Radio Moskau 1982 (deutschsprachigerr Auslandsdienst)

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UK-DX
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Re: Radio Moskau 1982 (deutschsprachigerr Auslandsdienst)

Beitrag von UK-DX »

the jazzman hat geschrieben: Do 2. Okt 2025, 10:31

Wir hatten mal in der 9. (oder 10. ?) Klasse ein Treffen mit sowjetischen Soldaten in der Schule. Jede Gruppe saß für sich, sprachlicher Austausch war im Prinzip (für fast alle) unmöglich und so richtig gab es auch keine Themen.

Ich dachte immer es war unerwuenscht dass sowietische Soldaten Kontakt zur DDR Bevoelkerung suchten?

Wie war das Verhalten der sowietischen Soldaten generell? Waren die nur angetrunken und wollten Frauen vergewaltigen? War generell Ausgang aus den Kasernen erlaubt?

Sahen sowietische Soldaten an der DDR eine Art Nazi-Deutschland? Gehoert hatte ich dies einmal.
the jazzman
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Re: Radio Moskau 1982 (deutschsprachigerr Auslandsdienst)

Beitrag von the jazzman »

RADIO354 hat geschrieben: Do 2. Okt 2025, 10:39 Ja,
So wie @ the jazzman
es beschrieben hat. Ist für mich stimmig.
Ich habe inzwischen noch etwas ergänzt.

Es gab für den Russischunterricht auch TV-Sendungen, die haben wir in der Schule nie genutzt.

Dagegen die Englischsendungen immer, welche es aber nur für die Klassen 7 und 8 gab. Bei YT wird man teilweise fündig (English for you). - Ich selbst schaute im SFB3 immer noch Follow me, eine Produktion der BBC.

Im Hörfunk ging es dann auf Radio DDR 2 für die Klassen 9. und 10. weiter. Gelegentlich holte unser Lehrer Tonbänder mit diesen Sendungen aus der Kreisbild- und Tonstelle mit. "Live" haben wir das im Unterricht nie genutzt, offiziell gab es keine Radios in der Schule. Fernseher waren nur begrenzt vorhanden, also musste die Raumplanung angepasst sein. An Aufzeichnungsgeräte (Videorekorder) war damals nicht zu denken (POS 1976-1986, EOS 1986-1988).

Deswegen hatten wir Englisch in Klasse 7 und 8 u.a. immer Montag 13:00 und Dienstag 07:00 oder 07:55 (da bin ich mir nicht mehr sicher).

Beim Studium gab es noch je zwei Semester Russisch (bei mir Wendezeit) und dann (inzwischen BRD) Englisch. - Leider war das Niveau des Englischunterrichts bei mir deutlich unter dem des beschriebenen Russischunterrichts. Anfangs las ich noch Zeitung, später habe ich mir die Nachtschichtvorlesung (07:15) geklemmt und bin 11:15 in die Mensa. Nur wenn es Benotungen gab, bin ich dorthin. Er revanchierte sich dann damit, dass er mir nie eine '1' gab. - Während des Studiums absolvierte ich einen Intensivlehrgang in England, da wurde ich in eine Gruppe mit (deutschen) Englischlehrern gesteckt. :bruell:

Im Bereich der Kasernen der Sowjetarme gab es auch TV mit dem 1. Programm aus Ostankino. In den 90ern bis in die 2000er hatten meine Eltern beim unfähigsten Kabelnetzanbieter ever (TeleCable, von PrimaCom geschluckt) Ostankino 1 total verrauscht auf Kanal 4x oder 5x. Da waren die Kasernen bereits aufgelöst und die Truppen abgezogen (Dessau war die nächstgelegene; Jüterbog hatte einen Militärflugplatz, von dort aus spielte man in der ganzen Region donnerstags immer selbst für Schwerhörige bis etwa 23:00 Krieg). Die wussten selbst nicht, woher das Signal kam... :bruell: - Vorher habe ich bei Gemeinschaftsantenne kein russisches TV-Programm gefunden. Und ich habe oft einen Suchlauf gemacht.

Kann aber auch sein, die Geräte konnten das auch nicht. Ich selbst kaufte 1991 extra für MTV Europe auf S21 ein Schnäppchen von RFT...

Wer russische Hörfunksendungen verstanden haben dürfte, waren diejenigen, welche den erweiterten Russischunterricht hatten. Statt in der 5. Klasse begann dieser bereits in der 3. ("R-Klasse").

https://de.wikipedia.org/wiki/Schule_mi ... unterricht

Für mich war das auch vorgesehen, und man hätte bestimmt dort einen Streber gemacht. Ich habe mich aber in der Schule gelangweilt, was sich dann in Betragen mit der Note 3 bis 4 manifestierte. Damit war das Thema abgeheftet.
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Re: Radio Moskau 1982 (deutschsprachigerr Auslandsdienst)

Beitrag von the jazzman »

Ach ja: es gab Studiengänge (nur?) In Moskau. Könnte regional auch anderswo möglich gewesen sein.

Mitbewohner im Wohnheim fing zur Wende ein Studium Außenhandel in Moskau an. Er hat dann im vereinigten Deutschland einen Abschluss in BWL gemacht.

Sprachliche Vorbereitung erfolgte an einer ABF.

https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeiter- ... ult%C3%A4t

Ich habe mit einem ABF-Absolventen Ingenieurwesen studiert, welcher dort als Crashkurs sein Abi machte. Ich war regelrecht fertig, was er in Mathe drauf hatte. Dagegen war mein "normales" Abitur Kindergarten.

Der Mitbewohner konnte auch Jahre später noch perfekt Russisch. Wir hatten einen kasachischen Mitbewohner, der ließ in den Waschbecken sein Geschirr mit Essenresten schimmeln. Er konnte ihm in fließendem Russisch eine zehnminütige Standpauke halten. Ich war baff.

Ich meine, mir hat mindestens eine weitere Person von einem Studium in der UdSSR erzählt. Ich glaube Industrieofenbau war auch dabei....
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Re: Radio Moskau 1982 (deutschsprachigerr Auslandsdienst)

Beitrag von the jazzman »

UK-DX hat geschrieben: Do 2. Okt 2025, 11:40 Ich dachte immer es war unerwuenscht dass sowietische Soldaten Kontakt zur DDR Bevoelkerung suchten?

Wie war das Verhalten der sowietischen Soldaten generell? Waren die nur angetrunken und wollten Frauen vergewaltigen? War generell Ausgang aus den Kasernen erlaubt?

Sahen sowietische Soldaten an der DDR eine Art Nazi-Deutschland? Gehoert hatte ich dies einmal.
Ob Kontakte explizit unerwünscht waren, weiß ich nicht. Es gab ganz klar zwei Gruppen beim Militärpersonal: Soldaten (absolut "arme Schweine") und Offiziere (hatten ein gutes Leben).

Bei dem beschriebenen Treffen waren auch "niedrige Chargen" dabei, das war aber sicherlich auch PR. Das Ansehen der Besatzer war nicht besonders hoch, da musste man wohl zu solchen Maßnahmen übergehen. - Randnotiz: Wer damals sehr, sehr abschätzig von ihnen sprach, läuft heute oft mit einer Russlandfahne herum...

Die Soldaten kamen sonst kaum oder gar nicht aus der Kaserne. Umgekehrt durften die Kasernen auch kaum betreten werden. - In Dessau sah ich mal zwischen Hauptbahnhof und Bauhaus (nicht der Baumarkt) einen großen Tisch, auf dem typisch sowjetische Produkte verkauft wurden. Die Verkaufsstellen waren für DDR-Bürger sonst tabu (Kasernengelände).

Bei Vorfällen wie diesem gab es drakonische Maßnahmen, angefangen mit schwerer Misshandlung. https://www.mdr.de/geschichte/ddr/wirts ... n-100.html

Sie wurden dann umgekehrt abgezogen und wohl schwerer bestraft, als es bei der hiesigen Justiz passiert wäre.

Ich lebte aber nie in einer "Garnisionsstadt", sodass ich keinen Kontakt mit Militärpersonal hatte.

Meine Kontakte beschränkten sich auf eine Kollegin meiner Mutter, die regelmäßig bei uns war oder umgekehrt. Ich verstand mich gut mit ihrem (in der DDR geborenen) Sohn und habe noch die leckeren Süßwaren in Erinnerung, die immer aus ihrer Heimat mitgebracht wurden.

Wie die Sichtweise auf die DDR war, kann ich nicht sagen. Vermutlich mal so, mal so. Während eines Aufenthaltes in Leningrad (St. Petersburg) und Moskau 1984 liefen mehrere Kriegsfilme, in denen heldenhafte Sowjetsoldaten im 2. Weltkrieg deutsche Soldaten besiegten. Das gab es aber auch im DDR-Fernsehen. - Also bestimmt nicht nur positiv...
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Re: Radio Moskau 1982 (deutschsprachigerr Auslandsdienst)

Beitrag von RADIO354 »

@ the jazzman,
Vielen Dank für die Ergänzung und die weiteren Ausführungen.
Vieles ist mir so auch in Erinnerung geblieben. Der Russisch Unterricht ab Klasse 5 war in meiner Schule auch ohne das Angebot im Fernsehen.
Mal wurde ein Tonbandgerät im Unterricht verwendet um Darauf Aufnahmen vom Vorlesen zu machen und diese wieder anzuhören und zu besprechen.
Ansonsten Lehrbuch, Tafel und Kreide sowie die Schreibhefte Jedes Einzelnen.

Manchmal kampierten Russische Soldaten während Militärischen Übungen im Dorf.
Da gingen wir als Kinder gerne hin. Wurden nie böse empfangen oder weggeschickt. Manchmal gab es auch was von dem vorhandenen Essen. Meistens Grauensuppe ( oder so ähnlich ) mit einem Stück Brot aus einer Blechschüssel.
Wir konnten uns völlig frei zwischen den einzelnen Fahrzeugen bewegen.
Während den Einfachen Soldaten Privater Ausgang weitgehend versagt blieb waren Offiziere nebst Ehefrau in der besseren Situation, in Ausgang gehen zu können.

Englisch habe ich ab der 7. Klasse auch gehabt. War Freiwillig. Das Fernsehangebot " English for You " wurde sehr oft beigezogen. Bin im Nachhinein froh darüber. Während meine Russisch Kenntnisse fast vollständig in Vergessenheit geraten sind brauche ich das Englische doch noch.
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Re: Radio Moskau 1982 (deutschsprachigerr Auslandsdienst)

Beitrag von Kunos-Radiothek »

Hallo in die Runde,
der einfache russische Soldat war, wie bereits geschrieben, eine arme Sau. Mein Vater war Handwerker in einem grossen Türenwerk, diese Türen finde ich noch heute in so manchem Haus der alten Bundesländer (wir hatten als Schüler in dem Werk produktiven Unterricht, ich weiß wie Dinger innen aussehen), Ausschusstüren wurden an die "Russen" abgegeben als Zielscheibenträger. Zur Kompensation kamen dann Soldaten ins Werk zum arbeiten. Sobald die Offiziere weg waren haben die deutschen Arbeiten dafür gesorgt das die Soldaten in die Kantine kamen um erstmal richtig was zu essen zu bekommen. Als Eisenbahner habe ich oft genug gesehen wie "die Freunde" Kohlewagen ausgeladen haben. Ohne Schippe mit den blossen Händen wurden die Kohlen aus den offenen Güterwagen auf die LKWs umgeladen. Einer arbeitet zehn Mann kucken zu. Einmal haben sie in der Stadt mit ihrem schweren LKW eine Mauer umgefahren, die mussten sie hinterher mit blossen Händen wieder aufbauen. Wenn wir im Zug Offiziere oder Zivilisten (meist Frauen) ohne Tickets hatten, reichte das Wort "Kommendantura" und die haben alles gemacht was du wolltest. Wenn sie abgefüllt waren, "sto gram" Wodka aus dem Wasserglas, blieb uns nichts anderes übrig, sobald wir die Trapo angerufen haben kam stattdessen der russische KD. Als erstes flogen die Schulterstücke runter und dann vier Mann vier Ecken auf den LKW. Als Schüler war ich einmal in einer Kaserne hier bei uns im Wald mit der Klasse zum Freundschaftsbesuch. Wenn die einfachen Soldaten "Ausgang" hatten, dann gingen sie nur in Gruppen mit einem Offizier spazieren. Mehr passierte dort nicht. Wir hatten hier bei uns allerdings auch nur ein Lazarett, eine Radarstation (sah man immer schön auf dem Fernsehbildschirm) und eben mitten im Wald ein Munitionslager. Einen Fernsehsender mit RussenTV hatten wir hier nicht, dazu war die Garnision wohl zu klein. Ins "Magazin" kam man nicht rein, aber wie einer oben schrieb, standen die Matkas ab und an in der Fussgängerzone und haben vorwiegend Fischkonserven und Süssigkeiten verkauft. Gerechnet wurde mit auf Stangen aufgefädelten bunten Kugeln. Das ging richtig flott. Am Zeitungskiosk gab es einige wenige russischsprachige Zeitungen (Pravda, Iswestia, Sputnik). Ich weiß jetzt nicht mehr ob das hier bei uns in der Kreisstadt auch war oder ob ich das nur aus den Bezirksstädten erinnere, als Eisenbahner kam ich ja weit rum. In den Konsum und HO-Läden (die Ost-Aldis, Lidls oder Rewes) gab es ab und an mal russische Produkte. Meist Konserven und ab und an auch mal Sekt (Krimskoye) oder Wodka (Schilkin, Lunikow), aber nicht ständig. Der DDR-Bürger musste sich mit einheimischen Spirituosen besaufen. In den 80igern gab es mal eine "blaue Welle", alle Spirituosen hatten blaue Etiketten. Echter Nordhöuser Doppelkorn war schon was ganz besonderes. Ergo Kontakte zwischen DDR-Bürgern und Soldaten gab es so gut wie nicht, eben nur wen diese in den Fabriken, im Seehafen oder bei der LPG geholfen haben. Ab und an haste mal mitbekommen das einer ausgekniffen ist. Meine Heimatstadt war an einem Heiligabend mal abgeriegelt weil aus der Muna einer abgehauen ist, der stand dann bei dem in der Nähe befindlichen Stellwerk mit seiner AK47 (Automat Kalschnikow - liegt der Russe tot im Loch Kalschnikow schiesst immer noch) vor der diensthabenden Kollegin. Er hat ihr nichts getan und ist geflüchtet, was sie mit dem gemacht haben als sie ihn erwischt haben.............. ich habe so Ideen, aber nichts genaues weiss man.

Russisch in der Schule hatte ich ab Klasse 5, konnten wir uns nicht aussuchen und ich staune heute noch was ich verstehen kann wenn sich einer auf russich unterhält. Kyrillisch lesen geht immer noch. Als zweite Fremdsprache bekam ich dann leider französisch ab Klasse 7, in der zehnten zum Abschluss bekamen wir alle eine 4 und gut wars. Unser Sportlehrer war auch Englischlehrer (und vom Studium her auch russsich). Wenn der bei uns russisch vertreten sollte hat er mit den "Franzosen" immer englisch gemacht. So kann ich heute ein wenig englisch für den Hausgebrauch, bei französisch hat es dafür gereicht in Paris ans Ziel zu kommen und halbwegs zu wissen was ich auf meinem Teller hatte.

Ich kenne niemanden der aktiv russisches Radio gehört hat. Im Fernsehen gab es Donnerstagsabends und Sonntagnachmittags auf DDR 2 Filme für "Freunde der russischen Sprache", die waren manchmal gar nicht schlecht, aber eben in russsich mit deutschen Untertiteln meine ich mich zu erinnern. Ich habe wenn, die Relays des deutschen Dienstes von Radio Moskau über die Langewelle gehört. Klub der Funkwanderungen durch die UDSSR war interessant, die Mitgliedsurkunde hatte ich letztens gerade in der Hand.
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Re: Radio Moskau 1982 (deutschsprachigerr Auslandsdienst)

Beitrag von DLR-Fan Sachsen-Anhalt »

Hier in Halle/Saale war das Russenmagazin außerhalb der Kaserne. Konnten auch gewöhnliche DDR-Bürger reingehen und einkaufen. Sicherlich war das nicht offiziell, aber es wurde geduldet. Manchmal hatten die Radeberger Bier, was ich dort gern mitgenommen habe. Bei mir im Stadtteil haben die Russen auch vom LKW ca. 1Mal im Monat, vom Militär-LKW herunter, Produkte aus dem Russenmagazin verkauft. Eine Matka war da in Zivil mit dabei und rechnete in Sekundenschnelle alles mit Perlenschieber zusammen. Es gab Bündelangebote, zum Radeberger musste man meistens ne Fischbüchse mit kyrillischer Schrift dazu kaufen. So schlecht hat der Fisch aber nicht geschmeckt, vergiftet war er nicht, ich lebe ja noch ;) . Offiziell war da nichts an solchen Verkäufen auf der Straße, aber so hatten die Russen ein paar Ostmark extra, die VP hatte wohl extra weg geschaut. Grauzone sozusagen... Das waren meine ganzen Begegnungen im Zivilleben der DDR mit unseren Besatzern ;) In meiner Schulzeit hatten wir keine Kontakte. Während meines Grundwehrdienstes der NVA standen wir mal zusammen mit Sowjetsoldaten am Ehrenmahl, in Oschatz, wo ich gedient hatte. Dort am Bahnhof in Oschatz waren russische Soldaten und luden die Kohlenwaggons für ihre Kaserne mit der bloßen Hand ab, das ist keine Legende, hatte ich mehrfach beobachtet. Radio Moskau auf MW hatte ich in deutsch wenig gehört, gezielt erst als in Armenien das schwere Erdbeben war und später gelegentlich als Gorbatschow an der Regierung war, weil die Nachrichten dann etwas von der DDR Propaganda abwichen. Meine Russischkenntnisse sind verkümmert, kyrillisch lesen kann ich aber noch.
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Re: Radio Moskau 1982 (deutschsprachigerr Auslandsdienst)

Beitrag von pomnitz26 »

Halten wir fest, mit russischen Soldaten in der DDR gab es keine Probleme in der deutschen Bevölkerung. Vielleicht gab es irgendwo Ausnahmen, uns wurde immer die Freundschaft gepredigt. Der Ostdeutsche hatte damals auch ganz anders aufeinander aufgepasst, die Älteren schauten den ganzen Tag zum Fenster raus und beobachteten immer. Eventuell schreckte das auch ab. Auf der russischen Seite wollte niemand stehen, es war bekannt das man dort kein Leben hatte.
Cha
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Re: Radio Moskau 1982 (deutschsprachigerr Auslandsdienst)

Beitrag von Cha »

UK-DX hat geschrieben: Do 2. Okt 2025, 09:05 Ich koennte mir vorstellen dass die 873 von AFN oder die 1440 von RTL recht problemlos in der ganzen DDR empfangbar war. Eventuell auch 1422 aus dem Saarland.
Ich kenne nur die letzten Jahre der deutschen MW-Sender, also bis 2015. Ich weiß nicht, ob man damals mit mehr Sendeleistung gesendet hat, aber hier im "Tal der Ahnungslosen" gingen 1422 und 1440 nicht tagsüber. DLF war tagsüber nur auf LW empfangbar, auf MW gar nicht. Und AFN hatte doch eh keine Hochleistungssender (oder damals doch?).
Empfänger: TEF6686 silber, Deepelec DP-666, Dual MCR 200, Technisat DigitRadio 4, Si4684 DAB+ Radio, Tecsun PL-380, RTL2832U-SDR-Stick, Toyota Touch & Go 2
Antennen: Axing Teleskop-Dipol, Tecsun AN-100
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Re: Radio Moskau 1982 (deutschsprachigerr Auslandsdienst)

Beitrag von UK-DX »

Cha hat geschrieben: Fr 3. Okt 2025, 13:48
UK-DX hat geschrieben: Do 2. Okt 2025, 09:05 Ich koennte mir vorstellen dass die 873 von AFN oder die 1440 von RTL recht problemlos in der ganzen DDR empfangbar war. Eventuell auch 1422 aus dem Saarland.
Ich kenne nur die letzten Jahre der deutschen MW-Sender, also bis 2015. Ich weiß nicht, ob man damals mit mehr Sendeleistung gesendet hat, aber hier im "Tal der Ahnungslosen" gingen 1422 und 1440 nicht tagsüber. DLF war tagsüber nur auf LW empfangbar, auf MW gar nicht. Und AFN hatte doch eh keine Hochleistungssender (oder damals doch?).
873 von AFN war nach Einbruch der Dunkelheit im Suedosten von England problemlos empfangbar. 1440 von RTL ging meist noch besser.
In der DDR wird der Empfang wahrscheinlich aehnlich gewesen sein.

Das Programm von AFN sowie RTL wurde sogar in div. Britischen Zeitungen abgedruckt, neben der BBC.

Ich meine in Erinnerung zu haben, die 1440 sendete mit 2000 kW, die 873 mit mindestens 150 kW.
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Re: Radio Moskau 1982 (deutschsprachigerr Auslandsdienst)

Beitrag von Radio Fan »

UK-DX hat geschrieben: Fr 3. Okt 2025, 13:59
UK-DX hat geschrieben: Do 2. Okt 2025, 09:05 Ich koennte mir vorstellen dass die 873 von AFN oder die 1440 von RTL recht problemlos in der ganzen DDR empfangbar war. Eventuell auch 1422 aus dem Saarland.
873 von AFN war nach Einbruch der Dunkelheit im Suedosten von England problemlos empfangbar. 1440 von RTL ging meist noch besser.
In der DDR wird der Empfang wahrscheinlich aehnlich gewesen sein.

Das Programm von AFN sowie RTL wurde sogar in div. Britischen Zeitungen abgedruckt, neben der BBC.

Ich meine in Erinnerung zu haben, die 1440 sendete mit 2000 kW, die 873 mit mindestens 150 kW.
Die höchste Sendeleistung von RTL 1440 war nur max. 1200 kW und war somit definitiv besser zu empfangen als der AFN. Denn auf der 873 gab auch es oft Überlagerungen von anderen Sendern.
Aber das hat doch jetzt nichts mehr mit dem Thema dieses Threads zu tun…

QTH: Rostock Mitte
RX:Technisat DIGITRADIO 143, Grundig Satellit 700, Dual MCR 4
TEF 6686, Panasonic RF-D10, Technisat DigiPal DAB, QODOSEN SR-286
Mobil:Honda Civic-Werkslösung optimiert mit ATBB-DAB Dachantenne
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Re: Radio Moskau 1982 (deutschsprachigerr Auslandsdienst)

Beitrag von the jazzman »

Den Perlenschieber kennt man als Abakus. Der Ursprung liegt im Orient, in Osteuropa war er auch sehr verbreitet.

Ich kaufte 1984 im Moskauer Kaufhaus Gum einen einfachen aus Blech für 84 Kopeken. Grüner Rahmen, schwarze Stäbe, silberne und schwarze Linsen.

Recht schlicht, aber auch sehr handlich. Größere, aus Plastik sind da farbenfroher und auffälliger.

Im Unterricht (2010er Jahre) staunten meine Schüler und Teilnehmer immer darüber, wie auch über meine Rechenschieber ("Lügenholz"). Kennt man heute kaum noch.

Mit etwas Übung gut zu handhaben. Und unabhängig von Batterien/Akkus und Sonnenschein. Wissenschaftliche, programmierbare Taschenrechner sind vom Funktionsumfang toll, aber selbst bei Nichtgebrauch die Batterien/Akkus schnell leer.
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Re: Radio Moskau 1982 (deutschsprachigerr Auslandsdienst)

Beitrag von UK-DX »

Kunos-Radiothek hat geschrieben: Do 2. Okt 2025, 18:46
Ich kenne niemanden der aktiv russisches Radio gehört hat. Im Fernsehen gab es Donnerstagsabends und Sonntagnachmittags auf DDR 2 Filme für "Freunde der russischen Sprache", die waren manchmal gar nicht schlecht, aber eben in russsich mit deutschen Untertiteln meine ich mich zu erinnern. Ich habe wenn, die Relays des deutschen Dienstes von Radio Moskau über die Langewelle gehört. Klub der Funkwanderungen durch die UDSSR war interessant, die Mitgliedsurkunde hatte ich letztens gerade in der Hand.
Wurde in der DDR mehrheitlich MW und LW an Stelle von UKW eingeschalten?
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Re: Radio Moskau 1982 (deutschsprachigerr Auslandsdienst)

Beitrag von DLR-Fan Sachsen-Anhalt »

Der DLF war hier auf MW von Gremmlingen tagsüber Ortsender und diente bis zur Wende als Informationsquelle. Alte Leute haben bis zum Ende der DDR MW gehört und selten vom DLF weggeschaltet. NDR, HR und RB, SFB und AFN Frankfurt waren hier am Tage auch gut auf MW hörbar, Störnebel wie heute gab's nicht, alle DDR- Radios hatten guten MW Empfang. Luxemburg, SR1 gingen meist nur in Dunkelstunden auf MW. Wenn Luxemburg am Tage dann natürlich 6090, fast alle Kofferradios hatten mindestens 49m mit dran, meist sogar mit Ferritantenne eingebaut, womit man den BR bei uns ziemlich ausnullen konnte.
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Re: Radio Moskau 1982 (deutschsprachigerr Auslandsdienst)

Beitrag von DLR-Fan Sachsen-Anhalt »

Es wurde immer versucht Westradio zu hören, vorrangig auf UKW, wenn das nicht ging natürlich über AM. Die DW Nachrichten fand ich persönlich mit am Ineressantesten, 6075 kam ungestört tagsüber mit einfachen Radios, nachts nur im 75m gut, was nur wenige Kofferradios in der DDR hatten. Radio Moskau hat in der DDR aktiv kaum Jemand eingeschaltet. Sender Kaliningrad und Wiederau waren nachts hier Ortssender. Wachenbrunn strahlte nicht in unsere Richtung, war für den Westen gedacht.
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