Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von SeltenerBesucher »

Es wird nichts entwertet worden. Alle Konzessionen werden auf Zeit vergeben. Der Staat hat das Recht diese nicht zu verlängern und somit eine veraltete Technik auslaufen zu lassen. Die Schweiz hat vor 10 Jahren von DAB auf DAB+ umgestellt. Wir sprechen also von entweder älteren Autos oder Menschen, die sich absichtlich dafür entschieden haben und jetzt einen Schaden haben.

Von 100 gehörten Radiominuten erfolgten 87 % digital und nur 13 % über UKW. Warten wir mal neue Zahlen ab. In der italienischsprachigen Schweiz waren es nur 9 % gegenüber 91 % für DAB+ und Internet. Im älter die Altersgruppe ist, um so geringer ist der Anteil der Internetnutzung und um so höher die DAB+ Nutzung mit 56 % bei den über 55-Jährigen.

Von 100 gehörten Minuten werden nur 13 Minuten im Auto gehört. Von den 13 Minuten im Radio entfallen 24 % auf UKW, 58 % auf DAB+ und 17 % auf das Internet, das entspricht etwas über 3 Minuten der gesamten Radionutzung über UKW im Auto. An allen anderen Orten lässt sich das Gerät austauschen. Die Statistik sagt, dass 7 Prozent Radio ausschließlich über UKW nutzen. „14% der Schweizer Bevölkerung hören gar kein Radio oder sind nicht zuordenbar.“

Da die Senioren in einer Gruppe 55 – 110 Jahre gepackt wurden, wäre da eine genauere Untersuchung jener nötig, die ausschließlich UKW hören. Vielleicht ist es günstiger ihnen ein DAB+-Radio zu schenken, als alle Sender einzuschalten. Im zunehmenden Alter werden die mit dem Auto zurückgelegten Wege kürzer, was auch die Radionutzung verkürzt. Klar werden noch die fünf Minuten Radio auf dem Weg zum Supermarkt oder Doktor gehört, ist die Bedienung dieser geringen Nutzung den Beitragszahlern Millionen Franken wert?

Wenn die BAKOM die UKW-Frequenzen ausschreibt, dann gibt es doch keine Garantie für die Platzhirsche, dass sie ihre Frequenzen erneut bekommen. Es könnten sich auch neue Anbieter bewerben, die UKW-Frequenzen abgeschaltet lassen, damit sich die Nutzung auf DAB+ verlagert, wo sie bereits zu empfangen sind. Was bei der ganzen Diskussion außeracht gelassen wird, nicht nur die UKW-Nutzung ist rückläufig, auch die Werbeerlöse werden nicht mehr.
RZCH hat geschrieben: Mi 7. Jan 2026, 12:21 Die UKW-Reaktivierung in der Schweiz schmeckt wohl einigen deutschen DAB-Diehards so gar nicht. Nur blöd, dass ihr hier nix entscheiden könnt :D
Die Schweiz wirkt immer wie ein aufgeklärtes Land. Nun scheinen Greise die Zukunft des Landes zu entscheiden und das spricht nicht für eine Zukunftsentscheidung, sondern Besitzstandsbewahrung weniger Monopolisten.
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von UK-DX »

SeltenerBesucher hat geschrieben: Mi 7. Jan 2026, 13:24
RZCH hat geschrieben: Mi 7. Jan 2026, 12:21 Die UKW-Reaktivierung in der Schweiz schmeckt wohl einigen deutschen DAB-Diehards so gar nicht. Nur blöd, dass ihr hier nix entscheiden könnt :D
Die Schweiz wirkt immer wie ein aufgeklärtes Land. Nun scheinen Greise die Zukunft des Landes zu entscheiden und das spricht nicht für eine Zukunftsentscheidung, sondern Besitzstandsbewahrung weniger Monopolisten.
Ich verstehe halt nicht, warum man gerade beim Radio an so alter und wachstumsbehindernder Technik festhalten muss, dabei mit Sturheit vorgeht und noch die Rolle Rueckwerts machen muss?

Auf DAB+ wird gerade in der CH sehr viel geboten, der Empfang ist ueberall in der CH moeglich, das Netz ist mehr als gut ausgebaut, und dennoch will man auf UKW zurueckgehen?

Warum nicht gleich den Telephonrundspruch wieder einfuehren?

Auf UKW wird kaum noch etwas geboten, noch gibt es Wachstum oder Neues dort. Dies ist ja in UK das Gleiche. 4 BBC in ganz UK, einige BBC Lokalsender, und einige Hitdudler, meistens Heart und ein paar Andere. Nichtmal Radio 5 oder 6 Music, Ersteres bedarf dem Wechel auf die "moderne" Mittelwelle? Zeitgemaess ist dies alles nicht mehr.
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von SeltenerBesucher »

UK-DX hat geschrieben: Mi 7. Jan 2026, 19:07 Ich verstehe halt nicht, warum man gerade beim Radio an so alter und wachstumsbehindernder Technik festhalten muss, dabei mit Sturheit vorgeht und noch die Rolle Rueckwerts machen muss?
Ich glaube nicht, dass Du es nicht verstehst. UKW basiert auf Monopolen, die durch Ressourcenverknappung entstanden sind. Jahrzehnte hatten die öffentlich-rechtlichen Anstalten ein Monopol. Dann kamen die Privatsender, aber dieser Markt war ein Mono-. Duo- oder Oligopol. Wenige Anbieter hatten Zugang zu den knappen Ressourcen.

Wie gewann der Privatfunk seine Hörer? Hat der Privatfunk versucht die geschätzten 20 Prozent der Menschen zum Radiohören zu bewegen, die kein Radio gehört haben? Nein, der Privatfunk hat gesagt, die öffentlich-rechtlichen Radios machen schlechtes Radio, wir können es besser. Was bedeutete besser? Besser bedeutete wir machen von allem weniger außer von Musik, also kürzere Nachrichten, weniger Information, Moderation, Journalismus. Das Programm sollte nicht stören, den ganzen Tag nebenbei laufen, alle Abschaltimpulse minimieren. Nur so kann man günstiger Radio produzieren und Kosten sparen.

Die Privaten überall träumten immer davon, dass ein öffentlich-rechtliches Programm eingestellt wird und sie die Frequenzen bekommen. Weg mit BBC Radio 1, das können Private doch besser. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll nur das produzieren, was die Privaten zu viel Geld kostet. Profite privatisieren und Verantwortung minimieren.

In der Schweiz wäre das Ziel fast erreicht. SRG schaltet UKW ab, die Frequenzen sind frei und der Privatfunk kann auf UKW durchstarten. Dabei gibt es ein Problem. Die Träume sind geblieben, der Markt hat sich verändert und das haben die UKW-Pioniere nicht verstanden. Der Feind ist nicht die SRG, es sind die US-Konzerne, die Werbeerlöse absorbieren.

Die UKW-Pioniere kämpften dafür, dass nicht nur die SRG gehört wird, sondern auch ihre Meinung. Nicht die Meinung aller Menschen, nur ihre Meinung, die sie instrumentalisierten für eigene Zwecke, wie jetzt den UKW-Erhalt. Inzwischen hat sich die Welt geändert und alle können ihre Meinung über die sozialen Netzwerke in die Welt posaunen. Die UKW-Pioniere verstehen nicht, dass sie selbst zu dem geworden sind, was sie in den 1980er Jahren bekämpft haben. Sie sind Teil des Duo- oder Oligopols. Sie sind so fixiert auf das Ziel die SRG zu bekämpfen, dass sie ihre Feinde nicht erkennen, die mit aller Kraft die Meinungsbildung übernehmen.
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von RZCH »

Was ist denn das nun für eine seltsame Schwurblerei :confused:
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von SeltenerBesucher »

RZCH hat geschrieben: Mi 7. Jan 2026, 23:29 Was ist denn das nun für eine seltsame Schwurblerei :confused:
Was ist daran falsch?
uhf
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von uhf »

@SeltenerBesucher:
Sorry, ich finde deine zwei letzten Beiträge auch ziemlich unsachlich.
Im ersten Beitrag diskriminierst du ältere Menschen und bezeichnest die Entscheider in der Schweiz als Greise und im zweiten Beitrag ist deine These "arg mutig", dass amerikanische Konzerne den Werbemarkt im Radio bestimmen.

Ich gebe ja offen zu, dass ich mich auch etwas schwer tue, die Entscheidung tatsächlich nachvollziehen zu können.
Die privaten Sender haben die angekündigte, vereinbarte UKW Abschaltung sabotiert. Es wäre vermutlich besser gewesen die SRG hätte genau mit den Privaten UKW verlassen- und nicht vorher.

Und ja, vielleicht ist es auch insofern zu früh, als die europäischen Nachbarn noch einige Jahre auf UKW senden und damit eine Art Ungleichgewicht entsteht.
Wir hatten auch schonmal ausgerechnet gehabt, was der Technologiewechsel den Verbraucher in Summe kostet.
Dies spielt sicher auch eine Rolle, die Durchdringung ist eventuell noch nicht ausreichend groß. Vielleicht war auch die hektische Aktion der SRG zu kurzfristig für viele.

Was ich mich vielmehr frage ist, wann würde denn dann in der Zukunft UKW in der Schweiz geplant abgeschaltet werden ? Also ganzheitlich, nicht in Chargen.
Und: Würde man im Krisenfall dann auf UKW, würden das dann alle verstehen, wenn UKW sonst nicht mehr genutzt wird ?

Ausserdem müssen sich die Privatsender mal endlich verbindlich bekennen, wie ihre konkreten Pläne bzgl. DAB sind.
Adrian Böhlen
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von Adrian Böhlen »

SeltenerBesucher hat geschrieben: Mi 7. Jan 2026, 23:22
[…] Nein, der Privatfunk hat gesagt, die öffentlich-rechtlichen Radios machen schlechtes Radio, wir können es besser. Was bedeutete besser? Besser bedeutete wir machen von allem weniger außer von Musik, also kürzere Nachrichten, weniger Information, Moderation, Journalismus. Das Programm sollte nicht stören, den ganzen Tag nebenbei laufen, alle Abschaltimpulse minimieren. Nur so kann man günstiger Radio produzieren und Kosten sparen.
[…]
Von dieser «seltsamen Schwurblerei» ist dieser Punkt sicherlich richtig. Aus der damaligen Sicht (80er, 90er Jahre) jedenfalls. Wenn ich mir das heutige SRF-Programm aber anhöre (freiwillig schon lange nicht mehr, aber Gelegenheiten, wo ich mithören «darf», gibt es genügend), dann stelle ich fest, dass vor allem SRF 1 längst auch so ein Programm geworden ist, das «nicht stören, den ganzen Tag nebenbei laufen, alle Abschaltimpulse minimieren» soll. Da stelle ich mir schon die Sinnfrage.
SeltenerBesucher hat geschrieben: Mi 7. Jan 2026, 23:22
[…] Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll nur das produzieren, was die Privaten zu viel Geld kostet. Profite privatisieren und Verantwortung minimieren.
[…]
Da stimme ich ebenfalls zu. Ich verstehe nicht, warum bei uns auf öffentlich-rechtlichen auch den ganzen Tag dasselbe Gedudel laufen muss wie auf den Privaten. Neuseeland macht das beispielsweise besser: Radio New Zealand National ist wortlastig und musikalisch sehr breit aufgestellt, Radio New Zealand Concert sendet primär Klassik und Jazz. RNZ Pacific ist der Auslandsdienst. Diese Inhalte werden von Privaten (hier wie dort) kaum oder gar nicht angeboten. Im Gegenzug laufen auf keinem der RNZ-Kanäle die «grössten Hits». Eine solche Trennung ist bei uns aber überhaupt nie ein Thema gewesen, da wird primär diskutiert, inwieweit die SRG in den digitalen Raum vorstossen soll und darf. Aber das ist wohl der Zeitgeist. Ich denke aber, dass sich die UKW vs. DAB-Frage früher oder später von selbst erledigen wird, da die nachrückenden Generationen (Z und Alpha) kaum noch linear Radio hören, wie ich immer wieder feststellen kann.
QTH: CH-3076 Worb, Gantrischweg 3: 46° 55′ 34″ N 7° 34′ 38″ E, 636 m
RX: Panasonic RF-B45 (56 kHz) | Yupiteru MVT-7000 (56 kHz / 15 kHz), jeweils mit Teleskopantenne
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von SeltenerBesucher »

uhf hat geschrieben: Do 8. Jan 2026, 01:32 @SeltenerBesucher:
Sorry, ich finde deine zwei letzten Beiträge auch ziemlich unsachlich.
Im ersten Beitrag diskriminierst du ältere Menschen und bezeichnest die Entscheider in der Schweiz als Greise und im zweiten Beitrag ist deine These "arg mutig", dass amerikanische Konzerne den Werbemarkt im Radio bestimmen.
1. Meinst Du Leute, die heuet, 20, 25 oder 30 Jahre alt sind, würden sich für den Erhalt von UKW einsetzen? Eingesetzt hat sich ein Mann, der in diesem Jahr 81 Jahre alt wird und persönlich davon profitiert, wenn es SRG schlecht geht. Sachlich ist die Debatte nicht, sondern interessengeleitet von ganz wenigen Schweizer Bürgern.

2. Ich habe nicht geschrieben, dass US-Konzerne den „Werbemarkt im Radio bestimmen“, das ist deine Aussage.
US-Techfirmen verdienen mit Werbung mehr Geld als sämtliche Medienhäuser. Die Branche ärgert's – die Politik reagiert.
Die Werbeeinnahmen in der Schweiz liegen bei insgesamt etwas mehr als sechs Milliarden Franken. Und so wird der Kuchen geteilt: Die US-Techunternehmen, wie Alphabet, Microsoft und Meta, generieren mit ihren Plattformen Werbeeinnahmen von zwischen 1.9 und 2.4 Milliarden Franken. Das sind Schätzungen, weil die Unternehmen keine Zahlen zum Schweizer Werbemarkt publizieren. Die hiesigen Medien kommen auf Einnahmen von rund 2 Milliarden Franken.
https://www.srf.ch/news/wirtschaft/werb ... zer-medien
Tiktok, Google & Co. schöpfen 75 Prozent der Werbegelder ab
Die Einnahmen der grossen Tech-Unternehmen wachsen so stark, wie Schweizer Onlineplattformen insgesamt verdienen. Was bedeutet das für die Medienvielfalt?
https://www.20min.ch/story/medien-unter ... -103418350

Netto-Werbeumsätze 2024
https://werbestatistik.ch/de/downloads/ ... k-2024.pdf

Die Werbeumsätze Radio beliefen sich im Jahr 2024 auf 116 Mio. von 4 146 Mio. CHF. Das entspricht 2,8 % des Werbeaufwands, der erhoben wird.
„Bei der Onlinewerbung sind jedoch die Einnahmen der globalen Tech-Plattformen nicht in der Werbestatistik berücksichtigt, weil sie nicht an der Erhebung teilnehmen. Um diese Lücke zu schließen, wurde wieder eine fundierte Experteneinschätzung durchgeführt. Die geschätzten Einnahmen aus YouTube, Suchmaschinenwerbung und Social Media, die zu einem erheblichen Teil ins Ausland abfließen, betragen insgesamt CHF 1,96 bis 2,4 Mia., wodurch in der Gesamtbetrachtung der Bereich Online am meisten Werbeumsatz generiert.“
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von RZCH »

SeltenerBesucher hat geschrieben: Do 8. Jan 2026, 10:52 1. Meinst Du Leute, die heuet, 20, 25 oder 30 Jahre alt sind, würden sich für den Erhalt von UKW einsetzen? Eingesetzt hat sich ein Mann, der in diesem Jahr 81 Jahre alt wird und persönlich davon profitiert, wenn es SRG schlecht geht. Sachlich ist die Debatte nicht, sondern interessengeleitet von ganz wenigen Schweizer Bürgern.
Und warum war denn Schawinski vehement gegen die No-Billag-Initiative bzw. ist gegen die Halbierungsinitiative?

Die Privatsender begrüssen es ja sogar, dass die SRG auf UKW zurückkehrt: https://www.persoenlich.com/medien/srg- ... diobranche

Das Zeugs, das du hier schreibst, macht einfach keinen Sinn. Vielleicht sollte man zuerst ein bisschen Recherche betreiben, bevor man Sachverhalte aus Deutschland einfach 1:1 auf die Schweiz überträgt.
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von SeltenerBesucher »

RZCH hat geschrieben: Do 8. Jan 2026, 11:05
SeltenerBesucher hat geschrieben: Do 8. Jan 2026, 10:52 1. Meinst Du Leute, die heuet, 20, 25 oder 30 Jahre alt sind, würden sich für den Erhalt von UKW einsetzen? Eingesetzt hat sich ein Mann, der in diesem Jahr 81 Jahre alt wird und persönlich davon profitiert, wenn es SRG schlecht geht. Sachlich ist die Debatte nicht, sondern interessengeleitet von ganz wenigen Schweizer Bürgern.
Und warum war denn Schawinski vehement gegen die No-Billag-Initiative bzw. ist gegen die Halbierungsinitiative?
Die Privatsender begrüssen es ja sogar, dass die SRG auf UKW zurückkehrt: https://www.persoenlich.com/medien/srg- ... diobranche
Ich übertrage nichts aus Deutschland auf die Schweiz, weil die Situation ganz anders ist und ausländische Sender in Deutschland keine große Rolle auf UKW spielen. Wenn aber der RTL Chef seinem Business-Modell noch 5 Jahre gibt und jetzt schon massiv Stellen gekürzt werden, dann muss man den Wandel der Medienlandschaft sehen. Ich bin mir sicher, dass Schawinski – wie kein anderer – das genau beobachtet und versteht. Dennoch fordert er:
„Beim Radio gibt es Sparmöglichkeiten. SRF2 könnte man billiger machen, SRF1 und SRF3 könnte man zusammenlegen.“
Gleichzeitig antwortet er auf die Frage, warum er die nationale Konzession von SRF3 nicht ersteigt:
„Keine gute Idee. Der Betrieb der vielen SRG-UKW-Sender ist extrem teuer, und sie werden nur noch ein paar Jahre in Betrieb sein, dann gibt es nur noch DAB+. Ich würde so gesehen das Recht ersteigern, die enormen Liquidationskosten dieser Sende-Anlagen zu übernehmen.“
„Heute werden auch viele Regionalsender massiv von Splitting-Gebühren finanziert. Wenn es die SRG nicht mehr gibt, dann fallen auch diese Gebühren weg. Die meisten dieser Regionalradios würden daher verschwinden.“
https://www.watson.ch/schweiz/wirtschaf ... chgeknallt

Gleichzeitig lancierte er eine Petition gegen den UKW-Ausstieg, um die Betriebskosten weiter hoch zu halten, denn dann fließt das Geld nicht ins Programm, sondern in die alte Technik.
Wildfux
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von Wildfux »

RZCH hat geschrieben: Mi 7. Jan 2026, 12:21 Die UKW-Reaktivierung in der Schweiz schmeckt wohl einigen deutschen DAB-Diehards so gar nicht. Nur blöd, dass ihr hier nix entscheiden könnt :D
Naja- Die (eventuelle ) UKW-Reaktivierung kann mir ziemlich wurscht sein. :D
Randfunker
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von Randfunker »

Wer sagt eigentlich, dass es die SRG-Frequenzen nur im Package gibt? Damit argumentiert Schawi ja nicht anders als die Hochkosten-Jammerer der SRG selbst. „Roschee“ könnte sich ja z.B. um eine wunderbare Rigi- oder Säntis-Frequenz bewerben. Wäre doch schön, so eine 106,2 für den Raum Zürich/Zentralschweiz ... oder – mein Favorit – „Radio Säntis 99,9 - Nüünenüünzg-nüün – Miir rockched d'Nordoschtschwiiz" :rp:
uhf
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von uhf »

Nochmal die Verständnisfrage:
Wenn jetzt die Privatradios in der Schweiz temporär auf UKW weiter senden und die SRG nochmal UKW nutzt (egal in welcher Sender-/Frequenzenkombination), dann wird ja der Tag X kommen, an dem erneut die UKW Abschaltung bevor steht.
Wie rüsten sich denn die schweizer Privatradios, damit sie den Wechsel von UKW auf DAB vollziehen ?
Oder wollen sie nur noch als Internetradio genutzt werden ?
Oder wartet man auf die noch ziemlich unwägbare Technik 5G Broadcast (und ihren üppigen Kosten und noch keine Endgeräte) ?
Es muss ja einen Plan geben, was man nun bis wann verbindlich erreichen will und muss.
UK-DX
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von UK-DX »

SeltenerBesucher hat geschrieben: Mi 7. Jan 2026, 23:22
UK-DX hat geschrieben: Mi 7. Jan 2026, 19:07 Ich verstehe halt nicht, warum man gerade beim Radio an so alter und wachstumsbehindernder Technik festhalten muss, dabei mit Sturheit vorgeht und noch die Rolle Rueckwerts machen muss?
Ich glaube nicht, dass Du es nicht verstehst. UKW basiert auf Monopolen, die durch Ressourcenverknappung entstanden sind. Jahrzehnte hatten die öffentlich-rechtlichen Anstalten ein Monopol. Dann kamen die Privatsender, aber dieser Markt war ein Mono-. Duo- oder Oligopol. Wenige Anbieter hatten Zugang zu den knappen Ressourcen.

Wie gewann der Privatfunk seine Hörer? Hat der Privatfunk versucht die geschätzten 20 Prozent der Menschen zum Radiohören zu bewegen, die kein Radio gehört haben? Nein, der Privatfunk hat gesagt, die öffentlich-rechtlichen Radios machen schlechtes Radio, wir können es besser. Was bedeutete besser? Besser bedeutete wir machen von allem weniger außer von Musik, also kürzere Nachrichten, weniger Information, Moderation, Journalismus. Das Programm sollte nicht stören, den ganzen Tag nebenbei laufen, alle Abschaltimpulse minimieren. Nur so kann man günstiger Radio produzieren und Kosten sparen.

Die Privaten überall träumten immer davon, dass ein öffentlich-rechtliches Programm eingestellt wird und sie die Frequenzen bekommen. Weg mit BBC Radio 1, das können Private doch besser. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll nur das produzieren, was die Privaten zu viel Geld kostet. Profite privatisieren und Verantwortung minimieren.

In der Schweiz wäre das Ziel fast erreicht. SRG schaltet UKW ab, die Frequenzen sind frei und der Privatfunk kann auf UKW durchstarten. Dabei gibt es ein Problem. Die Träume sind geblieben, der Markt hat sich verändert und das haben die UKW-Pioniere nicht verstanden. Der Feind ist nicht die SRG, es sind die US-Konzerne, die Werbeerlöse absorbieren.

Die UKW-Pioniere kämpften dafür, dass nicht nur die SRG gehört wird, sondern auch ihre Meinung. Nicht die Meinung aller Menschen, nur ihre Meinung, die sie instrumentalisierten für eigene Zwecke, wie jetzt den UKW-Erhalt. Inzwischen hat sich die Welt geändert und alle können ihre Meinung über die sozialen Netzwerke in die Welt posaunen. Die UKW-Pioniere verstehen nicht, dass sie selbst zu dem geworden sind, was sie in den 1980er Jahren bekämpft haben. Sie sind Teil des Duo- oder Oligopols. Sie sind so fixiert auf das Ziel die SRG zu bekämpfen, dass sie ihre Feinde nicht erkennen, die mit aller Kraft die Meinungsbildung übernehmen.
Dies ist mir tlw. schon klar, dass es hier um Monopole oder ehemalige Monopole geht oder auch Duopole. Nur in der CH und einigen oder auch mehr als nur einigen Laendern ist der Punkt einfach ueberschritten um sich von DAB+ wieder zu trennen und auf UKW zu setzen. Hat der Endkunde einmal DAB+ angenommen will er nicht mehr oder kaum zu UKW zurueck. Warum auch? Das DAB+ Radio ist gekauft, der Empfang ist ja in der CH ueberall, also warum auf UKW wechseln?

Diese Duopole die auf der knappen Resource UKW leben wollen ist in Irland beheimatet und dort ist es nicht der oeffentlich-rechtliche Anbieter sondern die kommerziellen Anbieter die bei der knappen Resource bleiben wollen, aus Angst vor Marktverschiebungen. Nur greift nicht nur die Jugend zum Smartphone und immer weniger zu UKW und man saegt langfristig am eigenen Ast auf dem man sitzt.

In der CH sind nur mehr weniger als 300 UKW Sender auf Sendung. Das hier der oeffentlich rechtliche Rundfunk in der CH mit allen seinen Programmen wieder auf UKW senden wird und lueckenlos die CH abdecken will halte ich dennoch fuer Wunschdenken. Eventuell werden es einige leistungsstarke UKW Sender werden.
SeltenerBesucher
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Re: Countdown SSR Rùckkehr in FM 2026/2027

Beitrag von SeltenerBesucher »

UK-DX hat geschrieben: Sa 10. Jan 2026, 23:38 Diese Duopole die auf der knappen Resource UKW leben wollen ist in Irland beheimatet und dort ist es nicht der oeffentlich-rechtliche Anbieter sondern die kommerziellen Anbieter die bei der knappen Resource bleiben wollen, aus Angst vor Marktverschiebungen.
Es ist spannend, was Du schreibst, denn ein ähnliches Bild zeichnet sich auch in Polen ab, wo RMF FM etwa 1/4 des Marktes und mit seinen Spartenprogrammen etwa 1/3 des Marktes dominiert. In Ländern mit starker Regulierung gibt es DAB(+), wie in UK, Norwegen und Dänemark.

Schweden hat einen neuen Versuch unternommen und schreibt alle Programme nun neu aus. Finnland versucht es gar nicht, weil es angeblich zu teuer ist. Es gab eine Versuchsausstrahlung. Was in Portugal los ist, weiß ich nicht. In einigen Ländern bauen die dominierenden Marken DAB+ aus und in anderen Ländern bremsen sie es aus.
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