Die "Kettenkrise" - Wirtschaftskrise/Energiekrise/Finanzkrise/Flüchtlingskrise/Coronakrise/Personalmangel

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DH0GHU
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Re: Die "Kettenkrise" - Wirtschaftskrise/Energiekrise/Finanzkrise/Flüchtlingskrise/Coronakrise/Personalmangel

Beitrag von DH0GHU »

Mit einem Abo weiterlesen. Tja.
Aber nicht der Green Deal ist das Desaster, sondern dass wir genau die nötigen Anpassungen schlicht verpennt haben, weil ewiggestrige Veränderungsverweigerer sich einem zielorientierten Diskurs verweigert haben, um Partikularinteressen zu schützen. Woanders hat man, per order di mufti (China!), einfach gehandelt.
Altmaier hat die Solarindustrie in Deutschland geschrottet, nun macht China das Geschäft. Die Solarbranche ist für uns verloren. Statt verlängerte Werkbank ist China nun Technologieführer.
Die deutsche Automobilindustrie bat um Planungssicherheit, hat sie nicht bekommen, und große Zukunftsinvestitionen in Akkutechnologie wurden nicht getätigt. Nun hat China einen riesigen Knowhow-Vorsprung (CATL und co). Statt verlängerte Werkbank ist China nun Technologieführer.
Das gleiche Spiel bei KI, bei Software (siehe Bayern und Microsoft...), bei seltenen Erden, etc.
Dem Rest der Welt ist es egal, ob Europa und die USA in einer konservativen Traumblase ihrem eigenen energiepolitischen Ende entgegenwabern. Sie haben einfach die Führung übernommen und wir uns selbst aufs Abstellgleis geschoben. Nicht wegen des Green Deals, sondern weil dieser viel zu spät und dann natürlich zu abrupt kam.
Das ist wie mit dem hohlen Zahn. Wenn ich einen Zahn regelmäßig pflege, bleibt er ganz. Wenn ich erste Symptome ignoriere und erst bei massiven Schmerzen zum Zahnarzt gehe, hilft nur Ziehen. Was man jahrelang verpennt hat, muss man in immer kürzerer Zeit aufholen - und das wird dann eben umso teurer. Oder gleich unbezahlbar. Das juckt den Rest der Welt, der es einfach tut, aber nicht. Die hängen uns nun gnadenlos ab. Vor ein paar Jahren meinten konservative Labertaschen noch, China würde sich einen Dreck ums Klima scheren und uns konventionell überolen. Das Gegenteil ist eingetreten. Sie überholen uns genau in dem Bereich, der angeblich nur eine hiesige Spielwiese war.

Dabei war Deutschland mal führend. Aber die Führungsrolle haben wir nach 2010 aufgegeben. Man muss sich doch nur mal die Daten zu Gemüte führen. 2010 war Deutschland noch führender Anwender bei Solarenergie (11,7 TWh, 2. war Spanien mit 7,2 TWh). 2015 hatten uns China und die USA knapp überholt, Japan war auf Platz 4. 2015 auf 2020 stagnierte Deutschland fast - China war schon mehr als Faktor 5 vor un, die USA, Japan und Indien haben uns überholt. 2024 hat Deutschland knapp doppelt so viel Solarstrom erzeugt wie 2015 - China mehr als 20 mal so viel, USA 7,5 mal so viel, Indien 20 mal so viel, usw. Wir haben es trotz mahnender Worte, die genau vor diesem Szenario gewarnt haben, verkackt. Nicht wegen des Green Deals, sondern wegen des nicht vorhandenen Veränderungwillens. In Ländern, in denen Solarstrom für unter 5 Cent pro kWh aus dem Speicher (!) kommt, will die Masse bald keine Verbrenner mehr fahren... 1 € auf 100 km schafft kein Verbrenner, nicht mal in Ölstaaten.

Wenn das alles so nicht absehbar gewesen wäre, könnte man sagen: tja, dumm gelaufen. Aber nein...Sowohl die Wissenschaft als auch manche Politiker, z.B. der Grünen, haben genau vor dem gewarnt, was nun eingetreten ist - und die konservativen Veränderungsverweigerer haben es als Blödsinn abgestempelt. Übrigens auch Teile der SPD, die ja historisch noch viel weniger mit Energiewende am Hut hatte als die Union, die da sogar mal Vorreiter war.

Und genau die Versager, die es verkackt haben oder sogar noch verschlimmern wollen, werden nun vom Wähler belohnt. :kopf: :kopf: :kopf:
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pomnitz26
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Re: Die "Kettenkrise" - Wirtschaftskrise/Energiekrise/Finanzkrise/Flüchtlingskrise/Coronakrise/Personalmangel

Beitrag von pomnitz26 »

Währenddessen sehe ich ein Video nach dem anderen in dem mein Handyhersteller sein 2. Elektroauto vorstellt, Fahrleistungen erreicht die andere Hersteller nur beim 20 fachen des Preises erreichen sollen. Wut natürlich über den fehlenden V8 Sound und die fehlenden Endrohre. Der Nachbar hört gar nicht mehr was ich mir leisten kann. :kopf:
DH0GHU
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Re: Die "Kettenkrise" - Wirtschaftskrise/Energiekrise/Finanzkrise/Flüchtlingskrise/Coronakrise/Personalmangel

Beitrag von DH0GHU »

Eben. Aber wenn ich das ganz unideologisch betrachte: Ich will in einer Zeit X von A nach B kommen. Ob das mit einem Verbrenner, einer Pferdekutsche oder mit einem E-Auto passiert, ist egal. Wichtig ist, dass es in der Zeit X klappt, möglichst komfortabel geschieht und möglichst wenig kostet.
Bei sehr langen Strecken kann die Zeit, also X, aktuell noch für den Verbrenner sprechen (6-700 km ohne Pause mit 180 km/h schafft mein Diesel locker - bei Tempo 130 schafft er über 1000 km). Bei Kosten und Komfort ist das E-Auto heute bereits wettbewerbsfähig, und aufgrund der aktuellen technologischen Entwicklung (Verbrenner sind weitgehend technologisch ausgereizt und arbeiten nahe am theoretischen Optimum) wird das E-Auto binnen weniger Jahre komplett am Verbrenner vorbei ziehen. Und das mit der Pause - mal ehrlich, ich kenne nur wenige Leute, die >400 km am Stück ohne jede Pause fahren.
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DH0GHU
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Re: Die "Kettenkrise" - Wirtschaftskrise/Energiekrise/Finanzkrise/Flüchtlingskrise/Coronakrise/Personalmangel

Beitrag von DH0GHU »

Alarmismus - kann die Berliner Zeitung.
Aktuell zahlt der Bund für 10-jährige Anleihen einen Zinssatz von ca. 2,6 %.
Das mag verglichen mit der Corona-zeit und kurz davor (negative Zinsen!) viel sein. Historisch betrachtet gab es seit 1971 nur im Zeitraum von 2011 bis Herbst 2022 stabil niedrigere Zinsen. Schon seit Ende 2022 sind sie beim heutigen Niveau. Zwischen 1971 und 2000 lagen sie zwischen 5 und über 10%.
5-jährige deutsche Staatsanleihen rentieren sogar nur bei 2,2%, sind also - erst recht abzüglich Kapitalertragsteuer - noch nicht mal dazu geeignet, die Inflation auszugleichen. In der €-Zone ist das noch mit der niedrigste Wert überhaupt.

Nur mal so: Wenn der Staat fast keine oder keine Zinsen zahlen muss, damit ihm die Investoren das Geld lieber geben als es in der freien Wirtschaft zu investieren, ist 'was faul. und zwar massiv. Entweder es ist zu viel Geld da (dann gibt's bald eine Inflation, und genau so war's dann ja auch), oder das Vertrauen in die Privatwirtschaft ist komplett im Eimer...
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RADIO354
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Re: Die "Kettenkrise" - Wirtschaftskrise/Energiekrise/Finanzkrise/Flüchtlingskrise/Coronakrise/Personalmangel

Beitrag von RADIO354 »

Die Globalisierung ä la : Billig in China Produzieren lassen und Teuer im Westen verkaufen mag anfangs für die Europäischen Unternehmen noch
aufgegangen sein. Nun wedelt der " Ehemalige Schwanz ( Verlängerte Werkbank China) mit dem Hund ( Europäische Deindustrialisierung ) ".
Selbst mein letzter Arbeitsplatz auf Deutschem Boden wurde seinerzeit ohne Jede Wirtschaftliche Notwendigkeit ( man erzielte Milliardengewinne ) nach Indien verlagert.
Jetzt stehen die Europäer ziemlich Ratlos da.
PAM
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Re: Die "Kettenkrise" - Wirtschaftskrise/Energiekrise/Finanzkrise/Flüchtlingskrise/Coronakrise/Personalmangel

Beitrag von PAM »

Berliner-Zeitung.de:
Haushalt und Koalition: Was die Merz-Regierung in ihren Mammut-Sitzungen vergessen hat
[...] Für den Normalbürger in Deutschland hat sich wenig geändert. Große Dauerbrenner, vor allem die viel diskutierten Reformen bei der Rente oder dem Bürgergeld, wurden weiter aufgeschoben – und bleiben damit vorerst ungelöst. [...] Die viel diskutierte Einführung eines Industriestrompreises stand ganz oben auf der Agenda. [...] Fünf Cent pro Kilowattstunde, ausdrücklich als „Brücke“ gefordert von Branchen wie Chemie, Glas, Keramik und Maschinenbau. [...] Doch für Millionen Verbraucher – kleine und mittelständische Betriebe – bringt der Industriestrompreis kaum etwas: Vom Subventionsmodell profitieren vor allem Großunternehmen, die ohnehin gesonderte Sonderregelungen und oftmals vergünstigte Tarife genießen. [...]

Im Haushaltsausschuss des Bundestags ist zudem der nächste Bundeshaushalt mit einem Volumen von 524,54 Milliarden Euro für das kommende Jahr verabschiedet worden – noch mehr als bislang geplant. Das Plus von 4,07 Milliarden Euro im Vergleich zum Regierungsentwurf wird erneut über Schulden und Sondervermögen abgedeckt. Die Steuereinnahmen werden mit 387,2 Milliarden Euro veranschlagt, den Löwenanteil schultern dabei Privatpersonen und Unternehmen. [...] Allerdings kommt die Merz-Regierung ihrem Versprechen nicht nach, die aufgenommen Schulden für Extra-Investitionen auszugeben. Mit den Sondervermögen würden vor allem Löcher gestopft und kurzfristige Ausgaben kaschiert, meinen die IW-Forscher. Jeder zweite Euro werde demnach „zweckentfremdet“ – die Berliner Zeitung berichtete. [...] Mehrere Finanzexperten warnten in der Berliner Zeitung zudem vor den langfristigen Folgen der Rekordverschuldung. Demnach steigt die Inflationsgefahr im Euroraum stark, eine Preissteigerung wäre für Verbraucher umso mehr zu spüren. [...] Für nachkommende Generationen könnte der Renditenanstieg bei ausbleibendem Wirtschaftswachstum teuer zu Buche stehen. [...]

Was hingegen nicht beschlossen wurde, sind tiefgreifende Lösungen bei den wirklichen Dauerbrennern des Sozialstaats. Weder zur dringend notwendigen Rentenreform noch zum viel diskutierten Bürgergeld gibt es einen politischen Konsens. [...] Vor allem die Rentenlast steigt durch den demografischen Wandel rasant: Laut Statistischem Bundesamt werden bis 2035 bereits 24 Prozent der Bevölkerung über 67 Jahre alt sein – heute sind es etwa 19 Prozent. Für Experten ist klar: Die 2030er-Jahre werden für Arbeiter und Rentner eng. [...] Immer wieder werden Ausgaben durch Schulden kompensiert, statt grundlegende Reformen und Entlastungen voranzutreiben. [...]
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Re: Die "Kettenkrise" - Wirtschaftskrise/Energiekrise/Finanzkrise/Flüchtlingskrise/Coronakrise/Personalmangel

Beitrag von DH0GHU »

PAM hat geschrieben: Fr 14. Nov 2025, 13:19 Berliner-Zeitung.de:
Haushalt und Koalition: Was die Merz-Regierung in ihren Mammut-Sitzungen vergessen hat
[...] Für den Normalbürger in Deutschland hat sich wenig geändert. Große Dauerbrenner, vor allem die viel diskutierten Reformen bei der Rente oder dem Bürgergeld, wurden weiter aufgeschoben – und bleiben damit vorerst ungelöst. [...] Die viel diskutierte Einführung eines Industriestrompreises stand ganz oben auf der Agenda. [...] Fünf Cent pro Kilowattstunde, ausdrücklich als „Brücke“ gefordert von Branchen wie Chemie, Glas, Keramik und Maschinenbau. [...] Doch für Millionen Verbraucher – kleine und mittelständische Betriebe – bringt der Industriestrompreis kaum etwas: Vom Subventionsmodell profitieren vor allem Großunternehmen, die ohnehin gesonderte Sonderregelungen und oftmals vergünstigte Tarife genießen. [...]
Was ein Blödsinn. Natürlich bringt es für den Normalbürger etwas, wenn sein Job sicherer ist.
Ob das wirklich der *richtige* Weg ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.
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Re: Die "Kettenkrise" - Wirtschaftskrise/Energiekrise/Finanzkrise/Flüchtlingskrise/Coronakrise/Personalmangel

Beitrag von DH0GHU »

QTH: Obersöchering/JN57OR, zeitweise Kehl/JN38VN
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Re: Die "Kettenkrise" - Wirtschaftskrise/Energiekrise/Finanzkrise/Flüchtlingskrise/Coronakrise/Personalmangel

Beitrag von DH0GHU »

Vom Märchen des billigen russischen Gases: https://www.zeit.de/politik/ausland/202 ... wtab-de-de
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