Radio ZuSa - Abschaltung 89.7

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Nordhörer
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Radio ZuSa - Abschaltung 89.7

Beitrag von Nordhörer »

Radio ZuSa hat am 31.3.2021 die Verbreitung seines Programms über die Dannenberger Frequenz 89.7 MHz (vom NDR-Sendemast) beendet. Auf zusa.de steht hierzu:

"Leider müssen wir uns zum 31.3.2021 von unserer dritten Frequenz 89,7 MHz trennen.
Wir werden sie schmerzlich vermissen - und das nicht nur im Wendland. Das liegt insbesondere daran, dass es auch in den Landkreisen Lüneburg und Uelzen Stellen gibt, in denen die Funkabdeckung über die Frequenzen 88,0 MHz und 95,5 MHz eher löchrig ist. Der Sender im wendländischen Zernien, der ZuSa bisher auf der Frequenz 89,7 MHz ausstrahlte, hat diese Lücken durch die Höhe des Sendeturms in den letzten Jahren mühelos geschlossen."

Hintergründe sind im Fördervereins-Newsletter nachzulesen, den man ebenfalls auf zusa.de downloaden kann. Dort heißt es:

"Große Sorge bereitete uns zu der Zeit die Diskussion um
den Erhalt der Sendefrequenz in Lüchow-Dannenberg.
Trotz aller Bemühungen und intensiver Diskussionen mit
den örtlichen Politikern ist es nicht gelungen, den ZuSaSender Dannenberg dauerhaft zu erhalten.
Er wird Ende März diesen Jahres abgeschaltet. Der
Landkreis Lüchow-Dannenberg kann seinen finanziellen
Verpflichtungen gegenüber Radio ZuSa nicht mehr im
vollen Umfang nachkommen."


Was wird nun aus der 89.7 MHz?
Dudelsack
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Re: Radio ZuSa - Abschaltung 89.7

Beitrag von Dudelsack »

Oh, also war da jetzt tatsächlich Schicht im Schacht. Ich war kürzlich auf einen Artikel gestoßen, der die Thematik von der Gegenseite aus beleuchtet (https://wendland-net.de/post/gruene-arm ... zusa-51678). Da das ja aber nun auch schon im Juni 2020 war und ich annahm, dass es bestimmt hier Leute gäbe, die schon etwas davon gewusst hätten, wenn es wirklich zu einer Abschaltung kommen sollte, hatte ich darüber hier nichts geschrieben. Blöd von mir! :rolleyes:
Naja, wie dem auch sei: Die Thematik finde ich recht interessant, vor allen Dingen die Frage, ob es einen Nachnutzer für die 89,70 MHZ geben wird. Die ist gar nicht mal so schlecht in ihrer Reichweite, zumindest nach Norden hin kommt sie recht weit. In Teilen Hamburgs konnte ich sie schon hören, allerdings hielt sich mein Interesse da in Grenzen, da die 95,50 MHZ aus Lüneburg natürlich bedeutend besser ging.
Aber was nutzt einem die beste Frequenz, wenn sich kein Betreiber mehr findet? Ein eigenes NKL für das Wendland wird wohl kaum gegründet werden, obgleich der Name "Radio freies Wendland" ja eine gewisse Tradition hätte. :) Und für einen eigenen, komerziellen Lokalsender ist die Gegend wahrscheinlich nicht strukturstark genug. Man darf also gespannt sein, ob und wenn ja was da passieren wird.
strade
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Re: Radio ZuSa - Abschaltung 89.7

Beitrag von strade »

Die Radio21-Karte könnte dort noch eine Füllung vertragen, und so wird es wohl laufen.
Dudelsack
Beiträge: 1072
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Wohnort: Marburg und zeitweise Stuttgart

Re: Radio ZuSa - Abschaltung 89.7

Beitrag von Dudelsack »

Oh, an die hatte ich jetzt gar nicht mehr gedacht, aber stimmt natürlich. Wenn in Niedersachsen eine frequenzfrei ist, dann kümmert sich Radio 21 mit Sicherheit gern darum.
Klaus-Peter
Beiträge: 153
Registriert: Do 28. Feb 2019, 17:55

Re: Radio ZuSa - Abschaltung 89.7

Beitrag von Klaus-Peter »

Nachdem MeerRadio und Radio Aktiv expandierten, dachte ich, daß Radio ZuSa auch an einer Erweiterung ihres Sendegebietes in Richtung Heide Interesse zeigt. Ich hoffte schon auf einen zusätzlichen Sender in Celle, der nach Hannover einstrahlt :D
QTH : Region Hannover
RX : Grundig Satellit 650 u.a.
ANT : Teleskop und Langdraht
vielhoerer
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Wohnort: Münster-Gievenbeck

Re: Radio ZuSa - Abschaltung 89.7

Beitrag von vielhoerer »

Wenn man sich den oben verlinkten Bericht durchliest, scheint die NLM über 10 Jahre toleriert zu haben, dass hier eine Frequenz existiert, aber keine/kaum Radiomacher angesprochen wurden und es aus dem Ausstrahlungsgebiet auch keine/kaum Berichterstattung gab. Ohne Studio vor Ort dürfte sich das auch schwierig realisieren lassen, denn in dieser Region sind die Wege lang und Autobahnen existieren nicht. Da darf man sich schon mal fragen, ob der Sender es mit dem Engagement wirklich ernst gemeint hat. Dass die NLM sich das so nicht mehr angucken wollte und über die Zuschusshöhe einen Hebel gefunden hat, ist völlig nachvollziehbar.

Mit der Aufgabe der 89.7 hat man sich aber aus Sicht der Radiomacher selbst gleich 2x ein Bein gestellt: Die Feldstärke der anderen Frequenzen reicht laut Homepage des Senders nicht aus, um das Restgebiet einwandfrei zu versorgen (wofür man die 89.7 gebraucht hätte). Also weniger Grund für Hörer, das Programm einmal einzuschalten oder dranzubleiben. Auf der anderen Seite sind der NDR, ffn und Antenne Niedersachen mit höherer Leistung auf dem Turm vertreten und brauchen die Frequenz nicht. Für Radio 21 könnte sich hieraus aber eine Chance ergeben. Also noch mehr Konkurrenz für die ehemaligen Frequenznutzer - und das auch noch mit Ansage.

Wenn man die Karte von FMSCAN kennt, hätte man vielleicht eher darüber nachdenken sollen, die 89.7 mit aller Gewalt zu behalten und die 88.0 entweder abzuschalten oder sich um eine Umkoordinierung nach Sprakensehl (von wo auch der DLF auf 107.5 ausgestrahlt wird) hätte bemühen sollen. Damit hätte man dann nach Süden expandieren und vielleicht den ein oder anderen Berufspendler Richtung Celle, Gifhorn, Wolfsburg... mit abgreifen können.
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