Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

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ulionken
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von ulionken »

uhf hat geschrieben: Fr 30. Jan 2026, 00:58
Dem möchte ich beipflichten. Die Kunst hätte darin bestanden nicht rechts zu überholen. Das war ein absoluter Schnellschuss plötzlich früher abzuschalten.

Die vorzeitige Komplettabschaltung der UKW-Sender war nach meiner Meinung eine Riesendummheit der SRG. Man hätte zum gleichen Termin alle Funzeln abschalten können und nur ganz wenige Grundnetzsender behalten können, mit einer fast so grossen Einsparung. Dann hätte man zwar in vielen Gebieten nur noch einen schlechten UKW-Empfang gehabt, aber hätte vermutlich den Shitstorm und den Wechsel der UKW-Hörer auf die Privaten vermieden.

Vielleicht wird man die vorzeitige UKW-Komplettabschaltung noch bedauern, wenn sie die entscheidenden paar Stimmen bei der Abstimmung über die Halbierungsinitiative kostet:
https://www.srf.ch/news/schweiz/1-srg-u ... n-vorlagen

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frank.koriander
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von frank.koriander »

Keiner hat sich einmal die Mühe gemacht, die Mediapulse-Zahlen richtig auszuwerten. In dieser hochemotionalen Lügenkampagne in der Schweiz wurde so getan, als sei die UKW-Abschaltung ein Riesenfehler gewesen. Das war sie aber nicht. Viele haben sich digitale Hardware besorgt, das zeigen die teilweisen Ausverkäufe rund um den Jahreswechsel 2024/25. Was aber passiert ist: Die Leute waren neugierig und sind auf andere, digital verbreitete Programme umgestiegen. So konnten Programme wie Vintage, Flashback oder Virgin seit der UKW-Abschaltung der SRG klar zulegen.

Solche Zahlen gab es auch in Norwegen: Aufgrund des weit größeren Angebotes auf DAB+ hatten etablierte UKW-Programme etwa der NRK verloren.

Es ist ein Irrglaube, wenn die SRG nun meint, dass Hörer bei einer Rückkehr auf UKW zurückkommen. Die einzigen, die vielleicht profitieren, sind Autofahrer, die noch nicht digital nachgerüstet haben. Ganz davon abgesehen, gab es bei wichigen Programmen wie SRF1 wieder im zweiten Halbjahr eine Kehrtwende. In der Schweiz hat das die Presse ganz bewusst unterschlagen und die Zahlen nicht mit dem ersten Halbjahr, sondern vor der UKW-Abschaltung verglichen, um nicht das Narrativ zu zerstören, es würde nicht ohne UKW gehen. Ich kann jetzt schon Wetten abschließen, dass auch nur leichte weitere Hörergewinne bei der SRG nach dem Wiedereinstieg in UKW dann nicht mehr ignoriert, sondern von der Presse gefeiert werden. Schawinski hat da auch mit 80 noch viel Einfluss und Macht auf Blick und Co.

Ich fände es okay, wenn die SRG ein Grundnetz, vielleicht auch nur mit den "ersten" Programmen jeder Sprachregion, zurück auf UKW bringt. Aber nicht mehr, denn das wäre völlig sinnlose Verschwendung von Gebührenmitteln.
Zuletzt geändert von frank.koriander am Fr 30. Jan 2026, 10:27, insgesamt 1-mal geändert.
Adrian Böhlen
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von Adrian Böhlen »

Wolfgang R hat geschrieben: Fr 30. Jan 2026, 07:34 […]
Und ja, es gibt unglaublich viele Radios an allen möglichen Orten. Die sind meistens UKW only. Was auch dem Stromverbrauch zu Gute kommt.

DAB+ ist halt ein kleiner Computer mit Verstärker und Lautsprecher. Stromhungrig.
Das ist definitiv der Fall. Ich erhielt ja letzten Sommer von meinem Papa einen kleinen analogen Weltempfänger geschenkt (https://aboehlen.github.io/dx/kk9803.html ); technisch ziemlich primitiv, aber auf UKW – richtig konfiguriert – mit ganz ordentlichen Empfangsergebnissen. Was mich aber am meisten erstaunt ist, wie unglaublich wenig Strom solch ein Gerätchen benötigt. Selbst zwei NiMH Akkus mittlerer Kapazität (800 mAh) liefern genügend Saft für dutzende Stunden Radioempfang. Wäre spannend, wie lange ein DAB-Empfänger mit dieser Stromversorgung am Leben bliebe ;-)

Aber natürlich ist die Zeit der kleinen, analogen Geräte längst vorbei; kaum anzunehmen, dass davon noch viele in regelmässigem Gebrauch sind. «Normale» UKW-Empfänger sind PLL-gesteuert und weisen bereits einen deutlich höheren Stromverbrauch auf, wenngleich er vermutlich immer noch geringer ist als bei einem DAB-Gerät. Von daher ist dieser Fakt zwar interessant, aber praktisch kaum von Relevanz.

Ändert nichts an der Tatsache, dass ich gegen die erneute Zufunzelung des UKW-Bandes durch die SRG bin, um zum Thema zurückzukommen…
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von Sedes »

frank.koriander hat geschrieben: Fr 30. Jan 2026, 10:16 Keiner hat sich einmal die Mühe gemacht, die Mediapulse-Zahlen richtig auszuwerten. In dieser hochemotionalen Lügenkampagne in der Schweiz wurde so getan, als sei die UKW-Abschaltung ein Riesenfehler gewesen. Das war sie aber nicht. Viele haben sich digitale Hardware besorgt, das zeigen die teilweisen Ausverkäufe rund um den Jahreswechsel 2024/25. Was aber passiert ist: Die Leute waren neugierig und sind auf andere, digital verbreitete Programme umgestiegen. So konnten Programme wie Vintage, Flashback oder Virgin seit der UKW-Abschaltung der SRG klar zulegen.

Solche Zahlen gab es auch in Norwegen: Aufgrund des weit größeren Angebotes auf DAB+ hatten etablierte UKW-Programme etwa der NRK verloren.

Es ist ein Irrglaube, wenn die SRG nun meint, dass Hörer bei einer Rückkehr auf UKW zurückkommen. Die einzigen, die vielleicht profitieren, sind Autofahrer, die noch nicht digital nachgerüstet haben. Ganz davon abgesehen, gab es bei wichigen Programmen wie SRF1 wieder im zweiten Halbjahr eine Kehrtwende. In der Schweiz hat das die Presse ganz bewusst unterschlagen und die Zahlen nicht mit dem ersten Halbjahr, sondern vor der UKW-Abschaltung verglichen, um nicht das Narrativ zu zerstören, es würde nicht ohne UKW gehen. Ich kann jetzt schon Wetten abschließen, dass auch nur leichte weitere Hörergewinne bei der SRG nach dem Wiedereinstieg in UKW dann nicht mehr ignoriert, sondern von der Presse gefeiert werden. Schawinski hat da auch mit 80 noch viel Einfluss und Macht auf Blick und Co.

Ich fände es okay, wenn die SRG ein Grundnetz, vielleicht auch nur mit den "ersten" Programmen jeder Sprachregion, zurück auf UKW bringt. Aber nicht mehr, denn das wäre völlig sinnlose Verschwendung von Gebührenmitteln.
Wow Du triffst den Nagel auf den Kopf genau so ist es. Mein Herz schlägt für UKW. Ist aber auch beim Auto so. Ich habe mein altes Auto geliebt wäre aber heute nicht mehr zeitgemäß.

Vor der UKW Abschaltung lief bei uns im Büro überall UKW SRF3. Mit der Abschaltung kam Ernüchterung da DAB niemals synchron sind.

Heute mich eingeschlossen hört jeder individuell über Kopfhörer. Ich selber nutze SRF vorallem für Nachrichten. Hintergrundsendungen. Die Musik hole ich je nach Laune von anderen Sendern.

Das gleiche mache ich im Auto. DAB spielen leider auch nur noch die gleichen Songs. So höre ich im Auto SRF über DAB wie Echo der Zeit etc. Musik über Handy die Spartensender.

Somit denke ich auch eine Aufschaltung wird die erhofften Hörer nicht mehr zurück bringen.
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von Rete_Svizzera »

Ja auch RSI direttore Timbal fragt sich wie die verlorenen hòrer zurùck zu holen,
wenn sie einmal weg sind, sind sie weg da hilft auf eine rùckkehr in FM nicht viel.

Warum sich niemand mùhe macht die Mediapulse zahlen richtig auszuwerten ?

Weil Mediapulse noch zu sehr ungenau ist, Mediapluse Armbanduhren kònnen
nicht unterscheiden ob jeman in Lugano RTO auf der 99.2 in FM hòrt oder via DAB+
oder via TV via cavo oder internet stream, auch hat es auf 360.000 Einwohner
weniger als 800 Uhren und ca. davon gehen noch etwa 9 falsch.
Auch kann Mediapulse keine Kopfhòrer messen, da viele auch via Kopfhòrer zu hòren.

Da Mediapulse sehr sehr ungenau ist auch noch zurzeit zuwenig Armbanduhren einsetzt, lohnt es sich nicht
Mediapulse richtig ernst zu nehmen. Wenn das ein direttore von RSI sagt, dann bedeutet
das schon etwas.

Wer Mediapulse vertraut der kann auch direkt zum Papst rennen, auch dieser hat zuwenig Armbanduhren
um alle seine jùnger zu messen.
frank.koriander
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von frank.koriander »

Bei rein digital verbreiteten Programmen gilt das aber nicht. Da kann die Uhr dann zwar auch nicht unterscheiden, ob über DAB+ oder Stream gehört wird, aber das ist ja auch unerheblich, da digitales Hören als eine Einheit gilt.
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von SeltenerBesucher »

Wolfgang R hat geschrieben: Fr 30. Jan 2026, 07:34 Und ja, es gibt unglaublich viele Radios an allen möglichen Orten. Die sind meistens UKW only. Was auch dem Stromverbrauch zu Gute kommt.
DAB+ ist halt ein kleiner Computer mit Verstärker und Lautsprecher. Stromhungrig.
Fast jedes DAB+ Radio ist gleichzeitig auch ein UKW-Radio. Deiner Meinung nach, verbraucht der Empfänger weniger, wenn die Hörer UKW einschalten statt DAB+. Wie kommst Du auf die Idee? Hast Du es gemessen?

Die alten UKW-Empfänger benötigen im Bereitschaftsmodus unheimlich viel Strom für die Bereithaltung der Frequenzen auf den Wahltasten, deshalb habe ich alle alten Radiogeräte entsorgt und durch moderne DAB+ und WLAN-fähige Empfänger ersetzt. Bei zweistelligen Wattzahlen rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr bietet eine Erneuerung eine Entlastung für jeden Haushalt. Wobei reine DAB+ Empfänger verbrauchen im Bereitschaftsmodus unter 1 Watt und WLAN-Radios unter 8 Watt. In der EU wurden die Ökodesign-Anforderungen geregelt und sind hier nachzulesen:

https://www.idealo.de/preisvergleich/Li ... kdose.html
ulionken hat geschrieben: Fr 30. Jan 2026, 09:10 Die vorzeitige Komplettabschaltung der UKW-Sender war nach meiner Meinung eine Riesendummheit der SRG. Man hätte zum gleichen Termin alle Funzeln abschalten können und nur ganz wenige Grundnetzsender behalten können, mit einer fast so grossen Einsparung.
Das ist Unsinn. Der Gesetzgeber hat versäumt klare Regeln einzuführen und das in einem Rechtsstaat. Die SRG hätte ihre Frequenzen abschalten, aber nicht zurückgeben sollen. Das hätte der Gesetzgeber in einer Übergangsregelung festschreiben müssen.

Die Rückgabe stellt jetzt das Problem dar, denn zurückgegebene Frequenzen landen im Pool freier Frequenzen. Wenn man sich darauf einigt, dass die Frequenzen nicht mehr ausgeschrieben werden, dann ist Friede Freude Eierkuchen. Doch mit den Privaten kann man keinen Deal eingehen, weil sie diesen nicht einhalten.
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von SeltenerBesucher »

frank.koriander hat geschrieben: Fr 30. Jan 2026, 10:16 In dieser hochemotionalen Lügenkampagne in der Schweiz wurde so getan, als sei die UKW-Abschaltung ein Riesenfehler gewesen. Das war sie aber nicht.
Die Kampagne hat gezeigt, dass man mit dem Privatfunk keine Vereinbarungen treffen kann, weil diese nicht eingehalten werden. Die Leute sind nicht vertrauenswürdig. Früher ging das per Handschlag, heute anscheinend nicht.
frank.koriander hat geschrieben: Fr 30. Jan 2026, 10:16 Die Leute waren neugierig und sind auf andere, digital verbreitete Programme umgestiegen. So konnten Programme wie Vintage, Flashback oder Virgin seit der UKW-Abschaltung der SRG klar zulegen.
Solche Zahlen gab es auch in Norwegen: Aufgrund des weit größeren Angebotes auf DAB+ hatten etablierte UKW-Programme etwa der NRK verloren.
In Norwegen gewinnen die kommerziellen landesweiten Programme immer noch dazu. Verlierer ist der Lokalfunk, der DAB+ zu spät einführte, weil er auf Förderung vom Staat gewartet hat.
frank.koriander hat geschrieben: Fr 30. Jan 2026, 10:16 Es ist ein Irrglaube, wenn die SRG nun meint, dass Hörer bei einer Rückkehr auf UKW zurückkommen.
Hier empfiehlt sich der Blick zum WDR in den 1990er Jahren. Der Privatfunk hat dem WDR Hörer weggenommen und das massiv. Dann kam 1LIVE und der WDR positionierte sich neu mit großem Erfolg. Die SRG muss sich neu erfinden. Es ist ein ganz normaler Prozess.

Der Feind des Privatfunks sitzt in Silicon Valley, nur fehlen dem Privatfunk die Ideen, wie man dem begegnet. Das ist typisch für unidirektionale Medien, die sich damit nicht anfreunden können, dass die Menschen bidirektionale Medien bevorzugen. Ohne Beteiligungsmöglichkeit und individuelle Anpassung wird es schwierig für das Radio.
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von Rolf, der Frequenzenfänger »

SeltenerBesucher hat geschrieben: So 1. Feb 2026, 01:25 Die alten UKW-Empfänger benötigen im Bereitschaftsmodus unheimlich viel Strom für die Bereithaltung der Frequenzen auf den Wahltasten [...] Bei zweistelligen Wattzahlen rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr bietet eine Erneuerung eine Entlastung für jeden Haushalt.
Auch wenn es ziemlich off-topic ist, kann ich diese Verallgemeinerung so nicht stehenlassen. Es mag Ausnahmen geben, bei denen das so ist, aber die Norm ist es sicher nicht. Viele ältere Radios kommen sogar dank mechanischer Abstimmung ganz ohne Backup aus.
Die meisten meiner alten (transistorisierten) Empfänger verbrauchen nicht mal im Betrieb zweistellige Wattzahlen.
ulionken
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von ulionken »

SeltenerBesucher hat geschrieben: So 1. Feb 2026, 01:25
ulionken hat geschrieben: Fr 30. Jan 2026, 09:10 Die vorzeitige Komplettabschaltung der UKW-Sender war nach meiner Meinung eine Riesendummheit der SRG. Man hätte zum gleichen Termin alle Funzeln abschalten können und nur ganz wenige Grundnetzsender behalten können, mit einer fast so grossen Einsparung.
Das ist Unsinn. Der Gesetzgeber hat versäumt klare Regeln einzuführen und das in einem Rechtsstaat. Die SRG hätte ihre Frequenzen abschalten, aber nicht zurückgeben sollen. Das hätte der Gesetzgeber in einer Übergangsregelung festschreiben müssen.

Die Rückgabe stellt jetzt das Problem dar, denn zurückgegebene Frequenzen landen im Pool freier Frequenzen. Wenn man sich darauf einigt, dass die Frequenzen nicht mehr ausgeschrieben werden, dann ist Friede Freude Eierkuchen. Doch mit den Privaten kann man keinen Deal eingehen, weil sie diesen nicht einhalten.
Du magst das gerne als Unsinn ansehen, aber es ist meine Meinung. Der Gesetzgeber hatte eine klare Regelung zur UKW-Abschaltung getroffen, und die SRG hat frei entschieden, ihre UKW-Sender vor diesem Termin komplett abzuschalten, dies ohne Not und offenbar nur aus kurzfristigen finanziellen Überlegungen. Sie hätte meines Wissens nicht einfach abschalten können, ohne die Lizenzen zurückzugeben - wer eine Lizenz hat, der muss sie auch benutzen und darf nicht einfach drauf sitzenbleiben. Weder das faule Spiel der (besser: einiger) Privaten noch der Shitstorm nach der Komplettabschaltung hat mich wirklich überrascht - hat denn dieses Szenario niemand bei der SRG vorausgesehen? Eine ganz schön schwache taktische Leistung!

Rolf, der Frequenzenfänger hat geschrieben: Mo 2. Feb 2026, 17:38
SeltenerBesucher hat geschrieben: So 1. Feb 2026, 01:25 Die alten UKW-Empfänger benötigen im Bereitschaftsmodus unheimlich viel Strom für die Bereithaltung der Frequenzen auf den Wahltasten [...] Bei zweistelligen Wattzahlen rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr bietet eine Erneuerung eine Entlastung für jeden Haushalt.
Auch wenn es ziemlich off-topic ist, kann ich diese Verallgemeinerung so nicht stehenlassen. Es mag Ausnahmen geben, bei denen das so ist, aber die Norm ist es sicher nicht. Viele ältere Radios kommen sogar dank mechanischer Abstimmung ganz ohne Backup aus.
Die meisten meiner alten (transistorisierten) Empfänger verbrauchen nicht mal im Betrieb zweistellige Wattzahlen.
Das sind auch nach meiner Erfahrung absolute Ausnahmen. Meine alten Sony-Weltempfänger behalten ihre Stationsspeicher ein paar Jahre an der gleichen Pufferbatterie. Der UKW-Empfang läuft mit ihnen auf dem gleichen Batteriesatz über 100 bis 200 Betriebsstunden, genug für einen mehrwöchiges Trekking. Mein Dual DAB-Empfänger geht dagegen schon nach 10 bis 12 Stunden DAB-Betrieb wegen leerer Batterien in die Knie - DAB frisst offenbar beim Empfänger mehr Strom.

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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von kalu »

Mein DAB Radio hält über Tage durch, hat ein Solarmodul auf der Rückseite und wurde noch nie extern geladen. Es hält im UKW betrieb gleich lang wir mit DAB.
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von SeltenerBesucher »

ulionken hat geschrieben: Mo 2. Feb 2026, 18:14
SeltenerBesucher hat geschrieben: So 1. Feb 2026, 01:25
ulionken hat geschrieben: Fr 30. Jan 2026, 09:10 Die vorzeitige Komplettabschaltung der UKW-Sender war nach meiner Meinung eine Riesendummheit der SRG. Man hätte zum gleichen Termin alle Funzeln abschalten können und nur ganz wenige Grundnetzsender behalten können, mit einer fast so grossen Einsparung.
Das ist Unsinn. Der Gesetzgeber hat versäumt klare Regeln einzuführen und das in einem Rechtsstaat. Die SRG hätte ihre Frequenzen abschalten, aber nicht zurückgeben sollen. Das hätte der Gesetzgeber in einer Übergangsregelung festschreiben müssen.

Die Rückgabe stellt jetzt das Problem dar, denn zurückgegebene Frequenzen landen im Pool freier Frequenzen. Wenn man sich darauf einigt, dass die Frequenzen nicht mehr ausgeschrieben werden, dann ist Friede Freude Eierkuchen. Doch mit den Privaten kann man keinen Deal eingehen, weil sie diesen nicht einhalten.
Du magst das gerne als Unsinn ansehen, aber es ist meine Meinung. Der Gesetzgeber hatte eine klare Regelung zur UKW-Abschaltung getroffen, und die SRG hat frei entschieden, ihre UKW-Sender vor diesem Termin komplett abzuschalten, dies ohne Not und offenbar nur aus kurzfristigen finanziellen Überlegungen.
Bleiben wir doch bitte bei der Wahrheit. Die Arbeitsgruppe DigiMig hat am 26. August 2021 eine Pressemitteilung herausgegeben mit diesem Wortlaut:
„Bern, 26. August 2021. Die Schweizer Radioveranstalter haben beschlossen, die Abschaltung wie ursprünglich vorgesehen am 31. Dezember 2024 zu vollziehen. Zu diesem Zeitpunkt laufen auch die UKW-Funkkonzessionen aus.“
Die SRG hat sich an das Datum gehalten.

Quelle: https://dabplus.ch/wp-content/uploads/2 ... g_2024.pdf

Weil sich die schweizerischen Privatfunker nicht an Vereinbarungen halten wollen, wurde am 25.10.2023 erneut das Datum geändert, damals ließ der Bundesrat verlautbaren:
„Radioprogramme können noch bis Ende 2026 über UKW verbreitet werden.“
Können heißt nicht müssen. In der Mitteilung heißt es:
„Die Radioveranstalter können die analoge Radioverbreitung auch früher einstellen; bereits seit 2020 besteht keine Verpflichtung mehr, die Programme via UKW zu verbreiten.“
https://www.news.admin.ch/de/nsb?id=98326

Zuvor haben die Programmveranstalter argumentiert:

„Die Verschiebung der UKW-Abschaltung auf den ursprünglich geplanten Termin vom 31.12.2024 ist für die Radioveranstalter mit Kosten in mehrstelliger Millionenhöhe verbunden. Die doppelte Verbreitung der Programme sowohl über UKW als auch DAB+ kann sich kein Radioveranstalter auf die Dauer leisten und ist auch unter ökologischen Aspekten wenig sinnvoll.“

Quelle: https://dabplus.ch/news/ukw-abschaltung ... chem-plan/
ulionken hat geschrieben: Mo 2. Feb 2026, 18:14 Sie hätte meines Wissens nicht einfach abschalten können, ohne die Lizenzen zurückzugeben - wer eine Lizenz hat, der muss sie auch benutzen und darf nicht einfach drauf sitzenbleiben.
Das liest sich anders. Außerdem hätte ich darauf ankommen lassen, ob die SRG verklagt wird, wenn sie ihre Frequenzen ausschaltet aber nicht zurückgibt. Welche Strafen sind dafür im Gesetz vorgesehen?
ulionken
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von ulionken »

SeltenerBesucher hat geschrieben: Mo 2. Feb 2026, 21:15
ulionken hat geschrieben: Mo 2. Feb 2026, 18:14
SeltenerBesucher hat geschrieben: So 1. Feb 2026, 01:25

Das ist Unsinn. Der Gesetzgeber hat versäumt klare Regeln einzuführen und das in einem Rechtsstaat. Die SRG hätte ihre Frequenzen abschalten, aber nicht zurückgeben sollen. Das hätte der Gesetzgeber in einer Übergangsregelung festschreiben müssen.

Die Rückgabe stellt jetzt das Problem dar, denn zurückgegebene Frequenzen landen im Pool freier Frequenzen. Wenn man sich darauf einigt, dass die Frequenzen nicht mehr ausgeschrieben werden, dann ist Friede Freude Eierkuchen. Doch mit den Privaten kann man keinen Deal eingehen, weil sie diesen nicht einhalten.
Du magst das gerne als Unsinn ansehen, aber es ist meine Meinung. Der Gesetzgeber hatte eine klare Regelung zur UKW-Abschaltung getroffen, und die SRG hat frei entschieden, ihre UKW-Sender vor diesem Termin komplett abzuschalten, dies ohne Not und offenbar nur aus kurzfristigen finanziellen Überlegungen.
Bleiben wir doch bitte bei der Wahrheit. Die Arbeitsgruppe DigiMig hat am 26. August 2021 eine Pressemitteilung herausgegeben mit diesem Wortlaut:
„Bern, 26. August 2021. Die Schweizer Radioveranstalter haben beschlossen, die Abschaltung wie ursprünglich vorgesehen am 31. Dezember 2024 zu vollziehen. Zu diesem Zeitpunkt laufen auch die UKW-Funkkonzessionen aus.“
Die SRG hat sich an das Datum gehalten.
Ja genau, bleiben wir doch bitte bei der Wahrheit! Die erwähnte Vereinbarung ist eben nicht der Gesetzgeber. Die (genauer: einige) Privaten haben sich nicht an die Vereinbarung gehalten, und der Bundesrat als Exekutive hat (wie Du richtig schreibst) die Frist vor deren Ablauf bis Ende 2026 verlängert. Die SRG hat aus einiger Entscheidung ohne Not am ursprünglichen Termin der Vereinbarung (Ende 2024) festgehalten, obwohl der Partner dieser Vereinbarung nicht einhielt. Eine einvernehmliche Vereinbarung, an die sich der eine Partner plötzlich nicht mehr hält, braucht auch der andere Partner nicht mehr einzuhalten, sofern dem keine rechtlichen Schranken entgegen stehen - so halte ich das jedenfalls grundsätzlich im Privat- und Berufsleben.

Aus meiner Sicht war die UKW-Komplettabschaltung der SRG zu dem Zeitpunkt ein kapitaler Fehler, besonders im Hinblick auf den erwartbaren Unmut bei einem Teil der Hörerschaft und wegen der anstehenden Abstimmung über die Halbierungsinitiative. Die SRG hätte Ende 2024 mit einer UKW-Teilabschaltung und Beschränkung auf ein paar Grundnetzsender für eine UKW-Kette pro Sprachregion fast den gleichen Einspareffekt erzielt und hätte sich den ganzen Ärger sowie die peinliche Kehrtwende erspart. Je nachdem hätte man den kleinen Rest dann eben Ende 2026 abgeschaltet. Nun, der Kuchen ist nun eh gegessen, aber die Abstimmung am 8. März dürfte knapp werden. Wenn die Initiative angenommen wird, dann braucht man über den anvisierten UKW-Restart sowieso nicht mehr zu reden...

73 de Uli
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von ulionken »

SeltenerBesucher hat geschrieben: Mo 2. Feb 2026, 21:15
ulionken hat geschrieben: Mo 2. Feb 2026, 18:14 Sie hätte meines Wissens nicht einfach abschalten können, ohne die Lizenzen zurückzugeben - wer eine Lizenz hat, der muss sie auch benutzen und darf nicht einfach drauf sitzenbleiben.
Das liest sich anders. Außerdem hätte ich darauf ankommen lassen, ob die SRG verklagt wird, wenn sie ihre Frequenzen ausschaltet aber nicht zurückgibt. Welche Strafen sind dafür im Gesetz vorgesehen?
Artikel 1 Satz 5 der UKW-Funkkonzession für Radio Basilisk (die der SRG habe ich nicht), Hervorhebung durch mich:
Verzichtet die Konzessionärin auf die Nutzung einer UKW-Frequenz, muss sie dies dem
BAKOM innert drei Tagen nach dem Nutzungsende melden. Nutzt die Konzessionärin eine
UKW-Frequenz während mindestens 30 Tagen nicht, verfällt ihr Recht auf deren Nutzung.
Nicht mehr genutzte UKW-Frequenzen werden nicht mehrvergeben.
Als SRG vor einer wichtigen Abstimmung würde ich mich peinlichst an rechtliche Auflagen halten und nicht noch meinen Gegnern mit juristisch fragwürdigen Aktionen in die Hände spielen. Aber auch das siehst Du offensichtlich anders.

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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von SeltenerBesucher »

ulionken hat geschrieben: Mo 2. Feb 2026, 22:46 Die SRG hat aus einiger Entscheidung ohne Not am ursprünglichen Termin der Vereinbarung (Ende 2024) festgehalten, obwohl der Partner dieser Vereinbarung nicht einhielt.
Du kannst es nachlesen, die Vereinbarung lautete, ab 2020 können alle UKW abschalten wann sie wollen. Es gab keine Pflicht UKW aufrecht zu erhalten.
ulionken hat geschrieben: Mo 2. Feb 2026, 22:46 Aus meiner Sicht war die UKW-Komplettabschaltung der SRG zu dem Zeitpunkt ein kapitaler Fehler, besonders im Hinblick auf den erwartbaren Unmut bei einem Teil der Hörerschaft
Unmut gibt es, weil die SRG zu teuer ist – also nicht spart. Unmut gibt es, weil die SRG spart und Sender abschaltet. Das Schauspiel mit den Verlängerungen wird noch paar Mal wiederholt, bis Ewiggestrige das Zeitliche gesegnet haben.
ulionken hat geschrieben: Mo 2. Feb 2026, 22:46 Wenn die Initiative angenommen wird, dann braucht man über den anvisierten UKW-Restart sowieso nicht mehr zu reden...
Die Initiative wird angenommen und einen Restart wird es nicht geben, so sehe ich das auch. Wir sprechen von 8 % „Analoghörer“. Da ein Teil dieser Hörer weiterhin Privatfunk oder ausländische Sender hört, sieht die Rechnung wie folgt aus:

Hörer Total Deutschschweiz:
3’744'400, davon 8 % Analoghörer entspricht 299,552, nun hat die SRG einen Marktanteil von 46,2 % was 138'393 Hörern entspricht.

RTS hat einen Marktanteil von 38,9 %, die 8 % Analoghörer wären dann 71'179
RSI hat einen Marktanteil von 42,7 %, die 8 % Analoghörer wären dann 8'253
https://www.srgssr.ch/de/news-medien/ne ... rwartungen

Der Unterhalt des UKW-Netzes kostet die SRG 15 Millionen Franken pro Jahr. Würde man statt das Netz wieder einzuschalten die Mittel für den Kauf eines DAB+ Radios verwenden, ständen ca. 69 CHF für einen Empfänger zur Verfügung. Beim Kauf von 217'815 Empfängern würde der Lieferant sicherlich ein Rabat einräumen. Bei der Betrachtung gibt es einen Fehler, denn einige betroffene Hörer leben in einem Haushalt, denn die Schweiz zählt 9,1 Mio. Einwohner aber nur 4,06 Haushalte. Bei 2,24 Personen pro Haushalt ließe sich sicherlich auch ein halbwegs vernünftiges Gerät kaufen, immerhin stünden dann 154,42 CHF pro Haushalt zur Verfügung.
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