Lass knacken! Reinke, Koschwitz und Vinyl

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Spacelab

Re: Lass knacken! Reinke, Koschwitz und Vinyl

Beitrag von Spacelab » Mo 1. Dez 2014, 11:52

Gerade im Jahr 2014 wo ein Schallarchiev doch digital vorliegt und, dem Hören-Sagen nach, die Pegel schon auf ein einheitliches Maß gebracht wurden, sollte das keine Kunst sein. Kunst ist es hingen wie heute in hr1, wenn man alles von einer Platte fährt.
Naja ein wirkliche Kunst ist es auch bei Schallplatte nicht. Eine so brachiale Dynamik haben die Dinger nämlich nicht. Bei maximal 48dB ist da Ende im Gelände. Das einzige was da mehr Dynamik macht ist das Knacken. :D Um an die 48dB Dynamikumfang zu kommen muss man aber schon einen wirklich erstklassigen Abnehmer und Tonarm haben und nicht die üblichen "Discoabnehmer". Außerdem muss es auch schon eine sehr gute Pressung sein und keine 80er Jahre Kamelschei** die als Vinyl verkauft wurde. :rolleyes: Da waren schon 40dB das Höchste der Gefühle. Und über den Frequenzgang decken wir auch lieber mal das Mäntelchen des Schweigens. ;-)

Marc_RE

Re: Lass knacken! Reinke, Koschwitz und Vinyl

Beitrag von Marc_RE » Mo 1. Dez 2014, 14:27

48dB ist aber viel, im Vergleich zu den 6-9dB die man heute auf CD presst oder die der Optimod bestenfalls noch übriglässt.
Damalige K-Tel Top20 Sampler aus dem Supermarkt mal ausgelassen.

Mc Jack

Re: Lass knacken! Reinke, Koschwitz und Vinyl

Beitrag von Mc Jack » Mo 1. Dez 2014, 14:33

Och, es ging noch schlechter: Club Top 13.
Ich habe einen Sampler von 1983 im Schrank stehen und hatte ihn vor kurzem wieder auf dem Plattenteller (einem mit einem "Discoabnehmer" Ortofon Concorde :D).

Sehr flacher, dünner Sound, keinerlei Tiefgang, kaum Höhen, kaum Tiefen. Die anderen Sampler aus der Zeit, die noch in meinem Schrank schlummern (K-Tel Summer Hit News etc.), klingen da schon wesentlich besser.
Das ist defintiv die schlechteste Platte in meiner Sammlung.
Im Vergleich dazu fliegt mir bei der Maxi von "A-ha - The Living Daylight" regelrecht der Kopfhörer weg.

Spacelab

Re: Lass knacken! Reinke, Koschwitz und Vinyl

Beitrag von Spacelab » Mo 1. Dez 2014, 15:11

Der Dynamikumfang war auch nur eines der Probleme. Vor allem in der 80ern nahm man sehr seltsame Vinylmischungen die in ruhigen Passagen ein deutliches rumpeln erzeugten. Die Pressungen der letzten Jahre nutzen zwar dickes verwindungssteifes Vinyl. Aber die rauschen noch stärker als es eine Schallplatte eh schon tut. Außerdem sind sie, laut den in der Zeitschrift "Stereo" abgedruckten Messergebnissen, in den Höhen noch stärker beschnitten als Schallplatten es eh schon sind. Bei der letzten Lana del Rey Platte war bei 13khz schlagartig nichts mehr. Wie mit dem Messer abgeschnitten. Die meisten modernen Pressungen fallen bei 12khz kontinuierlich ab bis dann zwischen 14 und 15 khz endgültig Feierabend ist. Ausnahmen sind da einzelne audiophile "Spezialpressungen" wie etwa von Blue Note Records. Die benutzen ja auch nur 45rpm weil dort die Klangverschlechterung von der Außen- zur Innenseite nicht so groß ist.

Das Schallplatten in der Dynamik und vor allem im Bass stark beschnitten wurden war doch gang und gebe. Damit erhöht man die Spielzeit dramatisch. Bei Samplern merkte man das deutlich. Diese waren nicht nur leise, sondern auch klanglich extrem flau.

Marc_RE

Re: Lass knacken! Reinke, Koschwitz und Vinyl

Beitrag von Marc_RE » Mi 3. Dez 2014, 08:19

Ich habe auch Platten aus den 80ern in denen Papier mit eingepresst ist.
Fehlpressungen, sowie der abgeschnittene Rand werden in den Presswerken ja geschreddert und wiederverwendet, indem man das Recyclinggranulat mit neuem PVC-Granulat vermischt.
Die Etiketten sollten dabei natürlich vorher rausgeschitten werden. Das passiert mit Pressen mit Rundmesser, in die ein ganzer Stapel Platten gelegt wird. Wenn dabei aber eine verrutscht, kann Papier in das Granulat gelangen.
Hochwertige Pressungen bestehen daher aus 100% neuen PVC-Granulat, ohne Recyclinganteil.

Mehr Bass, mehr Lautstärke und höhere Dynamik war ja ein Verkaufsargument bei der Einführung der Maxisingle. Die ersten hatten ja extra Erklärungstexte, um dem Kunden zu erklären, warum er denn 10DM statt 5DM ausgeben sollte.

Dickes Vinyl ist auch kein Allheilmittel, auch die richtige Mischung ist wichtig. Nicht jedes PVC-Granulat ist für das pressen von Platten geeignet.
Extrem wenig Nebengeräusche haben z.B. 60er und 70er Jahre US-Singles aus Polystyrol (Styrene). Allerdings nur bei den ersten paar mal abspielen. Das Material fühlt sich anders an als Vinyl, klingt beim dagegenklopfen heller und ist zerbrechlicher.
Hohe Auflagekräfte mögen die nicht, dann ist nach wenigen hundert mal abspielen ein deutlicher Qualitätsverlust zu hören. Die Platten sehen dann sichtbar grau aus.
Je nach Schliff der Nadel wird das noch schlimmer.
Die wurden auch nicht gepresst sondern in einem Spritzgussverfahren produziert, die Labels danach aufgeklebt.

Harald P.

Re: Lass knacken! Reinke, Koschwitz und Vinyl

Beitrag von Harald P. » Do 4. Dez 2014, 08:14

Selbst auf dem Mitschnitt hört man den tollen Klang, den die Schallplatten ohne Optimod haben. Es klingt alles weicher und runder. Und die Sendung an sich war auch wieder spitzenklasse.

RichtungBerlinRadiohörenderSachse

Re: Lass knacken! Reinke, Koschwitz und Vinyl

Beitrag von RichtungBerlinRadiohörenderSachse » Mi 29. Jul 2015, 20:47

Wann gibt es denn die nächste „Lass knacken!“ ?

Dieses naturbelassene Sendeformat, zudem im innovativen Sound-Bypassmodus, sollte der HR mit diesen Rahmenbedingungen im Gepäck weiterverkaufen. Schließlich stehen bundesweit unendlich viele Vinylplatten im Schrank und warten auf Besprechung mit anschließender Abtastung für einen schlanken Weg zum geneigten Ohr des Hörers.

Und Vinyl ist ja ohnehin wieder im Kommen, da gibt es unterdessen auch reichlich Neues.

DLR-Fan Sachsen-Anhalt

Re: Lass knacken! Reinke, Koschwitz und Vinyl

Beitrag von DLR-Fan Sachsen-Anhalt » Do 30. Jul 2015, 13:17

Der Herr Reinke würde das sicherlich öfter machen können, scheinbar ist es problematischer mit Herrn Koschwitz und seiner Agentur... . So ähnlich hatten sie es in einer der Sendungen mal durchblicken lassen.

RichtungBerlinRadiohörenderSachse

Re: Lass knacken! Reinke, Koschwitz und Vinyl

Beitrag von RichtungBerlinRadiohörenderSachse » Do 30. Jul 2015, 23:28

DLR-Fan Sachsen-Anhalt hat geschrieben: Der Herr Reinke würde das sicherlich öfter machen können, scheinbar ist es problematischer mit Herrn Koschwitz und seiner Agentur... .
Werner Reinke stemmt das doch souverän auch alleine. Gesprächspartner sind ja immer anwesend gewesen.

Die Frage ist aber, sollte sowas ggf. bei "unserem" MDR stattfinden, haben die überhaupt einen Plattenspieler und wenn, geschultes Personal um diesen zu bedienen? Und wenn doch, ist jemand in der Lage, auf Bypass umzuschalten?

Und wenn, ist jemand ausreichend ausgebildet, ausreichend leise zu senden, um diese UKW-Norm abzusichern. Ich seh schwarz! Wir kriegen das nie.

DigiAndi

Re: Lass knacken! Reinke, Koschwitz und Vinyl

Beitrag von DigiAndi » Fr 31. Jul 2015, 09:25

RichtungBerlinRadiohörenderSachse hat geschrieben:Werner Reinke stemmt das doch souverän auch alleine. Gesprächspartner sind ja immer anwesend gewesen.
Dann ist es aber auch nur halb so unterhaltsam. Das müssen die beiden schon zusammen machen.

DLR-Fan Sachsen-Anhalt

Re: Lass knacken! Reinke, Koschwitz und Vinyl

Beitrag von DLR-Fan Sachsen-Anhalt » Fr 7. Aug 2015, 14:12

So eine "Lass Knacken"- Sendung halte ich beim MDR für nicht machbar, weder technisch, personaltechnisch und oder politisch.
Man will beim MDR nur seichte, hirnlose U-Programme für Popmusik produzieren, wenn man was Anderes wöllte, hätte man die letzten 24 Jahre das auch mal getan, zumindest schon mal versucht... .

Ausgenommen davon ist die Anfangszeit von MDR-Sputnik bis zur UKW-Aufschaltung der 104,4 Mhz, ab diesem Zeitpunkt wurde Sputnik im mehren Phasen systematisch kaputt gemacht und zu einem hirnlosen Dudler umgewandelt.
Seit dem hatte der MDR keine U-Programm mit irgend einem Anspruch auf Lager, die Programme Jump, Sputnik, neuerdings auch die (ex.) MDR1er sind nur noch zur Konkurrenz gegen die Privatsender positioniert worden, das Bedarf keine hohen Anspruch ans U-Programm, man scheint hier die meisten Leute im MDR-Gebiet nur für hirnlose Dudelhörer zu halten, bzw. abzustempeln.

Kangoo

Re: Lass knacken! Reinke, Koschwitz und Vinyl

Beitrag von Kangoo » Fr 7. Aug 2015, 20:57

DLR-Fan Sachsen-Anhalt hat geschrieben: So eine "Lass Knacken"- Sendung halte ich beim MDR für nicht machbar, weder technisch, personaltechnisch und oder politisch.
Sehe ich eigentlich auch so, wäre aber eine Frage des "Wollens". Die Sache ist: wenn nur ein paar Hörer anfragen, wird das nichts. Die Idee muss denke ich vielleicht aus dem Hause MDR selber kommen. Man müsste dort sowas platzieren. Ein Adresse wäre (denke ich) Frank Eberlein (siehe mein nächster Kommentar).
DLR-Fan Sachsen-Anhalt hat geschrieben: Man will beim MDR nur seichte, hirnlose U-Programme für Popmusik produzieren ...
Einzige Ausnahme finde ich "Der 80er Hit-Abend" mit Frank Eberlein von 20 bis 23 Uhr auf MDR SACHSEN-ANHALT. Hier wird auch mal Musik gespielt, die man sonst nicht hört. Er spielt auch "rare" Maxis, allerdings vermutlich nicht direkt vom Plattenteller sondern digitalisiert diese vorher.
Jetzt läuft gerade "Sharpe & Numan" mit "Change your mind" als Maxi ... wann hört man das schon bei anderen Sendern (außer im Web-Radio).

Wenn, dann könnte er so etwas vielleicht in seiner 3 Stunden-Sendung möglich machen (allerdings ohne Abschaltung des Optimod, das wäre vermutlich eine Nummer zu hoch für den MDR).

Marc_RE

Re: Lass knacken! Reinke, Koschwitz und Vinyl

Beitrag von Marc_RE » Mi 12. Aug 2015, 15:06

RichtungBerlinRadiohörenderSachse hat geschrieben: haben die überhaupt einen Plattenspieler und wenn, geschultes Personal um diesen zu bedienen?
Plattenspieler werden die noch haben, vermutlich aber nicht mehr in einem Sendestudio sondern irgendwo im Archiv. Bei bedarf wird dann digitalisiert.

Wobei es ja nicht so ein großes Problem ist, zwei Plattenspieler in ein Studio zu stellen. Auch die Bedienung sollte man einem heutigen Digitalmenschen noch irgendwie beibringen können.
Nadel in die Rille, drehen bis Musik kommt, von dort, je nach Modell, ca. eine Viertel Umdehung zurück. Die EMT haben dafür sogar Markierungen, viele andere Rundfunkplattenspieler auch.

Wenn die Platte dann benötigt wird, Fader hoch bzw. Knopf drücken.

Dann muß man nur noch begreifen, das diese 2 lustigen zuckenden Balken eine Funktion haben. Bewegung im oberen Bereich der Balken ist gut. Die Farbe rot ist böse, und ein bewegungsloser Balken, egal ob der nun bunt leuchtet oder weg ist, ist ganz schlecht :-)

RichtungBerlinRadiohörenderSachse

Re: Lass knacken! Reinke, Koschwitz und Vinyl

Beitrag von RichtungBerlinRadiohörenderSachse » Do 13. Aug 2015, 23:29

Marc_RE hat geschrieben: Plattenspieler werden die noch haben, vermutlich aber nicht mehr in einem Sendestudio sondern irgendwo im Archiv.
Na das ist ja mal eine gute Nachricht: Plattenspieler im MDR nicht fest verbaut !
Da kann man die ja reinholen und ganz flexibel nach dem Klangverbieger anstöpseln.

Hauptsache man kommt ran, um ohne Verrenkungen die Platten der Hörer aufzulegen. Bei den Raritäten, die Hörer so von weit her mitbringen, ist ja oberste Sorgfalt oberstes Gebot.

Marc_RE

Re: Lass knacken! Reinke, Koschwitz und Vinyl

Beitrag von Marc_RE » Mi 26. Aug 2015, 20:55

Nach dem Klangverbieger anstöpseln wird schwierig werden, der steht normalerweise ja nicht direkt im Studio. Und im Hauptschaltraum wird man was besseres zu tun haben, als DJ zu spielen :-)
Trotzdem sollte es kein unlösbares Problem sein, Anschlüsse für externe Zuspieler sollten vorhanden sein.

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