Krieg in der Ukraine - Auswirkungen auf die Rundfunkversorgung vor Ort

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Max1
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Re: Krieg in der Ukraine - Auswirkungen auf die Rundfunkversorgung vor Ort

Beitrag von Max1 »

Falls es sich tatsächlich um einen Sabotageakt gehandelt haben sollte, so war dieser miserabel geplant. Man hätte den Saboteuren falsche Masten als Ziel genannt bzw. sie hätten zufällig die falschen „erwischt“.
Außerdem wäre man davon ausgegangen, dass man sich einem 1.000kW starken Sender einfach so nähern kann, um Sprengsätze zu montieren. Alles sehr merkwürdig, aber nicht ausgeschlossen.
Die nächsten Tage werden zeigen, inwieweit Russland den Anschlag „nutzt“ und somit ein weiteres Indiz über die Verursacher liefern.
PAM
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Re: Krieg in der Ukraine - Auswirkungen auf die Rundfunkversorgung vor Ort

Beitrag von PAM »

Max1 hat geschrieben: Mi 27. Apr 2022, 09:42[...] Die nächsten Tage werden zeigen, inwieweit Russland den Anschlag „nutzt“ und somit ein weiteres Indiz über die Verursacher liefern.
Die Bevölkerung der Republik Moldau wurde zu Ruhe und Besonnenheit aufgerufen. Allerdings wurden Vorbereitungen zu einer allgemeinen Mobilmachung angekündigt. Die Republik Moldau könnte - da Russland-loyal - eine ähnliche Rolle wie Weißrussland bekommen. Nämlich die Unterbringung russischer Streitkräfte sowie die Sicherstellung von Transport und Nachschublogistik. Die Armee der Republik Moldau umfasst 5300 Soldaten oder vielleicht inzwischen etwas mehr. Zu ihnen könnten 58000 Reservisten an die Waffen befohlen werden.
🎧📺📻📡
Japhi
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Re: Krieg in der Ukraine - Auswirkungen auf die Rundfunkversorgung vor Ort

Beitrag von Japhi »

Da muss man unterscheiden. Die Republik Moldau hängt an Rumänien und tendiert zur EU, nur die Provinz Transnistrien bzw. Pridnestrowskaja Moldawskaja Respublika ist eine Russlandmarionette.
QTH: Niederwenigern 51.4 | 7.14 5km nördlich vom Sender Langenberg
Dacia MediaNav DAB+, Sony XDR-S3HD, Degen DE1103 (82/53), Roadstar TRA-2350 (110/53)
iro
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Re: Krieg in der Ukraine - Auswirkungen auf die Rundfunkversorgung vor Ort

Beitrag von iro »

RudiP hat geschrieben: Di 26. Apr 2022, 16:46Bekanntlich wurden in Gleiwitz nicht - in Worten: nicht - polnische Sträflinge in polnische Uniformen gesteckt, sondern es waren verkleidete SS-Leute. Wenn Du eine Parallele zu Gleiwitz ziehen willst, (...)
Ja, der Überfall fand statt durch SS-Leute in poln. Uniformen - die aber auch wieder abzogen. Es musste aber ein Beweis her, daß es Polen gewesen sein sollen, und der sah so aus:

"Zurück blieb ein Toter. Es handelte sich um den 41-jährigen Oberschlesier Franciszek (Franz) Honiok. Seine Leiche sollte als Beweis für einen angeblichen polnischen Überfall in der Sendeanlage dienen.[5] Der bei der Gestapo als polenfreundlich bekannte Vertreter für Landmaschinen war erst am Vortag in einem Nachbardorf von Gleiwitz verhaftet worden, da eine Person als angeblicher Täter benötigt wurde, der man einen Überfall auf den Sender und eine antideutsche Rede im Rundfunk zutraute. Honiok wurde aus der Haft im Polizeipräsidium zum Sender Gleiwitz gebracht, nachdem ihm der SS-Arzt Horst Straßburger eine betäubende Spritze verabreicht hatte. Er wurde bewusstlos am Sendegebäude abgelegt. Ob er an dieser Spritze starb oder von Naujocks oder einer anderen anwesenden SS-Einheit ermordet wurde, ist bis heute nicht bekannt"
(https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cber ... r_Gleiwitz)
carkiller08
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Re: Krieg in der Ukraine - Auswirkungen auf die Rundfunkversorgung vor Ort

Beitrag von carkiller08 »

t-online hat geschrieben:In der Region um die besetzte südukrainische Stadt Cherson werden nun überall russische statt ukrainische Fernsehsender ausgestrahlt. Spezialisten der russischen Armee hätten "den letzten der sieben Fernsehsendemasten in der Region Cherson neu konfiguriert für die Ausstrahlung russischer Sender", teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Dienstag mit
https://www.t-online.de/nachrichten/aus ... _92328502/
UK-DX
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Re: Krieg in der Ukraine - Auswirkungen auf die Rundfunkversorgung vor Ort

Beitrag von UK-DX »

Gibt es aktuelle Informationen, ob die Radiosender, auch die Privaten, von Kiev wieder alle auf Sendung sind?
chapri
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Re: Krieg in der Ukraine - Auswirkungen auf die Rundfunkversorgung vor Ort

Beitrag von chapri »

TAVR Media ist die größte Radiogruppe in der Ukraine und verwaltet Hit FM, Radio ROKS , KISS FM , Radio RELAX , Melody FM , Nashe Radio , Radio JAZZ , Classic Radio und seit kurzem Radio Bayraktar. Die meisten von ihnen waren und bleiben führend - letzterer überträgt insbesondere "Durchhaltelieder". Seit den ersten Kriegstagen haben die TAVR-Radiosender lt eigener Mitteilung auf der zentralen Homepage die Marathon-Initiative von United News unterstützt, aber andere Sender kehrten zum gewohnten Sendebetrieb zurück. „Radio Bayraktar“ sendet allerdings in Lviv auf der Frequenz von Radio Jazz in Lemberg (105,4 FM). Quellen: https://www.tavrmedia.ua und https://www.radiojazz.ua/about/
Ganztagsprogramm auf laut.fm/joy
koslowski
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Re: Krieg in der Ukraine - Auswirkungen auf die Rundfunkversorgung vor Ort

Beitrag von koslowski »

Weiß jemand mehr zu dieser knappen Meldung?

ARD: Reaktivierung der Mittelwelle in Richtung Ukraine? :confused:

https://satellifax.de/mlesen.php?id=ef4 ... f46a4aed82
JO31ne, 255 m asl
VHF 2: 8 El. hor. S, 8 El. vert. SW, 8 El. hor. drehbar, Sony XDR-F1 HD, Onkyo T-4970
VHF 3: 13 El. vert. SW
SW, MW, LW: Drake R-4C, SW-4A, SPR-4, Kenwood R-1000
Felix II
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Re: Krieg in der Ukraine - Auswirkungen auf die Rundfunkversorgung vor Ort

Beitrag von Felix II »

Dumm gelaufen, Wilsdruff ist weg. Da wäre bis vor kurzem sicher auch noch ganz einfach eine Reaktivierung möglich gewesen.
mfG: Felix II

[hr]

Zitat:Man könnte das Stöffchen doch auch gleich dem Trinkwasser zusetzen.
Sticks and stones may break my bones but there will always be something to offend a feminist.
Wikipedia: Standart bezeichnet häufig eine Falschschreibung des Wortes Standard
strade
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Re: Krieg in der Ukraine - Auswirkungen auf die Rundfunkversorgung vor Ort

Beitrag von strade »

Dumm gelaufen, die Sendeantennen sind bekanntlich wenige Stunden nach der Abschaltung schlagartig verrostet gewesen, so dass sie abgerissen wurden. Und : Was sollte denn die ARD inhaltich dort versenden wollen ? Oder geht es nur wieder darum zu zeigen, dass man irgendwas sendet, um nach zwei Jahren einen Radiopreis einzuheimsen ?
vossi
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Re: Krieg in der Ukraine - Auswirkungen auf die Rundfunkversorgung vor Ort

Beitrag von vossi »

Wohl eher Fake-News.
Warum sollte die ARD als deutscher Inlandsrundfunk sowas machen wollen, sollen oder dürfen?
Wenn, wäre da die DW zuständig. Weil es aber in der Ukraine selbst jetzt noch funktionierende LTE Mobilfunknetze und keine Internetsperren und Zensur wie in Russland gibt, ist die Frage, ob es dafür überhaupt einen Bedarf gibt.
UK-DX
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Re: Krieg in der Ukraine - Auswirkungen auf die Rundfunkversorgung vor Ort

Beitrag von UK-DX »

Ich denke, jener Sender der geeignet waere, ist die 540 aus Ungarn. Die Ausbreitung ist in ganz Europa gut, auch in der Ukraine.
pomnitz26
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Re: Krieg in der Ukraine - Auswirkungen auf die Rundfunkversorgung vor Ort

Beitrag von pomnitz26 »

In Tschechien und Polen hat man auf DAB Kapazitäten gefunden und Deutschland will Mittelwelle reaktivieren.
Vonderalb
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Re: Krieg in der Ukraine - Auswirkungen auf die Rundfunkversorgung vor Ort

Beitrag von Vonderalb »

Die Betonung liegt auf will. Bis die Umlaufmappen den Weg gefunden haben, ist der Krieg auch wieder vorbei. Im Kriegsfall hilft halt will, wollen und guter Wille auch nicht viel.
UK-DX
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Re: Krieg in der Ukraine - Auswirkungen auf die Rundfunkversorgung vor Ort

Beitrag von UK-DX »

pomnitz26 hat geschrieben: So 26. Jun 2022, 00:25 In Tschechien und Polen hat man auf DAB Kapazitäten gefunden und Deutschland will Mittelwelle reaktivieren.
Deutschland ist viel zu weit weg von der Ukraine, sodass ein MW Sender mit Richtung Ukraine irgendeinen Sinn machen koennte. Tagsueber geht das ohnehin kaum brauchbar.

Spontan haette ich da eher an die 540 in Ungarn gedacht da diese Frequenz auch tagsueber gut in fast ganz Europa geht, aber auch Rumaenien und Moldavien kommen hier in Frage. Hier denke ich dabei an die 603 von SRR Radio Romania Aktualitati. Auch die 1548, die 999 oder die 873 aus Moldavien waere verwendbar. Nur sind diese Sender halt alle fuer andere Anbieter in Verwendung, und werden sich die Frequenzen kaum glaubhaft nehmen lassen. Eventuell macht es einfach auch nur Sinn jede Stunde 5 oder 10 Minuten ukrainische Nachrichten zu senden, wenn man so etwas ueberhaupt in Betracht ziehen will.
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