Bahnstreikopfer

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DH0GHU
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Re: Bahnstreikopfer

Beitrag von DH0GHU »

PAM hat geschrieben: Mi 6. Dez 2023, 20:42
DH0GHU hat geschrieben: Mi 6. Dez 2023, 20:15 watt fürn ding?

Fun fact: die hiesige Bahnstrecke ist nach dem Wintereinbruch vom Freitag/Samstag immer noch gesperrt, und soll auch morgen noch gesperrt sein. Fällt also nicht mal auf.

Was mich am Vorgehen der GDL so massiv stört, ist, wie kurzfristig die Bahnstreiks angekündigt werden. In anderen Ländern gibt es hinreichend lang gewählte Fristen. Somit scheidet die Bahn in Deutschland für mehr als eintägige Reisen vorerst aus.
Wissenslücke? (Link zu X)
Ja. Geschlossen. :danke:
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PAM
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Re: Bahnstreikopfer

Beitrag von PAM »

DH0GHU hat geschrieben: Mi 6. Dez 2023, 20:44 Ja. Geschlossen. :danke:
:joke: ...und genau diese Dinger nahmen sie ja immer wieder gern, um sie auf Autobahnen, auf Kreuzungen oder in Unterführungen abzuparken. Dass dagegen keiner der Autovermieter rechtlich vorgeht, schließlich ist diese Nutzungsform und ihre Darstellung in der Öffentlichkeit ganz klar geschäftsschädigend?!
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Radio Fan
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Re: Bahnstreikopfer

Beitrag von Radio Fan »

PAM hat geschrieben: Mi 6. Dez 2023, 20:42 Unter Berücksichtigung der drei Wochen seit dem letzten GdL-Streik, rechne ich mit dem nächsten Streik am 22./23. Dezember. Idealerweise dann vielleicht mal zweitägig, um das entstehende Chaos noch in den Zeitraum 24. - 26. hinein zu ziehen. Flixbus und Co. bedanken sich gewiss für diese Kundenaquise!
Der Lokführer der Nation lässt nach dem weiteren jetzt bevorstehenden Warnstreik zunächst Milde walten…
Denn nach seiner letzten Äußerung soll es dann in diesem Jahr erstmal keinen Streik mehr geben. Damit ist dann erst ab 7.1.24 wieder zu rechnen.

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PAM
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Re: Bahnstreikopfer

Beitrag von PAM »

Radio Fan hat geschrieben: Do 7. Dez 2023, 08:50Der Lokführer der Nation lässt nach dem weiteren jetzt bevorstehenden Warnstreik zunächst Milde walten… Denn nach seiner letzten Äußerung soll es dann in diesem Jahr erstmal keinen Streik mehr geben. Damit ist dann erst ab 7.1.24 wieder zu rechnen.
Es wäre taktisch unklug, sich in die Karten gucken zu lassen. Die ein bis zwei Tage vor den Weihnachtsfeiertagen gehören zu denen im Jahr mit dem höchsten Fahrgastaufkommen. Momentan wäre kein anderer Zeitpunkt wirkungsvoller als dieser. Und: Warnstreiks sind nur dann effektiv, wenn sie unangekündigt, d. h. möglichst kurzfristig stattfinden. Damit nimmt man dem taktischen Gegenüber die Vorlaufzeit, um Steikbrecher zu organisieren oder den Warnstreik anderweitig zu unterlaufen.
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Re: Bahnstreikopfer

Beitrag von zerobase now »

@ PAM
Da hast du zwar Recht, aber daran glaube ich nicht. Wenn Wesselsky dies vorhätte, dann hätte er sich viel vager geäussert, aber wenn er die explizit für dieses jahr ausschliesst, kann er das nicht bringen und dann sagen ätschi, bätschi, war nur Spaß.
DH0GHU
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Re: Bahnstreikopfer

Beitrag von DH0GHU »

PAM hat geschrieben: Do 7. Dez 2023, 08:59
Radio Fan hat geschrieben: Do 7. Dez 2023, 08:50Der Lokführer der Nation lässt nach dem weiteren jetzt bevorstehenden Warnstreik zunächst Milde walten… Denn nach seiner letzten Äußerung soll es dann in diesem Jahr erstmal keinen Streik mehr geben. Damit ist dann erst ab 7.1.24 wieder zu rechnen.
Es wäre taktisch unklug, sich in die Karten gucken zu lassen. Die ein bis zwei Tage vor den Weihnachtsfeiertagen gehören zu denen im Jahr mit dem höchsten Fahrgastaufkommen. Momentan wäre kein anderer Zeitpunkt wirkungsvoller als dieser. Und: Warnstreiks sind nur dann effektiv, wenn sie unangekündigt, d. h. möglichst kurzfristig stattfinden. Damit nimmt man dem taktischen Gegenüber die Vorlaufzeit, um Steikbrecher zu organisieren oder den Warnstreik anderweitig zu unterlaufen.
In anderen Ländern MÜSSEN solche Streiks mit Vorlaufzeit angekündigt werden. Für Belgien z.B. wurde seit Wochen darauf hingewiesen.
Es geht ja darum, den Konzern wirtschaftlich unter Druck zu setzen - das geht auch, ohne primär die Kunden zu schädigen indem man sie irgendwo stranden lässt. Wo will man Streikbrecher in einem Mangelberuf herbekommen? Hier (Oberbayern), wo die Bahnstrecken noch immer wegen Schneebruch und Oberleitungsschäden dicht sind, findet man nicht mal Busfahrer für einen SEV.
Ich gehe aber auch davon aus, dass der Weselsky den Kolateralschaden eines Weihnachtsstreiks, den er eben noch dementiert, nicht riskieren wird - gerade er muss doch zu seinem Wort stehen, wenn er als harter Hund ernst genommen werden soll. Ich glaube, den resultierenden Shitstorm will er auch seinen Mitgliedern nicht antun. Da hätte ja fast jeder irgendwo im Familien- und engen Freundeskreis Betroffene.

Letztenendes: Alle Bereiche der Bahn leiden unter Personalmangel und Fluktuation. Sicher auch durch Managementfehler (Interessenten mit gerade mal 30 wurden vor einigen Jahren noch als Lokführeranwärter abgelehnt weil zu alt, als dass sich das lohnen würde...), aber eben auch durch die geringe Attraktivität der Jobs. Du kommst um Mitternacht als am Rhein wohnender Zugebegleiter im 60 Minuten verspäteten ICE in München an und darfst dann morgens um 5 schon wieder zum Bahnhof aufbrechen. Dafür bekommst Du dann weniger Gehalt als ein einfacher Arbeiter im Einschichtbetrieb. Hast aber nicht nur den ganzen Tag gearbeitet, sondern den Zorn von Mitreisenden einstecken müssen für Dinge, für die Du nix kannst.
So. Den Job macht ein Mensch doch nur, wenn's Schmerzensgeld passt, und echte Freizeit übrig bleibt. 8 Stunden Pause zwischen den Schichten, an einem fremden Ort, weit weg von Familie/Freunden/Hobby, das ist keine Freizeit.
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PAM
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Re: Bahnstreikopfer

Beitrag von PAM »

DH0GHU hat geschrieben: Do 7. Dez 2023, 09:52 [...] Wo will man Streikbrecher in einem Mangelberuf herbekommen? [...] Den Job macht ein Mensch doch nur, wenn's Schmerzensgeld passt, und echte Freizeit übrig bleibt. 8 Stunden Pause zwischen den Schichten, an einem fremden Ort, weit weg von Familie/Freunden/Hobby, das ist keine Freizeit.
Streikbrecher, bzw. bei anderen Gewerkschaften organisierte Kräfte brauchst du primär auf den Stellwerken und für den Fahrdienst(leiter). Sie sind elementar, um den versprochenen stark ausgedünnten Notbetrieb überhaupt leisten zu können und um Privatbahnen wie Flixtrain, EGP, ODEG, Metronom, Alex usw. überhaupt einen Betrieb zu ermöglichen.

Ich habe einen Triebfahrzeugführer im Güterverkehr im Freundeskreis, der für eine Privatbahn fast ausschließlich zwischen Seddin am westlichen Berliner Stadtrand und Basel schwere Güterzüge fährt. Zwei, höchstens dreimal je Woche. Jeweils mit mindestens einer Übernachtung vor der Rückfahrt. Leben kann man davon, primär auch gar nicht schlecht. Unter dem Strich darfst du aber keine Familie haben - oder du hast jemand mit der maximal vorstellbaren Toleranz an deiner Seite. Bei ihm hat's nicht geklappt, seine langjährige Freundin hatte ihn ausdrücklich deshalb in diesem Jahr verlassen. Sie hatte Regelarbeitszeit, keinen Schichtdienst und keine Wochenendarbeit. Bei ihm wiederum fiel das "freie Wochenende" eben manchmal auch auf Dienstag und Mittwoch.

Darüber hinaus habe ich noch einen Fahrdienstleiter bei einer Privatbahn in meinem Freundeskreis. Schichtdienst extrem - häufig tägliche Wechsel zwischen Früh- und Spätschicht wegen Personalmangel, oft auch kurzfristig wegen spontanen Krankmeldungen. Am Wochenende zum Glück nur halbtags - also 12 h-Schichten. :D Wahrscheinlich auch deshalb ist der seit Jahren solo. Hinzu kommt, dass die Privatbahn dank "Haustarifvertrag" sparsam bezahlt. Einziger Grund, dort zu bleiben, ist nur der ca. 12 min Fußweg zwischen Wohnung und Arbeitsstelle. Natürlich könnte er wechseln, Schichtdienst machen die anderen aber auch und die Wochenendschichten "halbtags" sind branchenüblich. Eine etwas bessere Bezahlung würde aber arbeitstäglich 1,5 bis 2 h Zeitverlust durch Fahrzeiten bedeuten.
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Re: Bahnstreikopfer

Beitrag von RF_NWD »

Ist DB Fernverkehr heute schon im Bummelstreik ?
Screenshot 2023-12-07 160353.png
Vermutlich wird morgen der Unterschied wohl darin bestehen, dass statt der Verspätungen "fällt aus" steht.
RE 60 morgens und mittags absolut pünktlich und im hinteren Teil jede Menge freie Plätze. Auf der Hinfahrt etwas erhöhter Geräuschpegel durch gackernde Seniorinnengruppen die zu Fürstens "Weihnachtszauber" in Bückeburg wollten.

Im Osnabrücker Raum ist allerdings die RB 61 der ERB heute massiv von Ausfällen betroffen.
Melle - Bielefeld Hbf: Störung. (Quelle: zuginfo.nrw) Aufgrund aktuell hoher Krankenstände kommt es auf der Linie RB 61 leider vorübergehend zu Einschränkungen. Es kommt zu Ausfällen auf Teilstrecken sowie zu Ausfällen auf dem gesamten Laufweg.
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Re: Bahnstreikopfer

Beitrag von strade »

2024 dürfte ein Autofahrer-Jahr werden .... :rolleyes: https://www.merkur.de/wirtschaft/warnst ... 16385.html
Nicoco
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Re: Bahnstreikopfer

Beitrag von Nicoco »

Mein D-Ticket bleibt somit auch definitiv für Januar gekündigt :kaffee:
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Re: Bahnstreikopfer

Beitrag von RF_NWD »

Ich hoffe, die zahlreichen Weihnachtmarktbesucher, die noch dem BF Altstadt zustrebten, hatten auf dem Schirm, dass sie nach 22:00 nur noch nach Ibbenbüren-Rheine wegkommen. Und um 23:00 Richtung Minden.
Am HBF kommt man wenigstens noch mit den letzten beiden Verbindungen Richtung Münster.
Die ERB hatte mit Mühe seit dem Nachmittag versucht, Richtung Bielefeld und Münster noch einen 2h Takt hinzubekommen. wegen der vielen Krankmeldungen. Der Bahnhof war um 20:00 ungewohnt voll für die Zeit.
Nicoco
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Re: Bahnstreikopfer

Beitrag von Nicoco »

Auf meiner Strecke gibt es morgen statt alle 30 Minuten eine Bahn nur alle 2 Stunden einen Bus. Es ist der blanke Wahnsinn inzwischen. Ohne Auto ist und bleibt man aufgeschmissen.

Und auch an die angekündigten 22 Uhr scheint man sich nicht sonderlich genau zu halten.
Schon um 19, 20 Uhr sind ungewöhnlich viele Verbindungen ersatzlos ausgefallen…
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Re: Bahnstreikopfer

Beitrag von PAM »

Herrlich still. :danke: Kein Bahnlärm auf der Ringbahn in Berlin. Dafür waren die Straßen in die Stadt hinein etwas voll.
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DH0GHU
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Re: Bahnstreikopfer

Beitrag von DH0GHU »

DH0GHU hat geschrieben: Mi 6. Dez 2023, 20:15
Fun fact: die hiesige Bahnstrecke ist nach dem Wintereinbruch vom Freitag/Samstag immer noch gesperrt, und soll auch morgen noch gesperrt sein. Fällt also nicht mal auf.
Offenbar wurde sie wieder freigegeben - und wird sogar befahren....
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Re: Bahnstreikopfer

Beitrag von RF_NWD »

Beim Gang zur Post mal nebenan am HBF vorbeigeschaut::
Freitag Morgen: Niemand wartet am Bäckertresen. Ca.10 Personen schauen unschlüssig auf die Anzeigetafel.
Die malt heile Welt: Ausfälle werden nicht angezeigt. Die weißen Hinweise auf eine Verspätung und zusätzliche Halte weisen aber darauf hin, dass diese NV Züge wohl verkehren.
Ähnlich hatte es auch der WDR aus Bielefeld gemeldet. Die Eurobahn nach Münster stand abfahrbereit mit höchstens 10 Fahrgästen drin. Die WFB nach Braunschweig ist pünktlich abgefahren. Sieht sogar so aus, als ob der RE 2 von der DB nicht ausfällt. Scheint ein Not-Pendelfahrplan zwischen Osnabrück und Münster zu sein.
Wenn da nicht noch irgendwelche FDL zu streiken anfangen oder wieder Krankmeldungen reinkommen, sieht es aktuell nach Halbstundentakt Richtung Münster und auf der Ost-West-Strecke im NV aus. Für den Osnabrücker Raum ist aber der Streik bei Transdev entscheidend. Da kommen die Berufsschüler aus Bersenbrück , Bramsche oder Hilter nicht zum Unterricht. Das Cafe neben der Schule war absolut leer.
Chaos sieht anders aus. Während man heute vermutlich im NV in leeren Zügen unterwegs sein könnte, wird es morgen wohl weitaus schlimmer aussehen. Aber da muss ich sowieso wieder arbeiten.
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