"UKW bleibt" arbeitet mit glatten Lügen...

Das Radioforum. Hier dreht sich alles um die technischen Seiten des Radio- und TV-Empfangs.
Antworten
Georg A.
Beiträge: 593
Registriert: Sa 1. Sep 2018, 00:49

"UKW bleibt" arbeitet mit glatten Lügen...

Beitrag von Georg A. »

Vor ein paar Tagen landete ungefragt eine (Spam)Mail eines gewissen "Manfred Volk" der UKW-bleibt-Initiative (nein ich verlinke den Müll nicht) in einer meiner Technik-Mailboxen,. Ok, ich bin nicht der Ansicht, dass es bis auf ganz wenige Ausnahmen bleiben sollte und es gibt ohnehin genügend Gründe für oder gegen.

Aber was ich echt zum Kotzen finde, sind die Lügen, die dieser Typ verbreitet (Hervorhebung von mir):
Dies hat zur Folge, dass Millionen analoge Radiogeräte entsorgt werden müssten, viel Geld für Umrüstungen von z.B. analogen Geräten in Oldtimern investiert werden müsste,
Oh, die Abermillionen von Oldtimern....
ländliche Regionen nur noch schlecht digitales Radio empfangen könnten
Als ob da UKW besser gehen würde...
und im Falle eines Black-Outs, wie es vor kurzem in Spanien passiert ist, alle Bürger vom analogen Informationsfluss abgeschnitten wären. Ein UKW-Sender ist 100 km oder noch weiter empfangbar und hat auch immer ein Notstromaggregat. Beim digitalen Radio geht das nicht, weil alle paar Kilometer ein Sender sein muss - ähnlich dem Mobilfunk, der bei einem Black-Out auch nicht mehr funktionieren würde.
Was soll dieser Bockmist? DAB geht vergleichbar weit wie UKW. "Hat immer ein Notstromaggregat" ist eigentlich genauso gelogen. Entweder hat ein Sendestandort eine USV oder nicht, das hängt doch nicht an UKW vs. DAB. Im Zweifel ist eh die Zuführung kritisch, da sollte man jegliche Naivität auch bei UKW ablegen, dass die irgendwie automatisch besonders sicher wäre.

Mit den Lügen diskreditiert sich die Initiative selbst. Aber wenn auf der Webseite schon steht "Nach der Heizung, dem (Verbrenner)Auto, nun der UKW-Rundfunk?", dann ist klar, in welchen trüben Regionen der unterwegs ist.
strade
Beiträge: 2737
Registriert: Fr 21. Feb 2020, 16:12

Re: "UKW bleibt" arbeitet mit glatten Lügen...

Beitrag von strade »

Es bleibt jedem selbst überlassen Webseiten aufzurufen oder nicht, eine Bevormundung ist antidemokratisch. Selbstverständlich darf man auch eine Verlinkung ablehnen, wenn strafbare Inhalte zu sehen wären.
Hier der Link zu dieser Initiative: https://ukw-bleibt.com/
Drehrumbum
Beiträge: 1266
Registriert: Mo 1. Jun 2020, 02:28

Re: "UKW bleibt" arbeitet mit glatten Lügen...

Beitrag von Drehrumbum »

Ob nun hier verlinkt oder nicht - ist ja kein Akt, die Site zu finden...

Wirklich lustisch. Der gute Mann aus Gutach (!) sollte doch eigentlich wissen, wie es um den UKW-Empfang in dieser Gegend bestellt ist. Es gibt genug Stellen im (Hoch-)Schwarzwald, wo verschiedene SWR-Programme nicht "gehen". Ich will nicht behaupten, dass DAB überall geht (zumindest nicht vor gut 5-6 Jahren), aber neue UKW-Funzeln werden sicher nicht mehr in die Landschaft gestellt, um UKW in irgendeine "Schlucht" zu bringen.
viterbi.dll replacement for QIRX-SDR (all versions): https://github.com/Drehrumbum/viterbi.dll#viterbidll
PathTweaker for QIRX-SDR: https://github.com/Drehrumbum/PathTweaker#pathtweaker
Thomas(Metal)
Beiträge: 3471
Registriert: Sa 1. Sep 2018, 21:40
Wohnort: Oberasbach

Re: "UKW bleibt" arbeitet mit glatten Lügen...

Beitrag von Thomas(Metal) »

Dann mal den Elefanten im Raum: Ich empfehle Webradio :rp: . Hören was man will oder auch das was man soll, aber in weit besserer Tonqualität. Mobil mit unlimited oder großvolumigen Tarife auch ohne daß es einen kratzt.

...ja, es tut immer noch weh, es muß aber gesagt werden. AUCH wenn ich zahlreiche UKW-Geräte habe die ich erhalten möchte. Nach meiner Meinung schaltet man _bitte_ (!!!) UKW nicht ab, DAB+ ist derzeit leider nur Mittelwelle mit Kunsthöhen. Mindesten 160k aac-lc würden das ändern.

Und wenn wir mal soweit sind daß wir UKW _brauchen_ ?! Überlegt mal was dann los ist. Möchte das jemand, wünscht sich das jemand, plant man damit? Ich hoffe nicht (planen wäre egal)! :eek: :eek: :eek:
Immer noch nicht verstanden was dann los ist?! Schön, es muß auch Optimisten geben. Danke dafür (nehmt micht mit, überzeugt mich) :-) .
QTH: 911-69 (II: Körner 9.2, III: LPDA16), QTH-alt: 9354 (II: FUBA UKA-028)
Alle Postings sind als Privatmeinung anzusehen.
ulionken
Beiträge: 2131
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 18:38
Wohnort: JN37TO

Re: "UKW bleibt" arbeitet mit glatten Lügen...

Beitrag von ulionken »

Thomas(Metal) hat geschrieben: Fr 7. Nov 2025, 00:09 Dann mal den Elefanten im Raum: Ich empfehle Webradio :rp:
Im Ernst? Bist Du schon mal im Südschwarzwald gewesen, abseits der Hauptstrassen? UKW (zur Not angekratzt) und DAB gehen auch dort fast überall. Dagegen gibt es in den Tälern erhebliche Lücken beim Mobilfunkempfang, insbesondere 4G. Beispiel: Präg zwischen dem Wiesental und Bernau. Nicht mal GSM (das eh bald abgeschaltet wird) geht überall, wenn man im Gelände ausserhalb der Ortschaften unterwegs ist. Das ist bei der Topographie und der bekannten Frequenzabhängigkeit der Abschattungseffekte auch nicht erstaunlich. Die Mobilfunkbetreiber bauen zwar aus, aber in einem gefühlten Schneckentempo...

73 de Uli
UKW/TV-Arbeitskreis, FMLIST und REFLEXION
TEF668x, Körner 9.2 u.a.
QTH: Lörrach, JN37TO
Georg A.
Beiträge: 593
Registriert: Sa 1. Sep 2018, 00:49

Re: "UKW bleibt" arbeitet mit glatten Lügen...

Beitrag von Georg A. »

Thomas(Metal) hat geschrieben: Fr 7. Nov 2025, 00:09 Und wenn wir mal soweit sind daß wir UKW _brauchen_ ?! Überlegt mal was dann los ist. Möchte das jemand, wünscht sich das jemand, plant man damit? Ich hoffe nicht (planen wäre egal)! :eek: :eek: :eek:
Das ist ja das Problem dieser ganzen Zombieapokalypse-Fantasien. Entweder ist die Katastrophe so klein, dass es völlig egal ist, ob DAB oder UKW da ist. Versagen tut dann wenn schon die identische Infrastruktur drumherum. Und wenn die Katastrophe wirklich riesig ist, dann ist es auch schon egal. Da braucht es dann aber auch nicht 50 Programme über UKW, sondern es reicht genau eines. Dafür muss man aber nicht die abertausend UKW-Sender mit Dudel&Dummfunk durchfüttern.

Wie gesagt, es gibt genügend Gründe Für und Wider, aber solche Lügen brauchts in der Diskussion nicht. Gibt eh schon zuviele Leute, die von der Technik keine Ahnung haben und jeden Mist glauben.
Drehrumbum
Beiträge: 1266
Registriert: Mo 1. Jun 2020, 02:28

Re: "UKW bleibt" arbeitet mit glatten Lügen...

Beitrag von Drehrumbum »

Thomas(Metal) hat geschrieben: Fr 7. Nov 2025, 00:09 Dann mal den Elefanten im Raum: Ich empfehle Webradio :rp: . Hören was man will oder auch das was man soll, aber in weit besserer Tonqualität. Mobil mit unlimited oder großvolumigen Tarife auch ohne daß es einen kratzt.
Das wird dir alles auch nicht helfen, wenn dein Handy an manchen Stellen im Schwarzwald "Kein Dienst" anzeigt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Mobilfunk mittlerweile jede Milchkanne erreicht.
Thomas(Metal) hat geschrieben: Fr 7. Nov 2025, 00:09Mindesten 160k aac-lc würden das ändern.
Haste noch irgendwelche Sonderwünsche?
Thomas(Metal) hat geschrieben: Fr 7. Nov 2025, 00:09Und wenn wir mal soweit sind daß wir UKW _brauchen_ ?! Überlegt mal was dann los ist. Möchte das jemand, wünscht sich das jemand, plant man damit?
Was machen eigentlich die Schweizer nach dem UKW-Aus mit ihren geheimen, für den Ernstfall vorgesehenen extrastarken UKW- Sendern, die durch Beton gehen?
viterbi.dll replacement for QIRX-SDR (all versions): https://github.com/Drehrumbum/viterbi.dll#viterbidll
PathTweaker for QIRX-SDR: https://github.com/Drehrumbum/PathTweaker#pathtweaker
DH0GHU
Beiträge: 9286
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 15:56

Re: "UKW bleibt" arbeitet mit glatten Lügen...

Beitrag von DH0GHU »

Kommerziellen Radiobetrieb und die Verbreitung von Unterhaltung mit Daseinsvorsorge und Katastrophenschutz in einen Topf zu werfen, ist ansich schon mal lächerlich.

Machen wir für den KAT-Schutz lieber Nägel mit Köpfen, bezahlt aus Steuermitteln statt aus Werbeeinnahmen und Gebühren. Einfache Reserve-UKW-Sender (Mikrofon, Line In für die Infoschleife, Mono-Sender, ordentliche 1kW-Endstufe) mit Antenne auf dem Dach eines jeden Landratsamts, THW-Gebäude und Feuerwehr-Schlauchturm. Die sind dann im KAT-Fall lokal bespielbar und verfügbar. Und in 15 Jahren werden sie durch einfache DAB-Sender ersetzt. Ohne SFN-Gedöns.
Getestet werden sie einmal jährlich am Warntag.
QTH: Obersöchering/JN57OR, zeitweise Kehl/JN38VN
http://zitate.net/kritik-zitate
Lebe stets so, dass die fckAfD dagegen ist!
Das Posten eines Links bedeutet nicht automatisch meine Zustimmung zum Inahlt, sondern ist eine Info
energychari
Beiträge: 279
Registriert: Fr 6. Okt 2023, 23:09

Re: "UKW bleibt" arbeitet mit glatten Lügen...

Beitrag von energychari »

Dies hat zur Folge, dass Millionen analoge Radiogeräte entsorgt werden müssten, viel Geld für Umrüstungen von z.B. analogen Geräten in Oldtimern investiert werden müsste,
An seiner Stelle hätte ich nicht einmal zu den Oldtimern greifen müssen, es reicht bereits der Verweis auf Baujahre älter als 2015, wo viele Fahrzeuge ohne DAB+ unterwegs sind.
und im Falle eines Black-Outs, wie es vor kurzem in Spanien passiert ist, alle Bürger vom analogen Informationsfluss abgeschnitten wären. Ein UKW-Sender ist 100 km oder noch weiter empfangbar und hat auch immer ein Notstromaggregat. Beim digitalen Radio geht das nicht, weil alle paar Kilometer ein Sender sein muss - ähnlich dem Mobilfunk, der bei einem Black-Out auch nicht mehr funktionieren würde.
Bei diesem Punkt hat er nicht Unrecht. Das z.B. 100kW Signal des Großen Feldbergs empfängt man mit RDS noch tief in BW (z.B. Pforzheim), Bayern, Thüringen oder NRW (z.B. Bonn). Wer sich dagegen daran erinnert, als der Große Feldberg noch relativ allein auf 11C/12C funkte, der weiß, wie miserabel das Signal im Vergleich zu UKW war.

Ebenfalls lässt sich Rhein-Ruhr passabel mit einmal 100KW Langenberg (UKW) versorgen, bei DAB+ musste dagegen eine Armada an Funkzellen her. Der zu DAB+ Anfangszeiten weit verbreitete Mythos, 10kW reiche so weit wie 100kW UKW, hat sich sehr zügig als absoluten Humbug erwiesen.
Wildfux
Beiträge: 1080
Registriert: Di 18. Feb 2025, 16:25
Wohnort: Gemeinde Weitnau

Re: "UKW bleibt" arbeitet mit glatten Lügen...

Beitrag von Wildfux »

energychari hat geschrieben: Fr 7. Nov 2025, 10:37
Dies hat zur Folge, dass Millionen analoge Radiogeräte entsorgt werden müssten, viel Geld für Umrüstungen von z.B. analogen Geräten in Oldtimern investiert werden müsste,
An seiner Stelle hätte ich nicht einmal zu den Oldtimern greifen müssen, es reicht bereits der Verweis auf Baujahre älter als 2015, wo viele Fahrzeuge ohne DAB+ unterwegs sind.
und im Falle eines Black-Outs, wie es vor kurzem in Spanien passiert ist, alle Bürger vom analogen Informationsfluss abgeschnitten wären. Ein UKW-Sender ist 100 km oder noch weiter empfangbar und hat auch immer ein Notstromaggregat. Beim digitalen Radio geht das nicht, weil alle paar Kilometer ein Sender sein muss - ähnlich dem Mobilfunk, der bei einem Black-Out auch nicht mehr funktionieren würde.
Bei diesem Punkt hat er nicht Unrecht. Das z.B. 100kW Signal des Großen Feldbergs empfängt man mit RDS noch tief in BW (z.B. Pforzheim), Bayern, Thüringen oder NRW (z.B. Bonn). Wer sich dagegen daran erinnert, als der Große Feldberg noch relativ allein auf 11C/12C funkte, der weiß, wie miserabel das Signal im Vergleich zu UKW war.

Ebenfalls lässt sich Rhein-Ruhr passabel mit einmal 100KW Langenberg (UKW) versorgen, bei DAB+ musste dagegen eine Armada an Funkzellen her. Der zu DAB+ Anfangszeiten weit verbreitete Mythos, 10kW reiche so weit wie 100kW UKW, hat sich sehr zügig als absoluten Humbug erwiesen.
Ich kann auch bestätigen, dass der Empfang vom Feldberg/Schwarzwald, hier im westlichen Oberallgäu kein Hexenwerk darstellt.
Thomas(Metal)
Beiträge: 3471
Registriert: Sa 1. Sep 2018, 21:40
Wohnort: Oberasbach

Re: "UKW bleibt" arbeitet mit glatten Lügen...

Beitrag von Thomas(Metal) »

Drehrumbum hat geschrieben: Fr 7. Nov 2025, 00:30
Thomas(Metal) hat geschrieben: Fr 7. Nov 2025, 00:09 Dann mal den Elefanten im Raum: Ich empfehle Webradio :rp: . Hören was man will oder auch das was man soll, aber in weit besserer Tonqualität. Mobil mit unlimited oder großvolumigen Tarife auch ohne daß es einen kratzt.
Das wird dir alles auch nicht helfen, wenn dein Handy an manchen Stellen im Schwarzwald "Kein Dienst" anzeigt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Mobilfunk mittlerweile jede Milchkanne erreicht.
Thomas(Metal) hat geschrieben: Fr 7. Nov 2025, 00:09Mindesten 160k aac-lc würden das ändern.
Haste noch irgendwelche Sonderwünsche?
Das sind keine Sonderwünsche. aac-he kann die UKW-,-Qualität nicht erreichen. Das ist dir als Profi sicher bekannt. Sicherlich hast Du auch schon mal die verschiedenen Verbreitungswege parallel aktiv gehabt und zum Test dazwischen hin- und hergeschaltet. Und?

Wenn DAB soviel gegenüber UKW spart sollte es das wert sein. Oder doch eher Stgt21? Oder kostet das jetzt schon erkennbar mehr als eine Kugel Eis im Monat?

DAB wird nicht besser wenn man die Schwächen verleugnet oder verschweigen will Mir ist übrigens nicht danach ein zartes Pflänzchen namens DAB das endlich veritable Wurzeln geschlagen hat zu schädigen.

Was den Mobilfunk betrifft: Beim Schwarzwald bin ich raus, nicht meine Gegend. Ich kann dir aber verraten daß am qth-alt am Wassererlebnushaus auch keinerlei Mobilfunk geht. Und? Wohnt da jemand? Entsprechende Flächen wird man immer und bei jedem Übertragungssystem finden.
Und dann gibt es noch Orte wie z. B. Riefenburg-Eggersberg. Dort wollte (will?) man nicht versorgt werden.
QTH: 911-69 (II: Körner 9.2, III: LPDA16), QTH-alt: 9354 (II: FUBA UKA-028)
Alle Postings sind als Privatmeinung anzusehen.
Wolfgang R
Beiträge: 2465
Registriert: Sa 1. Sep 2018, 08:32
Wohnort: JN48DM

Re: "UKW bleibt" arbeitet mit glatten Lügen...

Beitrag von Wolfgang R »

Thomas(Metal) hat geschrieben: Fr 7. Nov 2025, 10:59 Was den Mobilfunk betrifft: Beim Schwarzwald bin ich raus, nicht meine Gegend. Ich kann dir aber verraten daß am qth-alt am Wassererlebnushaus auch keinerlei Mobilfunk geht. Und? Wohnt da jemand? Entsprechende Flächen wird man immer und bei jedem Übertragungssystem finden.
Und dann gibt es noch Orte wie z. B. Riefenburg-Eggersberg. Dort wollte (will?) man nicht versorgt werden.
Kann nur für Schwarzwald Nord/Mitte sprechen. Auch bei uns gibt es wackelige Handynetze in engen Tälern. UKW geht überall, weil die Hornisgrinde überall irgendwie geht. Am Beispiel von SWR4 von der 94,0 sieht man, wie es aussehen würde, wenn man für die Region keinen solchen High-Power UKW Sender hätte. Da steht nämlich in Baiersbronn schon der erste UKW-Umsetzer.

DAB+ von der "kleinen" Hornisgrinde kann man vergessen, da geht noch eher der Raichberg. Auch hier braucht es mehr Funzeln.

Am schlimmsten ist es das Glatt-Tal runter. Dort ist man telefonisch im Niemandsland.

Somit: Ein High-Power UKW Standort kann viel abdecken. Man kann dort "gehört" werden. Ob es auch rausch- oder verzerrungsfrei ist, das sei mal dahin gestellt. Würde man mit DAB+ ähnlich verfahren, an Stelle der SFN, kann ich mir die Auswirkungen nicht ganz ausmalen. Besser oder schlechter :gruebel:

Fakt ist: In den abgelegenen Tälern geht DAB+ nicht, weil die Standorte mit kleinen Antennen und kleinen Leistungen dort nicht hinreichen. Es wird aber besser, bei mir selbst, seit wir in Baiersbronn DAB+ Funzeln haben (nicht für Bundesmux I und II!)

Die lausige DAB+ Qualität ist leider so, der SWR kann es noch ganz gut. UKW Ersatz für ungestörten, hochwertigen Empfang wird das nicht sein. Die Hörer, die noch UKW kannten, wie es klingen kann, sterben sowieso langsam aber sicher aus.
QTH: JN48DM - Oberes Murgtal (Baiersbronn)
Habakukk
Beiträge: 9692
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 22:19

Re: "UKW bleibt" arbeitet mit glatten Lügen...

Beitrag von Habakukk »

energychari hat geschrieben: Fr 7. Nov 2025, 10:37 Der zu DAB+ Anfangszeiten weit verbreitete Mythos, 10kW reiche so weit wie 100kW UKW, hat sich sehr zügig als absoluten Humbug erwiesen.
Ganz so hart würde ich es nicht formulieren.

Man vergleicht hier nur einfach Äpfel mit Birnen:
Band III vs. Band II
Ein Digitalsystem mit einem Analogsystem.

Daraus ergeben sich je nach Topographie (flaches Land, MIttelgebirgslandschaft, Reflexionen an felsigen Bergen,...) und Bedingungen (Indoor vs Outdoor, stark bebaut vs wenig bebaut) am Empfangsort völlig unterschiedliche Erfahrungen.

Dann können sogar wenige Meter darüber entscheiden, ob 1kW DAB+ so gut geht wie 100kW UKW, oder ob 10kW DAB+ stumm ist und 10kW UKW perfekt rauschfrei geht! Habe ich alles schon erlebt!

Ich bin deshalb genauso immer wieder erstaunt, wie gut DAB+ manchmal durchkommt (nahezu immer im Autoradio), wie auch immer wieder, wie schlecht es im Vergleich zu UKW manchmal geht (meistens Indoor).

Auch tragen Bastellösungen in Autos (kombiniert mit meist schlechteren, nicht gut abgestimmten Antennen) und BIlligradios aus China zum schlechten Image von DAB+ bei, die dann von DAB-Gegnern natürlich immer mit etablierten, optimal arbeitenden UKW-Empfangsanlagen verglichen werden.

Gerade weil bei DAB+ irgendwann der Ton ganz weg bleibt, hat man halt bei schlechten Empfangsbedingungen nicht die Möglichkeit wie bei UKW, sich mit einem verzerrten oder verrauschten Mono-Signal noch zufrieden zu geben kann. Umgekehrt braucht UKW für sauberen rauschfreien Stereoempfang schon ordentliche Pegel, das gehört zur Wahrheit schon auch dazu.

Und ja, die Klangqualität von DAB+ ist so, wie sie üblicherweise genutzt wird, nicht gut. Für Dudelfunk reicht es schon irgendwie, aber wünschenswert wären schon mindestens dreistellige Audio-Bitraten und möglichst keine künstlichen SBR-Höhen.

Umgekehrt kann UKW seine gute Klangqualität auch nur bei wirklich starken Signalen ausspielen, sonst hört man sofort das nervige Stereorauschen im Hintergrund.
frank.koriander
Beiträge: 2053
Registriert: Mo 27. Nov 2023, 10:03

Re: "UKW bleibt" arbeitet mit glatten Lügen...

Beitrag von frank.koriander »

Richtig, Vergleich von Äpfeln und Birnen trifft es gut. Natürlich schafft DAB+ auch nicht mehr den Overspill, von denen Sender in den 80er-Jahren (etwa aus Südtirol Richtung Bayern) oder sowas wie 89,0 RTL vom Brocken gelebt haben oder noch leben. Dafür hat DAB+ aber viele andere Vorzüge. Viel mehr Programme, rauschfreier Empfang, SFN-Möglichkeit, Zusatzinformationen in Text/Bild usw. Im Internet-Zeitalter braucht es diesen Mega-Overspill nicht mehr. Heute heißt das Credo: DAB+ im eigentlichen Empfangsgebiet, Webradio für alle, die ein Programm darüber hinaus hören wollen.

Wie bei jeder Umstellung (nicht nur Technik) gibt es immer Menschen, die das nicht akzeptieren und gerne das althergebrachte für alle Ewigkeiten beibehalten wollen. Man sieht es ja auch beim Kampf um fossile Energien.
Zuletzt geändert von frank.koriander am Fr 7. Nov 2025, 12:18, insgesamt 1-mal geändert.
Habakukk
Beiträge: 9692
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 22:19

Re: "UKW bleibt" arbeitet mit glatten Lügen...

Beitrag von Habakukk »

Selbst beim Overspill-Thema kommt es drauf an, was man vergleicht.

In meinem Fall ist z.B. beim Thema Overspill aus Salzburg Richtung Deutschland klar: : die 5,6 kW bei DAB+ vom Gaisberg gehen spürbar schlechter, vergleicht man das mit den 100kW UKW vom Gaisberg (wie bei den 4 ORF-Programmen). Da gibt es denke ich keine Diskussion.
Ebenso würde ich nicht widersprechen, dass je nach Gegebenheiten die DAB+-Multiplexe einen Tick schlechter gehen als die 101,8 von Oe24 mit 10kW. Wobei man hier schon beim Thema ist, dass die 101,8 tlw. halt auch schon deutlich rauscht bzw. man im Küchenradio besser in Mono zuhört.

Dann wird es schon eng. Energy und Welle 1 würde ich overspillmäßig noch als halbwegs vergleichbar zu DAB+ sehen, aber alles andere auf UKW aus Salzburg geht DEUTLICH weniger weit nach Deutschland als die DAB-Multiplexe!

Im Falle von Luxemburg, das gerade getestet wird:
Sicherlich geht RTL Radio über DAB+ deutlich schlechter als auf den geradezu auf Overspill ausgelegten UKW-Frequenzen aus Luxemburg.
Was aber ist mit Eldoradio, Radio Latina, etc., die auf UKW eher mit schlecht ausgebauten Netzen vorlieb nehmen müssen? Für die wird sich der Overspill dank DAB+ massiv verbessern!
Und RTL Radio kann alternativ ja auch über den deutschen Bundesmux gehört werden.
Antworten