Mittelwelle in den 70er Jahren

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iro
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Re: Mittelwelle in den 70er Jahren

Beitrag von iro »

Interessantes zu den RIAS Störsendern: https://www.radiomuseum.org/forum/rias_ ... ender.html
PAM
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Mittelwelle in den 70er Jahren

Beitrag von PAM »

Frankfurt hat geschrieben: Mo 1. Feb 2021, 13:19 War der schwache UKW-Empfang der Vorgabe "Möglichst kein Westempfang auf UKW" oder der Mangelwirtschaft an guten Transistoren geschuldet ? Die neuen Popwellen waren wahrlich treibende Kräfte für UKW Radios
Ganz und gar nicht - aber zunächst erstmal prinzipbedingt. Für gewöhnlich brauchten die mich bis in meine Kindheit in den 1980er Jahren begleitenden Röhrenradios starke Signale, um einen guten Ukw-Empfang zu erzielen. Damit beschränkte sich der Empfang in der Regel auf die Ortssender. Die späten 1960er und bis in die frühen 1980er Jahre üblichen Germaniumtransistoren krankten an starkem Eigenrauschen, trieben aber die Transistorisierung der Empfangsgeräte weiter voran. Sie waren aber in beiden Teilen Deutschlands Stand der damaligen Technik. Dennoch gab es bei vielen Herstellern auch in der DDR das Streben nach der Entwicklung empfangsstarker Tuner. Es gab zwar einige Produzenten von Rundfunkgeräten in der DDR, sie konnten aber auch nur auf die zur Verfügung stehenden Baugruppen und Bauelemente zurückgreifen. Und doch gab es bereits mit den späten 1970ern bzw. allerspätestens in den 1980ern empfangsstarke sowie trennscharfe Empfänger, die wo es irgendwie machbar war, auch Westradio heran holten. Das setzte das u. U. einen hohen Antennenaufwand voraus, jedoch war der damalige Zuhörer je nach Wohnlage auch mehr oder weniger leidensfähig, kam somit zeitweise auch mit monophonem oder angerauschtem Empfang aus.
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Wolfgang R
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Re: Mittelwelle in den 70er Jahren

Beitrag von Wolfgang R »

Radio Fan hat geschrieben: Do 31. Dez 2020, 13:25 Ich habe das mit den DDR-Kofferradios so in Erinnerung, das sie meistens neben MW und LW auf KW das 49-und 41m Band empfangen konnten.
Nicht nur DDR-Kofferradios. Im elterlichen West-Haushalt lief vor der Anschaffung einer braun-Anlage so ein Gerät, wobei ausschließlich die MW und 49m KW-Bereiche genutzt wurden. SDR, SWF, Europawelle Saar, Radio Luxemburg. War von Nordmende. Vielleicht sogar in der DDR zugekauft?

Die Mitte der 70er angeschaffte braun-Stereoanlage wurde dann an die Gemeinschaftsantenne mit LMKU-Antenne an der Mastspitze angeschlossen. Da war dann, schon allein des HiFi-Anspruches wegen, der UKW Empfang mehr gefragt, vornehmlich SDR1 94,7 und SWF1 93,5 - teilweise auch SWF3 98,4 und später AFN auf 102,3 (oder deren Vorläuferfrequenz)

Aber auch Beromünster 531 auf MW wurde nach wie vor gerne gehört.

Gegen das von PAM angesprochene Stereo-Zischeln gibt es eine "stereo fern"-Taste an der braun-Anlage, die mir heute noch sehr gute Dienste leistet, weshalb der Rückfall auf Mono nicht wirklich gebraucht wurde.

Wolfgang
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_Yoshi_
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Re: Mittelwelle in den 70er Jahren

Beitrag von _Yoshi_ »

Welchen Sinn hatte es gehabt das man bei einigen älteren FM Tuner die Keramikfilter eingespart hat und stattdessen Drahtbrücken eingelötet hatte.
Die Lötplätze waren auf der Platine richtig vorhanden und auch der Platinendruck war an der stelle richtig ausgewiesen.
Mir selber ist so ein Tuner zugelaufen, wo ich die Filter nachgerüstet habe. (2x 150KHz)
Den Unterschied hat man deutlich gemerkt.
RX QTH: Leer Ostfriesland - JO33RF
Degen DE-1103, Microspot RA-319
SDR AirSpy One mit SDR#
My Snip †01.09.2018 11.21Uhr
Jens1978
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Re: Mittelwelle in den 70er Jahren

Beitrag von Jens1978 »

DLR-Fan Sachsen-Anhalt hat geschrieben: Do 31. Dez 2020, 11:41 Eins muss man den DDR Radios in den 70igern lassen, sie hatten fast alle sehr gute Ferritantennen eingebaut, selbst oft auch für 49m. Damit konnte man den Pfeifton bei RTL 6090 vom BR besser wegbekommen, war hier ja großer Winkelunterschied. Mit Teleskopantenne ging das natürlich nicht.
Das heißt, in dem Radio war eine Ferritantenne für das 49m-Band eingebaut? Sehr interessant, habe ich noch nie gesehen. :spos: Gibt es davon auch Bilder? Würde mich tatsächlich mal interessieren, denn besonders groß war die Antenne bestimmt nicht.
QTH: Bremer Umland
mittendrin
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Re: Mittelwelle in den 70er Jahren

Beitrag von mittendrin »

Jens1978 hat geschrieben: Do 11. Feb 2021, 17:10 Gibt es davon auch Bilder?
Mein Jugendweihe-Radio 1964! :xcool: Holzgehäuse, Weiße Kunstlederbespannung, Diodenbuchse für Aufnahme und Wiedergabe.
Meistgehörte Sender: Luxemburg (49m, 208m), Europawelle, DLF, Soldatensender, Rias KW, AFN Berlin, Frankfurt
https://www.radiomuseum.org/r/stern_ber ... _r111.html
https://www.radiomuseum.org/images/radi ... 887003.jpg
mittendrin ist hier: QTH 11e59 / 51n23 (südlich von Halle/Saale)
DAB+: PEAQ PDR-050B (Teleskopantenne)
Radio Fan
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Re: Mittelwelle in den 70er Jahren

Beitrag von Radio Fan »

Jens1978 hat geschrieben: Do 11. Feb 2021, 17:10 Das heißt, in dem Radio war eine Ferritantenne für das 49m-Band eingebaut? Sehr interessant, habe ich noch nie gesehen. :spos: Gibt es davon auch Bilder? Würde mich tatsächlich mal interessieren, denn besonders groß war die Antenne bestimmt nicht.
Ich hatte auch einen Stern 111 zur Jugendweihe bekommen und war darauf stolz wie Bolle!
Es war so beschrieben. Die Ferritantenne war auch für den KW–Empfang des 49m–und des 41m Bandes konzipiert.
Ich hatte damals aber immer vermutet, daß der KW–Empfang mit Teleskopantenne
besser wäre und wenn ich irgendwie eine bekommen, hätte ich die selbst nachgerüstet. Denn das Gerät war für den Einbau vorbereitet.
Naja irgendwann hatte ich dann ein anderes besseres Radio... :dx:

QTH: Rostock Mitte
RX:Yamaha DAB TunerT-D500, Grundig Satellit 700, Peaq PDR050
Sony ICF 7600GR, Albrecht DR 333, Technisat DigiPal DAB+,Sangean DPR76
Mobil: Honda Civic-Werkslösung optimiert mit ATBB-Flex Dachantenne
Jens1978
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Re: Mittelwelle in den 70er Jahren

Beitrag von Jens1978 »

Besten Dank, mittendrin und Radio Fan! :spos: :cheers: Ferritantenne für KW ist irgendwie komplett an mir vorbeigegangen. Auf dem Foto, verlinkt von mittendrin, sieht man sie auf dem Ferritstab, sehr interessant :dx:
QTH: Bremer Umland
chapri
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Re: Mittelwelle in den 70er Jahren

Beitrag von chapri »

Unvergessen, wie ich Anfang der Siebziger Schule geschwänzt habe: Mit dem Transistor habe ich mich in die Freilichtbühne gesetzt und HR auf MW gehört!
Ganztagsprogramm auf laut.fm/joy
Triton
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Re: Mittelwelle in den 70er Jahren

Beitrag von Triton »

Ich habe noch bis Ende 2015 Radio auf Mittelwelle gehört. Bayern Plus auf 801 kHz war mein Lieblingssender. Leider verschwand mit Abschaltung dann der letzte Schlagersender im analogen Radio. Auch eine Mail an den Sender konnte die Abschaltung nicht verhindern.

Viele Grüße
Triton
Ochsenkopf
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Re: Mittelwelle in den 70er Jahren

Beitrag von Ochsenkopf »

Mein erstes Radio mit 7 Jahren war ein COSMOS. War ein nach damaligen Massstäben winziges MW-Taschenradio mit 2 NiCd-Akkus und Steckerladegerät. Die Teile gab es ca. 1975 im RFT-Geschäft in (damals) Karl-Marx-Stadt für 20.- Mark als Bastelware. Wurden direkt aus einer grossen Box abverkauft, man konnte sich ein gut erhaltenes Exemplar ohne Brüche aussuchen. Bei meinem war letztendlich der Drehko kapputt. Über Weihnachten reparierte den mein Vater, indem er ihn auseinandernahm und ihm neues Dielektrikum aus einer Cellephantüte geschnitten verpasste! Das Radio funktionierte danach viele Jahre störungsfrei, auch die Akkus hielten. Tagsüber die DDR-Sender und DLF, nachts ging natürlich noch viel mehr. Das Radio nahm ich fortan überall mit hin. Episode: Mir wurde genau gezeigt, wo der DLF kam, mit der Bemerkung, den Regler in der Schule nie dorthin zu drehen...
Ein paar Jahre später bekam ich von einer Tante ein TESLA Mambo geschenkt. Das war schon ein Fortschritt, LW-MW-UKW. Letztlich konnte man alles ausser der MW vergessen, aber dort habe ich dann jahrelang abends im Bett ganz Europa gehört. Radio Tirana ist mir noch in Erinnerung, selbst damals schon war ich fassungslos, was dort gesendet wurde. Zwischendurch hatte ich am elterlichen Stern ELITE und später REMA Andante Radio Luxemburg auf Kurzwelle entdeckt. Um 1980 herum war RTL per KW in der DDR noch extrem populär. Überall in Gartenanlagen hörte man damals das typische Pfeifen. Irgendwann in den Ferien bekam ich mit, dass RTL auch auf MW 1440kHz kam, nachts mit einem englischen Programm, was für mich völlig neuartig klang. Sowohl vom Klang selbst als auch von der Moderation. "The Great 208" haben mich dann die ganzen 80er hindurch nachts begleitet. Egal, wo man war, RTL nachts ging immer und überall, mit jedem Radio. Ich habe es auch jedesmal sofort am Klang identifiziert, da brauchte man nicht groß zu suchen. Parallel dazu wurde UKW langsam populär. 1982 kaufte ich mir vom Jugendweihegeld einen STERN Recorder R4100. Lieber hätte ich schon ein Stereo-Gerät gehabt, aber das stand unerreichbar im Intershop (Sharp GF-7500, 399.- DM). Das R4100 war dann technisch gesehen gar nicht mal so übel. Das Design war den damals aktuellen Japan-Geräten zwar Jahre hinterher (die DDR-Entwickler orientierten sich offenbar eher an Grundig usw. aus den 70ern). Das Empfangsteil selber war aber Spitze. Besonders auf UKW kamen Sender herein, die auf den Japan-Geräten von Freunden so einfach nicht kamen. Ich fragte mich damals schon, wieso es in der DDR so empfangsstarke Radios gab, wenn doch das Hören von anderen als DDR-Sendern von staatlicher Seite verpöhnt war. Auch MW und KW hörte ich bis Mitte der 80er noch viel, ich hatte sogar ein lange selbsterstelle Liste, wo auf der Dezimalskala welcher Sender genau zu hören war. RTL 208 war die große Konstante in dieser Zeit und ich lernte so auch ohne grosse Anstrengung Englisch. Selbst beim Wehrdienst ab 1986, wo Westsenderhören streng verboten war, habe ich ein "G1000"-MW-Taschenradio eingeschmuggelt. Das wurde in Tarnstoff eingenäht und fiel damit gar nicht auf. Über ein paar Drähte habe ich es an den Stecker der Panzerhaube angeschlossen und konnte draussen selbst direkt unter den Augen der Vorgesetzten unbemerkt Radio hören.
Ende der 80er hörte ich dann hauptsächlich nur noch UKW, da die Sender (hauptsächlich RIAS2, Bayern3, SFB2) jetzt auch spät abends attraktives Programm machten. MW war größtenteils Geschichte. Nach der Montage einer SAT-Schüssel bekam ich noch mit, dass das englische Programm von RTL nun auch über Astra zu hören war. Kurze Zeit später kam es nicht mehr über MW und dann gar nicht mehr. Die 90er empfand ich vom Radio her als ziemlich öde. Viel ging den Bach runter, und was kam, war nicht mehr toll. Die Abwicklung des RIAS war symptomatisch für diese Zeit. Durch den Fall des eisernen Vorhangs wurde vieles nicht mehr gebraucht bzw. als unnötig empfunden und eingestellt. Die Abschaltung der letzten deutschen MW-Sender bekam ich denn auch nur noch über das Internet mit. Ich hatte damals aber schon lange nicht mehr auf MW gehört, da das Haus mittlerweile von dutzenden IT-Geräten HF-technisch verseucht war.
Ende der 2010er machte ich mir einen Spass daraus, im Auto "Absolut Radio" über MW zu hören. Ging gut, wie eine Zeitreise. Genau, wie ich vor kurzem "Radio Tatras International" im Web fand, die einen Unterkanal betreiben, wo rund um die Uhr MW-Mitschnitte von LASER 558 aus 1985 kommen. Das läuft momentan ziemlich oft und hört sich an wie live. Die Piratensender selbst gingen erstaunlicherweise damals komplett an mir vorbei, deren Strory habe ich erst später durch das Internet erfahren.
Die meisten meiner alten Radio besitze ich noch, sie haben sich aber technisch größtenteils "totgestanden". Die Plastik bröckelt, Seilzüge sind fest, Potis krachen nur noch. Wegwerfen werde ich sie aber nicht.
SÜRAG
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Re: Mittelwelle in den 70er Jahren

Beitrag von SÜRAG »

Danke für die Berichte. :spos:
Ich habe nie viel MW gehört. Das letzte Mal als Megaradio kurzfristig sendete. 945 oder so. Später fand ich kurz mal Gefallen an der LW wegen RTL und Europe 1. War cool, weil französisch, auch wenn ich wenig verstanden habe. Gingen beide aber eher schlecht.
In Berlin gab es Anfang der 90er eine Zeit lang RTL Luxemburg und Starsat. Ggf. auch RadioRopa(??) Und glaube noch was, waren glaube ich 5 Sender zusätzlich zu SFB und RIAS (und Berl. Rundfunk?). Glaube DLF wurde auch ausgesendet.
Vielleicht weiß das noch jemand genauer. War faszinierend, wenn man tagsüber nur ein leeres MW-Bnd mit BR 1 und VoA kannte, dort aber auch Privatsender liefen.
QTH: München
Japhi
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Re: Mittelwelle in den 70er Jahren

Beitrag von Japhi »

In Berlin liefen auf den Kleinfrequenzen DLF, Starsatradio, Radioropa, RTL Radio Luxemburg und noch irgendwas.

DLF war m.W. auf 810, Starsat auf 1359, Radioropa auf 693, RTL auf 891, später lief da Jazzradio.

603 Jazzradio, irgendwann Oldiestar (Radio B2)
693 Radioropa, später Stimme Russlands
810 Deutschlandfunk
891 Jazzradio, davor RTL, davor Radio Rossii
1359 Star*Sat Radio, später DLF
1449 war m.W. SFB

Edit: Ergänzt
Zuletzt geändert von Japhi am Fr 14. Mai 2021, 19:30, insgesamt 3-mal geändert.
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Klaus-Peter
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Re: Mittelwelle in den 70er Jahren

Beitrag von Klaus-Peter »

Jazz Radio war auf 603 kHz und auf 1449 kHz war SFB 2. Beide Sender kamen sogar manchmal bis Hannover durch.
Dateianhänge
jrb.png
QTH : Region Hannover
RX : Grundig Satellit 650 u.a.
ANT : Teleskop und Langdraht
Japhi
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Re: Mittelwelle in den 70er Jahren

Beitrag von Japhi »

Und der DLF war nach Star*Sat auch noch auf 1359KHz.
QTH: Niederwenigern 5km nördlich vom Sender Langenberg
Dacia MediaNav DAB+, Sony XDR-S3HD, Roadstar TRA2350P (110/53)
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