Neues aus Südtirol

Radioforum Österreich
Mark4U
Beiträge: 11
Registriert: Fr 26. Apr 2019, 00:04

Re: Neues aus Südtirol

Beitrag von Mark4U »

und nochmal ich: Bei der Rückfahrt vom Meer musste ich feststellen, dass die Radio Edelweiss-Frequenz 105,0 in Auer gar nicht aufgeschaltet ist, also total tot. Betreibt Edelweiss seit der DAB+-Aufschaltung überhaupt noch die nur punktuell verteilten UKW-Frequenzen? Oder hat man da alles abgeschaltet?
Habakukk
Beiträge: 5787
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 22:19

Re: Neues aus Südtirol

Beitrag von Habakukk »

Die AGCOM listet für die 89,7 Bozen/Guntschna nun Radio Zeta statt RTL102,5.

Damit wäre RTL102.5 in Bozen nur noch via 102,6 Penegal empfangbar, denn man hatte die 90,8 Eppan/Perdonig ja vor einiger Zeit schon an Radiofreccia abgegeben.
DX-Project-Graz
Moderator
Beiträge: 151
Registriert: Fr 17. Aug 2018, 12:20
Wohnort: Graz, Österreich
Kontaktdaten:

Re: Neues aus Südtirol

Beitrag von DX-Project-Graz »

Habakukk hat geschrieben: Mo 12. Sep 2022, 08:04 Die AGCOM listet für die 89,7 Bozen/Guntschna nun Radio Zeta statt RTL102,5.

Damit wäre RTL102.5 in Bozen nur noch via 102,6 Penegal empfangbar, denn man hatte die 90,8 Eppan/Perdonig ja vor einiger Zeit schon an Radiofreccia abgegeben.
Ich fand das bei meiner letzten Durchfahrt durch Südtirol 2020 schon sehr eigenartig, wie schlecht RTL102.5 und auch die anderen großen Networks vertreten sind, teilweise gehen nur RAI und deutschsprachige Sender. Für den Sender-Overkill, der üblicherweise in Italien besteht, erstaunte mich das dann doch. Lange Strecken gab es kein R101, kein RDS, kein Deejay, kein 105 usw.
UK-DX
Beiträge: 455
Registriert: Do 28. Jan 2021, 14:40

Re: Neues aus Südtirol

Beitrag von UK-DX »

DX-Project-Graz hat geschrieben: Sa 17. Sep 2022, 21:03
Habakukk hat geschrieben: Mo 12. Sep 2022, 08:04 Die AGCOM listet für die 89,7 Bozen/Guntschna nun Radio Zeta statt RTL102,5.

Damit wäre RTL102.5 in Bozen nur noch via 102,6 Penegal empfangbar, denn man hatte die 90,8 Eppan/Perdonig ja vor einiger Zeit schon an Radiofreccia abgegeben.
Ich fand das bei meiner letzten Durchfahrt durch Südtirol 2020 schon sehr eigenartig, wie schlecht RTL102.5 und auch die anderen großen Networks vertreten sind, teilweise gehen nur RAI und deutschsprachige Sender. Für den Sender-Overkill, der üblicherweise in Italien besteht, erstaunte mich das dann doch. Lange Strecken gab es kein R101, kein RDS, kein Deejay, kein 105 usw.
Ich vermute, man wird dort nach und nach auf DAB+ umstellen. Bekannt ist mir dass in Suedtirol einige UKW Funzeln abgeschalten wurden.

RTL 102,5 ist mit mehreren Programmen in Bozen vertreten, und R101, Deejay und 105 gehen auch, zumindest letztens als ich dort war.
Habakukk
Beiträge: 5787
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 22:19

Re: Neues aus Südtirol

Beitrag von Habakukk »

Das hat mit DAB+ überhaupt nichts zu tun. Abgeschaltet hat bisher auch nur die RAS, und tendenziell fast nur wenig rentable und eher verzichtbare Standorte..

Südtirol ist für die großen italienischen Networks einfach nicht interessant genug, da nach wie vor überwiegend deutschsprachig. Die italienischsprachige Bevölkerung konzentriert sich zudem auf die Ballungsräume, also Meran, Bozen etc... Dort sind die Sender dann ja auch alle präsent.

Auf dem Land wird fast nur deutsch gesprochen. Regionale Sender wie NBC Rete Regione oder Radio Dolomiti sind die einzigen italienischsprachigen, die annähernd überall zu empfangen sind, aber längst nicht flächendeckend.

Aber selbst für deutschsprachige Programme rentiert es sich oft nicht, jedes Gebiet zu versorgen. Halbwegs flächendeckend geht außer RAS und RAI wohl nur Südtirol 1 und vielleicht noch die Grüne Welle.
UK-DX
Beiträge: 455
Registriert: Do 28. Jan 2021, 14:40

Re: Neues aus Südtirol

Beitrag von UK-DX »

Habakukk hat geschrieben: Sa 17. Sep 2022, 23:07 Das hat mit DAB+ überhaupt nichts zu tun. Abgeschaltet hat bisher auch nur die RAS, und tendenziell fast nur wenig rentable und eher verzichtbare Standorte..

Südtirol ist für die großen italienischen Networks einfach nicht interessant genug, da nach wie vor überwiegend deutschsprachig. Die italienischsprachige Bevölkerung konzentriert sich zudem auf die Ballungsräume, also Meran, Bozen etc... Dort sind die Sender dann ja auch alle präsent.

Auf dem Land wird fast nur deutsch gesprochen. Regionale Sender wie NBC Rete Regione oder Radio Dolomiti sind die einzigen italienischsprachigen, die annähernd überall zu empfangen sind, aber längst nicht flächendeckend.

Aber selbst für deutschsprachige Programme rentiert es sich oft nicht, jedes Gebiet zu versorgen. Halbwegs flächendeckend geht außer RAS und RAI wohl nur Südtirol 1 und vielleicht noch die Grüne Welle.
Ich weis,
Meran wirkte auch mich vielleicht 50 zu 50 %, Bozen wirkte mehrheitlich italienisch, kaum ist man wieder auf dem Land, Deutsch, oder eben Tirolerisch.

RAS verbreitet dort auch die Programme des BR und aus der Schweiz, also warum auf UKW umschalten?
Auch BBC WS hatte ich dort in Erinnerung.
DX-Project-Graz
Moderator
Beiträge: 151
Registriert: Fr 17. Aug 2018, 12:20
Wohnort: Graz, Österreich
Kontaktdaten:

Re: Neues aus Südtirol

Beitrag von DX-Project-Graz »

UK-DX hat geschrieben: Sa 17. Sep 2022, 23:30
Meran wirkte auch mich vielleicht 50 zu 50 %, Bozen wirkte mehrheitlich italienisch, kaum ist man wieder auf dem Land, Deutsch, oder eben Tirolerisch.
Sogar die Produkte im Lebensmittelladen sind anders als in Rest-Italien, ich war ganz enttäuscht, als ich mal im Vinschgau beim Reschensee ein paar italienische Produkte holen wollte, die gabs gar nicht. :joke:
Damals war mir dieser doch noch krasse Unterschied nicht so bewusst, dass da teilweise Orte mit über 90% Deutschsprachigen sind.

Aber in jedem Fall eine bis heute noch immer spannende Region für Rundfunk. :dx:
UK-DX
Beiträge: 455
Registriert: Do 28. Jan 2021, 14:40

Re: Neues aus Südtirol

Beitrag von UK-DX »

DX-Project-Graz hat geschrieben: So 18. Sep 2022, 19:28
UK-DX hat geschrieben: Sa 17. Sep 2022, 23:30
Meran wirkte auch mich vielleicht 50 zu 50 %, Bozen wirkte mehrheitlich italienisch, kaum ist man wieder auf dem Land, Deutsch, oder eben Tirolerisch.
Sogar die Produkte im Lebensmittelladen sind anders als in Rest-Italien, ich war ganz enttäuscht, als ich mal im Vinschgau beim Reschensee ein paar italienische Produkte holen wollte, die gabs gar nicht. :joke:
Damals war mir dieser doch noch krasse Unterschied nicht so bewusst, dass da teilweise Orte mit über 90% Deutschsprachigen sind.

Aber in jedem Fall eine bis heute noch immer spannende Region für Rundfunk. :dx:
Ich vermute, rings um den Reschensee werden vielleicht nur die Polizei und die Behoerden Italienisch sprechen, und selbst da waere ich mir in der heutigen Zeit nicht ganz sicher.

Zu uebelsten Zeiten benahmen sich die Italiener wie die Englaender zu Zeit der Plantation von Ulster. Wenn Du Pech hattest wurde Dir Dein Bauernhof enteignet, um einen Stausee zu machen, und es gab kaum eine Kompensation..... Die Iren kannten das auch, - wenngleich einige Jahrhunderte davor. Die Betriebsanleitung war ja quasi geschrieben.

Wirkliche sichtbare Probleme ( Hinweise, Schmierereien, Wandmalerein, Aufmaersche und Radau ) wie in Nordirland habe ich dennoch nicht ausmachen koennen, zudem ist Suedtirol wirtschaftlich sehr gut entwickelt, - in Nordirland ist Industrie mehrheitlich in der Vergangenheit.

Der Vorteil fuer die Radiolandschaft ist, dass sie sich in Suedtirol recht gut und ungehindert entwickleln konnte, waehrend in Oesterreich das alles verboten war. So hast Du eben heute in Suedtirol eine Radiolandschaft die man selten im deutschsprachigen Raum findet.
DH0GHU
Beiträge: 5629
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 15:56

Re: Neues aus Südtirol

Beitrag von DH0GHU »

UK-DX hat geschrieben: So 18. Sep 2022, 20:53
Wirkliche sichtbare Probleme ( Hinweise, Schmierereien, Wandmalerein, Aufmaersche und Radau ) wie in Nordirland habe ich dennoch nicht ausmachen koennen, zudem ist Suedtirol wirtschaftlich sehr gut entwickelt, - in Nordirland ist Industrie mehrheitlich in der Vergangenheit.
Die Zeiten sind in Südtirol ja auch schon lange vorbei, dank des Autonomiestatus der Südtiroler.
Das war in den 70ern und sogar 80ern noch ganz anders, ab Mitte der 50er-Jahre gab es eine gewalttätige Separatistenszene mit vielen Bombenattentaten. Letztlich hat der Autonomiestatus und die weitgehenden Sonderrechte (auch im Budget-bereich) die Lage beruhigt und Südtirol zu einer der wohlhabendsten Regionen Europas gemacht.
QTH: Obersöchering/JN57OR, zeitweise Kehl/JN38VN
Funkamateur, DLF-Hörer, Multipler Musikgeschmack, DAB-Nutzer. Normal ist normalerweise langweilig.
http://zitate.net/kritik-zitate
Lebe stets so, dass die fckAfD dagegen ist!
UK-DX
Beiträge: 455
Registriert: Do 28. Jan 2021, 14:40

Re: Neues aus Südtirol

Beitrag von UK-DX »

DH0GHU hat geschrieben: So 18. Sep 2022, 22:01
UK-DX hat geschrieben: So 18. Sep 2022, 20:53
Wirkliche sichtbare Probleme ( Hinweise, Schmierereien, Wandmalerein, Aufmaersche und Radau ) wie in Nordirland habe ich dennoch nicht ausmachen koennen, zudem ist Suedtirol wirtschaftlich sehr gut entwickelt, - in Nordirland ist Industrie mehrheitlich in der Vergangenheit.

Die Zeiten sind in Südtirol ja auch schon lange vorbei, dank des Autonomiestatus der Südtiroler.
Das war in den 70ern und sogar 80ern noch ganz anders, ab Mitte der 50er-Jahre gab es eine gewalttätige Separatistenszene mit vielen Bombenattentaten. Letztlich hat der Autonomiestatus und die weitgehenden Sonderrechte (auch im Budget-bereich) die Lage beruhigt und Südtirol zu einer der wohlhabendsten Regionen Europas gemacht.
Dies wird halt alles off topic, aber dennoch: ( ich meine in Deutschland ist man mit der Sache wenig bis kaum vertraut )

Nordirlands Geschichte und Probleme sind da weitaus komplexer und auch weitaus laenger in der Geschichte. Die Industrieansiedelungen, besonders der Schffsbau, kamen mit nach und nach mit der Plantation und NI und Belfast mutierte zur Industriestadt. Selbst der Lebensstanard der Katholiken war in NI immer hoeher als in der Republik, NI hatte fruehzeitiger Autobahnen, Belfast Stadtautobahnen und sogar zwei Flughaefen - zumindest pre-Celtic Tiger alles ein deutlicher Fortschritt.

In den 70er und 80er Jahren herrschten zeitweise Zustaende die buergerkriegsaehnlich wirkten, besonders angefacht durch zwei Herren auf jeweils unterschiedlicher Seite die Hass schuerten, ( einer war ein calvinistischer Hassprediger der eine eigene Partei gruendete, der andere ein IRA Terrorist der sogar einen engen Verwandten der Queen toetete indem er eine Bombe in sein Boot einbaute. ).

Heute sind noch auf beiden Seiten, Republikaner und Unionisten diverse terroristische Organisationen aktiv, allerdings weitaus wenniger als in den 70er und 80ern. Der Friede steht eher auf toenernen Fuessen.

Durch das Good Friday Agreement und der Tatsache, dass beide Seiten in der EU waren ebbten die Probleme nach und nach ab, aber durch den Brexit kommt so Einiges wieder hoch. An der Grenze stehen seit dem Brexit-Referendum grosse Schilder die "no hard border" wuenschen.

Zwar darf NI ohne Zustimmung von Westminster ein Referendum halten, ueber die Vereinigung mit der Repbulik, nur ob selbst die Republik das wollte ist auch nicht klar, denn terroristische Organisationen der Unionisten koennten den Konflikt nach Dublin tragen, zudem muesste Dublin die Rechnungen zahlen die heute Westminster traegt um NI wirtschaftlich am Leben zu erhalten. Mitlw. gibt es sogar eine katholische Mehrheit, nur ob sich jeder Katholik automatisch fuer die Wiedervereinigung mit der Republick entscheden wuerde, ist unklar, - da geht es oft um existenzielle Fragen, NATO Mitgliedschaft von NI, der NHS in NI ist besser als sein Gegenpart in der Republik, und den Euro will auch nicht Jeder gegen den Pfund tauschen.

Der Fall mit NI ist sehr kompliziert, - die beste Loesung gab es schon, beide in der EU, und das Good Friday Agreement, - und weitere 15 Jahre und die Sache ist gegessen. Nur die Brexiteers wollten dies in ihrem Populismus nicht.


Und um aufs Radio in Irland zu kommen: NI hat komplette DAB Abdeckung, oft sind mindestens 3 Muxe zu empfangen, in Belfast meine ich 4. Overspill in die Republik gibt es via DAB kaum. BBC Radio Ulster auf AM wurde abgeschalten, einige BBC Sender, etwa Radio 5, Radio 4, TalkSport und Absolute Radio senden noch auf AM, wirklich eingeschaltet werden sie aber nicht mehr und auch fuer UKW gibt es in NI immer weniger einen Grund dies einzuschalten, - DAB bietet einfach zu viel.

In der Republik herrscht zumindest zum Thema DAB eine Einstellung wie in Oesterreich. Man will es nicht, aus Angst es wuerde den Markt verzerren und veraendern, der RTE haette nichts dagegen, die Einwaende kommen vor allem von den Privatsendern.

Unter guten Bedingungen sind in der Republik dennoch die DAB Sender ab und an aus Wales noch zu bekommen. Selbst aus Cork wird immer wieder berichtet bei bestimmten Bedingungen den BBC Mux zu bekommen.
Antworten