Kernkraft? Ja, bitte! - Eine Frage der Energiewende

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Thomas(Metal)
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Kernkraft? Ja, bitte! - Eine Frage der Energiewende

Beitrag von Thomas(Metal) »

Ein Thema mit Spaltpotential, keine Frage. Alles Weitere wird man sehen. Auch wie man mit der Energiewende weitergeht und wohin sie führt oder führen kann.
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Thomas(Metal)
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Re: Kernkraft? Ja, bitte! - Eine Frage der Energiewende

Beitrag von Thomas(Metal) »

Ich fürchte: Wir haben uns auf Grund der laufenden CO2-Hypothek schneller vom Planeten geheizt als das Themen einer Endlagerung o. ä. überhaupt werden... :eek:
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PhanTomAs
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Re: Kernkraft? Ja, bitte! - Eine Frage der Energiewende

Beitrag von PhanTomAs »

Nein, danke. Es sei denn, du lagerst den ganzen Atommüll in deinem Keller und lässt das KKW in deinem Hinterhof errichten.

Lieber zehntausend Windkraftwerke als diese verstrahlte überholte Technik.
PAM
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Re: Kernkraft? Ja, bitte! - Eine Frage der Energiewende

Beitrag von PAM »

Youtube ist voll von Videos kollabierender Windkraftwerke. Sie direkt in bewohntes Gebiet zu bauen, hätte eine gewisse "Spannung" für die Anwohner. Lärm kann eigentlich kein Argument dagegen sein. Man baut und wohnt ja auch in lauten Innenstädten, an stark befahrenen Landstraßen und Autobahnen, an Bahntrassen mit Güterverkehr oder rund um Flughäfen.

Ich hätte die Kernkraftwerke weiter betrieben, die in guter Verfassung waren und für die noch reichlich Brennmaterial vorrätig war (inzwischen ist das verkauft).

Börsenweisheit: Man setzt bei seiner Geldanlage nie auf eine einzige Säule. Geht sie krachen, stürzt alles ein und man verliert auch alles. Je breiter man aufgestellt ist, um so weniger schlimm ist es, wenn eine Säule weg bricht. Und eine zweite wäre auch noch nicht schlimm. Der Rest trägt ja noch.

Allein auf Erdgas zu setzen, dass man nicht einmal selbst hat, war ein Fehler. Die vorschnelle Aufgabe vorhandener Kernkraft- und Kohlekraftwerke war der zweite elementare Fehler. Diese Fehler zusammen machten abhängig und erpressbar. Dass nach wie vor Energie aus Wind- und Solaranlagen nicht nennenwert gespeichert werden können, wäre ein weiterer Fehler.

Der Zeitpunkt, diese Fehler zu korrigieren, ist längst vorbei. Nun zählt nur noch, die Schäden für die Volkswirtschaft zu begrenzen und die vorhandenen Energiemengen aufzuteilen. Dabei muss jeder Abstriche hinnehmen und keiner darf seine bisherigen Verbrauchsmuster beibehalten. Jeder wird Einschnitte hinnehmen müssen, die spürbar über Komforteinbußen hinaus gehen.

Erstmal geht es nur um das reine Überleben. Um Betriebe und damit Arbeitsplätze zu erhalten, muss auch durchgesetzt werden, Privathaushalte spürbar an den Einsparbemühungen zu beteiligen. Die alleinige Aussage, die Versorgung der Haushalte hätte Priorität, ist daher ein falsches Signal. Natürlich sollte man den Bewohnern von Städten und Gemeinden nicht zuerst den Hahn zudrehen und den Strom abschalten. Aber angesichts sich andeutender Engpässe muss sich jeder zurücknehmen.

Eine Steuerwirkung werden die weiter explodierenden Energiekosten haben, man wird sich allein deshalb einschränken. Weiter geht es mit dem Verzicht auf nicht lebensnotwendigen Luxus - die Hallenbäder waren bereits ein Thema und hatten wohl ihre Zeit gehabt. Man wird sie sich einige Zeit nicht mehr leisten können und irgendwann zurückbauen.

Dass es Heizung und Warmwasser für die, die es sich leisten können, nur noch zu bestimmten Zeiten geben wird, daran wird man sich rasch gewöhnen. Und auch im Hinterkopf behalten, dass es nicht für jeden und zu jeder Zeit Elektroenergie geben kann, wenn mehr verbraucht wird, als zur Verfügung steht. Lastabwürfe werden dafür sorgen, dass nicht alle zeitgleich im Dunklen sitzen. Und da wird es manche Regionen häufiger treffen, damit in Berlin die Leuchtreklamen an bleiben!
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RF_NWD
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Re: Kernkraft? Ja, bitte! - Eine Frage der Energiewende

Beitrag von RF_NWD »

Vieles hängt doch vom Akzeptanzproblem der Technologien in der Bevölkerung ab.

AKW war eine Idee, Ballungsräume zu versorgen und die negativen Begleiterscheinungen in abgelegene,ländliche dünn besiedelte Regionen abzuschieben. Atomklo Lüchow-Dannenberg. Dumm nur, wenn es knallt, guckt man sich die Evakuierungslpäne dann an, betriffts dann eben auch Ballungsräume.
Bei den natürlichen Energien sind die Auswirkungen für weite Landstriche dann deutlicher. Die Verspargelung der Landschaft erst in der Tiefebene und dann auf den Bergen der Mittelgebirge war in meiner Umgebung aus ästhetischen Gründen und im Sinne des Naturschutzes sicher kein schöner Anblick.

Das Nimby Phänomen bekommen wir aber nur weg, wenn alle gleichermaßen betroffen sind.
Ich kann zwar verstehen, wenn Mitglieder der Grünen sagen, der Natur- und Artenschutz muss Vorrang haben, aber wo bleiben die Lösungen ?
www.sueddeutsche.de/politik/bundestag-s ... -99-955342

Es braucht mehr Ansätze, die vorhandenen Energien zu speichern und überregional verfügbar zu machen.
Die Idee mit "Deutschlands größter Thermoskanne" in Berlin hat doch was.
/www.tagesschau.de/wirtschaft/technologi ... l-101.html
Und natürlich kann man auch nicht ständig gegen neue Stromtrassen für die Windenergie des Nordens in die mittel-und süddeutschen Regionen protestieren. Da muss es Lösungen geben, die akzeptiert werden, auch wenn es dann heißt: teures Verbuddeln.
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DH0GHU
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Re: Kernkraft? Ja, bitte! - Eine Frage der Energiewende

Beitrag von DH0GHU »

Kernkraft ja würde bedeuten: Wir müssen neue Kernkraftwerke bauen. Die guten alten Anlagen haben wir großteils abgeschaltet oder in den letzten Jahren auf Verschleiß gefahren. Nötige Investitionen für einen Weiterbetrieb über das Jahr 2022 hinaus wurden weder in Personal noch Technik noch Brennstoffe getätigt.
Die bestehenden Atomkraftwerke produzieren Stand 2022 ca. 30-35 TWh Strom pro Jahr: (1485 MW Isar 2 + 1400 MW Neckarwestheim + 1400 MW Emsland)*8760h - abzüglich Wartungszeiten. Sie ersetzen potentiell 7% unserer Erdgasimporte und tragen zu einem vergleichbar hohen Anteil an der Gesamtstromproduktion teil.
Das ist die Ausgangssituation heute.

Ich halte es mit Helmut Schmidt und FJS: Atomkraft ist eine Übergangstechnologie, bis uns genug Energie aus Sonne und Wind zur Verfügung steht. Der Kernkraftbefürworter Schmidt hat dies schon 1979(!) so formuliert - mit der Begründung, dass wir ansonsten unser Klima ruinieren.

Wenn wir die fossilien Energieträger durch AKWs ersetzen wollen, benötigen wir dafür circa 20-25 neue Atomkraftwerke oder ca. 30 GW Leistung. Das dürfte zwischen 200 und 300 Milliarden € kosten, wenn man die Baukosten aktueller AKW-Projekte in Europa als Maßstab nimmt. Ganz ohne Entsorgung und andere Ewigkeitskosten, Brennstoffe, etc.
30 GW Offshore-Windkraft kosten ebenfalls 120 Milliarden € - onshore ist billiger, aber weniger effizient.
Fehlt noch die Speichertechnologie für Lastspitzen - die braucht Kernkraft als reine Grundlasttechnologie aber auch. Windkraftanlagen kann man schnell ab- und anschalten (wenn die Steuerungstechnik nicht gerade ausfällt... ;) )
Aus wirtschaftlicher Sicht ist Atomkraft also nur bedingt sinnvoll.

Dem gegenüber stehen die Risiken. Im Risikomanagement betrachtet man immer mehrere Faktoren:
- Die Kosten bei Eintritt eines Risikos
- Die Wahrscheinlichkeit zur Abwendung des Risikos
- Die Kosten zur Eindämmung des Risikos.
Wie hinnehmbar ein Risiko ist und wie viel man dagegen tut, ist immer von diesen 3 Faktoren abhängig.

Hier verliert Kernkraft aber ganz ganz schnell an Boden: Die Kosten bei Eintritt des Risikos "unkontrollierte Kernschmelze" sind unüberschaubar. Hier reden wir nicht von Milliardenschäden, sondern von Billionenschäden. In Richtung der Hauptwindrichtung liegt bei uns nicht der Pazifik, sondern das nächste Ballungszentrum. Die Suppe wird nicht vom Pazifik verdünnt, sondern fließt Rhein- Donau- oder Elbabwärts und verseucht das Grundwasser auf lange Zeit.

Wie wahrscheinlich ist das? Nun, bisher sind weltweit wohl keine 1000 Atomreaktoren gebaut und betrieben worden (zumindest laufen derzeit nur etwas über 400). Mindestens 2 davon sind bisher mit einem Super-GAU geendet. Risikoeintrittswahrscheinlichkeit: >0,2%.
Frage: Wenn jeder 500. Flug mit einem Absturz enden würde, würde man dann noch aus Spaß mit dem Flieger verreisen?
Gegenmaßnahmen? So sicher machen, dass nix passieren kann. Fukushima war so ein sicheres KKW, andere mit "schwächeren" Störfällen auch. Naja auf dem Papier. Auch KKWs vom Tschernobyl-Typ sind relativ sicher, solange keiner einen Fehler macht. Den Rest kennen wir.
Neue Reaktortechnik mag das können - aber wann wäre der erste Reaktor fertig, der intrinsisch sicher ist? Zu welchen Kosten? Noch teurer als der EPR? Mit ähnlichen Bauzeiten von >10 Jahren? Würde man sich heute für neue KKWs in D entscheiden, wäre das erste frühestens 2035 verfügbar - je nach Technologie noch später. 2040 ist realistischer: In Finnland hat man mehr als anderthalb Jahrzehnte gebaut... Bis dahin wollen wir aber schon längst weitgehend aus der fossilen Stromerzeugung raus. Und wir reden ja von 20-25 oder mehr Reaktoren.

Nehmen wir als Risikoabwendungsmethode für den Atomunfall die Perfektionierung der Technik und den Ersatz alter Reaktoren durch neue (weil die alten eh schon abgerissen sind, kommt die Überlegung sowieso zu spät), so sind die Kosten zur Risikoeindämmung extrem hoch. Sie liegen vermutlich bei weit über 200 Milliarden €. Für 200 Milliarden € bauen wir deutlich mehr On- und Offshore-Windkraft und Solarenergie auf, als wir als Leistungsäquivalent für 20 AKWs benötigen. Die Überschüsse wandelt man in Wasserstoff oder sogar in Methan - mit letzterem ließen sich bestehende Gaskraftwerke, Heizungen und Industrieprozesse klimaneutral weiterbetreiben. Da ein Gutteil der Wind-Kapazitäten weit weg liegen wird, wird diese Umwandlung sowieso passieren.
Auch hier ist es natürlich ganz richtig, dass auch eine Windkraftanlage havarieren kann. Dadurch können tatsächlich Menschen oder Tiere zu Schaden kommen. Aber wie viele? Die Schadenssummen sind doch überschaubar. Es werden keine ganzen Landstriche auf Jahrzehnte unbewohnbar, es müssen nicht tausende Firmen schließen und Millionen Menschen flüchten.

NEUinvestitionen in Kernkraft kommen viel zu spät, um damit vom Klima zu retten, was noch zu retten sein könnte. Das damit verbundene Risiko steigt mit der Geschwindigkeit der Investition: Neue Technologien brauchen noch länger zur Einführung als bestehende. Es sind Großprojekte, die die Komplexität von Vorzeigeprojekten wie BER, S21 oder ElPhi weit übersteigen. Der einzige Ausweg aus der Klimakrise besteht aus meiner Sicht kurzfristig in einem massiven Ausbau schnell aufbaubarer Alternativen wie Wind, Sonne, etc - und in Einsparungen, z.B. durch Wärmepumpen zumindest in Neubauten und leicht umstellbaren Bauwerken.

Ein Sonderfall ist die Abwendung einer kurzfristigen Energiekrise im nächsten Winter bei Ausbleiben von Gaslieferungen aus Russland und/oder einer verspäteten Inbetriebnahme der LNG-Terminals. Hier wäre der Weiterbetrieb der drei verbliebenen Reaktoren tatsächlich eine Option. Die Frage ist nur: Geht das überhaupt? Wie viel Energie können die Brennstäbe überhaupt noch liefern, steht genug Personal zur Verfügung, sind womöglich Wartungszyklen überfällig? Hier fehlt für mich schlichtweg noch eine plausible Machbarkeitsklärung. Dann, nur dann, wäre eine Verlängerung der Laufzeit um 3 Monate - also bis zum Beginn des Frühjahrs mit reduziertem Erdgasbedarf -, sinnvoll. wenn das nur dann sinnvoll geht, wenn diese 3 Reaktoren 2-3 Jahre weiter betrieben werden: Durchaus eine Option. Fast komplett neue Brennstäbe "wegwerfen" wäre auch Blödsinn. Neue Sicherheitstechnik für 3 Monate zu installieren: Blödsinn. wenn es nicht anders geht: Nutzen, so lange sinnvoll und nötig.
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Re: Kernkraft? Ja, bitte! - Eine Frage der Energiewende

Beitrag von das letzte MHz »

Kernkraftwerke wurden früher mit dem Versprechen errichtet, dass das Restrisiko einer Kernschmelze bei einer in 1 Million Jahren liegt. Wir hatten hingegen in nicht mal 50 Jahren bereits drei Kernschmelzen von bedeutendem Ausmaß:

Three Mile Island (1979)
Tschernobyl (1986)
Fukushima (2011)

Hinzu kommt noch eine lange Liste partieller Kernschmelzen oder Kernschmelzen in Forschungsreaktoren und diverse andere Unfälle mit Freisetzung von Radioaktivität wie dem Kyschtym-Unfall:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kyschtym-Unfall

Die Menschheit ist einfach nicht in der Lage Kernkraftwerke sicher zu betreiben. Jetzt nicht und vermutlich auch für die nächsten 500 Jahre nicht. Da kann man sich drehen und wenden wie man will, es geht einfach nicht und damit ist die Frage der Kernenergie eigentlich schon beantwortet.
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PAM
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Re: Kernkraft? Ja, bitte! - Eine Frage der Energiewende

Beitrag von PAM »

CDU: Grüne stellen schmutzige Kohlekraftwerke über Atomkraft

CDU-Generalsekretär Mario Czaja wirft Wirtschaftsminister Robert Habeck und den Grünen eine ideologiegetriebene Energiepolitik vor. "Die Grünen setzen lieber auf klimaschädliche Kohlekraftwerke", sagt er zu der Weigerung, die Laufzeit für die drei noch arbeitenden Atomkraftwerke zu verlängern. Dabei bekomme man Brennstäbe aus Australien oder Kanada. "Wir haben den Eindruck, dass die Bundesregierung das Land versucht auf eine schwere Zeit vorzubereiten – statt sich vorzubereiten", fügt Czaja hinzu und betont, dass es neben einem Gasmangel auch eine Stromunterversorgung geben werde. Es sei völlig unsinnig, dass in Deutschland im Mai so viel Gas verstromt wurde wie noch nie - das nun in den Gasspeichern fehle. (Reuters)
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Re: Kernkraft? Ja, bitte! - Eine Frage der Energiewende

Beitrag von das letzte MHz »

Zur Debatte um eine längere Laufzeit der verbliebenen drei Atomkraftwerke sagte Müller [Anmerkung von mir: "Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur"], Deutschland habe ein Gas-Problem, ein Wärmeproblem. Gas werde als Grundstoff in der Industrie eingesetzt, "da helfen uns Atomkraftwerke gar nichts".
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Behoerde ... 55078.html
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Re: Kernkraft? Ja, bitte! - Eine Frage der Energiewende

Beitrag von Nicoco »

Also ist es vollkommen sinnlos, das Gas in den Gaskraftwerken einzusparen und anderweitig Strom zu produzieren? :verrueckt:
strade
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Re: Kernkraft? Ja, bitte! - Eine Frage der Energiewende

Beitrag von strade »

Bettelst du um Logik ? :bruell: Kohle nein, da sind die Hüpfkinder dagegen. Kernenergie : Haben wir grade erklärt bekommen. Sonne scheint nicht immer, Wind gibt es auch nicht immer. Aber der Strombedarf steigt immer weiter (Akku-Autos, die letztlich mich russischem Gas fahren), Übrigens : https://www.bundestag.de/hib Vieles erreicht die üblichen Medien nicht. Viel Spaß beim lesen, das kann ruhig als Favorit abgespeichert werden. Politische Bildung beginnt nicht in den MSM.
Georg A.
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Re: Kernkraft? Ja, bitte! - Eine Frage der Energiewende

Beitrag von Georg A. »

Klar würde mit AKWs etwas Gas eingespart werden können. Aber bleiben wir doch mal bei der Logik. Sonst kommt ja auch immer von interessierter Seite der Hinweis, dass das mit EE ja völlig fürn Arsch ist, weil die ja (bis aufs Biogas) nur Strom abdecken und nicht den gesamten Primärenergiebedarf... Dann gilt das für die 5-8% AKW-Strom noch viel mehr als für die 20 bis >40% EE. Noch dazu, wo jetzt das Abschalten jahrelang geplant wurde, da hängt ja auch logistisch einiges dran. Ist ja nicht so simpel wie "ach, ich heiz jetzt meinen Kaminofen mal einen Tag länger".

Wir könnten viel mehr Gas einsparen (und/oder gar nicht den "Zwangs"bedarf haben), wenn die letzten 16 Jahre nicht so so total durchgehend gepennt und verhindert worden wäre. Söderli will jetzt AKWs, aber Bayern (=Drehhofer&CSU-Co) hat sich dauernd gegen neue Stromleitungen gesperrt, damit der Windstrom aus dem Norden auch in den Süden kommt und nicht dauernd abgeregelt werden muss. Verlogener gehts wirklich nicht mehr.
RF_NWD
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Re: Kernkraft? Ja, bitte! - Eine Frage der Energiewende

Beitrag von RF_NWD »

Die Bundesländer mit der höchsten Produktionsmenge an erneuerbaren Energien wie Bayern und Niedersachsen können ihre AKW guten Gewissens Ende des jahres abschalten.
Wenn die Bundesländer in der Mitte den Überschuss nicht haben wollen, weil sie die Stromtrassen endlos blockieren. Selber Schuld! Lingen wird abgeschaltet, genauso wie Grohnde es schon ist. Ende der langen AKW Ära in NDS.
Wo es hakt:
Seht selbst nach:
www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/ ... rafik.html
Frankreich bezieht beinahe täglich Strom aus Deutschland – weil seine AKW nur mäßig arbeiten können

Kürzlich schaltete sich EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton in die deutsche Nukleardebatte ein. „Es ist äußerst wichtig, die drei deutschen Kernkraftwerke, die noch in Betrieb sind, länger laufen lassen“, sagte er und verwies auf sein Heimatland Frankreich, wo noch 56 Atomkraftwerke am Netz sind. Tatsächlich standen im Juni 29 dieser Reaktoren still – einige wegen Sicherheitsuntersuchungen, andere wegen Revisionsarbeiten. Bei weiteren führten Hitze und niedrige Wasserstände zur Leistungsdrosselung.

Seit Jahresbeginn bezieht Frankreich nahezu täglich Strom aus Deutschland in einer Größenordnung von bis 100 Gigawattstunden. Das entspricht der Leistung von drei konventionellen oder nuklearen Großkraftwerken. Rechnerisch laufen die drei letzten deutschen Atomkraftwerke also nur noch für den Stromexport ins Atomland Frankreich.
/www.haz.de/wirtschaft/atomkraftwerke-la ... 75Z5A.html
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Thomas(Metal)
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Re: Kernkraft? Ja, bitte! - Eine Frage der Energiewende

Beitrag von Thomas(Metal) »

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Re: Kernkraft? Ja, bitte! - Eine Frage der Energiewende

Beitrag von Georg A. »

Thomas(Metal) hat geschrieben: Di 12. Jul 2022, 20:00 Wasser auf meinen Mühlen:

https://focus.de/finanzen/anna-veronika ... 52057.html

:spos: :spos: :spos:
"Die EnBW konnte in Philippsburg ja gar nicht schnell genug die Kühltürme sprengen. Kaum stillgelegt, schon zersägt: Das ist typisch für den deutschen Umgang mit der Kernenergie."

Klingt jetzt nicht gerade nach einem Problem der Grünen an sich...

Gabs eigentlich irgendwelche belastbare öffentliche Aussagen der Betreiber? Die Regierung sagt ja "in Vertretung", dass die selber gar nicht wollen/können.
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