die unglücklichen Brandenburger

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Dudelsack
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Re: die unglücklichen Brandenburger

Beitrag von Dudelsack » So 30. Dez 2018, 18:32

Ich kann die Reaktion allerdings gut nachvollziehen. Ein guter Bekanter von mir hat ebenfalls die Angewohnheit, dem Adjektiv einzig einen Superlativ zu verpassen. Es dauerte mehrere Jahre, bis ich mich daran gewöhnt hatte.
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pomnitz26
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Re: die unglücklichen Brandenburger

Beitrag von pomnitz26 » So 30. Dez 2018, 18:34

Ich habe kein Problem mit ihm seine Schreibweise.

Das muß Kesseln
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Re: die unglücklichen Brandenburger

Beitrag von Das muß Kesseln » So 30. Dez 2018, 19:24

pomnitz26 hat geschrieben:
So 30. Dez 2018, 18:34
Ich habe kein Problem mit ihm seine Schreibweise.
So schlimm ist meine Schreibweise doch auch nicht :) Trotzdem nehme ich den Hinweis von @Felix 2 an. Habe das aber schon oft so gelesen in Foren.

das letzte MHz
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Re: die unglücklichen Brandenburger

Beitrag von das letzte MHz » Mi 6. Nov 2019, 21:22

Es sei erwähnt, dass Brandenburg dieses Jahr erfolgreich seinen letzten Platz im Glücksatlas verteidigt hat :joke:

https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag ... burg-.html
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Chris_BLN
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Re: die unglücklichen Brandenburger

Beitrag von Chris_BLN » Do 7. Nov 2019, 10:31

Ich bin gebürtiger Thüringer. Mein Elternhaus steht dort. Ich mag das Haus, ich mag sogar die Inneneinrichtung einiger Räume (wer mag schon das, was seine Eltern vor Jahrzehnten mal reingeräumt haben?), ich mag den Garten drumherum mit den Bäumen. Ich mag das Mittelgebirgsvorland, in dem sich meine Heimatstadt befindet. Die Stadt hat sehr schöne Ecken, sie hat einen riesigen Stadtwald, nach Süden kommt man schnell in landschaftlich noch abwechslungsreichere Gegenden.

Aber ich ertrage es dort nicht. Das Klima ist seit Jahrzehnten geprägt von Hass, Neid, Missgunst, Häme, Besserwisserei und Stammtischparolen. Es besteht ausdrückliche Zukunftsverweigerung. Dank der nun legalen Wählbarkeit von Rassismus und Nationalismus sieht es politisch nun auch entsprechend aus. Da rennen Geschäftsführer aus dem Mittelstand mit Nazi-T-Shirts in der Öffentlichkeit herum. Da kann man richtig fühlen, dass viele Menschen nur noch Zombies sind, es ist keinerlei fließende Herzenergie zu spüren. Deutsche Kinder wachsen oft in einem Klima auf, das ihnen einen Entwicklungsrückstand von mehreren Jahren zu in intakten Elternhäusern aufwachsenden Kindern beschert. Oft sind, wenn ich mal in die Stadt muss, Flüchtlingsfamilien die einzigen Menschen, denen ich noch eine gewisse Selbstachtung ansehen kann und die mit ihren Kindern anständig umgehen. Ich bin froh, nicht in die Situation gekommen zu sein, in dieser Stadt leben zu müssen und Familie zu haben - ich hätte meine Kinder nicht dort in die Kita und in die Schule schicken wollen, weil sie eben zwangsläufig duch die Kinder aus anderen Elternhäusern in einer weise "sozialisiert" worden wären, die nicht zukunftsfähig ist und an anständigen Orten ausdrücklich unerwünscht ist.

Wäre dort nicht mein Elternhaus, gäbe es für mich keinen Grund, Thüringen wieder zu betreten. Das ist kein Lebensraum für mich, ich bin dort fremd, wie es fremder nicht sein kann. Diese Situation macht mich tatsächlich unglücklich, weil es mir bislang nicht gelungen ist, mich innerlich von meinem Elternhaus zu verabschieden. Es wird nicht mehr lange dauern und ich muss eine Entscheidung treffen, da dann niemand mehr sein wird außer mir, der dieses Haus erhalten kann/ soll / muss oder eben auch nicht. Und von Berlin aus "Fernwartung" zu machen ist ja nun auch nicht die Lösung. Aber alles aufgeben? Das Haus mag ich weitaus mehr als meine Berliner Mietwohnung (und die ist sehr ok).

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