DAB+ in Schweizer Kabelnetzen

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Wrzlbrnft

Re: DAB+ in Schweizer Kabelnetzen

Beitrag von Wrzlbrnft »

DAB+ im Kabel ist ne nette Beigabe. Solange mir die "echten" DVB-C-Radios nicht genommen werden. (kein weiteres Transcoding nach AAC+ und sie lassen sich einfacher programmieren ;) )

roadrunner007

Re: DAB+ in Schweizer Kabelnetzen

Beitrag von roadrunner007 »

DAB im Kabelnetz macht keinen Sinn wegen Docsis 3.1. Docsis 3.1 verwendet den Rueckwaertsweg bis 204 MHz, bis 250 MHz deshalb nicht nutzbar.

Rolf, der Frequenzenfänger

Re: DAB+ in Schweizer Kabelnetzen

Beitrag von Rolf, der Frequenzenfänger »

drahtlos hat geschrieben: Vor einiger Zeit stand hier im Forum:

"Voellige Schnapsidee, welche aber - gluecklicherweise - wahrscheinlich ohnehin nie ernsthaft zur Debatte stehen wird."


Ich bin sicher, es wird keine 6 Monate dauern, da wird die Cablecom, resp. UPC die Hersteller des Modulators anfragen, ob sie Testgeräte bekommen können!
Das könnte ich geschrieben haben und aus rein technischer Sicht bin ich nach wie vor dieser Meinung.

Wie so oft, wird sich unter Umständen nicht das technisch sinnvollste System (hier DVB-C) durchsetzen, sondern eines, das den Marktbedürfnissen am ehesten entspricht.

Positiv an DAB+ im Kabel ist immerhin, dass man, wie jetzt schon bei UKW, grundsätzlich die selben Empfänger für Terrestrik und Kabel verwenden kann. Es ist nur zu hoffen, dass bei stationären DAB-Geräten künftig ein Antennenanschluss Standard wird, damit der Endkunde keine Bastellösungen einsetzen muss, um die Programme zu nutzen.

FrankSch

Re: DAB+ in Schweizer Kabelnetzen

Beitrag von FrankSch »

DH0GHU hat geschrieben: Wenn man dann noch bedenkt, dass ich heute oftmals über DAB+ terrestrisch weit mehr Programme empfangen kann, als ich über Kabel-FM empfangen kann, ist es doch klar, dass Kabel-FM nicht mehr konkurrenzfähig ist...
OK, spinnen wir die Idee mal weiter. Damit DAB+ über Kabel nicht eine neue Empfängergeneration benötigt muss es irgendwo im Band III stattfinden, also da wo zur Zeit TV-Sender übertragen werden. DAB+ würde also also dem TV im Kabel Platz weg nehmen. Andererseits würde bei einer Abschaltung von Kabel-FM das Band II frei werden. Nur… nutzt das jemandem was? Können heutige TV-Geräte, egal ob analog oder DVB-C, das Band II überhaupt empfangen? Wenn nein macht DAB+ im Kabel erst recht keinen Sinn.

RADIO354

Re: DAB+ in Schweizer Kabelnetzen

Beitrag von RADIO354 »

Also,

Platz sollte schon genug sein.
Wobei Ich im Stationärbetrieb allerdings lieber DVB- C Radio weiterhin nutzen möchte.
Das Radioangebot der UPC Cablecom Via DVB- C ist nämlich recht umfangreich.
Da mein Neuer TV anno 2012 zunächst wegen eines Defektes keine Programme empfangen konnte
hatte Ich temporär einen DVB- C Receiver per HDMI drangehängt.
Dieser Receiver ist nun als Radioempfänger in Betrieb.

raeuberhotzenplotz1

Re: DAB+ in Schweizer Kabelnetzen

Beitrag von raeuberhotzenplotz1 »

Nette Sache. Im übrigen benötigt man gar keinen aufwendigen Modulator. Wenn es nur darum geht die Ensembles aus der Luft auzugreifen und ins Kabel einzuspeisen, denn genügt ein herkömmlicher TV Kanalumsetzer BAND III -> BAND III wobei dieser hinsichtlich des Phasenrauschens für DVB-T geeignet sein sollte. Dann hat auch DAB+ keine Schwierigkeiten damit. Eventuell müßte man den OFW Filter von 7 bzw. 8MHz auf 1.7MHz reduzieren. Wenn um die Ensebles herum aber alles frei ist kann man auch darauf versichzen.

Man kann dann im Kabel die DAB+ Ensembles schön aneinander aufreihen :) 1-2 VHF Kanäle sollten genügen um alles aus der Umgebung aufnehmbare sauber einzuspeisen.

Habe ich schon spaßeshalber probiert (mit Kathrein UFO Umsetzer), es funzt. Ich halte das für sinnvoll. DVB-C Radio wird sich nicht durchsetzen, weil keine Stereoangalge das hat. DAB+ ist dann wie UKW, ich kann eine Zimmerantenne anschließen oder ans Kabel, immer kommen die gewünschten Programme mit demselben Radio.

In der BRD ist mir aber nichts dergleichen bekannt.

drahtlos

Re: DAB+ in Schweizer Kabelnetzen

Beitrag von drahtlos »

Ohne entsprechenden Modulator (von mir auch Transcoder) kann man kaum DAB-Programme aus Spanien und England ins Kabel einspeisen. Da gehört schon etwas mehr dazu. Klar, lokale Programme könnte man direkt einspeisen, wie ich es mit der Hausanlage auch mache. Meistens gibt es aber Konflikte mit direkt empfangbaren Sendern und bestehende Programme im Kabel-TV.

Ich frage mich - wird im Kabel in Zukunft Fernsehen nur im Band IV und V verbreitet oder spielt der Kanalraster von 7 und 8 MHz bei DVB-C überhaupt keine Rolle mehr.

HansEberhardt

Re: DAB+ in Schweizer Kabelnetzen

Beitrag von HansEberhardt »

Jetzt wären mal die Parameter der 4 Muxe interessant. Da der ProtectionLevel sehr gering sein kann gegenüber OverTheAir, Sollte die Bitrate der Programme nicht schlechter sein als die der OTA-Muxe, auch bei 21 Sendern pro Mux.

GLS

Re: DAB+ in Schweizer Kabelnetzen

Beitrag von GLS »

roadrunner007 hat geschrieben: DAB im Kabelnetz macht keinen Sinn wegen Docsis 3.1. Docsis 3.1 verwendet den Rueckwaertsweg bis 204 MHz, bis 250 MHz deshalb nicht nutzbar.
Stimmt. Dennoch muss kein Kabelanbieter das gesamte Spektrum, was der D3.1-Standard vorsieht, für den Rückkanal nutzen. Bei D3.0 geht er auch bis 85 MHz, genutzt wird nur bis ca. 65 MHz. Soweit die Theorie - in der Praxis wird der Anbieter den teure Verstärkertausch nur 1x durchführen und da wohl gleich das volle Spektrum dem Rückkanal zuweisen, fürchte ich.

Es gibt aber noch eine andere Chance für DAB im Kabel: Glasfasernetze! Denn in solchen wird der Internet-Upstream üblicherweise in einer eigenen Faser realisiert, was bedeutet, dass sogar das gute alte Band I mit Rundfunkdiensten belegt werden kann. Band III für DAB wäre in solchen Netzen ideal, aber wie gesagt, Minimum ist Glasfaser bis ins Haus.

Zu der Frage DAB vs. DVB-C für digitales Kabelradio würde ich mal ein diplomatisches "Beides" vorschlagen, solange genügend Kapazitäten vorhanden sind; die Vorteile beider Systeme wurden schon genannt. Die Parameter bei C-DAB (wenn ich das so nennen darf) würden mich auch interessieren. [Und bei DVB steht bald DVB-C2 ins Haus und hier könnte man doch aufgrund der Kapazitätsgewinne bei ausgewählten hochwertigen Programmen PCM zur Übertragung wählen. *träum*;)]
FrankSch hat geschrieben: OK, spinnen wir die Idee mal weiter. Damit DAB+ über Kabel nicht eine neue Empfängergeneration benötigt muss es irgendwo im Band III stattfinden, also da wo zur Zeit TV-Sender übertragen werden. DAB+ würde also also dem TV im Kabel Platz weg nehmen.
Nunja, das ist aber Analog-TV und eh Auslaufmodell.
Andererseits würde bei einer Abschaltung von Kabel-FM das Band II frei werden. Nur… nutzt das jemandem was? Können heutige TV-Geräte, egal ob analog oder DVB-C, das Band II überhaupt empfangen? Wenn nein macht DAB+ im Kabel erst recht keinen Sinn.
Das Band II geht in Koaxialnetzen sehr wahrscheinlich an den DOCSIS-Rückkanal; in Glasfasernetzen könnte man es theoretisch weiternutzen, z. B. für DVB-C1/2, was die TV-Geräte und Receiver problemlos tunen können. Für DAB macht einzig und allein nur Band III Sinn, sonst müssten wieder neue DAB-Geräte mit Band-II-Tunern gekauft werden und der Vorteil der Gerätepopulation wäre dahin.
drahtlos hat geschrieben:Ich frage mich - wird im Kabel in Zukunft Fernsehen nur im Band IV und V verbreitet oder spielt der Kanalraster von 7 und 8 MHz bei DVB-C überhaupt keine Rolle mehr.
Doch, aber DVB-C ist da schon flexibel. Neben Band IV und V gibt es im Kabel seit jeher noch den Sonderkanalbereich, der natürlich rappelvoll belegt ist, oder ist das in der Schweiz anders?

Chris_BLN

Re: DAB+ in Schweizer Kabelnetzen

Beitrag von Chris_BLN »

Bin erst jetzt hier drauf aufmerksam gemacht worden.

In Deutschland gab es mitte/ende der 90er Jahre einen DAB-Test in Kabelnetzen. Man hatte dazu extra bei Blankom einen Umsetzer in Auftrag gegeben, der 4 DAB-Pakete im Band III empfangen und auf einem Kanal als Blöcke A, B, C, D wieder auskabeln konnte. Dazu gab es noch einen Vorsatzkonverter, um L-Band auf Band III umzusetzen. Das ganze wurde in Thüringen erprobt, in einem modernen Großnetz (Jena, damals BTV) und in einem aus mehreren älteren Teilnetzen zusammengeflickten Netz (Eisenach). Die Beschreibung der Technik und die Ergebnisse der Untersuchungen (bis hin zur Gleichkanalbelegung mit analogem TV!) gibt es hier: http://www.tlm.de/tlm/aktuelles_service ... e/tlm3.pdf

Danach ist nie wieder etwas in dieser Richtung passiert, es gab nie Kabeleinspeisungen und DAB starb dann sowieso erst einmal beinahe komplett weg. Auch heute ist mir nichts mit DAB im Kabel bekannt in den großen Netzen. Die Technik ging nie in Serienproduktion und die logische und konsequente Erweiterung, nämlich DAB-Pakete mit niedrigstmöglichem Fehlerschutz aus DVB-Radioprogrammen zu generieren (mit Recodierung auf z.B. 192 kbps MP2 oder 128 kbps LC-AAC) hat es auch nie gegeben.


Die hier erwähnte Methode, mit analogen TV-Kanal-Umsetzern terrestrisch empfangbare DAB-Blöcke ins Kabel zu bringen, funktioniert tatsächlich. Die Kabelanlage am Wohnort meiner Eltern tut dies, allerdings bislang mehr schlecht als recht. Ein Nebeneinandersetzen der Blöcke in einen gemeinsamen Kanal scheitert allerdings an der viel zu hohen Bandbreite der OFW-Filter und daran, daß die Abstimm-Schrittweite solcher Umsetzer oft viel zu grob ist, um das DAB-Kanalraster zu treffen. Mit nur 250 kHz Schrittweite kommt man da nicht hin, da sollten es schon 1 kHz sein - und das ist eine hohe Herausforderung an die Phasenstabilität der PLL.

DAB kann bei den heute üblichen Bitraten nur eine low-quality-Alternative zu Kabel-UKW oder gar DVB-C sein. Gerade die SRF-Radioprogramme könnte man mit ihren 256 kbps MP2 aber 1:1 in DAB-Kabelpakete umsetzen. Würde nicht viel in ein Paket passen, man hätte aber die originale Qualität. Das gleiche wäre mit den deutschen DLF, D-Radio Kultur und D-Radio Wissen möglich. Die ARD-Radios mit ihren 320 kbps könnte man recodieren auf 192 kbps MP2 (Popwellen) bzw. 256 kbps MP2 (Kulturprogramme). Vorteil: alte DAB-Empfänger, darunter zahlreiche HiFi-Tuner, hätten wieder eine Funktion. Solche Geräte gabes auch in hochwertiger Bauart, es ist schade um sie. Das wohl edelste Gerät, das nun DAB-seitig aufgrund DAB+ wertlos wurde:

http://vaio.katrafm.net/vaio/Other/SONY ... D777ES.jpg

Mit LC-AAC könnte man dann natürlich unter Verzicht auf Abwärtskompatibilität deutlich mehr Programme in einen Kanal mit 4 DAB-Blöcken bringen. Der Preis wäre aber der schlechtere Klang.

dh5ym

Re: DAB+ in Schweizer Kabelnetzen

Beitrag von dh5ym »

Hallo,

gibt es eine LIste der aktuell im Kabelnetz für DAB benutzten oder geplanten Kanäle / Frequenzen ?

Gruß
Mario

DAB-Swiss
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Re: DAB+ in Schweizer Kabelnetzen

Beitrag von DAB-Swiss »

Für meine Webseite, DAB-Swiss, bin ich auf der Suche nach einer CSV-Datei und den Frequenzen den DAB+ Programme im Netz von Citycable (Lausanne). Kann mir da eventuell jemand von Euch weiterhelfen? :gruebel:

Die Angaben zu den UPC DAB+ Programmen kann ich in Kürze aufschalten. Da habe ich CSV-Dateien erhalten.
Aus Leidenschaft und Freude am Medium Radio.

Hama DIT2005M, 3fach Antennenanlage 3H-VHF-16-LOG, Rittmann Signalverstärker, Sperrfilter Kanal 12C. Yamaha MCR-B043D, Sangean WFR-29C, usw. Kenwood DDX4017DAB, Bad Blankenburg 3761.01 Dachantenne.

andimik
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Re: DAB+ in Schweizer Kabelnetzen

Beitrag von andimik »

Ist bei UPC die Auslastung noch immer so schlecht (so viele freie CUs bei geringer Audiobitrate).

RADIO354
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Re: DAB+ in Schweizer Kabelnetzen

Beitrag von RADIO354 »

Hallo Zusammen,

Hat Jemand einen Link zu den DVB- C Radiosendern der UPC ?
Nach 1/2 Stunde Vergeblichen Suchens auf Deren Seiten bin Ich nicht fündig geworden.

andimik
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Re: DAB+ in Schweizer Kabelnetzen

Beitrag von andimik »


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