Westfernsehen in der DDR

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astranase
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von astranase »

Ungefähr hier waren die zwei 13. Rechen .....

Bild
- Lieber radiosüchtig als radioaktiv -
*astranase*
cobra
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Registriert: Di 13. Dez 2022, 20:30

Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von cobra »

Hallo,
hier mein Bericht aus der Region Elbtal Meißen-Riesa. Um 1982 beschlossen mein Vater und ich auf unserem Grundstück in Neuseußlitz "Westfernsehen" reinzuholen. In den umliegenden Dörfern hatten Anfang der 80er fast alle Häuser nach und nach große "Westantennen" . In der Kneipe und auf der Arbeit tauschte man Erfahrungen und Empfangsberichte aus. Ich hatte meinen Lehrabschluss als Elektronikfacharbeiter in der Tasche und mein Vater war Schlosser bzw, Metallbauer. Also den Rothammel gekauft und erstmal alles gelesen und das angelesene mit den Erfahrungen der Kollegen, welche schon ARD usw. hatten, abgeglichen,
Auf dem Hausdach war nichts zu machen, außer DDR1 vom hiesigen Umsetzer (Göhrischfelsen bei Nieschütz) und DDR2 aus Dresden kam nur CSSR von Bukova hora in bester Farbe rein. Das Grundstück ist auf Elbtalniveau direkt an der heutigen Sächsischen Weinstraße. Richtung Nord, also Berlin, war genau der Weinberg im Wege, mindestens 10m höher als das Haus. Daher bauten wir einen 9m hohen Mast auf den Weinberg (freie Sicht Richtung Berlin) und verlegten rund 60m Koaxkabel runter zum Haus. Die ersten Empfangsversuche bei schönstem Mai- Hochdruckwetter waren vielversprechend. Die 13er VHF Yagi nach Rothammel für K7 und dahinter Blankenburger Mehrbereichsverstärker brachten ARD vom Scholzplatz in brauchbarer Qualität. Agerauscht aber sehbar. Dazu eine 7 Element UKW Antenne und SFB, RIAS usw. kamen damit in guter Qualität im Robotron RS 5001. Empfangsversuche mit der großen Blankenburger UHF-Colorgruppenantenne (testweise vom Haus abgebaut) brachten ab Einbruch der Dunkelheit N3 von Berlin K39 in guter Qualität. Dann eine 2er Gruppe K39 aus dem Rothammel für den gleichen Zweck gebaut und K39 Vorverstärker dazu- ging auch nicht deutlich besser. Bis Mittag war der Empfang bei schönem Wetter gut, dann verschwand der Sender bis zum Abend. Sobald es richtig dunkel war, bei Hochdruckwetter, zeigte der Colormat oft ein gestochen scharfes N3 Farbbild. Empfang des ZDF, K33 von Berlin war unmöglich, nur der Ton war inkl. nervigem Interferenzton zu hören. Das Bild im Zeilenbrei des Tschechen verschwunden. Das war aber bei allen Nachbarn auch nicht besser-der Tscheche vom Bukova Hora kam qiasi im Elbtal in Ortssenderqualität brachial rein. So hatten wir bis Anfang der 90er leidlich UKW Radio aus Berlin und Fernsehempfang ARD, DDR1 und 2 und abends N3. Leider aber doch recht wetterabhängig, bei Hochdruckwetter mittel bis gut. Bei Schmuddelwetter schlecht und verrauscht mit Schwund. Mein Kumpel wohnte im Dorf ein Stück weiter oben (30m Höhenunterschied) quasi auf der Elbhangkante, Dem entsprechend hatte er fast immer besseren Empfang der ARD und N3 von Berlin als wir weiter unten. Er hatte sich um 1987 zusätzlich zwei 5-Element Kanal 4 Antennen gebaut und vertikal am Querträger eines abgespannten Rohrmastes montiert, und hatte so ARD vom Ochsenkopf mit knackigem und kontrastreichen Bild. Qualität meist besser als Berlin K7. Dort war freie Sicht nach Südwest bis sonst wohin, die beiden rießigen Freiberger Industrie-Schornsteine am Horizont waren gut zu sehen und zeigten die Richtung zum Fichtelgebirge an. Nur wenige Meter weiter hat 1988 die PGH Coswig die Kopfstation der GAA Diesbar-Seußlitz errichtet. Es hatten aber erst verhältnismäßg wenig Haushalte einen Anschluss an die GAA, der Ausbau wäre sicher weitergegangen aber 1990 kam die DM und die Amstrad Schüssel für 199,-
Noch heute sind in Diesbar- Seußlitz oberhalb der Weinstraße mehrere Antennenmaste aus dieser Zeit zu sehen. Der aufmerksame Beobachter zählt mindestens 7 Maste .Direkt neben der "Heinrichtsburg" sind sogar noch die völlig verdrehten, nach oben und unten zeigenden Langyagis dran.
Heute erinnern wir uns gern an diese interessante Zeit und das anspruchsvolle Hobby "Antennenbau" und sprechen beim Grillen oder beim Bier noch manchmal über die Erfolge und auch über die Enttäuschungen nach Misserfolgen.
Ingelheimer
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Ingelheimer »

Wir hatten in Leipzig zwei Verwandte einmal im Norden (Wahren) und einmal im Süden (Markkleeberg). Die hatten aber nur normale Dachantennen und keine riesen Anlagen. Im Norden gab es die ARD ganz klar vom Torfhaus (sah man am Testbild), ansonsten kein Westen. Im Süden gab es die ARD etwas schlechter, dafür das ZDF, aber teilweise nur schwarz-weiß. Ein Drittes habe ich nie gesehen. Im Radio war NDR vom Torfhaus mehr oder weniger in der ganzen Stadt auch mobil zu hören, im Süden auch Bayern vom Ochsenkopf.
Wenn man mehr Aufwand getrieben hätte, wäre sicherlich auch mehr gegangen.
Aber das war im Westen auch nicht anders. Wir hatten in Wuppertal bis 1983 nur eine Zimmerantenne, weil die drei normalen Programme auch mit dem nassen Finger gingen. Erst dann bekamen wir eine Dachantenne, mit der der SWF im Radio in Stereo ging. Im TV gingen dann Südwest und die Holländer mehr schlecht als recht aber wie gesagt: Mit mehr Aufwand wäre auch mehr gegangen. Wir haben dann 1987 Kabel gekriegt und in Leipzig gab es 1990 Schüssel. Das war es dann mit der Terrestrik.
dabfrank2
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von dabfrank2 »

Ja das mit dem Kanal 33 ZDF aus Berlin und dem Tschechen hat uns in Riesa damals auch Probleme gemacht.
Hatte damals beide Signale durch eine UHF Kanalselecktivweiche gejagt und mußte täglich am Plasterädchen drehen um ZDF halbwegs Abends zu sehen. ARD und N3 aus Berlin gingen Abends fast immer mit wenig Grieß.

Suche noch Kanal Vorverstärker Kanal 7 oder Band 3 Vorverstärker die man damals in die Antennendose eingebaut hat. ;)
pomnitz26
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von pomnitz26 »

Bei uns hat die heute noch existierende Gemeinschaftsantenne noch ewig am terrestrischen Empfang festgehalten weil wir MDR Sachsen-Anhalt statt der Länderzeit gesehen werden sollte. Erst im digitalen Zeitalter stellte man komplett um und stellte UKW ein. Digitales Fernsehen wurde sogar noch analog gewandelt und störte DAB. Glücklicherweise hat man das alles abgestellt und durch DVB-C auch die Verkabelung verbessert.
2-0-8
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von 2-0-8 »

Ingelheimer hat geschrieben: Mi 14. Dez 2022, 08:09 Im Norden gab es die ARD ganz klar vom Torfhaus (sah man am Testbild), ansonsten kein Westen. Im Süden gab es die ARD etwas schlechter, dafür das ZDF, aber teilweise nur schwarz-weiß. Ein Drittes habe ich nie gesehen. Im Radio war NDR vom Torfhaus mehr oder weniger in der ganzen Stadt auch mobil zu hören, im Süden auch Bayern vom Ochsenkopf.
Wenn man mehr Aufwand getrieben hätte, wäre sicherlich auch mehr gegangen.
Komme aus der Gegend und bei uns war eingentlich Torfhaus K10 der Standard, Brocken K6 gleich mit. DDR2 kam auf K22 von Le.-Wiederau als "Beifang" mit herein.
Beim ZDF konnte man sich entscheiden, ob man Torfhaus oder Ochsenkopf nicht sehen konnte, denn die Konstellation K22 von Wiederau, ZDF auf K23 und militärischer Sprechfunk auf K24 war tödllich. Einzige Möglichkeit waren mindestens 4er-Gruppen von mindesten 22ele.-Yagis. Da wo ZDF ging, war die Bildqualität tägliches Gesprächsthema. Als in den 80er in der Nacht die Sender von DDR2 abgeschaltet wurden, kam ZDF ziemlich gut herein.
An dritten Programmen waren BR, und HR (oder war es eher NDR?) prinzipiell möglich, aber es war mindestens eine 2er-Gruppe nötig. Der Aufwand war viel zu hoch für eine Privatanlage und für eine Gemeinschaftsanlage fehlte bei uns der Antrieb.

Im Nachbarort haben sich 2 Familien zusammen eine Anlage bauen lassen. Natürlich DDR 1 und DDR2, ARD/NDR (Yagi nach Torfhaus), ZDF aus Bayern (4er-Gruppe) und 2 dritte Programme (2er-Gruppe nach Süden und 2er-Gruppe nach Westen). Gekostet haben soll das 6000 DDR-Mark, für manche war das ein Jahreslohn.

Die Masse hatte nur DDR1, DDR2 und ARD/NDR. Ich hatte unter dem Dach noch eine liegende Doppelquad nach Süden/Norden mit Empfang von ADR/BR und den bekannten wetterabhängigen Überreichweiten, übrigens wohl der Hauptgrund, von der relativ kurzen HB9CV für K4 auf die langen "Harken" für K10 umzusteigen.
* XHDATA D-808 * SONY XDR-P1DBP *
LWie
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von LWie »

Hallo cobra,

die Reste einer - wahrscheinlich - GGA-Kopfstation an der Elbhangkante hatte ich mal fotografiert und hier im Forum eingestellt, möglicherweise war das die erwähnte Anlage?
Es ging von der Meißner Elbbrücke links ab auf einem schmalen Weg an einem Wein- oder Rittergut vorbei dorthin. Das war zwischen Rottewitz und Zadel. Foto kann ich nochmal raussuchen.
Ort: Dresden-Neustadt, 2.OG
AM: Philips D2999, XHDATA D-808, MiniWhip PA0RDT + MLA-30 vor Fenster
FM: RFT ST-3935, RDS-Modul LIDL-Küchenradio, XHDATA D-808, Dipol vor dem Fenster
TV: DENVER 506, D-100, Dipol
SDR: GQRX, Linux Lubuntu, IBM T60p
cobra
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von cobra »

Hallo LWie,
nein die GAA Kopfstation Diesbar Seußlitz stand am Ortsausgang Neuseußlitz in Richtung Döschütz links an der Straße. Noch heute steht das Verstärkerhäuschen. Der Gittermast liegt vom Gestrüpp überwuchert auf dem eingezäunten Gelände. Von diesem Ort hat man einen herrlichen Fernblick über das Dresdner Elbtal im Südosten, den Erzgebirgskamm im Südwesten, der Dahlener Heide im Nordwesten und weit nach Brandenburg bis zu den Schliebener Bergen im Norden Der ideale Standort eben für Fernempfang.
Martin
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Martin »

Ich weiß nicht ob das Thema schon hier angesprochen wurde aber manche besonders Menschen aus dem Westen können nicht glauben das es im ostdeutschen Kabelfernsehen keine Kanalaufbereitung gab und das einfach nur das ganze Frequenzbaband ob TV oder Radio 1:1 abgebildet wurde.
Hatte Anfang der 80er in Greifswald gewohnt und das war fürs Westfernsehen schon Randgebiet und das Signal war stark vom Wetter abhängig und das Westfernsehen kam aus 2 Richtungen entweder war das Bild aus Berlin besser oder aus Eutin Bungsberg.
Wolfgang R
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Wolfgang R »

Martin hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 21:23 Ich weiß nicht ob das Thema schon hier angesprochen wurde aber manche besonders Menschen aus dem Westen können nicht glauben das es im ostdeutschen Kabelfernsehen keine Kanalaufbereitung gab und das einfach nur das ganze Frequenzbaband ob TV oder Radio 1:1 abgebildet wurde.
Ich oute mich mal als Württemberger, also eindeutig Wessi.
Dennoch weiss ich vom jahrelangen Lesen hier und wo anders, dass es durchaus Umsetzungen von UHF auf z.B Band I gab, weil die Dämpfung im Gebäude sehr hoch war. Auch bei Nachbarkanalbelegung mit ZDF setzte man oft um, weil der starke Ortssender eingestrahlt hätte.

UKW wurde wirklich i.d.R 1:1 durchgelassen, vielleicht die starken Ortssender bedämpft um einen gleichmässigen Pegel zu haben.

Mit dem Begriff Kabelfernsehen tue ich mich etwas schwer. Das waren (Gross)Gemeinschatsanlagen (GGA) - offiziell um den Empfang vom zweiten Ost zu verbessern und neutrale, österreichische (sic!) Programme heranzuholen.

Wolfgang
Wahlbaiersbronner im schönen Murgtal
RADIO354
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von RADIO354 »

Ja DDR II wurde in den 70'er Jahren Oft in das B I umgesetzt.
Beziehe mich hier auf GAA in der DDR. Auch um den UHF Westempfang zu erschweren.
Zum Beispiel in Lehrlingsinternaten.
In den 80'er Jahren wurden die Repressionen gegenüber dem Westfernsehen weiter
Reduziert. Selbst Wohnungsbau Gesellschaften leiteten alle 3 TV Programme durch um
die Teilweise Bausubstanz schädigenden Antennenwälder loszuwerden.
In Premnitz 50 Km Westlich von Berlin selbst erlebt. Übrigens kam da das Westernsehen
genau aus Richtung Osten. :rp: :rp: :rp:
Martin
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Martin »

Also die Anlagen wurden wohl von offizieller Seite genehmigt um den Wildwuchs von Antennen zu vermeiden und die Antennen meist auf dem höchsten Gebäude in Neubaugebieten waren eindeutig mit Antennen ausgestattet die in erster Linie Programme aus dem Westen empfangen können , hierfür wurden 2 oder 4 gleiche Antennen verwendet die schon an der Richtung erahnen ließen für welche Sender sie gedacht sind ....
In den 60er und 70er Jahren wurde das gucken von West TV noch von der Politik bekämpft und in den 80ern sogar in großen Stil mehr oder weniger gefördert hat man den Eindruck.
Bin kein Funktechniker aber das Kabel TV war anders als man es heute kennt und ich kenne es nur so das das UHF und VHF Band samt UKW verstärkt ins Kabelnetz eingespeist wurde ohne die Kanalaufbereitung so wie man es heute kennt.
In der heutigen Kanalaufbereitung haben die grundsätzlich andere Frequenzen und es wird immer ein stabiles Signal verwendet das 365 Tage zu empfangen ist und nicht durch Witterungsverhältnisse beeinflusst wie in den Randgebieten des Westfernsehen im den äußeren nordöstlichen und südöstlichen Regionen der ehemaligen DDR.
Ich weiß das es wenige Menschen gab die in der ehemaligen DDR auch schon Prabolantennen benutzen und sich LNB und Receiver woher auch immer besorgten aber diese Technik wurde meines Wissens nicht im Kabel TV eingesetzt bis 1989.
pomnitz26
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von pomnitz26 »

Bei uns gab es UKW so wie es ankam durchgelassen. Das gab es recht häufig. BR, HR und NDR aber nichts aus Berlin. Das holte und hole ich nur mit eigener Antenne auf dem Dachboden der Wohnung. Damals waren für die 6 Programme auf dem VHF III Band. Später in den 90ern mit dem Satellitenempfang kamen dann VHF I mit den 3 Programmen hinzu. Spätestens mit dem DVB-C mußten dann wirklich alle Weichen und Verstärker gewechselt werden. So richtig funktioniert das erst die letzten Jahre. Man kratzt gerade am unteren UHF Band. Mal sehen wie lange der Preis für 40€ / Jahr noch gehalten werden kann? Viele zahlen auch nichts weil der Verstärker die Stromkosten braucht. Die verbleibenen Nutzer sind oftmals zufriedener wie mit einem komplizierten Sat Receiver. Das Angebot ist auf das wesentliche begrenzt, die Programme schnell sortiert und bei Regen bleibt das Signal länger wie an der provisorisch ausgerichteten Satellitenantenne.
Martin
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Martin »

Ich hatte auf Rügen in Binz gewohnt und unten im Ort ging mit West TV in Deutscher Sprache nichts aber der obere Stadtteil Zinglingsberg genannt da ging es ab und zu mit TV aus dem Westen
Unten am Wasser also fast bei Meeresspiegelniveau ging trotzdem einiges.... denn Fernsehen und Radio aus Skandinavien mit UHF und VHF Antennen immer in Zweiergruppen und eine 7 Elemente UKW Antenne für NDR 2 und RSH ging sogar täglich aber nur in Mono ohne Rauschen
Fernsehen aus Dänemark und Schweden in Farbe manchmal gestochen scharfes PAL Bild oder manchmal leicht verrauscht.
Dort kamen ab und zu Deutsche Filme und synchronisiert wurde dort nichts alles im Original
Musiksedungen Videoclips fand ich natürlich sehr interessant damals und amerikanische Kinofilme die noch nicht sehr alt waren und selbst im Westfernsehen nicht gezeigt oder Jahre später das war schon was am Wochenende manchmal bis 2 Uhr geguckt.
Diese amerikanischen Serien wie Denver und Dallas hat mich überhaupt nicht interessiert.
Als ich später ab Mitte der 80er Jahre in Berlin gelebt hatte da ging natürlich alles außer SAT 1.
SAT1 war schlecht zu empfangen und baute mir eine kleine Antenne auf's Dach um vernünftig auch SAT1 zu schauen und das witzige war das ich dann ab und zu bei Überreichweiten plötzlich Dänisches Fernsehen empfangen habe trotzdem die Antenne nicht in diese Richtung gerichtet war.
Mit der Antenne kam noch AFN TV und Franzose oder war es BFBS TV so genau weiß ich es nicht mehr aber AFN war interessant und schaute immer Wrestling damals.
the jazzman
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Registriert: So 2. Sep 2018, 14:19

Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von the jazzman »

Kabel mit Westfernsehen wurde geduldet, weil man im Fall der Fälle das Kabel abschalten konnte.

Soll in Rostock mal passiert sein, als ein kritischer Bericht über die Stadt kam.
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