Gleichwelle 100,1 Innergebirg

Radioforum Österreich
Franz Brazda
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Re: Gleichwelle 100,1 Innergebirg

Beitrag von Franz Brazda »

Habakukk hat geschrieben: Sa 6. Nov 2021, 11:08 Ja, das ist die Kabelfrequenz.
Danke, https://www.salzburg-ag.at/content/dam/ ... leLink.pdf
Hier wird tatsächlich noch analoges UKW eingespeist ! :)
MHM
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Re: Gleichwelle 100,1 Innergebirg

Beitrag von MHM »

Der erste Sender von Radio Alpina ist in der Luft, und zwar derjenige, der leider ausscheren mußte aus dem SFN-Schema. Die 100,5 in Saalfelden/Pabing ist eingeschaltet worden :cheers:
MHM
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Re: Gleichwelle 100,1 Innergebirg

Beitrag von MHM »

Nun ist der zweite Standort on air, nämlich die 100,1 in Zell am See. Koordiniert ist zwar der Standort Lechnereck, aufgrund der Schneeverhältnisse ist er aber jetzt nicht mehr vernünftig erreichbar. Daher wird jetzt erstmal provisorisch vom Standort Bruck an der Glocknerstraße gesendet, von wo bereits die 107,1 (Welle 1) und 107,9 (Kronehit) kommen.
Habakukk
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Re: Gleichwelle 100,1 Innergebirg

Beitrag von Habakukk »

Danke für die Info. Hat Radio Alpina dort eine eigene Antenne, oder wird die von Welle 1 mitgenutzt? Die von Kronehit vermutlich eher nicht...

Als ich vor einiger Zeit dort war, hat mich sehr überrascht, wie gut der niedrig gelegene Standort Bruck doch geht, im Vergleich zum Lechnereck. Lediglich weiter hinten im Tal (schon kurz vor Krimml) bemerkt man dann doch einen Unterschied.
andimik
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Re: Gleichwelle 100,1 Innergebirg

Beitrag von andimik »

Das heißt, es kommt noch ein Bescheid bei der RTR wegen der Standortverlagerung? Das war ja schließlich beim Neubau des Pyramidenkogels auch der Fall.
MHM
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Re: Gleichwelle 100,1 Innergebirg

Beitrag von MHM »

Das würde so kommen, ja. Eine Standortverlegung mehrere hundert Meter tiefer ist koordinierungstechnisch kein Problem, lizenzrechtlich könnte es dagegen eines sein. Und zwar dann, wenn das in der Lizenz angegebene Versorgungsgebiet zu einem größeren Teil nicht mehr erreicht würde. Das ist hier zum Glück aber nicht der Fall, wie Habakukk schon schrieb. Außerdem wird eh ein Gleichwellennetz aufgezogen, welches u.a. die Pinzgauer Talachse abdecken wird.
strade
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Re: Gleichwelle 100,1 Innergebirg

Beitrag von strade »

Verstehe ich diese UKW-Gleichwelle richtig : Innerhalb der eigentlichen Sendegebiete (zu ebener Erde, besiedeltes Tal) ist der Empfang bestens, während am Rande der Ausleuchtzonen, oder sagen wir auf der Almhütte, mehrere Sender gleichzeitig und unsynchron ankommen, was dann zu einem breitbandigen Rauschen führt, das man u.a. mit der 103,1 in NL beobachtet kann ?
MHM
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Re: Gleichwelle 100,1 Innergebirg

Beitrag von MHM »

Das mit "breitbandigem Rauschen" habe ich jetzt nicht ganz verstanden, die Störungen betreffen die Gleichwellenfrequenz selbst. Die sog. Verwirrungszonen treten dort auf, wo die SFN-Signale gleich oder ungefähr gleich stark einfallen. Für diese Zonen muß die Synchronisierung passen, bei größeren Feldstärkeunterschieden (sagen wir mal 6 dB und mehr) sorgt der Capture-Effekt der analogen Frequenzmodulation dafür, daß sich die Störungen nicht mehr bemerkbar machen. Am Rande des Versorgungsgebietes kann das Signal zwar schräg klingen, aber nur wenn dort mindestens zwei der Gleichwellensender (fast) gleich stark ankommen. Bei den französischen Autobahnsendern ist das der Fall, wenn man sich seitlich von der Autobahn wegbewegt, hier im Innergebirg wird das dagegen nur die eine oder andere Kamm-/Gipfelregion betreffen, wo es nicht stört.
strade
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Re: Gleichwelle 100,1 Innergebirg

Beitrag von strade »

Ich denke, das hast du gut beschrieben.
Beispiel : Man fährt von Gronau (Deutschland) in Richtung NL, dann weiter auf deren Autobahn A1. Vor Gronau ist VERONICA auf 103,1 recht gut zu empfangen. Südlich von Enschede ( der Füllsender steht nördlich von Enschede ) ist die 103,1 noch brauchbar, es geht im Bereich Hengelo immer weiter in ein Gerausche und Gezwitscher über. Der Suchlauf findet den Sender Aufgrund des Pegels, aber selbst RDS wird immer schwerer gelesen. Dann kommt eine lange Phase des Rauschens mit hohem Pegel, da der Sender Markelo und Losser eigentlich in Sichtweite sind. Hier ist wirklich nichts mehr hörbar. Kurz vor dem Sender Markelo fährt man auf der Autobahn in dessen 103,1 rein, und Veronica ist wieder sauber drin, Auf einer Strecke von ca. 500 Metern ist auf der Autobahn fast gar nichts hörbar, dennoch wird die Frequenz Aufgrund des Pegels gefunden.
Es soll mal eine Zeit gegeben haben, wo man Markelo abgeschaltet hatte, dann soll die Reichweite von Veronica wesentlich besser gewesen sein.
jkr 2
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Re: Gleichwelle 100,1 Innergebirg

Beitrag von jkr 2 »

Eine ähnliche Situation hat ja Habakukk schon vor Jahren beschrieben: die 107,1 von B24 aktuell, die vom Hochberg und von Bad Reichenhall aus beide die gleiche Frequenz benutzen. Gut, der Teisenberg hilft auch noch bei der Entkoppelung mit...
QTH: Regensburg
Habakukk
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Re: Gleichwelle 100,1 Innergebirg

Beitrag von Habakukk »

In Schwarzach ist man jetzt auch auf Sendung.
MHM
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Re: Gleichwelle 100,1 Innergebirg

Beitrag von MHM »

Mit dem Sender oben auf dem Gern macht Radio Alpina eine große Reichweite. Gestern wurde auch die 100,1 auf dem Wildkogel eingeschaltet. Der Standort ist mit gut 2100 m noch exponierter, die Kollegen sind sehr tüchtig, jetzt mitten im tiefsten Winter in solchen Höhenlagen zu arbeiten :spos:
MHM
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Re: Gleichwelle 100,1 Innergebirg

Beitrag von MHM »

Vorgestern ging auch die 100,1 am tx Golling/Haarberg on air. Aber man muß sich nochmal genau anschauen, ob sich das mit dem Brotjacklriegel verträgt. Auch die 100,5 in Saalfelden hat eine Macke, dort drückt Life Radio vom Lichtenberg über Reflexionen rein.
Habakukk
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Re: Gleichwelle 100,1 Innergebirg

Beitrag von Habakukk »

Ich kann mir schon vorstellen, dass der Brotjacklriegel rund um Golling noch gut geht. Der kann sich entlang der Salzach wohl noch gut ausbreiten.

Bei euren Tests in Liefering damals auf 94,4 und 96,5 hattest du ja gemeint, dass man mit 200W statt den dort bei freier Frequenz üblichen 20W senden musste, um die Störungen durch den Brotjacklriegel auszugleichen.

Golling liegt zwar schon ein Stück weit südlicher, aber das Tal ist halt schön nach Norden offen.

In Hallein wird man wohl schon nichts mehr hören können, oder?

Dass Linz/Lichtenberg in Saalfelden doch noch so stark ist, wundert mich dagegen ein wenig. Klar, dort geht auch alles aus Norden gut, weil wohl viel an den umliegenden Bergen reflektiert wird. Saalfelden ist ja von Feldwänden nur so umgeben: Loferer Steinberge, Steinernes Meer, etc ..
MHM
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Re: Gleichwelle 100,1 Innergebirg

Beitrag von MHM »

Bei unseren Tests am tx Liefering zeigte sich, daß es 100 kHz neben dem Brotjacklriegel nur dann vernünftig funktioniert, wenn man die Leistung um 10 dB gegenüber den anderen Liefering-Frequenzen erhöht. Es wäre dann ein Füllsender gewesen, der seinen Zweck erfüllt (Lückenfüllung in der Altstadt), aber keinerlei Overspill hat. Dabei ist im Stadtgebiet der Brotjacklriegel relativ schwach, sobald man den Talkessel verläßt, brettert das Signal in Ortssenderqualität rein.

Auch oben am Haarberg ist der DLF sehr präsent, unten im Tal schaut´s besser aus, aber die Schutzabstände nach ITU werden wahrscheinlich bei etwas größerem Abstand zum Sender nicht eingehalten, somit auch null Overspill. ch muß mir das nochmal anschauen, evt. mit Senderabschaltung. Notfalls muß die Frequenz geshiftet werden, etwa auf die 100,3 falls sich das mit Högl ausgeht. Und auch in Saalfelden ist ein Shift auf 100,3 zu überlegen. Richtung St. Johann drückt der Lichtenberg so stark rein, daß Radio Alpina nicht mehr hörbar ist.

Gibt noch weitere Probleme: Zwischen Zell am See und Schwarzach/Pongau kommen die Signale so komisch daher, daß auch eine Synchronisierung nichts hilft. Eigentlich bräuchte es einen Zwischensender in Lend oder oben am Luxkogel, ist halt ORF-Standort. Dann kommt hinzu, daß der tx Lechnereck im Winter nicht vernünftig erreichbar ist (auch nicht mit Hubschrauber, außer man seilt sich ab) und die Platzverhältnisse beengt sind. Daher bleibt es erstmal beim tx Bruck, wobei separate Antennen vonnöten sein werden. Derzeit hängt die Antenne für Welle 1 und Alpina nur auf 10 m über Grund (Kronehit jetzt separat auf 36 m) und für die 106,7 braucht es eine dritte Antenne wegen der 107,1. Zudem ist die Leistung reduziert, weil die dortige Weiche nicht mehr Dampf verträgt.
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