Westfernsehen in der DDR

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MainMan
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von MainMan » Mo 14. Jan 2019, 13:44

Cha hat geschrieben:
Mo 14. Jan 2019, 12:26
Energy Sachsen fehlt, MDR Aktuell fehlt - dafür speist man B5 Aktuell ein (verstehe das wer will). Dass Schlagerparadies durch Radio B2 ersetzt wurde, hat man erstaunlicherweise schnell korrigiert in der Liste. Allerdings behauptet man andererseits noch, dass man Radio Top 40 von Astra nimmt, welcher da schon vor Jahren abgeschaltet wurde.
In der Tat merkwürdig. Top40 wurde vor 4 (!) Jahren via Astra abgeschaltet, steht aber noch in der Liste. MDR Aktuell fehlt, dafür B5 und Bayern 3, die inhaltlich gegenüber dem MDR null Mehrwert bieten.

Edit: http://antenne-ebersdorf.de/index.php/a ... miert.html
Der Vorstand informiert, dass die eigene Liste "nicht aktuell" ist.

PAM
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Westfernsehen in der DDR

Beitrag von PAM » Mo 14. Jan 2019, 14:15

Es scheint schwer zu sein, diese riesige Liste zu aktualisieren. :gruebel:

Felix II
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Felix II » Mo 14. Jan 2019, 16:52

Der Verbindergang zwischen beiden Treppenhäusern existierte auch nur in EG, 3, 6 und 9. Wer in einer anderen Etage wohnte, fuhr in die nächstgelegene und stieg von dort noch eine Treppe.
Das heißt es gibt von oben keinen direkten Weg (Treppenhaus) nach unten ? Was wenn es brennt ? Geduldig auf den Aufzug warten welchen man ja eigentlich nicht nutzen soll wenn es brennt ?
mfG: Felix II

[hr]

ein Ponyhof ist kein Ponyhof.

Wikipedia: Standart bezeichnet häufig eine Falschschreibung des Wortes Standard

Hansol
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Hansol » Mo 14. Jan 2019, 18:29

Doch, ich erzähl es wie ich es aus der Kindheit kenne. 11-geschossiger Wohnblock Typ IW 66, 43 Wohnungen (Artverwand mit dem oben benannten P2 bzw. lokale Weiterentwicklung)EG: 1 Hauseingang zur Straße , 1 zum Hof, dazwischen Aufzug, vom Eingang aus gesehen links ein Treppenhaus durchgehend zum 10. OG , dann auch rechts das gleiche also zwei Treppenhäuser (dort pro Etage immer 2 Wohnungen abgehend. Aufzug hielt EG, 4., 7., 10.OG. Beide Treppenhäuser mit Quergängen (sog. Verteilergang)dort verbunden, im 7. OG auch Durchgang zum Nachbarhaus, so dass man immer nach oben oder unten auch in die Nachbartreppenhäuser konnte (wie gesagt als Beispiel die Bewohner des 6. OG fuhren mit dem Aufzug in das 7. OG und liefen eine Etage runter um zur Wohnung zu kommen, im 7. OG ging es auch ins Nachbarhaus. Neben dem nötigen Fluchtweg für den Notfall diente die Verbindung auch dazu ggfl. den Aufzug im Nachbarhauseingang nutzen zu können falls im eigenen Hauseingang defekt. Haustürschlüssel passten daher immer in zwei verbundenen Häusern. Laufen ins 10. OG macht auch auf Dauer nicht jedem Spaß. Dito für Rettungstragen, Möbeltransport etc. Ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt.

hier zu wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/P2_(Platt ... _Wohnungen

Chris_BLN
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Chris_BLN » Mo 14. Jan 2019, 20:30

Cha hat geschrieben:
Mo 14. Jan 2019, 12:26
Kurzum: Hauptsache den "heiligen" Schlagerdudlern geht es gut, fast alles andere scheint ziemlich egal zu sein.
Das ist in vielen Netzen so und entspricht dem Wunsch der angeschlossenen Haushalte. Bei uns auch: großes Wehgeklage, weil Paloma nach meiner Umbauerei 2015 von 102,irgendwas auf 108,0 gewandert war. Ich hatte völlig vertrieft, dass ja gewiss noch Leute mit älteren Tunern unterwegs sind. "Fristsetzung" wegen des Fehlens von WDR 2 (in Ostthüringen!). Mir zu Ohren gekommenes Abkotzen über zuviele Kulturprogramme (muss man doch nicht hören...). Wir haben 44 UKW-Programme drin, wenn davon 12 Programme "gehobene" Programme sind, bleibt immer noch mehr Dudel als in vielen anderen Netzen. Aber so sind sie, die Leute...
PAM hat geschrieben:
Mo 14. Jan 2019, 14:15
Es scheint schwer zu sein, diese riesige Liste zu aktualisieren. :gruebel:
Dort macht offenbar ein Mann im Rentenalter die ganze Technik und den Verwaltungskram. Uneigennützig. Gib ihm etwas Zeit...
Zuletzt geändert von Chris_BLN am Mo 14. Jan 2019, 20:39, insgesamt 1-mal geändert.

Chris_BLN
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Chris_BLN » Mo 14. Jan 2019, 20:38

Zu den P2-Plattenbauten noch: es gibt da keinen gemauerten oder betonierten Aufzugsschacht. Der Aufzugsschacht ist einfach ein Hohlraum, in dem keine Fußböden drin sind. Die Wände des Schachtes sind auf der anderen Seite Zimmerwände der Wohnungen! Die Außentüren des Aufzuges waren Klapptüren mit dickem Verriegelungsbolzen, der von einem Elektromagneten betätigt wurde. Der "Klack" nach Ankommen des Aufzuges in einer Halteetage war selbst in den Wohnungen zu hören, die auf anderer Etage und nicht am Schacht lagen. Ich will gar nicht wissen, wie laut der Aufzug in den Wohnungen war, die um den Schacht herum gebaute Zimmer hatten...

Beliebtes (?) Hobby von Jugendlichen damals: Aufzug-Surfen. Wurde mir zumindest berichtet. Man gehe in die 3, rufe den Aufzug, steige ein und rücke "1". Dann steige man wieder aus und schließe mit einem Kabel oder einem Schlüsselbund den Türkontakt der schachttür (wa oben im Rahmen) kurz. Daraufhin schließt sich die motorisch betriebene Kabinentür, der Bolzen schießt vor und der Aufzug fährt nach unten weg. Wenn das Aufzugsdach auf Fußbodenhöhe ist, öffnet man den überbrückten Kontakt. Der aufzug stoppt sofort, man steigt drauf, schließt die Außentür manuell (Bolzen zurückziehen) und los geht die Fahrt. Wenn jemand nach ganz oben fuhr wurde es eng, abe roffenbar nicht so eng, dass diejenigen, die sowas taten, nicht mehr davon berichten konnten. Raus kam man wieder, indem man beim Fahren nach oben an passender Stelle vom Aufzugsdach aus die Kabinentür (Schiebetür) aufriss. Der Insasse dürfte zu Tode erschrocken gewesen sein und steckte dann halt fest, weil die Außentür nun geöffnet wurde zum Aussteigen der Surfer.

Auch nett: zwecks Notruf-Absetzen gab es Aufzüge, in denen ein richtig beschaltetes Telefon in der Kabine war. Da fast niemand ein Telefon in der Wohnung hatte, soll es zu längeren Blockaden des Aufzuges gekommen sein...

PAM
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Westfernsehen in der DDR

Beitrag von PAM » Di 15. Jan 2019, 08:40

Chris, dann sage ich nichts. :kaffee:

Mit Aufzügen bin ich selbst nicht aufgewachsen. Freunde meiner Eltern wohnten in einem 11-Geschosser, dessen Bautyp ich aber nicht namentlich benennen kann. Eine Besonderheit dieses Bauwerks war ein innenliegender Aufzug, der von der 4. bis in die 10. Etage fuhr. Offenbar hatte man nichts anderes, ein 11-Geschosser ganz ohne Aufzug ging aber auch nicht. Die zweite Besonderheit war ein Treppenhaus, in dem man die Treppen jeweils im 90-Grad-Winkel angeordnet hatte. Ein- oder Auszug müssen gruselig gewesen sein, durch das enge Treppenhaus kriegt man Möbel nur mit blutigen Händen (durch den Kratzputz an den Wänden). Und die letzte Besonderheit waren dreieckige Balkone. Die Zweiraumwohnung™ selbst war vom Schnitt eher langweilig, hatte aber immerhin ein Bad in brauchbarer Größe. Von der Wohnstube ging es über eine Schiebetür in die Küche.

Highlight war aber die Aussicht aus der 11. Etage. Selbst wenn es unten windstill war, oben ging immer Wind. Wer weiter unten wohnte und den Ausblick trotzdem genießen wollte, am Ende des Treppenhauses gab es ganz oben ein einziges Fenster. Spaßvögel ließen das im Sommer gern mit einem Holzkeil blockiert offen stehen. Im Treppenhaus entwickelte sich durch den Kamineffekt ein derartiger Sog, dass man nur vor der eigenen Tür mal den Fußabtreter abklopfen oder mal fegen musste, um das ganze Treppenhaus einzustauben. Spaßig war auch, dass die Haustür nach draußen auf ging und bei oben offenem Fenster richtig viel Kraft zum Öffnen brauchte. Manche Kinder mussten unten von ihren Eltern abgeholt werden, da sie die Tür allein nicht mehr auf bekamen.

Ich bin selbst übrigend Q3A-Bewohner. :bruell: Einziger wahrer Nachteil dürfte das extrem kleine Bad sein. Zudem kriegt der L-förmige Flur kein Tageslicht.

Chris_BLN
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Chris_BLN » Di 15. Jan 2019, 09:37

Machen wir erstmal Forenbezug: auf dem Dach eines 11-Geschossers oder auf dem obersten Balkon hatte man gewiss besseren Westempfang als unten. :D
PAM hat geschrieben:
Di 15. Jan 2019, 08:40
Freunde meiner Eltern wohnten in einem 11-Geschosser, dessen Bautyp ich aber nicht namentlich benennen kann. Eine Besonderheit dieses Bauwerks war ein innenliegender Aufzug, der von der 4. bis in die 10. Etage fuhr. Offenbar hatte man nichts anderes, ein 11-Geschosser ganz ohne Aufzug ging aber auch nicht.
Sowas ist mir noch nicht untergekommen, aber wer weiß. Waren da in den untersten Stockwerken etwa Ladengeschäfte oder sowas?
PAM hat geschrieben:
Di 15. Jan 2019, 08:40
Die zweite Besonderheit war ein Treppenhaus, in dem man die Treppen jeweils im 90-Grad-Winkel angeordnet hatte. Ein- oder Auszug müssen gruselig gewesen sein, durch das enge Treppenhaus kriegt man Möbel nur mit blutigen Händen (durch den Kratzputz an den Wänden).
Das riecht wiederum nach P2. Quadratische Treppenhäuser im 90-Grad-Winkel. Hier ein Foto, das dem zumindest ähnlich sieht, auch wenn es hier wohl um ein deutlich niedrigeres Gebäude ganz ohne Aufzug geht: https://www.mz-web.de/panorama/konflikt ... u-25525812 - selbst für solche Treppenhäuser gibt es inzwischen passende Aufzüge, die dann freilich in jeder Etage halten: http://www.alko-aufzug.de/pdf/Broschuere-Kalle.pdf - https://www.schindler.com/de/internet/d ... 467247.jpg

Wir haben mal bei einem Auszug der Eltern eines Mitschülers aus ner P2 ein Klavier (!) aus der 5. in die 6. Etage (oder vergleichbar, habs vergessen, ist 25 Jahre her) gewuchtet. Durch dieses Treppenhaus. Das ging gerade so um die Ecken, wir waren danach in der Tat blutig, das Treppengeländer bog sich beim Würgen bedrohlich über den Treppenschacht. Wäre es abgebrochen, hätte es in einem fulminanten Schlussakkord paar Tote gegeben. Ab Aufzugsetage dann freilich Transport im Aufzug. Dazu brauchte man den Hausmeister, der die hintere Hälfte der mit einer Zwischentür ansonsten dauerhaft halbierten Kabine öffnete. Nur so passte das Klavier da hinein.
PAM hat geschrieben:
Di 15. Jan 2019, 08:40
Wer weiter unten wohnte und den Ausblick trotzdem genießen wollte, am Ende des Treppenhauses gab es ganz oben ein einziges Fenster.
Ich kenne es mit Lichtkuppel, soweit ich mich erinnere.
PAM hat geschrieben:
Di 15. Jan 2019, 08:40
Im Treppenhaus entwickelte sich durch den Kamineffekt ein derartiger Sog, dass man nur vor der eigenen Tür mal den Fußabtreter abklopfen oder mal fegen musste, um das ganze Treppenhaus einzustauben. Spaßig war auch, dass die Haustür nach draußen auf ging und bei oben offenem Fenster richtig viel Kraft zum Öffnen brauchte.
Oh ja. Und es heulte ganz fies der Wind im Treppenhaus.

PAM hat geschrieben:
Di 15. Jan 2019, 08:40
Ich bin selbst übrigend Q3A-Bewohner. :bruell: Einziger wahrer Nachteil dürfte das extrem kleine Bad sein. Zudem kriegt der L-förmige Flur kein Tageslicht.
Da haben wir was gemeinsam: auch ich wohne in einer Q3A. Nachteil für mich: im Sommer 30 Grad und im Winter arschkalt - ich wohne oben, Flachdach drüber. Da in Wohnzimmer- und Küchentür Glasfüllungen sind, habe ich im Flur etwas Tageslicht.

Um den Forenbezug wieder herzustellen: nur wenige km vom ostberliner Fernsehturm entfernt fand sich diese Antennenanlage im Elektroschrank vor meiner Wohnung:
Antennenanlage Q3A Berlin.jpg
Die beiden schwarzen Kästen sind 3-fach-UKW-Sperrkreise SK3. Auf welche Frequenzen sie eingestellt sind, wollte ich seit Jahren mal durchwobbeln. Bin nie dazu gekommen. Der große orange Kasten ist ein modularer kanalselektiver TV-Verstärker. Da steckt für jeden empfangenen TV-Kanal ein Streifen drin. So viel Aufwand trieb man da und soweit ich mich eirnnere gab die kanalbeschriftung nichts her, was sich außerhalb Berlin (Ost/West) an Sendestellen befunden hätte.

Chris_BLN
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Chris_BLN » Di 15. Jan 2019, 13:51

PAM hat geschrieben:
Mo 14. Jan 2019, 14:15
Es scheint schwer zu sein, diese riesige Liste zu aktualisieren. :gruebel:
Jetzt ist sie aktualisiert: http://antenne-ebersdorf.de/images/doc/ ... gramme.pdf

Demnach hat man Top40 (das war also offenbar seit Jahren stumm) durch NDR 1 MV ersetzt (macht man die Programmauswahl da mit nem Lottozahlengenerator?) und Sunshine Live rausgenommen. Versteh ich nicht.

Cha
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Cha » Di 15. Jan 2019, 14:52

Hab nun durch Zufall eine UKW-Kabelbelegung ganz aus der Nähe von Chemnitz gefunden: http://www.antennengemeinschaft-ditters ... legung.pdf

Man scheint dort einen Umsetzer von DAB+ zu UKW zu haben, sodass auch MDR Schlagerwelt und Absolut Relax umgesetzt werden. Die DAB+ Multiplexe 5C und 9A an sich werden auch eingespeist.

Der Ersteller hat wohl eine Vorliebe für Schweizer Programme, sodass SRF 1, SRF Musikwelle und SRG Radio Rumantsch (Ein rätoromanischer Sender in Sachsen!? :eek: ) drin sind.

Radio HBR ist auch ungewöhnlich. Ein unbekannter Kirchensender, der auf Astra mit 64 kBit/s MP2 mono sendet.

Ansonsten wird auch hier der Schlager groß geschrieben, sodass man wirklich ALLE Schlagerprogramme, die Astra/Hotbird/DAB+ hergeben, einspeist (Bayern Plus, hr4, MDR Schlagerwelt, NDR Plus, SWR4 RP, Radio B2, Radio Paloma, Schlagerparadies, SRF Musikwelle, U1 Tirol).
Beiträge: +5070 von MySnip seit 12/2013

pomnitz26
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von pomnitz26 » Di 15. Jan 2019, 15:09

Da wäre dann noch der Freiberger oder Leipziger Lokalmux und MDR Tweens für das Kabelnetz interessant. Sputnik setze ich mal voraus.

Chris_BLN
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Chris_BLN » Di 15. Jan 2019, 16:09

Cha hat geschrieben:
Di 15. Jan 2019, 14:52
Hab nun durch Zufall eine UKW-Kabelbelegung ganz aus der Nähe von Chemnitz gefunden: http://www.antennengemeinschaft-ditters ... legung.pdf

Man scheint dort einen Umsetzer von DAB+ zu UKW zu haben, sodass auch MDR Schlagerwelt und Absolut Relax umgesetzt werden. Die DAB+ Multiplexe 5C und 9A an sich werden auch eingespeist.
Sehr interessant! Schon DOCSIS: es gibt offenbar zwei CMTS-"Inseln", für jeden Ort eine. In beiden Orten 4 Downstream-Kanäle. Die Symbolraten bei DVB-C zeigen eine alte Anlage an. Ich bezweifle aber, dass die 256QAM-Kanäle in 6875 moduliert sind. Was S36 "Funkdienste" sind, weiß ich nicht. Hat man hier vor dem 433-MHz-Funkzeugs Angst? Auf K45 kann man sich offenbar analog das Spektrum des CMTS-Eingangs anschauen und so ohne echte Telementrie nach Ingress suchen.

Die Radiobelegung hat schon was schräges. Extrem viel Schlager - aber wie gesagt, das deckt sich mit meinen Erfahrungen. Das wird gehört. Fast ausschließlich. Da vermischen sich ein schlichter Geist, der Wunsch nach einer überschaubaren, heilen Welt und zuweilen auch ein wenig Deutschtümelei. Wenn in meiner Heimatregion die Rentner mit Protestresolutionen an die Öffentlichkeit gehen (und bis zum Ministerpräsidenten!), damit das Radio wieder deutsch und schunkelnd wird, ist das schon niedlich, aber auch etwas gruselig für mich.

Die Sat->UKW-Umsetzung ist auch bemerkenswert. Es handelt sich weder um Blankom noch um Kathrein noch um Astro-Module. Die können alle kein 8PSK und damit den SRF nicht. Entweder hat man da noch was zum Konvertieren davorgesetzt (da gäbe es was von GSS), oder man nutzt GSS-Module bzw. Astro QAMbox.

Die Umsetzung DAB->UKW dürfte gefrickelt sein, je Programm ein DAB-Radio, Abgriff am Kopfhörerausgang. Sie hat ja auch laut dieser Liste kein RDS. Es gab zum alten Blankom-System und wohl auch von Astro UKW-Modulatoren mit NF-Eingang. Die kann man dann halt nehmen. Hätte ich einen für unser System gehabt, wäre die Schlagerwelt auch drin. So ist sie nur halb drin - als Nachtübernahme via Bayern Plus. War damals, als ich geplant habe, aber nicht absehbar.

Das sind jedenfalls alles solche DDR-Antennengemeinschaften, mit denen man in den 80er Jahren versucht hat, Ochsenkopf ins Wohnzimmer zu holen. Vor allem in Sachsen haben etliche überlebt, oft im ländlichen Raum. Das erstaunt, denn da hatte man normalerweise ab sofort Anfang der 90er Jahre die Satantenne. Und noch keine in Internetversorgung begründete Existenzberechtigung der Anlage.

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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von WiehengeBIERge » Di 15. Jan 2019, 18:59

Auf K45 kann man sich offenbar analog das Spektrum des CMTS-Eingangs anschauen und so ohne echte Telementrie nach Ingress suchen.
Das gab (gibt?) es bei KDG bzw. Vodaphone auch ganz oft. Finde ich eigentlich auch recht praktisch, da jedes 08-15 Antennenmessgerät mit Bilddarstellung, oder notfalls auch ein einfacher Fernseher zur Anzeige ausreicht. Bei UMKBW gab es sowas nicht, da da eh jeder mit JDSU bzw VIVAI unterwegs ist und auchentsprechende "Gegen"-Technik in den CMTSen verbaut ist.
Hat man hier vor dem 433-MHz-Funkzeugs Angst?
Könnte sogar wirklich so sein, ich hatte bei UM damals im Entstördienst auch schon Einstrahlungen in NE4-Netzen die durch simple Funk-Wetterstationen in Wohnungen verursacht wurden, meist zwar dann nur in den TV-Anschlusskabeln von der Dose zum TV, aber zumindest ein mal waren die Bedingungen so ungünstig, dass das in einer ganzen Linienanlage zu Störungen geführt hat, weil es an einer Leckstelle in die Linie eingestrahlt hat. Zu der Zeit wurde auf dem Kanal das "Russland"-Paket bei UM eingespeist, und das wurde in dem Ort in dem ich diese Störungen hatte auch rege genutzt...
QTH: 52.28 N | 8.70 O
am Nordhang des Wiehengebirges, am äußersten Rand von NRW und der "Bergwelt"

http://www.senderfotos-owl.de

Scanner100
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Scanner100 » Di 15. Jan 2019, 21:15

Chris_BLN hat geschrieben:
Di 15. Jan 2019, 13:51
Jetzt ist sie aktualisiert: http://antenne-ebersdorf.de/images/doc/ ... gramme.pdf

Demnach hat man Top40 (das war also offenbar seit Jahren stumm) durch NDR 1 MV ersetzt (macht man die Programmauswahl da mit nem Lottozahlengenerator?) und Sunshine Live rausgenommen. Versteh ich nicht.
Einwas verstehe ich bei dieser Beslegung aber nicht. Die Anlage ist bei Chemnitz. Da ist es doch eigentlich Pflicht die 97.5 Mhz mit ENERGY mit abzugreifen und einzuspeisen.
Wenn man nur eine gewisse Anzahl von UKW-Umsetzern hat kann man ja ein wenig umbelegen. Man könnte Bayern 5 raus nehmen und den QPSK-Umsetzer z.B. für den Deutschlandfunk nehmen. Der ist ja auch auf Astra drauf. Und den dadurch frei gewordenen UKW-Umsetzer hätte man für ENERGY frei und könnte das einspeisen.

H.-E. Tietz
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von H.-E. Tietz » Mi 16. Jan 2019, 06:36

Technisch beeindruckend, was man damals in Ebersdorf für den Empfang der Westsender errichtet hat.

Der Trend bei der Auswahl/Einspeisung der Rundfunksender heute ist hingegen wirklich gruselig; nach dem Motto, dass es gar nicht genug Dudelsender sein können.

Es ist mir aber durchaus klar, dass BBC-Hörer (meist Radio 6) wie ich das Problem in diesem Lande sind, nicht schlagerbesessene Rentner.

Immerhin ist jedoch noch DLF in dem betreffenden Kabelnetz (vgl. die Unitymedia-Politik, die in einem anderen Thread debattiert wird).

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