Von 100 gehörten Radiominuten erfolgten 87 % digital und nur 13 % über UKW. Warten wir mal neue Zahlen ab. In der italienischsprachigen Schweiz waren es nur 9 % gegenüber 91 % für DAB+ und Internet. Im älter die Altersgruppe ist, um so geringer ist der Anteil der Internetnutzung und um so höher die DAB+ Nutzung mit 56 % bei den über 55-Jährigen.
Von 100 gehörten Minuten werden nur 13 Minuten im Auto gehört. Von den 13 Minuten im Radio entfallen 24 % auf UKW, 58 % auf DAB+ und 17 % auf das Internet, das entspricht etwas über 3 Minuten der gesamten Radionutzung über UKW im Auto. An allen anderen Orten lässt sich das Gerät austauschen. Die Statistik sagt, dass 7 Prozent Radio ausschließlich über UKW nutzen. „14% der Schweizer Bevölkerung hören gar kein Radio oder sind nicht zuordenbar.“
Da die Senioren in einer Gruppe 55 – 110 Jahre gepackt wurden, wäre da eine genauere Untersuchung jener nötig, die ausschließlich UKW hören. Vielleicht ist es günstiger ihnen ein DAB+-Radio zu schenken, als alle Sender einzuschalten. Im zunehmenden Alter werden die mit dem Auto zurückgelegten Wege kürzer, was auch die Radionutzung verkürzt. Klar werden noch die fünf Minuten Radio auf dem Weg zum Supermarkt oder Doktor gehört, ist die Bedienung dieser geringen Nutzung den Beitragszahlern Millionen Franken wert?
Wenn die BAKOM die UKW-Frequenzen ausschreibt, dann gibt es doch keine Garantie für die Platzhirsche, dass sie ihre Frequenzen erneut bekommen. Es könnten sich auch neue Anbieter bewerben, die UKW-Frequenzen abgeschaltet lassen, damit sich die Nutzung auf DAB+ verlagert, wo sie bereits zu empfangen sind. Was bei der ganzen Diskussion außeracht gelassen wird, nicht nur die UKW-Nutzung ist rückläufig, auch die Werbeerlöse werden nicht mehr.
Die Schweiz wirkt immer wie ein aufgeklärtes Land. Nun scheinen Greise die Zukunft des Landes zu entscheiden und das spricht nicht für eine Zukunftsentscheidung, sondern Besitzstandsbewahrung weniger Monopolisten.