Ukraine, Russland & Co: Seid ihr besorgt?
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frank.koriander
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Re: Ukraine, Russland & Co: Seid ihr besorgt?
Ich glaube, selbst die größten Träumer im "Westen" würden Orban nicht mehr widersprechen. Noch vor kurzem hatten ja viele gehofft, dass entweder die Ukraine die von den Russen besetzten Gebiete wieder zurückerobern könnte oder dass wie damals in Afghanistan die Russen über Nacht beleidigt abrücken, da sie ihre Ziele nicht erreichen können.PAM hat geschrieben: ↑Mo 17. Nov 2025, 08:50 Berliner-Zeitung.de:
Viktor Orbán: Ukraine hat „keine Chance“, den Krieg zu gewinnen
Umgekehrt stehen wir aktuell noch am Punkt, wo Russland auf den Zusammenbruch der zahlenmäßig hoffnungslos unterlegenen ukrainischen Armee wartet, um dann schnell die "Spezialoperation" so zu beenden wie es eigentlich 2022 geplant war. Doch auch das ist zumindest kurzfristig utopisch, ich denke mal zwei, drei Jahre kann die Ukraine noch Widerstand leisten. Nicht alle jungen Männer flüchten, viele schließen sich auch freiwillig der Armee an.
Daher bin ich aktuell mit dem Kurs des "Westens" einverstanden, der Druck auf Russland mit wirksameren Sanktionen macht und auf Verhandlungen drängt (noch vor einem Jahr war das ein böses Schimpfwort aus der Wagenknecht/Schwarzer-Ecke), in der Hoffnung, dass Putin irgendwann doch zu mehr bereit ist als eine Verhandlung über Maximalforderungen.
Zuletzt geändert von frank.koriander am Mi 19. Nov 2025, 10:04, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Ukraine, Russland & Co: Seid ihr besorgt?
Es nimmt kein Ende:
Berliner-Zeitung.de: Von der Leyen will Ukraine mit neuen Schulden retten
Das wird uns das Genick brechen.
Berliner-Zeitung.de: Von der Leyen will Ukraine mit neuen Schulden retten
Das wird uns das Genick brechen.
Re: Ukraine, Russland & Co: Seid ihr besorgt?
Bollwerk Bärlin: Wachbataillon übt Straßen-/Häuserkampf
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zerobase now
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Re: Ukraine, Russland & Co: Seid ihr besorgt?
Zudem sieht der Plan eine Halbierung der ukrainischen Streitkräfte, das Ende westlicher Langstreckenwaffenlieferungen und ein Verbot der Stationierung ausländischer Truppen im Land vor.
Das ist ja sicherlich voll und ganz im Sinne des Kreml.

Das ist ja sicherlich voll und ganz im Sinne des Kreml.
Re: Ukraine, Russland & Co: Seid ihr besorgt?
Das kommt einer kompletten Kapitulation ohne jeglicher Sicherheitsgarantie gleich. Welche Art von Kompromis soll das gleich wieder sein?
Re: Ukraine, Russland & Co: Seid ihr besorgt?
Momentan jagt eine Schlagzeile die nächste:
Berliner-Zeitung.de:
28-Punkte-Plan: Selenskyj setzt auf Europa – und blockiert Treffen mit Trumps Unterhändler
Die russische Sprache als verpflichtende zweite Amtssprache einzuführen, das hielt selbst mein sibirischer Nachbar für nicht vermittelbar. Ja, die älteren Ukrainer können die Sprache. Wer nach der Begründung der Souveränität der Ukraine geboren ist, wird die russische Sprache je nach elterlicher Erziehung und eigenem Bildungsweg entweder gut bis perfekt beherrschen - oder aus Prinzip ablehnen. Die, die als Ukrainer gut bis perfekt russisch sprachen und schrieben, taten dies aus der Überzeugung, dass es ihnen beruflich und/oder privat nützt.
Beispiel: Ein Freund lebt mit einer Ukrainerin zusammen, ein anderer Freund mit einer Kasachin. Die beiden Frauen unterhielten sich, weil es es beide ganz gut können, in russischer Sprache. Die Ukrainerin meinte mal, es sei seit dem russischen Angriff das erste Mal, dass sie wieder russisch sprach. Leider sind bei ihr nur lausige Reste vom Schulenglisch erhalten geblieben und mit dem Erlernen der der deutschen Sprache tut sie sich schwer. Die Kasachin spricht einwandfrei deutsch, jedoch mit einem harten Akzent, den sie niemals ablegen wird. Mangels besserem Wissen wird sie i. d. R. schnell als Russin vorverurteilt. Neben der kasachischen Spache und einem guten Basis-Englisch sind Farsi und die türkische Sprache bei ihr berufsrelevant.
Die Ukraine faktisch so weit entmilitarisieren zu wollen, dass sie sich bei einem abermaligen Angriff überrennen lassen müsste, das halte ich ohne internationale Unterstützung für inakzeptabel. Dass es bei einer Block- und Bündnisfreiheit bliebe, könnte ein ukrainischer Gegenvorschlag sein. Dass der Zug für eine NATO-Mitgliedschaft ohne die Ukraine abgefahren ist, das ist inzwischen klar.
Persönlich wäre für ein schnelles Ende der Kampfhandlungen erstmal ein Einfrieren des Frontverlaufs (für den Anfang mit internationalen Beobachtern) leichter vermittelbar. Damit verbunden wäre der gegenseitige Verzicht auf militärische Handlungen auf jeweils anderem Hoheitsgebiet, das Unterlassen von Sabotage und allem, was in Richtung eines Bürger- oder Partisanenkrieges gehen könnte. Zudem müsste der Austausch von Kriegsgefangenen und verschleppten Zivilisten folgen.
Wahrscheinlich müsste die Ukraine auch darauf verzichten, all jene vor eigenen Gerichten zu verklagen und zu verurteilen, die sie gegenwärtig wegen Kriegsverbrechen festgenommen hat. Hier wäre der Internationale Gerichtshof die richtige Adresse, jedoch würden dort ergangene Urteile von Russland aus Prinzip nicht anerkannt. Umgekehrt wäre zu befürchten, dass "auserwählte inhaftierte Ukrainer" vor russischen Gerichten landen und erwartungsgemäß zu langen Haftstrafen verurteilt werden.
Berliner-Zeitung.de:
28-Punkte-Plan: Selenskyj setzt auf Europa – und blockiert Treffen mit Trumps Unterhändler
Die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Ukrainekriegs haben in dieser Woche einen auffälligen Bruch erlebt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sollte sich eigentlich am 19. November in Ankara mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff treffen, um über den neuen amerikanisch-russischen Friedensvorschlag zu sprechen.
Doch das Treffen fand nicht statt. Nach übereinstimmenden Berichten von Axios und ukrainischen Medien reiste Selenskyj zwar wie geplant in die Türkei – allerdings mit einer gänzlich anderen Agenda. [...]
Ukrainische Regierungsvertreter nennen den Berichten zufolge einen anderen Grund: Selenskyj habe gefordert, die Gespräche in einem breiteren Format zu führen, unter Einbindung europäischer Staaten. In Kiew heißt es, der Präsident sei „mit einem eigenen Plan“ nach Ankara gereist, ausgearbeitet gemeinsam mit europäischen Partnern. Dieser europäisch geprägte Ansatz unterscheidet sich deutlich von den Vorschlägen, die Washington und Moskau zuletzt hinter verschlossenen Türen erarbeitet haben sollen. [...]
Bei allem Willen zu ernsthafter Diplomatie, so halte ich diesen 28-Punkte-Plan aus ukrainischer Sicht ohne weitere Verhandlungen für inakzeptabel. Ja, es braucht Kompromisse und gegenseitige Zugeständnisse. Und abermals ja, die Verhandlungsposition der Ukraine war schonmal deutlich besser. Zu jenen Zeitpunkten waren aber keine Gesprächskanäle (mehr) offen, über die sie ihre stärker als gegenwärtig stehenden Verhandlungspositionen hätte nutzen können.zerobase now hat geschrieben: ↑Do 20. Nov 2025, 13:05Zudem sieht der Plan eine Halbierung der ukrainischen Streitkräfte, das Ende westlicher Langstreckenwaffenlieferungen und ein Verbot der Stationierung ausländischer Truppen im Land vor.
Das ist ja sicherlich voll und ganz im Sinne des Kreml.![]()
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Die russische Sprache als verpflichtende zweite Amtssprache einzuführen, das hielt selbst mein sibirischer Nachbar für nicht vermittelbar. Ja, die älteren Ukrainer können die Sprache. Wer nach der Begründung der Souveränität der Ukraine geboren ist, wird die russische Sprache je nach elterlicher Erziehung und eigenem Bildungsweg entweder gut bis perfekt beherrschen - oder aus Prinzip ablehnen. Die, die als Ukrainer gut bis perfekt russisch sprachen und schrieben, taten dies aus der Überzeugung, dass es ihnen beruflich und/oder privat nützt.
Beispiel: Ein Freund lebt mit einer Ukrainerin zusammen, ein anderer Freund mit einer Kasachin. Die beiden Frauen unterhielten sich, weil es es beide ganz gut können, in russischer Sprache. Die Ukrainerin meinte mal, es sei seit dem russischen Angriff das erste Mal, dass sie wieder russisch sprach. Leider sind bei ihr nur lausige Reste vom Schulenglisch erhalten geblieben und mit dem Erlernen der der deutschen Sprache tut sie sich schwer. Die Kasachin spricht einwandfrei deutsch, jedoch mit einem harten Akzent, den sie niemals ablegen wird. Mangels besserem Wissen wird sie i. d. R. schnell als Russin vorverurteilt. Neben der kasachischen Spache und einem guten Basis-Englisch sind Farsi und die türkische Sprache bei ihr berufsrelevant.
Die Ukraine faktisch so weit entmilitarisieren zu wollen, dass sie sich bei einem abermaligen Angriff überrennen lassen müsste, das halte ich ohne internationale Unterstützung für inakzeptabel. Dass es bei einer Block- und Bündnisfreiheit bliebe, könnte ein ukrainischer Gegenvorschlag sein. Dass der Zug für eine NATO-Mitgliedschaft ohne die Ukraine abgefahren ist, das ist inzwischen klar.
Persönlich wäre für ein schnelles Ende der Kampfhandlungen erstmal ein Einfrieren des Frontverlaufs (für den Anfang mit internationalen Beobachtern) leichter vermittelbar. Damit verbunden wäre der gegenseitige Verzicht auf militärische Handlungen auf jeweils anderem Hoheitsgebiet, das Unterlassen von Sabotage und allem, was in Richtung eines Bürger- oder Partisanenkrieges gehen könnte. Zudem müsste der Austausch von Kriegsgefangenen und verschleppten Zivilisten folgen.
Wahrscheinlich müsste die Ukraine auch darauf verzichten, all jene vor eigenen Gerichten zu verklagen und zu verurteilen, die sie gegenwärtig wegen Kriegsverbrechen festgenommen hat. Hier wäre der Internationale Gerichtshof die richtige Adresse, jedoch würden dort ergangene Urteile von Russland aus Prinzip nicht anerkannt. Umgekehrt wäre zu befürchten, dass "auserwählte inhaftierte Ukrainer" vor russischen Gerichten landen und erwartungsgemäß zu langen Haftstrafen verurteilt werden.
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frank.koriander
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Re: Ukraine, Russland & Co: Seid ihr besorgt?
Aktuell ist die Lage so: Russland erreicht seine Kriegsziele entweder langsam im Kampf oder würde sie schnell bei einem solchen "Friedensplan" erreichen. Die Europäer haben schon klargemacht, dass sie diesem Plan Trumps keinesfalls zustimmen werden.
https://www.tagesschau.de/ausland/europ ... u-100.html
Gut, sie sind es ja auch nicht, die täglich Raketen- und Drohnen-Hagel erleben müssen. Die täglich Nachrichten bekommen, dass Zivilisten und Soldaten an der Front ums Leben kommen.
Gibt es einen anderen Weg? Nein, den gibt es nicht! Viele wollten mich davon überzeugen, dass es ihn gibt. Aber es gibt ihn nicht. Dass Russland seine Ziele langsamer erreicht und dafür Tausende sterben, was einige als "Erfolg" sehen, akzeptiere ich nicht. Aber letztlich ändert sich doch auch nichts: Die Ukrainer alleine müssen über ihr Schicksal entscheiden. Wenn sie weiter kämpfen wollen, dann sollen sie kämpfen.
https://www.tagesschau.de/ausland/europ ... u-100.html
Gut, sie sind es ja auch nicht, die täglich Raketen- und Drohnen-Hagel erleben müssen. Die täglich Nachrichten bekommen, dass Zivilisten und Soldaten an der Front ums Leben kommen.
Gibt es einen anderen Weg? Nein, den gibt es nicht! Viele wollten mich davon überzeugen, dass es ihn gibt. Aber es gibt ihn nicht. Dass Russland seine Ziele langsamer erreicht und dafür Tausende sterben, was einige als "Erfolg" sehen, akzeptiere ich nicht. Aber letztlich ändert sich doch auch nichts: Die Ukrainer alleine müssen über ihr Schicksal entscheiden. Wenn sie weiter kämpfen wollen, dann sollen sie kämpfen.
Re: Ukraine, Russland & Co: Seid ihr besorgt?
Glaubst du ernsthaft, dass Russland mit diesem "Friedensplan" nach 1-2 Jahren Erholung und ungestörter Wiederaufrüstung der Armee die abgerüstete Ukraine nicht völlig überrollen wird? Wenn die Ukraine da nicht zustimmt, dann ist das aus reinem Überlebenswillen.frank.koriander hat geschrieben: ↑Do 20. Nov 2025, 16:06 Aktuell ist die Lage so: Russland erreicht seine Kriegsziele entweder langsam im Kampf oder würde sie schnell bei einem solchen "Friedensplan" erreichen. Die Europäer haben schon klargemacht, dass sie diesem Plan Trumps keinesfalls zustimmen werden.
https://www.tagesschau.de/ausland/europ ... u-100.html
Gut, sie sind es ja auch nicht, die täglich Raketen- und Drohnen-Hagel erleben müssen. Die täglich Nachrichten bekommen, dass Zivilisten und Soldaten an der Front ums Leben kommen.
Gibt es einen anderen Weg? Nein, den gibt es nicht! Viele wollten mich davon überzeugen, dass es ihn gibt. Aber es gibt ihn nicht. Dass Russland seine Ziele langsamer erreicht und dafür Tausende sterben, was einige als "Erfolg" sehen, akzeptiere ich nicht. Aber letztlich ändert sich doch auch nichts: Die Ukrainer alleine müssen über ihr Schicksal entscheiden. Wenn sie weiter kämpfen wollen, dann sollen sie kämpfen.
Re: Ukraine, Russland & Co: Seid ihr besorgt?
Krieg ist sicher sehr sehr schlimm, das ist richtig, aber eine Besatzung durch russische Soldaten ist auch kein Zuckerschlecken. Letztendlich eine sehr verfahrene Situation und schlimm genug, wenn Leute wie Putin am Ende dann auch noch ungeschoren davon kommen.