nicht für Kündigungswellen. Für die WBGs sind andere Faktoren entscheidend.

Im Übrigen gibts selbstverständlich auch bei der Telekom immer wieder Ausspeisungen. In BaWü sind letztes Jahr sämtliche Lokalradios und NKLs rausgeflogen.
Im Frühjahr waren dann France 2, 3 und 5 dran, im badischen Grenzgebiet durchaus relevant.
GLS hat geschrieben:
Mi 4. Dez 2019, 00:34
Alqaszar hat geschrieben:
Di 3. Dez 2019, 18:39
Anbetracht der Tatsache, dass Kabel-UKW ein Auslaufmodell ist, bleibt die Diskussion über die Einspeisung der Dlf-Programme eine Randnotiz.
Es geht beim Deutschlandradio nicht um die analoge, sondern um die digitale Wiedereinspeisung.
...und auch die digitale Einspeisung ist ein Auslaufmodell.
Aktuell nutzen bereits mehr Unity-Kunden Webradio als DVB-C über ihren Kabelanschluss.
Ich höre in diesem Moment die Lesart bei Dlf Kultur über Unitymedia. Einspeisung hin oder her.

GLS
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Re: Unitymedia News

Beitrag von GLS » Mi 4. Dez 2019, 23:28

Na, wenn DVB-C hier schon zum Auslaufmodell erklärt wird (was es nicht ist), dann braucht es keinen Kabel-Zwangsvertrag mehr. Das freut die Mieter, denn die können sich dann ihren (IPTV-)Anbieter frei raussuchen. Da gewinnen freilich die mit dem besseren Angebot. Ob das im Sinne von Unitymedia/Vodafone ist?

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Re: Unitymedia News

Beitrag von MainMan » Do 5. Dez 2019, 21:28

GLS hat geschrieben:
Mi 4. Dez 2019, 23:28
Na, wenn DVB-C hier schon zum Auslaufmodell erklärt wird (was es nicht ist)
Natürlich ist Hörfunk über DVB-C ein Auslaufmodell. Nichtmal jeder zehnte Kabelkunde nutzt es.
Bei der meistgenutzten Empfangsart kommt Kabelradio lt. Digitalisierungsbericht 2018 noch auf 2,2 %.
Und das war vor der DRadio-Ausspeisung.

Webradio kommt bei der "meistgenutzten Empfangsart" auf über 10 % mit kontinuierlich steigender Tendenz.
GLS hat geschrieben:
Mi 4. Dez 2019, 23:28
dann braucht es keinen Kabel-Zwangsvertrag mehr. Das freut die Mieter, denn die können sich dann ihren (IPTV-)Anbieter frei raussuchen. Da gewinnen freilich die mit dem besseren Angebot. Ob das im Sinne von Unitymedia/Vodafone ist?
Die von den WBGs gewünschte TV-Grundversorgung durch einen KNB stirbt mit der Bedeutung der linearen Verbreitung.
Ein Blick in die Schweiz zeigt, wohin die Reise geht: Dort findet bereits jetzt 56 % des Fernseh- und Videokonsums sowie 54% des Audiokonsums im Internet statt. Die Terrestrik ist tot, Satellit bald irrelevant und DVB-C verliert seit Jahren Nutzer.
Auch darauf wird sich Vodafone einstellen (müssen).
Nur wird es hierzulande wie so oft ein wenig länger dauern als bei den Eidgenossen.

GLS
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Re: Unitymedia News

Beitrag von GLS » Do 5. Dez 2019, 22:47

MainMan hat geschrieben:
Do 5. Dez 2019, 21:28
Natürlich ist Hörfunk über DVB-C ein Auslaufmodell. Nichtmal jeder zehnte Kabelkunde nutzt es.
Bei der meistgenutzten Empfangsart kommt Kabelradio lt. Digitalisierungsbericht 2018 noch auf 2,2 %.
Und das war vor der DRadio-Ausspeisung.
Dumm nur, dass Vodafone seit 2018 zahlreiche Radioprogramme auf DVB-C aufgeschaltet hat (Unitymedia wird folgen). Scheint ja eine krasse Fehlentscheidung von denen zu sein, auf so ein "Auslaufmodell" zu setzen. Und natürlich ist es logisch, vom Ist-Zustand auf den künftigen Zustand zu schließen. Jetzt ist es draußen bitterkalt, also dürfte der kommende Sommer ziemlich frostig werden. :verrueckt: Tschuldigung, aber ich werde ironisch, wenn ich mit Statistiken, die ich nicht selbst gefälscht habe, "beglückt" werde.
Webradio kommt bei der "meistgenutzten Empfangsart" auf über 10 % mit kontinuierlich steigender Tendenz.
Das soll die Radio-Zukunft sein? Webradio bietet nicht die Stabilität und Flexibilität einer DVB-Ausstrahlung, vom höheren Strombedarf ganz zu schweigen. Der größte Witz an Webradio (und Web-TV) ist jedoch, dass die Übertragungskosten von Sendern und Kunden bezahlt werden müssen. Einen Internetanschluss gibt's schließlich nicht für umme.
MainMan hat geschrieben:
Do 5. Dez 2019, 21:28
Die von den WBGs gewünschte TV-Grundversorgung durch einen KNB stirbt mit der Bedeutung der linearen Verbreitung.
Das Problem dabei ist nur: Das lineare Fernsehen stirbt nicht. Was nun?

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Re: Unitymedia News

Beitrag von MainMan » Fr 6. Dez 2019, 21:34

GLS hat geschrieben:
Do 5. Dez 2019, 22:47
Dumm nur, dass Vodafone seit 2018 zahlreiche Radioprogramme auf DVB-C aufgeschaltet hat (Unitymedia wird folgen). Scheint ja eine krasse Fehlentscheidung von denen zu sein, auf so ein "Auslaufmodell" zu setzen.
Solange ein Auslaufmodell noch monetarisierbar ist, wird es nicht vom Markt verschwinden. Analog-TV war spätestens seit der Abschaltung des analogen Premiere 2003 ein Auslaufmodell, dennoch gab es selbst 2015 noch Neueinspeisungen im Analogbereich. In einigen Inselnetzen gibt es bis heute analoge TV-Ausstrahlungen.
GLS hat geschrieben:
Do 5. Dez 2019, 22:47
Und natürlich ist es logisch, vom Ist-Zustand auf den künftigen Zustand zu schließen. Jetzt ist es draußen bitterkalt, also dürfte der kommende Sommer ziemlich frostig werden. :verrueckt: Tschuldigung, aber ich werde ironisch, wenn ich mit Statistiken, die ich nicht selbst gefälscht habe, "beglückt" werde.
Die genannten Daten entstammen den beiden Digitalisierungsberichten der Landesmedienanstalten aus den Jahren 2018 und 2019. Der Rückgang der Kabelradio-Nutzung beschreibt keinen Ist-Zustand, sondern einen jahrelangen Trend. Und es geht weiter bergab: 2017 war in 2,7 % der deutschen Haushalte Kabelradio die meistgenutzte Empfangsart, 2018 waren es 2,2 %, 2019 wurden 1,9 % ausgewiesen. Webradio ist derzeit in 11,0 % der Haushalte die meistgenutzte Empfangsart (2017: 7,7 %).

Aber klar, offizielle Statistiken, die nicht ins eigene Weltbild passen, müssen grundsätzlich gefälscht sein. Wozu Fakten, wenn man eine Meinung hat.
GLS hat geschrieben:
Do 5. Dez 2019, 22:47
Das soll die Radio-Zukunft sein? Webradio bietet nicht die Stabilität und Flexibilität einer DVB-Ausstrahlung, vom höheren Strombedarf ganz zu schweigen. Der größte Witz an Webradio (und Web-TV) ist jedoch, dass die Übertragungskosten von Sendern und Kunden bezahlt werden müssen. Einen Internetanschluss gibt's schließlich nicht für umme.
Bei DVB-S/C/T, DAB+ und UKW zahlst du die Übertragungskosten über den Rundfunkbeitrag bzw. über Abonnements, "Servicepauschalen" oder ganz einfach an der Supermarktkasse.
GLS hat geschrieben:
Do 5. Dez 2019, 22:47
Das lineare Fernsehen stirbt nicht. Was nun?
Bei den 14-29jährigen hat Streaming dem linearen TV-Konsum längst den Rang abgelaufen. In dieser Altersgruppe entfällt nur noch ein knappes Viertel des Videokonsums auf lineare Inhalte.
Kein Jugendlicher sitzt mehr pünktlich um 20.15 Uhr vor der Glotze, wenn Netflix und Youtube in der Hosentasche immer dabei sind.
Und wer so konditioniert wurde, wechselt nicht mit Ü30 plötzlich zum linearen TV.

Ein hochinteressantes Thema, das hier im News-Thread aber m.E. fehl am Platze ist.

Alqaszar
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Re: Unitymedia News

Beitrag von Alqaszar » Sa 7. Dez 2019, 02:33

Durchaus nicht, denn UM/VF wird sich immer mehr zueinem Internetprovider verwandeln. Lineate Inhalte werden sicherlich nicht verschwinden. Die höherwertigen Inhalte, inklusive Fußball, werden allerdings nur noch beschränkt zur Verfügung stehen. Insofern ist dann lineares TV lediglich eine Dreingabe, das Pay-TV macht linear zunehmend keinen Sinn. So wird das lineare Free-TV den Weg des Festnetz-Telefonie-Anschlusses gehen, den man praktisch für Umsonst dazu bekommt.

Technisch gesehen wird damit DVB-C perspektivisch von IP-Streams abgelöst werden. Für den Kunden wird das egal sein.

Ich persönlich glaube sogar, dass aus dem Wandel des Medienkonsumverhaltens mittelfristig sogar Satelliten-TV sich nicht mehr lohnen wird, bzw. dessen Vorhandensein eher als Zeichen technischer Rückständigkeit gedeutet werden könnte.

Also, auch wenn lineares TV nicht aussterben wird (genau so wenig wie das Kino das Theater, oder das TV das Kino abgelöst haben), wird es sich mittelfristig nicht mehr eines eigenen technischen Vektors bedienen können. Das bedeutet aber, dass die Unterscheidung zwischen "Kabelnetzbetreiber" und "Internet Service Provider" irgendwann nicht mehr sinnvoll ist .
QTH: Viersen (NRW)

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