DVB T2 - Empfang und Entfernungen zu Sendeanlagen

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Fab97
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DVB T2 - Empfang und Entfernungen zu Sendeanlagen

Beitrag von Fab97 »

Hallo alle zusammen,

ich habe eine Frage bezüglich der beiden zu meiner Wohnung nächstgelegensten Funktürme aus Mannheim und Heidelberg mit den gleichen Frequenzen.

Zu beiden Sendetürmen besteht von meiner Wohnung Sichtkontakt. An meinem Fenster habe ich eine Scheibenantenne um TV zu empfangen.

Der Fernmeldeturm MA ist Luftlinie 25 km entfernt und stahlt mit 6 kW.
Der Fernsehturm HD ist Luftlinie 45 km entfernt und strahlt mit 50 kW.

Ist es demzufolge Wahrscheinlicher das ich meine Fernsehprogramme über Heidelberg empfange, da hier eine stärkere Strahlung des Signals vorliegt, oder über Mannheim, weil dieser näher ist?

Gibt es dazu eine Grundlage wie man die kW auf die KM-Reichweite umrechnen kann? Oder kann mir mein Samsung-Receiver die Senderquelle anzeigen?

alfmelmaker
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Registriert: Sa 19. Jan 2019, 17:56
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Re: DVB T2 - Empfang und Entfernungen zu Sendeanlagen

Beitrag von alfmelmaker »

Fab97 hat geschrieben:
Do 10. Sep 2020, 11:12
Hallo alle zusammen,

ich habe eine Frage bezüglich der beiden zu meiner Wohnung nächstgelegensten Funktürme aus Mannheim und Heidelberg mit den gleichen Frequenzen.

Zu beiden Sendetürmen besteht von meiner Wohnung Sichtkontakt. An meinem Fenster habe ich eine Scheibenantenne um TV zu empfangen.

Der Fernmeldeturm MA ist Luftlinie 25 km entfernt und stahlt mit 6 kW.
Der Fernsehturm HD ist Luftlinie 45 km entfernt und strahlt mit 50 kW.

Ist es demzufolge Wahrscheinlicher das ich meine Fernsehprogramme über Heidelberg empfange, da hier eine stärkere Strahlung des Signals vorliegt, oder über Mannheim, weil dieser näher ist?

Gibt es dazu eine Grundlage wie man die kW auf die KM-Reichweite umrechnen kann? Oder kann mir mein Samsung-Receiver die Senderquelle anzeigen?
interessante Fragen...
also, eine Umrechnung von Leistung (kW) auf km (Reichweite) ist nicht möglich - da spielen geografische Gegebenheiten eine sehr große Rolle, außerdem die Art des Signals.
(z.B. konnte ich hier in Immendingen lange Zeit auch den 90km entfernten Sender Säntis empfangen, weil dieser Sender eben topografisch sehr günstig lag....nämlich über 2000m hoch usw. - obwohl die Sendeleistung zum Schluß nur noch 4kW war...bis zu Abschaltung).

Außerdem spielt die Charakteristik der abstrahlenden Antennen am Sender eine Rolle, da manchmal bewußt nur in eine bestimmte Richtung abgestrahlt wird, manchnal aber auch in Rundcharakteristik usw.). Es ist also ein Unterschied, ob z.B. die o.g. 6 kW "rund" abgestrahlt werden oder nur in eine bestimmte Richtung.

Seit dem Zeitalter des digitalen Fernsehens (also auch schon zu Zeiten DVB-T) werden SFN- Netze verwendet (Gleichwellennetze, Single Frequency Network), so können mehrere Senderstandorte auf der gleichen Frequenz senden und das Gebiet, welches versorgt werden soll, relativ gut "ausgeregelt" werden. (Es werden so auch Frequenzen "gespart" -zu analogen Zeiten hat jeder Sender auf einer anderen Frequenz gesendet, um Störungen zu vermeiden-).

Man kann sich das vielleicht so vorstellen, dass früher ein Sender auf einer Frequenz gesendet hat, und je weiter man vom Sender entfernt war (oder ungünstige topgrafische Gegebenheiten vorhanden waren wie z.B. ein Berg davor usw.) hat die Feldstärke entsprechend abgenommen. Heutzutage senden mehrere Sender auf der gleichen Frequenz und sorgen -nach Möglichkeit- für eine konstante Feldstärke im gesamten Sendegebiet, was versorgt werden soll (was durch die Topografie aber auch nicht immer möglich ist...).

Wo Du jetzt Dein Fernsehsignal herbekommst, läßt sich sicherlich nicht ermitteln, vermutlich eine Mischung von beiden Sendern (oder noch weiteren Sendern, die auf dieser Frequenz senden...), da Dein Empfänger die digitalen Signale, die von verschiedenen Sendern empfangen werden, auswerten kann und selbst reflektierte Signale (die auf Grund des längeren Weges ein wenig später eintreffen) genauso mit verarbeitet werden können.

Zu analogen Zeiten konnten z.B. solch reflektierte Wellen nicht "ordentlich" verarbeitet werden - es enstanden dann diese "Geisterbilder", die ja nicht gewünscht waren.

Ich glaube demzufolge nicht, dass man überhaupt unterscheiden kann, woher Dein Signal kommt, wenn das überhaupt geht nur mit entsprechenden Meßequipment...

alfmelmaker
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Chief Wiggum
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Re: DVB T2 - Empfang und Entfernungen zu Sendeanlagen

Beitrag von Chief Wiggum »

https://fmscan.org/

So könnte man zumindestens schauen, welcher Sender theoretisch an dem Standort der stärkere ist.
QTH : Berlin - Senderfotos aus Berlin/Brandenburg ..
Rinderwahn-Genderwahn-Coronawahn .. was kommt wohl als nächstes und wo soll das nur enden?

Emilio
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Re: DVB T2 - Empfang und Entfernungen zu Sendeanlagen

Beitrag von Emilio »

Nach Deinen Angaben wohnst Du irgendwo am Rand des Pfälzer Waldes bzw. am Rand der Rheinebene. Diese wird von allen Seiten "beschallt": Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Pforzheim. Du erhältst einen Mix aus allen Standorten, wobei MA und HD wohl den stärksten Einfluss haben werden. Da ich selbst in dieser Ecke wohne, hier noch ein Tipp: Nimm eine richtungswirksame UHF-Antenne, am besten ist natürlich eine Dachinstallation und dreh' diese vertikal montiert nach Norden zum Großen Feldberg. So bekommst Du den Kanal 34 sauber rein, der hat zusätzlich zu den BW- und RP-Bouquets noch die beiden Dritten vom NDR und RBB im Gepäck. Den Rest holst Du Dir von MA/HD. Bei denen ist es zumindest bei mir so, dass die Ausrichtung der Antenne egal ist, gibt immer 100 % Qualität und mindestens 90 % Stärke, gemessen am Samsung TV.

Fab97
Beiträge: 6
Registriert: Mi 5. Aug 2020, 14:18

Re: DVB T2 - Empfang und Entfernungen zu Sendeanlagen

Beitrag von Fab97 »

Emilio hat geschrieben:
Do 10. Sep 2020, 15:09
Nach Deinen Angaben wohnst Du irgendwo am Rand des Pfälzer Waldes bzw. am Rand der Rheinebene. Diese wird von allen Seiten "beschallt": Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Pforzheim. Du erhältst einen Mix aus allen Standorten, wobei MA und HD wohl den stärksten Einfluss haben werden. Da ich selbst in dieser Ecke wohne, hier noch ein Tipp: Nimm eine richtungswirksame UHF-Antenne, am besten ist natürlich eine Dachinstallation und dreh' diese vertikal montiert nach Norden zum Großen Feldberg. So bekommst Du den Kanal 34 sauber rein, der hat zusätzlich zu den BW- und RP-Bouquets noch die beiden Dritten vom NDR und RBB im Gepäck. Den Rest holst Du Dir von MA/HD. Bei denen ist es zumindest bei mir so, dass die Ausrichtung der Antenne egal ist, gibt immer 100 % Qualität und mindestens 90 % Stärke, gemessen am Samsung TV.
Ja richtig, Grünstadt. Ich habe nur eine Fenster/Scheibenantenne in Blickrichtung Mannheim/Heidelberg, da der Vermieter keine Außenantenne oder alternativ Sat.-Schüssel haben möchte. Alternativ gäbe es in unserem Wohnhaus Kabel-TV, das ist mir aber zu teuer um HD-Qualität sehen zu können.

Emilio
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Re: DVB T2 - Empfang und Entfernungen zu Sendeanlagen

Beitrag von Emilio »

Da wird DVB-T2 wirklich die beste Lösung sein. Kannst ja mal versuchen, mit Deiner Fensterantenne den E34 zu optimieren, soweit das möglich ist. Der strahlt vertikal von Norden. Die MA/HD-Sender wirst Du trotzdem gut reinbekommen.

Das muß Kesseln
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Re: DVB T2 - Empfang und Entfernungen zu Sendeanlagen

Beitrag von Das muß Kesseln »

Wenn der Kanal 34 mit der Zimmerantenne überhaupt läuft? Die modernen Zimmerantennen von heute taugen doch nicht viel. Alte Zehnder AA130, AA200 oder ähnliches aus den 80/90 Jahren sind sehr zu empfehlen! Sowas gibt es öfters noch bei eBay Kleinanzeigen. Habe selbst eine Zehnder AA 130 in Gebrauch. Allerdings umgebaut damit ich alles via 5-12Volt ansteuern kann. Ansonsten tun es auch diese Quard Antennen zum selber bauen.

88,7MHz
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Re: DVB T2 - Empfang und Entfernungen zu Sendeanlagen

Beitrag von 88,7MHz »

Eine sehr gute Antenne ( nutze ich als Zimmerantenne ) ist diese hier ... https://www.antennenland.net/Funke-Yagi ... -470-694-V

In Lüdenscheid empfange ich damit den Sender Koblenz ARD SWR und ZDF Bouquet

Fab97
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Re: DVB T2 - Empfang und Entfernungen zu Sendeanlagen

Beitrag von Fab97 »

Kurz der neuste Stand der Dinge:

Seit Dienstag habe ich eine neue Scheibenantenne (aktiv). Nun habe ich wesentlich höhere Signalstärke durch die Frequenzen aus Mannheim und Heidelberg, Beispiel ZDF nun 75% Signalstärke anstatt vorher 50%.

Nur kann ich die Pro7-Gruppe, also auch Kabel 1, Sixx und Sat 1 nicht empfangen. Unter der angegebenen Frequenz bei TVhelfer.de kann ich nichts finden, vor ein paar Wochen hatte ich aber über diese Frequenz schon Pro7 geschaut.. Weiß hierzu jemand genaueres?

Emilio
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Re: DVB T2 - Empfang und Entfernungen zu Sendeanlagen

Beitrag von Emilio »

Das Pro7Sat1-Bouquet kommt bei mir auf Kanal 44 rein (MA/HD). Der ist aber tendenziell etwas schwächer als die anderen Kanäle von diesen Standorten, das kann aber auch an der etwas höheren Frequenz liegen. Am stärksten wird er, wenn ich die Antenne vertikal auf Mannheim ausrichte, d. h. die Ausstrahlung scheint aus Mannheim tatsächlich vertikal zu erfolgen, obwohl in vielen Listen horizontal steht.

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