Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre...

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Thomas(Metal)
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Re: Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre...

Beitrag von Thomas(Metal) »

PAM hat geschrieben: Do 7. Okt 2021, 21:03 Bleibt nur noch: Es sind keine Geschenke zu verteilen. Weder ein Umweltbonus, noch eine Mütterrente. Die Staatsverschuldung ist hoch, der Bürger muss sich daran beteiligen. Ohne Steuererhöhungen oder Kürzung staatlicher Zuwendungen wird es nicht gehen. Nur wer das verkauft, der schadet sich selbst.
Du solltest noch eines dazugeben: Inflation. Wenn jetzt oder _dann_ die Notenbank die Zinsen erhöhen muß bekommen die Staatsschulden wieder eine ganz andere Bedeutung :eek: . Da ist in jedem Fall reichlich Musik drin.
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Manager
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Re: Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre...

Beitrag von Manager »

PAM hat geschrieben: Do 7. Okt 2021, 21:03 Bleibt nur noch: Es sind keine Geschenke zu verteilen. Weder ein Umweltbonus, noch eine Mütterrente. Die Staatsverschuldung ist hoch, der Bürger muss sich daran beteiligen. Ohne Steuererhöhungen oder Kürzung staatlicher Zuwendungen wird es nicht gehen. Nur wer das verkauft, der schadet sich selbst.
Keine Sorge. Trotz gigantischer Staatsverschuldung und den Folgekosten von Corona wird es noch genug Geschenke geben - alles auf Pump finanziert.
Frag Walter-Borjans. Der kennt sich damit aus. :rolleyes:
Vor ein paar Wochen wurde der frühmorgens im DLF interviewt. Da bin ich fast vor Schreck vom Gaspedal abgerutscht, als der gesagt hat:
Schulden sind nicht an sich schlecht. :eek:
Nachzulesen ---> https://www.deutschlandfunk.de/norbert- ... _id=502824
Thomas(Metal)
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Re: Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre...

Beitrag von Thomas(Metal) »

das letzte MHz hat geschrieben: Do 7. Okt 2021, 21:42 Türöffner war Laschet mit seinem unmöglichen Verhalten nach der Wahl, da er dadurch die SPD erpressbar und gelb-grün mit viel zu viel Macht ausgestattet hat.
Türöffner war nach meiner Meinung Söder. Eine Gerichtsentscheidung gegen seine pseudo Law-and-Order-Politik zu Corona, also dem worauf er letztlich seinen Lauf ins Kanzleramt gebaut hat, und bei ihm ist die Sicherung geflogen, sw-gn-ge wurde abgesagt. "Wenn nicht ich dann Laschet auch nicht"? Das ist mir zu offensichtlich.
So muß ich tatsächlich unterm Strich sagen, klar ohne Unio-Anhänger zu sein, daß Laschet gegenüber Söder der geeignetere Kanditat war. Auch wenn das natürlich wohl von Merkel so gewünscht war.
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RF_NWD
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Re: Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre...

Beitrag von RF_NWD »

Laschet glaubt immer noch, das Modell seiner rheinischen Hinterzimmer-Politik auch erfolgreich im Bund anwenden zu können. In NRW kann er das noch, wie jetzt bei der Auswahl seines Nachfolgers durchsetzen. Aber auch dort grummelt es an der Basis. Die CDU im Land hat genug geeignete Bewerber aus diesem Bundesland. Aber sie kommen bei solchen Auswahlverfahren nicht zum Zuge. Wahrscheinlich wird jetzt die Angst vor dem Machtverlust wieder helfen., dass keiner bei der Ein Stimmen Mehrheit aus der Reihe tanzt. Aber 100% sicher ist das nicht.

Aber auch anderen Orts kommen die unterlegenen CDU Kandidaten auf dumme Ideen. Der örliche Wahlkreisverlierer kotzt sich über Frauenquoten aus, weil er einer Frau unterlegen war. Der JU Vorsitzende aus dem Nachbarbezirk hat Sehnsucht nach einem deutschen Sebastian Kurz : Ob er das heute noch wiederholen würde?

Die CDU hatte diesmal eine offene linke Flanke und einen Kandidaten , der nicht mehr der Zeit entspricht. Dies müssen einige noch lernen.
www.tagesschau.de/inland/laschet-rueckzug-cdu-105.html
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ulionken
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Re: Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre...

Beitrag von ulionken »

PAM hat geschrieben: Do 7. Okt 2021, 21:03 Ich halte es nicht für so verfahren, wie es uns die Leitmedien derzeit mitteilen. Die Positionen sind längst belegt und etwas anderes als SPD/Grüne/FDP dürfte unwahrscheinlich sein.
Ich auch nicht. Wo ist denn von verfahrener Lage die Rede? Nach allem, was ich so lese (nicht nur sog. Leitmedien) gibt es zwar erhebliche Meinungsunterschiede, aber keineswegs eine verfahrene Lage. Es wird darauf ankommen, ob es für jeden der drei Partner in spe am Ende ein akzeptables Verhältnis von Geben und Nehmen (also von "Kröten" und "Crèmeschnitten") geben wird oder nicht. Es muss nicht nur im Verhandlungsteam passen, sondern am Ende auch der eigenen Parteibasis verkauft werden können - sonst wird das niemals über vier Jahre halten.
PAM hat geschrieben: Do 7. Okt 2021, 21:03Bleibt nur noch: Es sind keine Geschenke zu verteilen. Weder ein Umweltbonus, noch eine Mütterrente. Die Staatsverschuldung ist hoch, der Bürger muss sich daran beteiligen. Ohne Steuererhöhungen oder Kürzung staatlicher Zuwendungen wird es nicht gehen. Nur wer das verkauft, der schadet sich selbst.
Das ist genau der heikle Punkt. Weder eine konsequente Klimapolitik (wie von allen vier grossen Parteien mehr oder weniger überzeugend versprochen) noch das Aufräumen nach Corona gibt es gratis. Es ist eine Schande, dass keiner der vier hier vor den Wahlen Klartext geredet hat! Die FDP wird sich jeglichen Steuererhöhungen verweigern, die Grünen würden nicht mitmachen, wenn es wieder nur kosmetische Veränderungen in Sachen Klimaschutz gibt. Als Auswege bleiben Schulden (ggf. unter vorübergehender Lockerung der Schuldenbremse), der Verkauf von "Tafelsilber" oder versteckte Erhöhungen von Abgaben. Man darf gespannt sein.
das letzte MHz hat geschrieben: Do 7. Okt 2021, 21:42 Aktuell kann man dem Wähler rot-schwarz nicht verkaufen, aber wenn weder Ampel noch Jamaika möglich sind, weil FDP oder Grüne von sich aus aussteigen, dann bleibt ja nichts anderes zum Wohle er Allgemeinheit übrig. Hier geht es um sehr viel mehr, denn wenn man FDP und Grünen jetzt ihr anmaßendes Verhalten durchgehen lässt, werden sie für lange Zeit übermütig und das wollen weder Union noch SPD.
Ich finde das Verhalten von Grünen und FDP überhaupt nicht anmassend. Sie sind zusammen gleich stark wie die SPD, haben aus dem Scheitern von Jamaika in 2017 gelernt und sich jetzt, der neuen Kräfteverhältnisse bewusst, zuerst mal untereinander abgestimmt :spos: . Rot-schwarz halte ich aus mehreren Gründen für extrem unwahrscheinlich, höchstens als Notvariante mit baldigen Neuwahlen nach absichtlich verlorener Vertrauensfrage:

CDU/CSU: Erhebliches Risiko, dass man als kleiner Partner unter einem persönlich starken Kanzler Scholz nachhaltig untergebuttert wird, ähnlich wie die zerstrittene SPD unter Merkel. Die Opposition macht einen Neuanfang für die Union einfacher.
SPD: Die Basis, besonders die Parteilinke und die vielen neuen jungen Abgeordneten, würde rebellieren.
FDP: Zum zweiten Mal kann sich Lindner einen Ausstieg in die Opposition nicht leisten.
Grüne: Wieder keine Kernziele umgesetzt, kann der Parteibasis nicht verkauft werden.

Die Chancen für Jamaika dürften gegen Null gehen, solange sich die CDU nicht selbst neu sortiert hat. Wenn die Ampel tatsächlich scheitert, dann bleibt nur eine neue Groko, der ich aber keine lange Lebensdauer geben würde.

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PAM
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Re: Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre...

Beitrag von PAM »

ulionken hat geschrieben: Do 7. Okt 2021, 23:16[...] Die Chancen für Jamaika dürften gegen Null gehen, solange sich die CDU nicht selbst neu sortiert hat. Wenn die Ampel tatsächlich scheitert, dann bleibt nur eine neue Groko, der ich aber keine lange Lebensdauer geben würde. [...]
...oder als allerletztes Szenario: Es findet sich keine arbeitsfähige neue Regierung, womit die Karten durch Neuwahlen neu gemischt und ausgespielt werden.

Aber fassen wir nochmal zusammen: Die SPD will die CDU in der Opposition sehen. Auch Grünen und FDP gefällt dieser Gedanke, stärkt er doch die eigene Position. Hinsichtlich Klimazielen und angestrebter Verteuerung fossiler Energiequellen sind sich Grüne und FDP kuschelig nah. Wenngleich der FDP noch die Flausen synthetischer Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren durch die Köpfe spuken. Kosten herkömmliche fossile Brennstoffe "endlich" mindestens ein Drittel mehr, dann würden auch die teuren synthetischen Alternativen preislich für einen Übergangszeitraum attraktiv - geht aber mit den Grünen nicht, wegen des angestrebten Verbrenner-Verbots ab Stichtag X und weil auch synthetische Kraftstoffe CO² erzeugen, was durch die progressive Besteuerung binnen weniger Jahre ebenfalls preislich durch die Decke gehen wird. In Produktion und Infrastruktur zur Versorgung mit synthetischen Kraftstoffen zu investieren, das macht für eine vielleicht nur fünf Jahre nutzbare Alternative wenig Sinn, denn spätestens dann würgt die CO²-Abgabe auch diese Kraftstoffe ab.

Dass sich letztlich alles massiv verteuert, für das Energie verbraucht oder Transportleistungen erbracht werden müssen, scheinen weite Teile der Bevölkerung noch gar nicht wahrzunehmen. Energieverbrauch steckt in jedem hierzulande produzierten Konsumgut - von der Spreewaldgurke über den Allgäuer Joghurtbecher bis hin zum hier gefertigten Manufaktur-Fahrrad. Transportdienstleistungen bringen Spreewaldgurke, Allgäuer Joghurtbecher und Manufaktur-Fahrrad in den Handel und damit zu den Käufern. Transportdienstleistungen sind aber auch der Schulbus auf dem Land, die S-Bahn in der Metropole, der Fernzug oder auch der Urlaubsflieger. Berlin beispielsweise ist groß genug, dass man einen ganzen Tag unterwegs wäre, würde man zu Fuß von einem Stadtrand zum anderen laufen wollen. Ja, gut - in den Urlaub fliegt niemand mehr. Das gehört sich nicht und gehört verboten. Fliegen tun nur Geschäftsreisende! ;)

Unter dem Strich wird es immer unattraktiver, in Deutschland zu produzieren. Die Alternative dazu ist der Einkauf z. B. der Lebensmittelriesen im Ausland, zumindest bis an die Grenze wird auch der Transport billiger sein als bei uns. Somit würden sich z. B. die Lebensmittelpreise im Landesinneren von denen an der Grenze unterscheiden müssen. Kommt künftig die Milch aus Tschechien, dann muss der Liter in Endverbraucher-Abfüllung in Hamburg mehr kosten als beispielsweise in Sachsen oder in Franken.

Für nennenswerte Ausgaben im Sozialsektor oder für aktiven Umweltschutz ist jetzt und in der nächsten Legislaturperiode kein Geld übrig. Die nächste Regierung - wie auch immer sie aussieht - wird um Steuererhöhungen nicht herum kommen. Zuerst geht immer der Griff zur Mehrwertsteuer, denn hier ist die zahlende Basis breitest möglich und begründen kann man das problemlos mit dem Schuldenabbau sowie dem Verweis darauf, dass andere EU-Staaten weitaus höhere MwSt-Sätze haben. Warum das Szenario mit der FDP nicht gehen soll, das erschließt sich mir nicht. Für Handwerk/Industrie/Handel usw. ist die MwSt ein durchlaufender Posten, sie zahlt allein der Endkunde. Die Grünen werden sich dem auch nicht verschließen, denn es passt zu vielen Zielen. Wie erwähnt, der angestrebten Verteuerung aller Energieformen. Aber auch hemmungsloser Konsum bekommt einen Dämpfer, Teile der Bevölkerung werden bewusster und kritischer ihr Geld ausgeben. Dass mit einem zurückgehenden Konsum auch der Steuerertrag zurückgeht, muss sich mit dem Umfang der Steuererhöhung zumindest ausgleichen. Langfristig muss die MwSt-Erhöhung aber Ertrag bringen. SPD und Grüne zeigten sich der höheren Besteuerung von Spitzeneinkommen gegenüber offen. Wer also seine Millionen nicht bereits auf Panama versteckt oder wie verrückt in Immobilien investiert hat, der wird spätestens dann aktiv.

Noch haben die Heuschrecken nicht all ihr Vermögen in Immobilien investiert. Der Druck erhöht sich aber auch ohne staatliches Zutun in dieser Richtung. Zahlen darf diesen Zirkus die Bevölkerung, für die der Faktor Wohnen noch teurer wird. Die bereits begonnene Verdrängung von Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen verstärkt sich weiter. Sie müssen aber auch irgendwo unterkommen. Entweder mit mehr Menschen in kleineren Wohnräumen, die man sich teilt. Oder aber durch Ghettobildung in Form von heruntergewirtschaftetem Alt-Wohnungsbestand, der gerade so noch bezahlbar bewohnbar gehalten wird. Welche Einflüsse sowas auf Kriminalität und allgemein die Entwicklung dieser Bevölkerungsgruppen hat, das kann man sich z. B. in einigen französischen, belgischen oder niederländischen Metropolen ansehen. Dort hat die Polizei nichts zu melden, Mafia und Banden machen das unter sich aus. Ich sehe bereits seit Jahren die Schere zwischen arm und reich schneller auseinander gehen. Die so genannte Mittelschicht verschwindet immer weiter. Entweder schafft man da heraus den Aufstieg - oder man wird nach unten durchgereicht.
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Radio Fan
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Re: Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre...

Beitrag von Radio Fan »

@PAM
Wenn man deinen Roman so gelesen hat, wüßte ich niemanden hier im Forum
der die Zukunft noch schwärzer malen kann als du… ;)

Das ist doch Pessimismus in Reinkultur ! :sneg:

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PAM
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Re: Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre...

Beitrag von PAM »

Radio Fan hat geschrieben: Fr 8. Okt 2021, 08:18@PAM
Wenn man deinen Roman so gelesen hat, wüßte ich niemanden hier im Forum der die Zukunft noch schwärzer malen kann als du… ;)

Das ist doch Pessimismus in Reinkultur ! :sneg:
Es zwingt dich niemand, das zu lesen. :(
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zerobase now
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Re: Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre...

Beitrag von zerobase now »

@Pam

Ich teile diese Einschätzung. Wir stehen vor unglaublichen Herausforderungen die sich kaum lösen lassen. Zu Verdanken haben wir das 16 Jahren Weiter-so- Mutti Politik. Die SPD war zwar auch an der Regierung hatte aber nicht viel zu melden außer schönen Sonntagsreden von Steinmeier und Maas.
strade
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Re: Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre...

Beitrag von strade »

@PAM : Sehr gut beschrieben.
PAM
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Re: Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre...

Beitrag von PAM »

zerobase now hat geschrieben: Fr 8. Okt 2021, 08:47@Pam
Ich teile diese Einschätzung. Wir stehen vor unglaublichen Herausforderungen die sich kaum lösen lassen. Zu Verdanken haben wir das 16 Jahren Weiter-so- Mutti Politik. Die SPD war zwar auch an der Regierung hatte aber nicht viel zu melden außer schönen Sonntagsreden von Steinmeier und Maas.
Die ehrgeizigen nationalen
strade hat geschrieben: Fr 8. Okt 2021, 09:17@PAM : Sehr gut beschrieben.
Ökoziele sind allein mit Verboten nur erreichbar, wenn Industrie, produzierendes Gewerbe, Landwirtschaft, Energieerzeugung usw. ins Ausland verlagert werden und nicht mehr unsere Bilanz versauen. Zugleich muss hier die Infrastruktur runtergefahren werden und allgemein ein niedrigerer bzw. bescheidener Lebensstandard für den überwiegenden Teil der Bevölkerung erzwungen werden. Machbar wäre vieles zum aktiven Umweltschutz aber bereits mit besserer Ausnutzung derzeitiger Technologien, um Rohstoffe und Energie effizienter und letztlich sparsamer einzusetzen. Rohstoffe und Energie werden wir weiterhin verbrauchen (müssen), sollten dies aber bewusster tun. Sparsamkeit mit alledem sollte sich lohnen, anstatt für die Verwendung von irgendwas erstmal pauschal nur bestraft zu werden.

Die durchaus führende und in vielen Regionen der Welt geschätzte internationale Rolle Deutschlands ist erstmal Geschichte. Die nächste Regierung wird wohl gegenüber Russland, China und ggf. aus den USA deutlich zurückhaltender auftreten, vielleicht folgen bald schon wieder Embargos? Ob uns das wirtschaftlich und außenpolitisch hilft oder eher zum Nachteil wird, das wissen wir spätestens in vier Jahren. Und wo Deutschland dann steht - ob weiterhin als Innovations- und Technologiestandort oder als unbedeutender und außenpolitisch nicht verlässlicher Buschstaat - das wird sich dann ebenfalls zeigen.
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Re: Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre...

Beitrag von Radio Fan »

PAM hat geschrieben: Fr 8. Okt 2021, 08:34 Es zwingt dich niemand, das zu lesen. :(
Das ist grundsätzlich klar, ich bin aber trotzdem darüber gestolpert :gruebel:
Und wenn ich das dann aus meiner Sicht kommentiere, dann tue ich das auch. ;)

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Re: Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre...

Beitrag von PAM »

Radio Fan hat geschrieben: Fr 8. Okt 2021, 09:42Das ist grundsätzlich klar, ich bin aber trotzdem darüber gestolpert :gruebel: Und wenn ich das dann aus meiner Sicht kommentiere, dann tue ich das auch. ;)
Das Recht dazu spricht dir niemand ab. :xcool: Käffchen?
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strade
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Re: Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre...

Beitrag von strade »

@PAM : Das ist auch richtig, aber sag das mal offen. Deine Karriere als Politiker ist sofort beendet. Aus der verdammt langen täglichen Sammlung von Egon Kreutzer : https://www.rf-news.de/2021/kw40/evonik ... ze-bedroht
Tatsächlich wird es viele Einschränkungen geben müssen, und genau das will ja keiner. Folgerichtig werden die Grünen jetzt irgendwelche Mittelwege gehen müssen, um nicht wieder als "Verbotspartei" zu gelten. Falls es jmd interessiert : Die Klage eines Landwirtes in Lützerath ist abgewiesen worden, RWE (Haupteigentümer ist angeblich NRW, was den Werdegang von Hannelore erklärt ) darf weiter schaufeln, während es ein Gutachten https://www.diw.de/documents/publikatio ... 21-169.pdf gibt, dass es eigentlich zu berücksichtigen gilt, auch mit Hinblick auf das Gerichtsurteil des BVG. Jetzt müssten die Grünen eigentlich intervenieren, doch es passiert nichts.
DH0GHU
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Re: Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre...

Beitrag von DH0GHU »

Radio Fan hat geschrieben: Fr 8. Okt 2021, 08:18 @PAM
Wenn man deinen Roman so gelesen hat, wüßte ich niemanden hier im Forum
der die Zukunft noch schwärzer malen kann als du… ;)

Das ist doch Pessimismus in Reinkultur ! :sneg:
Nunja, lass es uns als "Wost-Case-Szenario" betrachten.
Ich sehe die Herausforderungen unserer Zeit durch die Ingenieursbrille.
Probleme sind da, um sie zu lösen.
Technologische Herausforderungen sind da, um sie zu meistern.
Ein eindeutiges Lasten- und dieses erfüllendes Pflichtenheft ist eine elementare Voraussetzung für die Einhaltung der Anforderungenan die Lösung.

Das ist auch schon das Hauptproblem in der von Juristen und BWLern angeführten Diskussion beispielsweise über Klimaschutz.
Konkretes Beispiel:
Für das Auto, das 2030 im Showroom bei BMW steht, braucht man HEUTE die grundlegenden technologischen Richtlinien. Sonst kann man nicht jetzt bereits zielgerichtet entwickeln. Hersteller, die andere Märkte im Fokus haben, die jetzt schon Regeln gesetzt haben, können das.
Darf es ein Verbrenner sein, oder nicht?
Wenn ja, wie viel CO2 darf er ausstoßen?
Die Grundentwicklung der Motorentechnologie für das Ende des Jahrzehnts läuft bereits HEUTE. Egal, ob Verbrenner oder Stromer. Wenn die Politik aber keine langfristige Weichenstellung vornimmt, kann man nicht zielgerichtet entwickeln - man läuft in Gefahr, an zukünftigen Regulierungen vorbei zu entwickeln. Deshalb darf eben nicht erst 2024 oder 2026 entschieden werden, ob man die Neuzulassung (nicht den Betrieb!) von Verbrennern ab 2030, 2035 oder gar nie verbietet. Das kommt viel zu spät! Hier hat die bisherige Bundesregierung einfach nur GEPENNT. Die Industrie selbst ist damit nicht glücklich. Sie möchte klare langfristige Richtlinien bekommen. Idealerweise mit viel Freiheit in der praktischen normativen Umsetzung, aber eindeutig im Zielrahmen.

Nicht Klimaschutz gefährdet unsere Industrie, sondern zögerliche Weichenstellungen. Weichenstellungen, die andere Länder längst getroffen haben. Es ist auch nicht die Frage von "Verboten", sondern von Normung. Verbote, speziell wenn sie Verbraucher betreffen, halte ich sowieso für vermeidenswürdig.

Da kann eine AfD wider besseren Wissens noch so lange am Diesel festhalten wollen, wie sie will: Sie bekommt ihn schlicht nicht exportiert. In Paris fährt ab 2024 kein BMW oder Daimler mehr mit Diesel, egal wie sauber er ist. Andere Länder folgen: https://www.auto-motor-und-sport.de/ver ... ektroauto/
Es glaubt doch niemand ernsthaft, dass sich die Entwicklung eines neuen Diesel-Aggregats für einen globalen Hersteller wie BMW nur für den nationalen Markt lohnt? "Normativer staatlicher Protektionismus" hat auch noch nie dazu geführt, dass Firmen wettbewerbsfähiger werden...

Wer kauft ein Auto, mit dem er fast nirgends hinfahren darf? Ich fahre z.B. auch sehr gerne meinen Diesel, aber was habe ich davon, wenn ich ihn irgendwann nicht mehr nutzen kann? Zumal: Mehr Fahrspass als ein kräftiger Diesel bietet eigentlich nur noch ein E-Auto....

Wenn Deutschland seine industrielle Zukunft verspielt, dann nicht, weil man klimafreundlicher wird, sondern weil man bei diesem Thema von anderen längst abgehängt wurde. Die Zeiten, in denen Deutschland bei Wind & Solarenergie Vorreiter war, sind beispielsweise längst vorbei (Edit: China nimmt z.B. pro Jahr fast so viele Windkraftanlagen in Betrieb, wie es in Deutschland insgesamt gibt...). Dabei wäre gerade mit Themen wie Speichertechnologien, Smart Grid & Co nach entsprechender Anfangsförderung noch richtig viel Geld zu verdienen.

Und von wegen der kleine Mann leidet darunter: Elektroautos und ÖPNV sind über ihre Gesamtlebensdauer weit billiger als Verbrenner. Selbst am Schnelllader mit 40 Cent/kWh ist ein E-Auto billiger als ein vergleichbarer Diesel oder gar Benziner. Und auf dem Weg zum Massenmarkt sinken auch die Herstellungskosten für E-Autos entsprechend - bei allen Problemen, die damit derzeit verbunden sind, reden wir von Einführungsproblemen. 1921 war ein Verbrennungsmotor auch noch nicht so langlebig, betriebssicher, effizient und laufruhig wie ein heutiger Motor...

Die Gestehungskosten für Solarstrom liegen in Deutschland übrigens im einstelligen Centbereich - da bleibt noch viel "headroom" für notwendige lokale Energiespeicher. Wer sich heute ein Einfamilienhaus baut und nicht von vornherein auf Energieunabhängigkeit setzt, wird später viel Geld ausgeben...
Und wir hätten viel mehr Ökostrom im Netz, wenn bei Lastspitzen nicht permanent konventionelle Lieferanten massiv bevorzugt würden. Egal wie hoch der Preis im Netz gerade ist, die Vergütung für die Solarstromanlage ist gedeckelt. Was ein Schwachsinn...
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Funkamateur, DLF-Hörer, Multipler Musikgeschmack, DAB-Nutzer. Normal ist normalerweise langweilig.
http://zitate.net/kritik-zitate
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