Freies Radio Freistadt

Radioforum Österreich
MHM
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Re: Freies Radio Freistadt

Beitrag von MHM »

Ja, so ist das gut beschrieben. In Bayern herrscht medienmäßig (und nicht nur dort) eine schlimme Spezl- und Vetternwirtschaft, die BLM als Körperschaft des öffentlichen Rechts sollte Privatfunk ermöglichen, stattdessen verhindert sie ihn. Eine solche Körperschaft ist notwendig, weil im ach so fortschrittlichen Bayern bis heute Privatfunk gemäß Verfassung verboten ist!

In Österreich ergibt sich aus mehreren Gründen eine andere Situation. Privatradio kam dort erst sehr spät auf, richtig los ging es erst ab 1998. Das brachte als Nachteil mit sich, daß das Ausland längst leistungsstarke Frequenzen besetzt hatte, und Österreich konnte dann abstauben, was halt übrigblieb. Und obwohl in dem Land lange Zeit Kräfte walteten, die Privatradio mit allen Mitteln verhindern wollten, so zeigt sich Österreich heute in puncto Privatfunk wesentlich fortschrittlicher und liberaler als Deutschland oder auch als Italien (da haben sich die Verhältnisse also ganz krass ins Gegenteil umgekehrt im Lauf der Zeit).

Zu kritisieren gibt es trotzdem jede Menge. Zum einen kann man keine Frequenzen koordinieren lassen und danach dann in Betrieb nehmen, es gibt immer ein Auswahlverfahren mit anschließenden Einspruchsmöglichkeiten. Immer häufiger wird das Verwaltungsgericht bemüht und bis eine Entscheidung fällt, ist die halbe Lizenzperiode vorbei. Das dadurch verlorengegangene Geld holt man nie wieder herein! Immer häufiger wird mit Anwälten und Gerichten herumgestritten, und in der RTR und KOA haben längst Juristen die Oberhand gewonnen, die selbst dort herumwerkeln, wo eigentlich HF-Techniker das Sagen haben sollten. Früher gab es überwiegend Techniker und nur wenige Juristen in der Behörde, da lief alles effizienter ab. Natürlich braucht man die Juristen, das ist ja keine Frage. Aber wenn es nur noch um Rechtsstreitigkeiten geht und nicht mehr ums Radio, dann läuft die Entwicklung in eine falsche Richtung.

Fast noch schlimmer (und völlig überflüssig) finde ich, daß beim Auswahlverfahren die einzelnen Bewerber eine Beurteilung ihrer Konkurrenten abgeben sollen. Natürlich ist jeder selbst der Beste und der einzige geeignete Bewerber, und alle anderen sind nur Deppen, die nichts können und nichts anzubieten haben. Mittlerweile artet dies in üblen Schlammschlachten aus, die nur für schlechte Stimmung in der Szene sorgen. Wozu dieses Brimborium? Es sollte doch Aufgabe der Medienbehörde sein, die Bewerber unter die Lupe zu nehmen und anschließend daraus plausible Schlüsse zu ziehen. Meiner Meinung nach steckt dahinter eine Art Demokratie-Wut, aber wer Roland Baader gelesen hat, der weiß daß Demokratie keineswegs etwas Positives bedeuten muß. Darauf gehe ich aber nicht näher ein, es würde zu weit weg vom Thema führen.

Was noch in Österreich erschwerend hinzukommt: 62% der Landesfläche sind gebirgig, und in manchen Bundesländern wie Tirol benötigt man furchtbar viele Minisender, um auf eine bescheidene technische Reichweite zu kommen. In Wien erreicht man mit einer mittelmäßigen Frequenz sofort eine Million Hörer, in Tirol haben einige Sender eine Reichweite von 2000 Einwohnern. Eine Million wäre nicht mal theoretisch möglich, weil Tirol gar nicht so viele Einwohner hat. Leider hat die Politik es bis heute versäumt, den benachteiligten Gebirgsregionen irgendwie entgegenzukommen.

Trotz all dieser Umstände ist man in Österreich ungleich besser dran als im verfilzten Bayern. Aber im Frequenzband stößt man halt allmählich an die Grenzen, wie Habakukk schon schrieb. Das Problem läßt sich teilweise umgehen, indem verstärkt auf SFN-Technik gesetzt wird. Leider ist das Privatradiogesetz nicht SFN-freundlich gestrickt, weil damals niemand an Gleichwellenbetrieb dachte und wenn ich diesen nicht so sehr mit Nachdruck forciert hätte, dann gäbe es dies bis heute nicht in dem Land. Lange Zeit herrschte die Meinung vor, das kann man gar nicht richtig händeln und das funktioniert nicht richtig. Natürlich kann es funktionieren, die Franzosen exzerzieren es ja seit Anfang der 90er Jahre vor. Inzwischen hat natürlich ein Umdenken in Österreich eingesetzt, aber das Privatradiogesetz wurde trotzdem nicht entsprechend adaptiert.

Um auf das Anfangsthema zurückzukommen: Im Augenblick sehe ich keine Einwände gegen die 100,0 und 107,6. Demnächst werde ich aber wieder in dieser Gegend unterwegs sein und dann kann ich die Frequenzen selbst nochmal überprüfen, ebenso die Situation rund ums Flachgau und um Vöcklabruck. Aber es scheint, daß weniger die Frequenzen das Problem sind, sondern eher die Zuspielwege. Ballempfang ist heutzutage schwierig geworden, aber die anderen Zuspielwege haben halt auch ihre eigenen Macken.
Austria MV
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Re: Freies Radio Freistadt

Beitrag von Austria MV »

Welche Empfangsgeräte werden bei den Endkunden erwartet?
Hinter Stahlbeton, Steinwänden oder im Störnebel gehen oft nur die 100 kW Sender.
macright
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Re: Freies Radio Freistadt

Beitrag von macright »

Die BLM vergibt anzahlsmäßig halt nach den ursprungs koordinierten UKW-Ketten (nach welchem Muster wem und wie transparent zugewiesen wurde, kann ich mangels Einsicht nicht beurteilen). Soweit ich weiß hat jedes deutsche Bundesland in den Achtziger Jahren 5x öffentl-rechtlich, 1x Privat landesweit und Lokalsender pro Landkreis als fix-fertige Kette mit Grundnetzsendern und allen nötigen Füllfrequenzen geplant bekommen. Für Deutschlandfunk wurde zudem eine starke Kette am Rand zur Versorgung des deutschen Grenzgebietes und explizit des grenznahen Auslandes (!!) bereitgehalten. Ist auch eine Herangehensweise an das Problem begrenzter Ressourcen (ob man sie jetzt gut oder schlecht finden mag bleibt jedem selbst überlassen), wenn zu ist, ist halt zu. Der Gaisberg ist dadurch östlich von München und in der Stadt selber jedenfalls heile geblieben.

Auch in Österreich wurden anfangs durch die Behörde 4 ORF-Ketten landesweit koordiniert, zudem eine vollständige Kette pro Bundesland landesweit als Regionalradio, und diverse eigenständige Lokalradioinseln. Diese von der Behörde durchgeführte Frequenzplanung stand bereits Mitte der Neunziger Jahre ebenfalls in einem „Frequenznutzungsplan“ in Verordnungsform fest. KEINE dieser seinerzeit geplanten Frequenzen, auch die Regionalfunzeln nicht, störten IRGENDEIN durch Grundnetzsender aus dem Ausland einstrahlendes Programm, schon gar kein eigensprachiges.

Danach gab es 2001 die Studie der Deutschen Telekom (T-Systems), in welchem auftrags der Behörde nochmals Frequenzen für Lokalprogramme über das ganze Bundesgebiet verteilt vorgeschlagen wurden. Auch bei dieser bereits „Nachkoordinierung“ wurden – zumindest soweit von mir überblickbar im mostviertlerisch/oberösterreichisch/salzburgischen Bereich - Störsituationen mit Auslandssendern völlig vermieden und waren diese ebenfalls vollkommen verträglich geplant. Zu Linz-Freinberg erachtete die T-Systems die Füllfrequenzen übrigens für aus Qualitätsgründen (wie schon erwähnt: Dornach, JKU, Pöstlingberg) notwendig. Am Schluss dieser Studie schrieb die Telekom, dass über deren Planungen hinaus - insbesondere im Grenzland - keine weiteren Kapazitäten mehr koordinierbar seien. Und die werden sich damit auskennen, war doch die Deutsche Bundespost "the one and only" der Programmdistribution in der BRD, abgesehen von den ARD-Eigenstandorten.

Österreich hat sich in weiterer Folge um ca. 2003 herum (Regierung Schüssel schwarz/blau) überraschend dazu entschieden, es liberaler zu gestalten, die Frequenzplanung vollkommen in die Hand des privaten Programmwerbers zu legen und nach „Antragsprinzip“ vorzugehen, und dies auch noch ad infinitum. Ist eine Grundsatzentscheidung des damaligen Gesetzgebers, soll so sein. Jedoch: wenn ich eine solche Grundsatzentscheidung ohne jegliche quantitative Begrenzung treffe, wo mir vorher der Spezialist T-Systems schon sagt es geht nicht mehr als das Festgestellte, soll ich seitens des Gesetzgebers a) erstens den bisher grenznah auf stereo-empfangstauglichem Niveau einfallenden eigensprachigen Bestand bewahren („freeze“) und b) auch den Planern das Werkzeug an die Hand geben, vernünftig arbeiten zu können. Das wäre genauso, wie wenn ich als Gemeinde unbegrenzt brachial Neubürgerzuzug forciere, die nötige Infrastruktur dazu (Schulen, Kindergärten usw…) aber dann nicht bereitstellen will.

Eine beispielsweise 88,5 in Steyr, eine 101,5 in St. Georgen/Attergau, eine 99,3 in Ried udgl. würden, wenn man eben jetzt schon mit den Auswahlmöglichkeiten in die Enge kommt, weit weniger anrichten als der jetzige modus operandi, gebetsmühlenartig (zumindest östlich von Sattledt, also in der Osthälfte Oberösterreichs) immer im +/- 0,1-Umkreis von Bayernsendern zu suchen. Nachdem in Österreich vom Gesetzgeber bewusst quantitativ nicht begrenzt wurde, sind dazu halt nötigenfalls die technischen Normen aufzuweichen um wie gewünscht das Maximum herauspressen zu können – was bei den heutigen Empfängern ja nicht mit Qualitätseinbußen einhergeht. Dann wäre selbstredend auch ein ordentliches Ballempfangssystem möglich – wenn ich mein Bestandsprogramm in Höhenlage meines neu geplanten Senders mit gestockten Profi-Richtantennen nicht wenigstens noch irgendwie herausballen kann, ist sowieso etwas in der Frequenzbelegung komplett falsch gelaufen (=> eben Gleichkanal irgendwo oder 0,1).


Das beschriebene System mit Inlands- und Auslandskoordinierung führt dazu, dass der Planer derzeit zunächst in Gegenden, wo der Bayernsender durchwegs nur mehr merklich unter 40 dB hat (= Perg, Steyr, Freistadt), gebetsmühlenartig zunächst diese Bayernfrequenzen angeht; wenn noch ein nennenswerter Bayernpegel da ist als 0,1-Belegung, wenn der Bayer im Neuplanungsgebiet in „da Gruabn“ schon über Gebühr einbricht, wirds - noch schlimmer - als Gleichkanal angedacht. Ob 10 Kilometer weiter zurück der Bayer allenfalls sogar Versorgungsniveau (48dB plus für mono, 54dB) erreicht und durch die Neuplanung in einem satten Radius ruiniert wird, interessiert dabei keine Sau.
Klar, ist ja der Weg des geringsten Widerstandes, die Bayernprogramme sind bzw. waren in Oberösterreich zum Stand Anfang der 2000er-Jahre auf +/- 0,3 schön frei, und waren auf ihrer eigenen Stammfrequenz locker 300km und mehr nicht wiederbelegt.

Wenn der Planer jedoch einen inländischen Füllsender am Rande seines Versorgungsgebietes angehen würde, was im Sinne der Programmvielfalt absolut keinen unangenehmen Effekt hat, hätte er Abstrahlversuche, Frequenztests usw… durchzuführen, Einsprüche abzuarbeiten usw.

Na, was wird man wohl machen?

Auswüchse des Ganzen: die auch in Ost-Oberösterreich bis Mitte der 2000er Jahre mobil vollkommen einwandfrei empfangbaren Sender Wendelstein und Brotjacklriegel wurden nahezu vollständig zukoordiniert, siehe nachstehend:

93,7: 93,8 Freistadt, beeinträchtigt bis ca. Stadt Linz
89,5: 89,4 Jauerling – war schon immer, kann man also nicht negativ werten
98,5: 98,6 Kremsmünster, beeinträchtigt von Vorchdorf bis Linz (98,6 Attergau erwähne ich hier nicht, da hier mit der Schutzabstandsunterschreitung übertrieben wurde - nach der Meßfahrt wird wahrscheinlich Alternative angedacht und umgesetzt werden)
102,3: Gleichkanal Kirchdorf, verunmöglicht von ca. Laakirchen bis Linz
105,7: 105,8 Weyregg Richtung Nordosten, beeinträchtigt von ca. Seewalchen bis Sattledt, 105,6 Freistadt, beeinträchtigt bis Linz
107,7: Gleichkanal Steyr, verunmöglicht von ca. Sattledt bis Bad Leonfelden/Freistadt – und jetzt neu 107,6 Bernhardsthal. Windischgarsten erwähne ich nicht, das ist topographisch entkoppelt und legitim.

92,1: 92,2 Steyr mit Westkeule, beeinträchtigt von Ansfelden bis Sattledt
96,5: Gleichkanal Ybbs, beeinträchtigt von Höhe Ried i.I./Seewalchen a.A. (100 km Distanz!) bis Höhe Bad Schallerbach/Vorchdorf teilweise schon massiv, weiter östlich davon absolut kein Empfang mehr möglich
94,4: 94,5 Perg mit Südkeule, beeinträchtigt ab Allhaming/Ansfelden, jedoch bis Stadt Linz noch ausblendbar
100,9: 101,0 Perg mit Südkeule, beeinträchtigt ab Allhaming/Ansfelden, jedoch bis Stadt Linz noch ausblendbar
106,9: derweil noch als einzige verbleibende Frequenz +/- 0,1 frei
103,5: 103,6 Perg mit Südkeule, beeinträchtigt ab Allhaming/Ansfelden, jedoch bis Stadt Linz noch ausblendbar
100,1: nunmehr 100,0 Forst, beeinträchtigt vermutlich ab Ansfelden, ob in Linz noch ausblendbar ist eher unwahrscheinlich.


Doppelt ärgerlich:
Für PERG wurde von T-Systems 2001 beispielsweise die völlig verträgliche 96,3 vorgeschlagen. Nicht umgesetzt, stattdessen 2005 (und damals noch ohne Not) die 101,0.
Ebenfalls wurde die fürs Zielgebiet des Lanzenberg unbelastete 94,6 erprobt, dann aber mit doppelter Leistung die 94,5 genommen.
Es geht hier aber auch anders: die 89,7 von ARABELLA ist eine gute Wahl, die ist vollkommen verträglich.

In STEYR wurde für die Stadt die 93,9 und 97,9 koordiniert. Gingen nie in Betrieb. Stattdessen warf man beim Mobilfunkmast - auch wieder ohne Not – die Frequenzschleuder an, nämlich Nebenkanal (92,2) und Gleichkanal (107,7).

Das Problem ist ja größtenteils, dass diese Füllsender weit übers Ziel hinausschießen. Steyr stört auf der Westautobahn von Sattledt bis Ansfelden, wahrnehmbar (aber nicht mehr störend) ist der schon ab Wolfsegg/Hausruck! Klar, wenn der Mobilfunkmast noch dazu Nordwestkeule hat!! Nach Norden geht der intensiv störend bis BAD LEONFELDEN und WULLOWITZ!! Perg stört ab ca. dem Puckinger Berg bei Ansfelden, wahrnehmbar ist der bis ins Atterseegebiet! Freistadt stört ab Linz, wahrnehmbar (nicht mehr störend) aber ebenfalls bis in den Attergau hinein!

Es regt sich niemand auf, würde man bspw.
a) Perg/Lanzenberg rein mit scharfer Richtstahlung nach Osten betreiben,
b) Arabella Ybbs bspw. so betreiben, dass es ab Sankt Valentin nicht mehr stört,
c) Steyr - wenn schon auf Kollision gewählt - wenigstens so betreiben, dass die Stadt über einen Standort mit scharfer Ostkeule oder andernfalls Downtilt versorgt wird und
d) Freistadt qua Downtilt ab spätestens ca. Neumarkt/Unterweitersdorf wegbrechen würde.

Die Streuwirkung von diesen Funzeln "hinten raus" ist das wirklich, wirklich unangenehme - das beeinträchtigt in Gegenden, wo Bayern klar VERSORGUNGSNIVEAU hat und immer schon hatte (Autobahn A1 von Sattledt bis Linz)! Und das kriegt auch Forst auf Höhe Linz, Ansfelden - obwohl er eigentlich nach Osten strahlt.

Back to topic: Man hätte in gegenständlichem Fall (FRF Gusental) die 99,9 vorab testen können, hätte sie nach dem Ausmessen wahrscheinlich ohne nennenswerte Probleme auf Grünburger wie auf Luftenberger Seite durchgekriegt, und schlussendlich das bessere Ergebnis am Ende des Tages erreicht gehabt.
Aber ja, macht halt mehr Aufwand als sich einfach neben den Bayern hinzusetzen…
Austria MV
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Re: Freies Radio Freistadt

Beitrag von Austria MV »

Gibt es schon Informationen was auf 107,6MHz oder 100 MHz kommen soll?

Aber auf jedem Hügel oder Senke total unterschiedliche Empfänge...

Bei mir zwischen Bad Leonfelden und Freistadt nähe Tschechien.



99,9 FM4
100 Cesky Rozhlas (sehr schwach)
100,1 DLF


107,5 Welle1
107,6 Lausitz (DX)
107,7 Antenne Bayern
WELLE1_20240210-140416-107500-A759.png
Lausitz0240210-140346-107600-14C1.png
AntenneBayern0240210-140428-107700-D318.png
100MHz.jpg
Dateianhänge
AntenneBayern0240210-140428-107700-D318.png
Lausitz0240210-140346-107600-14C1.png
macright
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Re: Freies Radio Freistadt

Beitrag von macright »

Hier sieht man es wieder eindrucksvoll...
ANTENNE 107,7 Hochries hat zwischen Bad Leonfelden und Freistadt 43 dB und RDS-Qualität - da ist der Neuzugang 107,6 in seinem Versorgungsgebiet wiedermal hart am Schutzabstand dran bzw. unterschreitet diesen (Schutzabstand 33dB für 0,1-Nachbarkanalbelegung). Mit 76dB (=43dB+33dB SchutzA) fällt eine 100 Watt Funzel nur in unmittelbarster Sendernähe, vielleicht in ein, zwei Kilometer Radius um den Standort, ein - wenn überhaupt. Der Regelfall ist eher 65dB-70dB.

Bernhardsthal liegt westlich von Leonfelden, also geographisch näher zur Hochries, hier ist davon auszugehen dass die Hochries dort noch stärker ist.

Schaut sich das die RTR vorab nicht an, wenngleich vonmiraus nur nach Computersimulationen?
Wie kann so etwas seitens der Behörde genehmigt werden? Extrembeispiel Attergau in anderem Thread: auf der Umfahrungsstraße von St. Georgen/Attergau und im gesamten Umland des Marktes hat Wendelstein 55-60dB und glasklare RDS-Qualität, trotzdem wurde ein -AUSTRIA Füllsender auf Nachbarkanal koordiniert. Störungen (Überschläge) in beidseitiger Richtung evident, siehe Thread dort.

Aber wie gesagt, um diese Konstellation in Bernhardsthal ist nicht mehr schade, da Hochries dort durch Arabella-Steyr (100W Funzel in 60km Entfernung!!) eh schon weitgehend kaputt ist. Relevant ist da daher nur mehr die Beeinträchtigung für den neuen Radiobetreiber auf 107,6 - bzw. wird die neue Frequenz mit ihrer Südkeule wahrscheinlich bis Vöcklabruck wahrnehmbar sein / stören.
@Austria MV müsste die Gleichkanalsituation Hochries-Steyr im Gebiet um Leonfelden/Freistadt eigentlich gut bestätigen können.

Den Pegel vom Brotjacklriegel auf der Steyreggerbrücke bzw. zwischen Linz-Steyregg und Luftenberg möchte ich jetzt nicht wissen, gefühlt sind das um die 50dB.

Sind also die 100,0 und 107,6 für ihr jeweiliges Gebiet tatsächlich so "gut" gewählte Frequenzen? Wohl kaum, aber man nimmt sie trotzdem, weil man bei der Bayernkonfrontation einfach am wenigsten "Aufwand" hat...
Habakukk
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Re: Freies Radio Freistadt

Beitrag von Habakukk »

Austria MV hat geschrieben: So 11. Feb 2024, 17:18 Gibt es schon Informationen was auf 107,6MHz oder 100 MHz kommen soll?
Vermutlich das Freie Radio Freistadt, die haben das zumindest initiiert.
Habakukk
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Re: Freies Radio Freistadt

Beitrag von Habakukk »

macright hat geschrieben: So 11. Feb 2024, 17:40 Schaut sich das die RTR vorab nicht an, wenngleich vonmiraus nur nach Computersimulationen?
Klar tut sie das. Es werden auch genug Frequenzen von den Sachverständigen der Behörden abgelehnt. Aber warum sollten sie das tun, wenn die beantragten Frequenzen formal den Vorgaben entsprechen und auch sonst niemand Einspruch eingelegt hat?
macright hat geschrieben: So 11. Feb 2024, 17:40 Aber wie gesagt, um diese Konstellation in Bernhardsthal ist nicht mehr schade, da Hochries dort durch Arabella-Steyr (100W Funzel in 60km Entfernung!!) eh schon weitgehend kaputt ist.
Nun ja, man kann doch Antenne Bayern im Bereich der neuen 107,6 sicherlich auf 103,5 Brotjacklriegel deutlich besser empfangen. Insofern hält der Verlust sich doch bestimmt in Grenzen. Mit modernen trennscharfen Radios kriegt man das sowieso getrennt, außer vielleicht in direkter Sendernähe.
macright
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Re: Freies Radio Freistadt

Beitrag von macright »

Habakukk hat geschrieben: So 11. Feb 2024, 19:52 warum sollten sie das tun, wenn die beantragten Frequenzen formal den Vorgaben entsprechen
Tun sie ja dann nicht mehr - oder verstehe ich hier was falsch?
Also jetzt vom Schutz des Neuzugangs gesehen...

Beispiel:
Funzel neu fällt beispielsweise mit 68dB im Zielgebiet ein (ist bei 100W-Sendern aus gut 5 km Entfernung meistens dieser Pegel).
Dann darf alter Bestandssender auf Nachbarkanal nur maximal 35 dB haben.
Wird das im Zielgebiet großflächig unterschritten => Ablehnung Neukoordinierung weil Gebiet mit dieser neu geplanten Frequenz nicht nach Richtlinien versorgt werden kann.

In Bernhardsthal/Leonfelden ist das "flächige Unterschreiten" des Schutzabstandes von 33dB wahrscheinlich gerade noch grenzwertig,
in St. Georgen/Attergau jedoch sowas von evident, haarsträubend eindeutig (wohne dort)...

Das heißt: die RTR schaut da offenkundiger Weise nicht drauf.
Austria MV
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Re: Freies Radio Freistadt

Beitrag von Austria MV »

Hochries habe ich nähe Bernhardschlag nicht getestet als ich vor längerer Zeit dort war.
Wendelstein Frequenzen gingen dort in der nähe auf DAB+ mit teilweise eingezogener Antenne.
Liegt ja auf der Rückseite von mir gesehen des Sternsteins.

In Linz war mit dem Tef Radio die 100,1 DLF im Kepler Universtätsklinikum oft in der nähe der Fenster Empfangbar. Outdoor gingen draussen auch die Wendelstein Frequenzen.
FRF 107,1 ging dort auch brauchbar. Tschechien ziemlich schwach..
Zuletzt geändert von Austria MV am Mo 12. Feb 2024, 08:09, insgesamt 1-mal geändert.
macright
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Re: Freies Radio Freistadt

Beitrag von macright »

Habakukk hat geschrieben: So 11. Feb 2024, 19:52 Klar tut sie das.
https://www.youtube.com/watch?v=Y9L4nooCumk

Sieh Dir mal dieses Video an; achte, wie schnell bei den Bayern RDS/RT+ anschlägt und auf deren Empfangsgüte (vor allem hörbar bei Bayern 4 Klassik).
Mitten im Zielgebiet der neu hineinkoordinierten 98,6 - moderat erhöhte Dorflage (Weiler nahe St. Georgen).
Sehr guter, für normal extrem trennscharfer Empfänger (Fabrikat Harman/Becker wsl. mit Dynas, VW MIB 2.5)

Dass da die Schutzabstände WEIT, WEIT nicht mehr eingehalten werden, liegt wohl auf der Hand...
Die Behörde in Wien achtet also definitiv nicht darauf. Für den Attergau wäre das sogar bei einer Computersimulation (bspw. Radiomobile-Karte vom Wendelstein) vorab aufgefallen...
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Re: Freies Radio Freistadt

Beitrag von MHM »

In St. Georgen ist der Wendelstein genau durch den Lichtenberg abgeschirmt, da geht´s also erstmal 300 m rauf. Die Attergauwarte ist Luftlinie nur 4 km von St. Georgen entfernt, da kann der 115 km entfernte Wendelstein nicht mehr mithalten. Hab ich mir alles angeschaut! Bei Tropo-Wetterlagen wird es sicherlich anders ausschauen, genau deswegen spricht man ja von einer gewissen Orts- und Zeitwahrscheinlichkeit des einwandfreien Empfangs.

Übrigens steht sogar die Hochries ein bißchen im Weg, allerdings wird das eher unter der Rubrik "beugende Kante" laufen.

In Frankenmarkt ballert der Wendelstein jedoch ordentlich rein, der Ort liegt zudem in der Nullstelle des Antennendiagramms der 98,6. Dort ist der "best server" der Gaisberg, also ist es egal, wenn die 98,6 zerfleddert wird. Sie muß dort nicht versorgen.
Habakukk
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Re: Freies Radio Freistadt

Beitrag von Habakukk »

Bitte nicht hier auch noch über die 98,6 diskutieren, das reicht doch nebenan.
viewtopic.php?p=1748301#p1748301

Hier soll es um das Freie Radio Freistadt gehen.
Danke!
Zuletzt geändert von Habakukk am So 11. Feb 2024, 22:17, insgesamt 1-mal geändert.
macright
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Re: Freies Radio Freistadt

Beitrag von macright »

In anderen Thread verschoben, vollkommen rückstandslos löschen konnte ich es nicht mehr...

Aber nochmals: hab ich bei dieser Zusammenfassung irgendwo einen gröberen Denkfehler drinnen?
Beispiel:
geplante Funzel neu fällt beispielsweise mit 68dB im Zielgebiet ein (ist bei 100W-Sendern aus gut 5 km Entfernung meistens dieser Pegel).
Dann darf alter Bestandssender auf Nachbarkanal nur maximal 35 dB haben.
Wird diese Schutzabstandsdifferenz von 33dB im Zielgebiet großflächig unterschritten => Ablehnung Neukoordinierung weil Gebiet mit neu geplanter Frequenz nicht nach Richtlinien versorgt werden kann?
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Re: Freies Radio Freistadt

Beitrag von andimik »

Habakukk hat geschrieben: Di 6. Feb 2024, 11:23 100,0 Forst
und
107,6 Bernhardschlag

sind jetzt (beschränkt) in Ausschreibung
Wie konntest du das wissen, wenn das erst nach deinem Posting veröffentlicht wurde :confused:
Datum
13.02.2024
Einreichfrist
15.04.2024
Habakukk
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Re: Freies Radio Freistadt

Beitrag von Habakukk »

andimik hat geschrieben: Fr 16. Feb 2024, 09:47 Wie konntest du das wissen, wenn das erst nach deinem Posting veröffentlicht wurde :confused:
Das muss leider mein Geheimnis bleiben! :D
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