Peter Lepper (TechniSat) ist tot.

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Spacelab
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Re: Peter Lepper (TechniSat) ist tot.

Beitrag von Spacelab »

Dipol hat geschrieben: Mi 17. Apr 2024, 22:00 Die Turbulenzen haben TechniSat doch schon lange erreicht
Leider wahr. :(
Dipol hat geschrieben: Mi 17. Apr 2024, 22:00 siehe Verkauf der Autoradiosparte usw..
Oder der Verkauf von Chinaware mit dem Aufdruck "Made in Germany". Bei manchen Geräten ist das einzige Made in Germany noch der Karton und die Bedienungsanleitung. Rein rechtlich ist das OK. Aber so etwas hätte es damals bei TechniSat nicht gegeben. Wirklich schade. Ich hatte damals, als die mit diesen Spielchen anfingen, tatsächlich so gehofft das sie nochmal die Kurve kriegen und sich darauf besinnen was sie so groß gemacht hatte.
Wolfgang R
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Re: Peter Lepper (TechniSat) ist tot.

Beitrag von Wolfgang R »

Spacelab hat geschrieben: Do 18. Apr 2024, 08:08 Ich hatte damals, als die mit diesen Spielchen anfingen, tatsächlich so gehofft das sie nochmal die Kurve kriegen und sich darauf besinnen was sie so groß gemacht hatte.
Auch wenn es nun wirklich OT wird, scheint das ja kein TechniSat spezifisches Problem zu sein. Die ganze Branche muss zusehen, dass man bei der abnehmenden Bedeutung von linearem TV/Rundfunk über die klassischen Verbreitungswege noch irgendwie profitabel arbeitet. Ich komme mir grade vor wie Anfang der 80er/90er nur in riesen Schritten rückwärts.
Dipol hat geschrieben: Mi 17. Apr 2024, 22:00 Im Ausstellerverzeichnis der ANGAcom fehlt TechniSat ebenso wie KATHREIN SE, TELEVES oder die nach Insolvenz von TRIAX DK weitergeführte TRIAX UK. SPAUN war nach der Messepause vom Markt verschwunden, Abstinenz von der ANGAcom ist kein gutes Omen.

WISI, seit Montag in Insolvenz, ist im Ausstellerverzeichnis noch gelistet.
Das ist bedenklich. KATHREIN SE mit den verbliebenen 4 Säulen ist ja sowieso nur noch der Rest vom Kuchen (Broadcasttechnik-Ausrüster // RFID // Elektronikentwicklung/-Fertigung // TV-Empfang, -Verteilung, Netzwerktechnik)

Den Automotive-Sektor hat man an Continental verhökert. Letztere sind selbst in großen Schwierigkeiten, es werden zwei deutsche Standorte dicht gemacht und 7000 Mitarbeiter müssen gehen. Der Preisdruck in der europäischen Automobil-Industrie ist enorm, man muss sich mehr und mehr gegen Billig-Zulieferer aus Fernost behaupten und das noch kostendeckend in Deutschland zu betreiben, scheint schwierig. Die Mobilfunksparte ging an den Ericson Konzern. Auch hier das selbe Problem - es ist schwierig, sich gegen Fernost zu behaupten, Stellenabbau, Gewinnrückgang, Absätze der 5G-Technik weit hinter den Erwartungen.

War es also weitblickend von Kathrein, so zu handeln und konnte man das restliche Business damit nachhaltig "gesundschrumpfen"? Der Katalog von KATHREIN Digital Systems wird immer dünner, klar, Ladenhüter fliegen raus, man muss profitabel bleiben. Mit Aktionen wie CAS80 statt CAS75 vor einigen Jahren hat man günstigere Produkte, die aber keineswegs Schrott sind. (Zu Kathrein Euroline sage ich lieber nichts!) Habe selbst eine CAS80 auf dem Dach bei Wind und Wetter, hinzu kommt das bewährte UAS LNB Konzept mit Kabelführung - nur wie lange noch?

Denn der Haus und Hof Zulieferer für die handabgeglichenen UAS-LNBs, die ehemalige Firma ALPS, firmiert nun unter ALPSALPINE. Aus der LNB-Produktion hat man sich nach der Exklusiv-Fertigung für Kathrein zwecks Lagerbevorratung ja zurückgezogen. Mich würden ja mal die Lagerbestände in Rosenheim interessieren und was die Strategie für die "Zeit danach" ist. Ob es weiterhin dieses unzerstörbare LNB-Gehäuse geben wird, aber mit anderen Innereien? Zumindest bei der ANGAcom wird man es nicht erfahren können :( -> siehe meine Ergänzung, mal lieber die Kataloge studieren, an Stelle zu spekulieren, UAS 6xx gibt es schon eine ganze Weile :eek: :gruebel:

Um WISI mache ich mir auch große Sorgen zumal im Nachbarlandkreis von mir :( Die Automotive Sparte wäre ja ausdrücklich nicht betroffen, mal sehen, wie man da in Zukunft dem Kostendruck aus Fernost Stand halten will.

Zurück zum Eingangsthema: Nein, das ist kein TechniSat-Problem. Das ist ein Problem einer ganzen Branche, die noch in Deutschland entwickelt und (teilweise) produziert. Hoffen wir das Beste.

Wolfgang
Zuletzt geändert von Wolfgang R am Do 18. Apr 2024, 10:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Wolfgang R
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Re: Peter Lepper (TechniSat) ist tot.

Beitrag von Wolfgang R »

Wolfgang R hat geschrieben: Do 18. Apr 2024, 09:21 Denn der Haus und Hof Zulieferer für die handabgeglichenen UAS-LNBs, die ehemalige Firma ALPS, firmiert nun unter ALPSALPINE. Aus der LNB-Produktion hat man sich nach der Exklusiv-Fertigung für Kathrein zwecks Lagerbevorratung ja zurückgezogen. Mich würden ja mal die Lagerbestände in Rosenheim interessieren und was die Strategie für die "Zeit danach" ist. Ob es weiterhin dieses unzerstörbare LNB-Gehäuse geben wird, aber mit anderen Innereien? Zumindest bei der ANGAcom wird man es nicht erfahren können :(
Nachtrag: Wir sind mittlerweile bei der Generation UAS 6xx - z.B. 684. Einzelne Typen gibt es noch als 5xx. Ja, man merkt schnell, wie man den Anschluss verpasst, wenn man nicht mehr in der Sparte tätig ist ;)

Darf man wohl annehmen, dass man einen neuen OEM-Fertiger für die Innereien gefunden hat und an dem unzerstörbaren Gehäuse festhält. Gut so. Oder fertigt man gar selbst? Made in Germany steht groß in der Pressemitteilung :spos:

EDITH meint:
Ja kann ich. Wie schon das UAS 582 ist auch das UAS 684 ein "echtes" Kathrein-LNB, also selbst entwickelt und selbst produziert.
Quelle: KlausAmSee, https://forum.digitalfernsehen.de/threa ... t-10010385

Dennoch hoffe ich, dass mein 584 noch lange läuft und sich gut macht, da habe ich aber keine Zweifel.

Wolfgang
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Re: Peter Lepper (TechniSat) ist tot.

Beitrag von wolfgangF »

Spacelab hat geschrieben: Do 18. Apr 2024, 08:08
Dipol hat geschrieben: Mi 17. Apr 2024, 22:00 Die Turbulenzen haben TechniSat doch schon lange erreicht
Leider wahr. :(
Dipol hat geschrieben: Mi 17. Apr 2024, 22:00 siehe Verkauf der Autoradiosparte usw..
Oder der Verkauf von Chinaware mit dem Aufdruck "Made in Germany". Bei manchen Geräten ist das einzige Made in Germany noch der Karton und die Bedienungsanleitung. Rein rechtlich ist das OK. Aber so etwas hätte es damals bei TechniSat nicht gegeben. Wirklich schade. Ich hatte damals, als die mit diesen Spielchen anfingen, tatsächlich so gehofft das sie nochmal die Kurve kriegen und sich darauf besinnen was sie so groß gemacht hatte.
Kannst du das wirklich belegen? Bislang wird doch gesagt, dass die „Made in Germany“-Geräte in Schöneck produziert werden. Ich denke, es wäre rechtlich nicht in Ordnung, wenn das so nicht zutrifft.
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Re: Peter Lepper (TechniSat) ist tot.

Beitrag von Spacelab »

Wenn es nur um die rechtliche Seite geht: ja das ist vollkommen legal. "Made in Germany" bedeutet nicht zwangsläufig das die Geräte hier entwickelt und zusammen gelötet wurden. Moderne Geräte, wir bleiben jetzt der Einfachheit halber mal bei Radios, bestehen eh nur noch aus einem in China hergestellten Modul das alles macht. Schließ einen oder zwei Lautsprecher an, klatsch irgendwo in Deutschland ein Gehäuse drum das ebenfalls aus einem Werk in China fällt und fertig ist "Made in Germany". Und das meine ich jetzt noch nicht mal so abfällig wie es sicherlich rüber kommt. So ist das einfach mal heutzutage. Die Zeiten wo in langen Produktionsstraßen noch die einzelnen Bauteile aufgelötet und von Damen in Gehäuse eingebaut und einzeln verkabelt und überprüft werden sind nun mal leider vorbei. Wenn man ein Gerät zu einem gesellschaftsfähigen Preis anbieten möchte geht es gar nicht mehr anders als wie beim Lego Baukasten nur noch Fernost Bausteine zusammen zu stecken. Und selbst wenn man alles Geld der Welt nehmen würde, wir hätten hier in Deutschland gar nicht die Möglichkeit so ein "All in One" Modul zu fertigen.
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Re: Peter Lepper (TechniSat) ist tot.

Beitrag von DH0GHU »

Spacelab hat geschrieben: Do 18. Apr 2024, 13:12 Und selbst wenn man alles Geld der Welt nehmen würde, wir hätten hier in Deutschland gar nicht die Möglichkeit so ein "All in One" Modul zu fertigen.
Doch. Wieso sollten wir das nicht haben?
Sowohl das Knowhow ist in Deutschland da, als auch die nötige Industrie. Der Preis wird es im Bereich "Jubelelektronik" (also für irgendwelche 50-€-Quäken) verhindern, aber für Highend-Produktschienen sind die deutschen Leiterplattenbestücker sicherlich konkurrenzfähig. Sonst gäbe es nicht so viele.
QTH: Obersöchering/JN57OR, zeitweise Kehl/JN38VN
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Re: Peter Lepper (TechniSat) ist tot.

Beitrag von Spacelab »

Und wo kommen die Bauteile her mit der die Leiterpatten bestückt werden? ;) Das reine Leiterplatten bestücken war noch nie so das große Thema.
DH0GHU
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Re: Peter Lepper (TechniSat) ist tot.

Beitrag von DH0GHU »

Spacelab hat geschrieben: Fr 19. Apr 2024, 10:49 Und wo kommen die Bauteile her mit der die Leiterpatten bestückt werden? ;) Das reine Leiterplatten bestücken war noch nie so das große Thema.
Das Knowhow ist dafür da, und wenn das Knowhow da ist, kann man das machen - ist dann nur noch eine Frage der Rentabilität. Es reicht doch, dass Frontier Silicon, Analog Devices (ex Maxim), NXP, Skyworks und Co Chips herstellen. Übrigens allesamt keine chinesischen Firmen ;) Wo das produziert wird, ob in China, Malaysia oder hier, ist auch egal. Läuft dann im Zweifelsfall eh mit Fertigungstechnik aus NL (und anderer Hersteller in Europa - wobei ASML wiederum auf Technologien z.B. von Zeiss und Trumpf zurück greift) ;)
Das eigentliche Modul dafür "zusammenklatschen" ist dann heutzutage nur noch ein Kinderspiel.
Und im Prinzip haben Halbleiterfirmen in D auch das nötige Knowhow für Mixed-Signal-ICs. Infineon und Bosch seien nur mal stellvertretend genannt. Aber siehe oben: Wieso für so einen Nischenmarkt selbst etwas entwickeln, wenn es dafür schon genug Lieferanten gibt?
Im Grunde ist das Zeugs doch einfach zu bauen. CMOS-Frontend (LNA, IQ-Mischer, Tiefpass/Treiber, ADC, ein bischen Digitalkram, DAC). Aber warum sollte das jemand wollen? Die deutschen Halbleiterhersteller für hochintegrierte ICs (Bosch, Infineon, Micronas - die hatten ja auch mal ganze DVB-Tuner oder auch solche für Worldspace gebaut), etc) fokusieren sich auf das, was viel Profit bringt: Leistungselektronik, automotive-Sensorik, etc. Dazu gibts noch die FeldWaldWiesen-Halbleiterhersteller wie Diotec (und auch Infineon!), Nexperia (zumindest mit einem großen Werk in HH vertreten), etc.
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Re: Peter Lepper (TechniSat) ist tot.

Beitrag von pomnitz26 »

TechniSat hatte auf jeden Fall mit seinen Receivern entsprechendes Personal in Schöneck. Damals lud man noch Schüler zur Werksbesichtigung in die Fertigungsstraßen ein und zeigte schon mit ein wenig Stolz sein Können und war auch zurecht Stolz auf deren Haltbarkeit.
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