Ton-Rundfunkgenehmigungen aus den 1960ern

Das Radioforum. Hier dreht sich alles um die technischen Seiten des Radio- und TV-Empfangs.
Antworten
Jan W.
Beiträge: 61
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 15:51

Ton-Rundfunkgenehmigungen aus den 1960ern

Beitrag von Jan W. »

Zwei kleine Schmankerl, die ich im Nachlaß meines Vaters gefunden habe. Nicht daß jemand denkt, man hätte damals in der Zweitwohnung eine Koffertonrundfunkempfangsanlage einfach so in Betrieb nehmen dürfen :-)
tr_vorne.png
tr_hinten.png
tr2_vorne.png
tr2_hinten.png
wolfgangF
Beiträge: 306
Registriert: Mi 12. Sep 2018, 11:39

Re: Ton-Rundfunkgenehmigungen aus den 1960ern

Beitrag von wolfgangF »

Tolles zeitgeschichtliches Dokument. 👍👍
RudiP
Beiträge: 364
Registriert: Sa 1. Sep 2018, 20:39

Re: Ton-Rundfunkgenehmigungen aus den 1960ern

Beitrag von RudiP »

Jan W. hat geschrieben: Do 2. Sep 2021, 17:22 Zwei kleine Schmankerl, die ich im Nachlaß meines Vaters gefunden habe. Nicht daß jemand denkt, man hätte damals in der Zweitwohnung eine Koffertonrundfunkempfangsanlage einfach so in Betrieb nehmen dürfen :-)

tr_vorne.png
tr_hinten.png
tr2_vorne.png
tr2_hinten.png
Was wäre damals passiert, wenn der seine Genehmigung für das Zweitgerät zurückgeben hätte wollen und hätte die Original-Urkunde nicht mehr gehabt. Wäre dann ein Aufgebot für die Urkunde veröffentlicht worden mit dem Ziel der Kraftloserklärung. So konnten Verwaltungsjuristen belegen, wie wichtig und notwendig sie waren. Diese Akribie im Detail hätte wohl auch kein anderes Land geschafft. Wie schrieb schon Kurt Tucholsky vor 100 Jahren: "Die Nationen haben den Auftrag, einen Kreis zu zeichnen. " Nach Aufzählung anderer Länder: "Der Deutsche konstruiert ein regelmäßges 1096-Eck, das fast aussieht wie ein Kreis, aber doch ziemlich zackig ist."
Frankfurt
Beiträge: 287
Registriert: Sa 1. Sep 2018, 10:07

Re: Ton-Rundfunkgenehmigungen aus den 1960ern

Beitrag von Frankfurt »

wer hat das denn damals kontrolliert ? :gruebel:
Alqaszar
Beiträge: 317
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 18:26
Wohnort: Viersen

Re: Ton-Rundfunkgenehmigungen aus den 1960ern

Beitrag von Alqaszar »

Wie das mit dem Grundgesetz zu vereinbaren gewesen wäre, wenn jemand einfach so Radio gehört hätte und dann ein Verwaltungsakt wegen fehlender Genehmigung eröffnet worden wäre, wird wohl rechtsgeschichtlich eher ungeklärt bleiben.

Welchen Sinn hat eine Genehmigung, die eigentlich nicht verwehrt werden dürfte? Darf der Zugang zu einem Grundrecht überhaupt durch eine notwendige Genehmigung erschwert werden? Insbesondere, wenn für den Verwaltungsvorgang eine gesonderte Gebühr zu entrichten gewesen wäre (also unabhängig von der Rundfunkgebühr), wäre das wohl nicht haltbar gewesen.

Die Verwaltungspraxis hat sich nicht ohne Grund geändert. Die Mentalität der Verwaltung aber nicht: Man denke an das Drama aus der Anfangszeit des Sattelitendirektempfangs; auch die Tatsache, dass die Bundespost die Astra-LNB (gesamter Frequenzbereich statt nur „Rundfunk-Bereich“) zunächst für illegal hielt.
QTH: Viersen (NRW)
RudiP
Beiträge: 364
Registriert: Sa 1. Sep 2018, 20:39

Re: Ton-Rundfunkgenehmigungen aus den 1960ern

Beitrag von RudiP »

Ich vermute, der Empfang im Auto und in der Zweitwohung war vielleicht (!!!) zu diesem Zeitpunkt gebührenfrei (zu anderen Zeiten aber auch nicht). Dann hätte das Dokument einen Sinn gehabt. Denn dann konte man vorweisen, dass das Ganze schon geprüft und in Ordnung ist. Die Formulierung "Genehmigung" stammt wohl noch aus den 20er Jahren, wo die HÖrer noch echte und wenige Freaks waren. Dann hat man wohl vergessen, die Formulierung zu ändern gemäß den Verwaltungsmaximen: Das haben wir schon immer so gemacht, das haben wir noch nie gemacht, da könnte ja jeder kommen.. Die Gebühr zahlte man ursprünglich für die Genehmigung und nicht für das Programm. Erst später hat Karlsruhe entschieden, dass die Gebühreneinnahmen im wesentlichen den Sendern für das Programm zustehen.
Auf die Gemehmigung hatte man aber einen Rechtsanspruch (wenn man nicht gerade amtlich registrierter feindlicher Spion war). Der Jurist nennt das eine gebundene Entscheidung. Das heißt, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind, ist entsprechend zu eintscheiden. Dass man bei gebundenen Entscheidungen nicht einfach frei Schnauze entscheiden klann, haben ja einige Freunde in Sachsen-Anhalt immer noch nicht verstanden.
Harald Z
Beiträge: 531
Registriert: Sa 1. Sep 2018, 09:38

Re: Ton-Rundfunkgenehmigungen aus den 1960ern

Beitrag von Harald Z »

DDR 1950

Rf gen1.PNG
Rf gen2.PNG
RudiP
Beiträge: 364
Registriert: Sa 1. Sep 2018, 20:39

Re: Ton-Rundfunkgenehmigungen aus den 1960ern

Beitrag von RudiP »

Man kann die Jahreszahl im Poststempel nicht ganz klar lesen. Das war aber wohl alles nach der Wende, da die Gebühr in DM festgesetzt wurde. War da in Dresden noch die Post zuständig? Damals gab es schon die GEZ, also vielleicht die Zeit zwischen Einführung der DM und der Fusion?
Radio Fan
Beiträge: 5520
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 15:48
Wohnort: HRO

Re: Ton-Rundfunkgenehmigungen aus den 1960ern

Beitrag von Radio Fan »

RudiP hat geschrieben: Fr 3. Sep 2021, 19:48 Man kann die Jahreszahl im Poststempel nicht ganz klar lesen. Das war aber wohl alles nach der Wende, da die Gebühr in DM festgesetzt wurde. War da in Dresden noch die Post zuständig? Damals gab es schon die GEZ, also vielleicht die Zeit zwischen Einführung der DM und der Fusion?
Nach der Wende ? :eek: :gruebel:
Dann les doch mal was darüber steht.
Das Dokument stammt aus dem Jahr 1950 ! ;)

QTH: Rostock Mitte
RX:Yamaha DAB TunerT-D500, Grundig Satellit 700, Peaq PDR050
Sony ICF 7600GR, Panasonic RF-D10, Technisat DigiPal DAB+,Sangean DPR76
Mobil: Honda Civic-Werkslösung optimiert mit ATBB-Flex Dachantenne
Harald Z
Beiträge: 531
Registriert: Sa 1. Sep 2018, 09:38

Re: Ton-Rundfunkgenehmigungen aus den 1960ern

Beitrag von Harald Z »

Deutsche Mark der Deutschen Notenbank der DDR - https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_ ... 80%931990)
mittendrin
Beiträge: 1015
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 15:52

Re: Ton-Rundfunkgenehmigungen aus den 1960ern

Beitrag von mittendrin »

RudiP hat geschrieben: Fr 3. Sep 2021, 19:48 Das war aber wohl alles nach der Wende, da die Gebühr in DM festgesetzt wurde.
Man kann wahrscheinlich von der "Gnade der späten Geburt" sprechen. ;)
...und so sah er aus, der Alu-Chip, mit dem beim Postboten bezahlt wurde:
https://www.ma-shops.de/knopik/item.php?id=110107046
mittendrin ist hier: QTH 11e59 / 51n23 (südlich von Halle/Saale)
DAB+: PEAQ PDR-050B (Teleskopantenne)
RudiP
Beiträge: 364
Registriert: Sa 1. Sep 2018, 20:39

Re: Ton-Rundfunkgenehmigungen aus den 1960ern

Beitrag von RudiP »

"Dann les doch mal was darüber steht. "
Dieser freundlichen Aufforderung war ich durchaus gefolgt. Es hätte aber auch thematisch eine Abweichung in die Zeit nach den 60ern sein können, so wie es hier eine in die 50er war.

"Man kann wahrscheinlich von der "Gnade der späten Geburt" sprechen. "
Nein, nix späte Geburt, bin 69.
Aaaaber: Mein letzter Kontakt mit Geld der DDR war 1972, Wie Du sicher weißt, durfte man keinen Pfennig ausführen, Du wirst mit hoffentlich nachsehen, dass ich nach 49 Jahren keine präzise Erinnerung an die genaue Bezeichnung der MÜnzen hatte. Auf Quittungen, die ich immerhin ausführen durfte, stand immer nur "Mark der DDR". Und Du wirst doch zugeben, dass es verblüfft, dass die DDR eine DM hatte, wo doch die Leute 1990 so scharf darauf waren, sie zu bekommen.
mittendrin
Beiträge: 1015
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 15:52

Re: Ton-Rundfunkgenehmigungen aus den 1960ern

Beitrag von mittendrin »

Nein, nix späte Geburt, bin 69.
... Mein letzter Kontakt mit Geld der DDR war 1972, ... Auf Quittungen, die ich immerhin ausführen durfte, stand immer nur "Mark der DDR".
:cheers:
Klar, DM gabs bis 1964. Bis zur 8.Klasse habe ich die manchmal für (sehr) gute Leistungen in der Schule in die Sparbüchse bekommen :)
https://de.wikipedia.org/wiki/Mark_(DDR ... tseite.JPG
Deutsche Mark der Deutschen Notenbank (DM) 24. Juli 1948 bis 31. Juli 1964
Mark der Deutschen Notenbank (MDN) 1. August 1964 bis 31. Dezember 1967
Mark (M) der Deutschen Demokratischen Republik (auch Mark der DDR) 1. Januar 1968 bis 30. Juni 1990
https://de.wikipedia.org/wiki/Mark_(DDR)
mittendrin ist hier: QTH 11e59 / 51n23 (südlich von Halle/Saale)
DAB+: PEAQ PDR-050B (Teleskopantenne)
793267
Beiträge: 643
Registriert: Di 11. Jun 2019, 19:19

Re: Ton-Rundfunkgenehmigungen aus den 1960ern

Beitrag von 793267 »

mittendrin hat geschrieben: Sa 4. Sep 2021, 13:23
Nein, nix späte Geburt, bin 69.
... Mein letzter Kontakt mit Geld der DDR war 1972, ... Auf Quittungen, die ich immerhin ausführen durfte, stand immer nur "Mark der DDR".
:cheers:
Klar, DM gabs bis 1964. Bis zur 8.Klasse habe ich die manchmal für (sehr) gute Leistungen in der Schule in die Sparbüchse bekommen :)
https://de.wikipedia.org/wiki/Mark_(DDR ... tseite.JPG
Deutsche Mark der Deutschen Notenbank (DM) 24. Juli 1948 bis 31. Juli 1964
Mark der Deutschen Notenbank (MDN) 1. August 1964 bis 31. Dezember 1967
Mark (M) der Deutschen Demokratischen Republik (auch Mark der DDR) 1. Januar 1968 bis 30. Juni 1990
https://de.wikipedia.org/wiki/Mark_(DDR)
Notenbanken

Bis 1945
1. Januar 1876: Gründung der Reichsbank als Nachfolger der Preußischen Bank
1924: Unabhängigkeit der Reichsbank von politischen Entscheidungen
1935: Abschaffung aller Privatnotenbanken
1939: Verstaatlichung der Deutschen Reichsbank

1945–1990 in Westdeutschland
1. März 1948: Gründung der Bank deutscher Länder in Frankfurt am Main als Nachfolgerin der Deutschen Reichsbank
1951: Unabhängigkeit der Bank deutscher Länder von den Weisungen der Alliierten
26. Juli 1957: Gründung der Deutschen Bundesbank als Nachfolgerin der Bank deutscher Länder (Vertretung der eigenständigen Landeszentralbanken aller westdeutschen Bundesländer)

1945–1990 in Ostdeutschland
Februar 1947: Gründung von je einer Emissions- und Girobank in den fünf Ländern der sowjetischen Besatzungszone als Nachfolgerin der Deutschen Reichsbank
Mai 1948: Gründung der Deutschen Emissions- und Girobank als Zentrale der fünf Emissions- und Girobanken der Länder
20. Juli 1948: Umbenennung der Deutschen Emissions- und Girobank in Deutsche Notenbank
März 1950: Eingliederung der fünf Emissions- und Girobanken der Länder in die Deutsche Notenbank
1. Januar 1968: Umbenennung der Deutschen Notenbank in Staatsbank der DDR

Ab 1990 in Gesamtdeutschland
1. Juli 1990: Die Deutsche Bundesbank wird durch die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik zuständige Notenbank für die DDR. Die Staatsbank der DDR wird aufgelöst.
1. Juni 1998: Gründung der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main als Nachfolger des Europäischen Währungsinstituts (EWI).
https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_ ... otenbanken
Deutsche Mark (1948–2001)
Aus dieser Zeit hab ich noch Münzen. mit Aufdruck: Bank deutscher Länder 1949 (Herausgeber: Bank deutscher Länder 1948-1957).
Aus dieser Zeit hab ich noch Münzen. mit Aufdruck: Bundesrepublik Deutschland (Herausgeber: Deutschen Bundesbank 1957-2001).

1998: Gründung der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main und Währungsumstellung DM auf EURO.
RudiP
Beiträge: 364
Registriert: Sa 1. Sep 2018, 20:39

Re: Ton-Rundfunkgenehmigungen aus den 1960ern

Beitrag von RudiP »

793267 hat geschrieben: Sa 4. Sep 2021, 15:29
mittendrin hat geschrieben: Sa 4. Sep 2021, 13:23
Nein, nix späte Geburt, bin 69.
... Mein letzter Kontakt mit Geld der DDR war 1972, ... Auf Quittungen, die ich immerhin ausführen durfte, stand immer nur "Mark der DDR".
:cheers:
Klar, DM gabs bis 1964. Bis zur 8.Klasse habe ich die manchmal für (sehr) gute Leistungen in der Schule in die Sparbüchse bekommen :)
https://de.wikipedia.org/wiki/Mark_(DDR ... tseite.JPG
Deutsche Mark der Deutschen Notenbank (DM) 24. Juli 1948 bis 31. Juli 1964
Mark der Deutschen Notenbank (MDN) 1. August 1964 bis 31. Dezember 1967
Mark (M) der Deutschen Demokratischen Republik (auch Mark der DDR) 1. Januar 1968 bis 30. Juni 1990
https://de.wikipedia.org/wiki/Mark_(DDR)
Notenbanken

Bis 1945
1. Januar 1876: Gründung der Reichsbank als Nachfolger der Preußischen Bank
1924: Unabhängigkeit der Reichsbank von politischen Entscheidungen
1935: Abschaffung aller Privatnotenbanken
1939: Verstaatlichung der Deutschen Reichsbank

1945–1990 in Westdeutschland
1. März 1948: Gründung der Bank deutscher Länder in Frankfurt am Main als Nachfolgerin der Deutschen Reichsbank
1951: Unabhängigkeit der Bank deutscher Länder von den Weisungen der Alliierten
26. Juli 1957: Gründung der Deutschen Bundesbank als Nachfolgerin der Bank deutscher Länder (Vertretung der eigenständigen Landeszentralbanken aller westdeutschen Bundesländer)

1945–1990 in Ostdeutschland
Februar 1947: Gründung von je einer Emissions- und Girobank in den fünf Ländern der sowjetischen Besatzungszone als Nachfolgerin der Deutschen Reichsbank
Mai 1948: Gründung der Deutschen Emissions- und Girobank als Zentrale der fünf Emissions- und Girobanken der Länder
20. Juli 1948: Umbenennung der Deutschen Emissions- und Girobank in Deutsche Notenbank
März 1950: Eingliederung der fünf Emissions- und Girobanken der Länder in die Deutsche Notenbank
1. Januar 1968: Umbenennung der Deutschen Notenbank in Staatsbank der DDR

Ab 1990 in Gesamtdeutschland
1. Juli 1990: Die Deutsche Bundesbank wird durch die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik zuständige Notenbank für die DDR. Die Staatsbank der DDR wird aufgelöst.
1. Juni 1998: Gründung der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main als Nachfolger des Europäischen Währungsinstituts (EWI).
https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_ ... otenbanken
Deutsche Mark (1948–2001)
Aus dieser Zeit hab ich noch Münzen. mit Aufdruck: Bank deutscher Länder 1949 (Herausgeber: Bank deutscher Länder 1948-1957).
Aus dieser Zeit hab ich noch Münzen. mit Aufdruck: Bundesrepublik Deutschland (Herausgeber: Deutschen Bundesbank 1957-2001).

1998: Gründung der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main und Währungsumstellung DM auf EURO.
Münzen mit Aufdruck "Bundesrepublik Deutschland": Die wurden nicht von der Bundesbank herausgegeben, sondern vom Finanzminister. Das Münzregal (= Recht, Münzen herauszugeben) lag beim Staat. Die Bundesbank war nur für die Banknoten zuständig. Deshalb stand dort auch "Deutsche Bundesbank".
Antworten