Rundfunk unter der Ampel

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DH0GHU
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Rundfunk unter der Ampel

Beitrag von DH0GHU »

Rundfunk ist Ländersache, teilweise spielen aber auch bundesrechtliche Themen hinein. So ist beispielsweise die Frequenzordnung Sache des Nationalstaats, nicht der Bundesländer.. Im Koalitionsvertrag der Ampelparteien habe ich für uns relevant nur unter "Medien" auf Seite 124 diesen Satz gefunden:
Wir wollen das UHF Band dauerhaft für Kultur und Rundfunk sichern.
Auf Seite 127 wird die DW erwähnt:
Wir wollen die Strategische Kommunikation im europäischen Verbund insbesondere im Bereich der
Analyse und des SocialMediaMonitoring modernisieren und in Kooperation mit der Deutschen Welle
an neuen Zielgruppen ausrichten und regionale Schwerpunkte setzen.
QTH: Obersöchering/JN57OR, zeitweise Kehl/JN38VN
Funkamateur, DLF-Hörer, Multipler Musikgeschmack, DAB-Nutzer. Normal ist normalerweise langweilig.
http://zitate.net/kritik-zitate
UK-DX
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Re: Rundfunk unter der Ampel

Beitrag von UK-DX »

Es ist sehr schwierig aus diesen Aussagen und Zitaten etwas zu interpretieren.

Ich schaetze, dass vor allem die Ampelkoaliton die DAB+ Technik rascher weitertreiben wird, als die CDU.

Ich hatte oft den Eindruck, dass die CDU eher von einem Festhalten an UKW ueberzeugt gewesen sein wird, und das Thema DAB+ eher die FDP und die Gruenen anspricht.

Ich koennte mir auch vorstellen, dass unter einer Ampelkoalition eine UKW Abschaltung leichter zu vereinbaren ist, als mit der CDU, - die Frage ist auch wie lange die Ampel halten wird.

Mehr koennte ich aber auch nicht sagen, wie gesagt, es ist maximal eine Einschaetzung.
strade
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Re: Rundfunk unter der Ampel

Beitrag von strade »

Man muss viel lesen und ableiten. Es geht nicht um DAB oder UKW, sondern um Geld. Unter diesem Gesichtspunkt sollten alle Verlautbarungen gelesen werden. Es geht nicht um die Menschen, niemals, sondern um Macht und Geld. Frei nach Egon Bahr. In NRW wird eher ein System gestärkt, das kein Geld einspielt (Drahtzieher Alex Vogel, SPD ) nur damit die Polit-Tröte weiter senden kann.
UK-DX
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Re: Rundfunk unter der Ampel

Beitrag von UK-DX »

strade hat geschrieben: Do 25. Nov 2021, 18:41 Man muss viel lesen und ableiten. Es geht nicht um DAB oder UKW, sondern um Geld. Unter diesem Gesichtspunkt sollten alle Verlautbarungen gelesen werden. Es geht nicht um die Menschen, niemals, sondern um Macht und Geld. Frei nach Egon Bahr. In NRW wird eher ein System gestärkt, das kein Geld einspielt (Drahtzieher Alex Vogel, SPD ) nur damit die Polit-Tröte weiter senden kann.
Dass es den Politikern immer nur um Macht und Geld geht, ist wohl klar.

Nur kann es schon auch um DAB+ vs UKW gehen.

Die Gruenen wuerden DAB+ schon wollen, da es weniger Energie verbraucht, und auch so Mancher mit Miigrationshintergrund konstenguenstig auf Sendung gehen kann.

Die FDP macht da mit, da es weniger Geld kostet.

Die CDU mag DAB+ nicht da UKW traditioneller ist, und man grosse Meinungsvielfalt ohnehin nicht will, aus Angst dass Vielfalt mehr Meinungsmache aus dem Linken Eck bedeutet.

Im Grude ist es aber so, dass DAB+ strategisch da ist, und egal welche Reiguerng am Ruder ist, wird es bleiben, somit schaetze ich dass die Ampelkoalition eher wenig Einfluss auf die Rundfunklandschaft haben wird. Und dann ist noch die Frage, wie lange die Ampelkoalition halten wird.
wolfgangF
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Re: Rundfunk unter der Ampel

Beitrag von wolfgangF »

War es in Niedersachsen nicht die FDP, die sich für einen Ausstieg aus DAB+ ausgesprochen und eine entsprechende Landtagsresolution beantragt hat?
Hallenser
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Re: Rundfunk unter der Ampel

Beitrag von Hallenser »

So ist es.
RF_NWD
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Re: Rundfunk unter der Ampel

Beitrag von RF_NWD »

Und die FDP in NRW hat DAB + auch nicht gerade mit Begeisterung mitgetragen, sondern wegen des Koalitionsfriedens.
Man macht eben das, was die Verlegerlobby einflüstert. Und wenn die auf DAB + umschwenkt, zieht die FDP mit.
QTH: 52,32 /9,21

UKW/DAB + : Panasonic RF D10
mobil: Sony XDR P10DBP / Sangean DPR 34
Thomas(Metal)
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Re: Rundfunk unter der Ampel

Beitrag von Thomas(Metal) »

Ich werfe mal ein: Bei Retzbach ist an der B27 der Empfang unter der Ampel an der Lidl-Kreuzung massiv gestört (Ampelsteuerung?). Seit Jahren! Es interessiert keinen. Allerdings habe auch ich es bisher nicht der BNetzA gemeldet, weil für mich persönlich völlig egal.

Ob das bei einer politischen Ampel anders ist? Ich glaube kaum...
QTH: 911-69 (II: Körner 9.2, III: LPDA16), QTH-alt: 9354 (II: FUBA UKA-028)
Alle Postings sind als Privatmeinung anzusehen.
Funker Tommy
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Re: Rundfunk unter der Ampel

Beitrag von Funker Tommy »

Wie man jetzt weiß,
Rundfunk unter der Ampel= Rot(h)funk :)
Vonderalb
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Re: Rundfunk unter der Ampel

Beitrag von Vonderalb »

Rundfunk ist Ländersache, eine Zentralisierung erwarte ich nicht.
Funker Tommy
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Re: Rundfunk unter der Ampel

Beitrag von Funker Tommy »

Nur beim DLF :)
Gendern, mit absoluten Wortverboten: Studenten, Patienten, Migranten :)
ulionken
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Re: Rundfunk unter der Ampel

Beitrag von ulionken »

Die meisten Beiträge in diesem Thread sind vielleicht lustig zu lesen, gehen aber inhaltlich leider völlig am Thema vorbei. Die Bundesregierung kann weder über die Einführung von DAB+ noch über Inhalte des Rundfunks entscheiden - das ist alles Ländersache. Dagegen war mir der Hinweis von DH0GHU:
DH0GHU hat geschrieben: Do 25. Nov 2021, 17:50 Im Koalitionsvertrag der Ampelparteien habe ich für uns relevant nur unter "Medien" auf Seite 124 diesen Satz gefunden:
Wir wollen das UHF Band dauerhaft für Kultur und Rundfunk sichern.
beim Überfliegen des Koalitionsvertrags völlig entgangen. Das ist relevant, denn die Nutzung des UHF-Band durch den Rundfunkdienst steht bekanntlich zur Disposition, und die Bundesregierung entsendet Vertreter auf die Konferenzen, die die Frequenzaufteilung international festlegen. Die nächste Funkverwaltungskonferenz findet 2023 statt, und deren Agenda ist mit der Resolution 811 der WRC-2019 bereits bekannt. Dort steht unter Punkt 1.5:
1.5 to review the spectrum use and spectrum needs of existing services in the frequency band
470-960 MHz in Region 1 and consider possible regulatory actions in the frequency band
470-694 MHz in Region 1 on the basis of the review, in accordance with Resolution 235 (WRC-15);
Und in dieser Resolution 235 (WRC-2015) heisst es:
resolves to invite ITU-R, after the 2019 World Radiocommunication Conference and in
time for the 2023 World Radiocommunication Conference
1 to review the spectrum use and study the spectrum needs of existing services within the
frequency band 470-960 MHz in Region 1, in particular the spectrum requirements of the
broadcasting and mobile, except aeronautical mobile, services, taking into account the relevant ITU
Radiocommunication Sector (ITU-R) studies, Recommendations and Reports;
2 to carry out sharing and compatibility studies, as appropriate, in the frequency band
470-694 MHz in Region 1 between the broadcasting and mobile, except aeronautical mobile,
services, taking into account relevant ITU-R studies, Recommendations and Reports;
3 to conduct sharing and compatibility studies, as appropriate, in order to provide relevant
protection of systems of other existing services,
Es wird also in zwei Jahren darüber entscheiden, inwieweit das für den Rundfunkdienst bisher noch erhaltene Segment von 470-694 MHz noch erhalten bleibt oder ebenfalls den mobilen Funkdiensten zugeschlagen wird. Ich hätte es gar nicht erwartet, diesen für uns relevanten Punkt im Koalitionsvertrag zu finden, und dann noch in einer für den Rundfunk erfreulichen Formulierung :spos: . Das Ergebnis der WRC-2023 ist damit allerdings nicht vorweggenommen, denn Deutschland ist nur eines von vielen Ländern in der Region 1.

73 de Uli
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strade
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Re: Rundfunk unter der Ampel

Beitrag von strade »

Ich gehe stark davon aus, dass an der DVB-T-Abschaltung 2029 (so war es mal zu lesen) festgehalten wird. Die Funkdienste sind wesentlich geldversprechender, und diese scharren schon mit den Hufen. Egon Bahr sagte inhaltlich mal : Es geht nicht um den Menschen, sondern um Macht und Geld - und er hatte recht.
DH0GHU
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Re: Rundfunk unter der Ampel

Beitrag von DH0GHU »

strade hat geschrieben: Fr 26. Nov 2021, 17:01 Ich gehe stark davon aus, dass an der DVB-T-Abschaltung 2029 (so war es mal zu lesen) festgehalten wird. Die Funkdienste sind wesentlich geldversprechender, und diese scharren schon mit den Hufen.
Sofern der Koalitionsvertrag berücksichtigt wird, ist das nicht zu erwarten. Die WRC kann nur einstimmige Entscheidungen treffen, wenn sich Deutschland gegen eine Aufgabe des UHF-Bandes sperrt, kann es nicht aufgegeben werden.
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ulionken
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Re: Rundfunk unter der Ampel

Beitrag von ulionken »

Die Zuteilung des UHF-Bands 470-694 MHz und eine künftige Abschaltung von DVB-T(2) sind zwei verschiedene Dinge. Eine Vergabe des Bands an den Mobilfunk würde die Abschaltung erzwingen. Aber wenn es bei der Zuweisung bleibt, dann sind die Veranstalter frei, ob sie nach 2029 weiter senden wollen oder nicht. Es gibt übrigens noch andere Länder mit noch stärkerer Nutzung von terrestrischem Fernsehen (Italien, UK), die beim einer Neu-Zuweisung mitspielen müssten. Ansonsten könnten Länder mit Präferenz für den Mobilfunk ihre Wünsche nur mit Fussnoten sichern, wobei sie den primären Rundfunkdienst in Nachbarländern nicht stören dürften.

73 de Uli
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