Eckpunkte der Gesamtstrategie „Radio in NRW 2022“

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Hallenser
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Eckpunkte der Gesamtstrategie „Radio in NRW 2022“

Beitrag von Hallenser » Fr 29. Nov 2019, 15:14

Die Gesamtstrategie „Radio in NRW 2022“ enthält folgende Module:

Die Landesanstalt für Medien NRW erhält, sofern der Landtag dem Haushalt 2020 und dem dazugehörigen Haushaltsbegleitgesetz zustimmt, zusätzliche finanzielle Möglichkeiten zur Förderung von Innovationen im Audio-Bereich. Im Landesmediengesetz wird definiert, welche Fördermöglichkeiten bestehen.

Für die neu zu vergebende zweite landesweite UKW-Kette werden die Vergabekriterien geschärft. Ziel ist, auch dadurch die Vielfalt und Zukunftsfähigkeit des Lokalfunks zu sichern. Kriterien sind insofern die lokale bzw. regionale Anbindung redaktioneller Strukturen, der Beitrag zum Erhalt des bestehenden Hörfunkangebots sowie die Nutzung digitaler Verbreitungswege, insbesondere DAB+.

Es erfolgt keine Veränderung im gewachsenen Zwei-Säulen-Modell, welche die dort verankerte redaktionelle Unabhängigkeit der Lokalsender und ihre Verwurzelung vor Ort antasten würde. Die Verlage sollen indes die Möglichkeit erhalten, alle Kapital- und Stimmrechtsanteile an einer Betriebsgesellschaft zu übernehmen, wenn im Einzelfall kein weiterer Gesellschafter gefunden werden kann. Ziel ist die Sicherung der Funktionsfähigkeit des Systems auch in wirtschaftlich schwächeren Lokalfunkgebieten. Zudem wird der Beitrag des Bürgerfunks als zusätzliches Element der lokalen Anbindung des Lokalfunks in den gesetzlich bestimmten lokalen Sendeanteil einbezogen. Die Ziele sind hier mehr Flexibilität für die Sender und die Stärkung des Bürgerfunks.

Nach der wissenschaftlichen Analyse der Werbezeitenreduzierung im WDR-Hörfunk mit Blick auf die Auswirkungen auf den WDR und den privaten lokalen Hörfunk beabsichtigt die Landesregierung, die erste Stufe der Werbereduzierung beizubehalten und auf die zweite Stufe der Reduzierung zu verzichten.
https://www.medienanstalt-nrw.de/servic ... tellt.html

RF_NWD
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Re: Eckpunkte der Gesamtstrategie „Radio in NRW 2022“

Beitrag von RF_NWD » Fr 29. Nov 2019, 21:37

Laut WDR sollen die BFBS Frequenzen nach ihrer Rückgabe neu ausgeschrieben werden und an einen bisherigen Radioanbieter in NRW gehen. "Den Zuschlag bekomme, wer sich auch im digitalen Rundfunk DAB+ und journalistisch-redaktionell engagiert."
https://www1.wdr.de/nachrichten/landesw ... w-100.html

ebenso die Westfalenpost:

https://www.wp.de/politik/landespolitik ... 85619.html

Die neue Kette könnte unter Einschluss der Bielefelder Frerquenz 103,0 ein Viertel der Einwohner von NRW erreichen:
http://www.radiowoche.de/in-planung-ukw ... erreichen/
QTH: 52,32 /9,21

UKW/DAB + : Panasonic RF D10
mobil: Sony XDR P10DBP / Sangean DPR 34

MainMan
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Re: Eckpunkte der Gesamtstrategie „Radio in NRW 2022“

Beitrag von MainMan » Fr 29. Nov 2019, 22:02

RF_NWD hat geschrieben:
Fr 29. Nov 2019, 21:37
Laut WDR sollen die BFBS Frequenzen nach ihrer Rückgabe neu ausgeschrieben werden und an einen bisherigen Radioanbieter in NRW gehen.
Es gibt genau zwei Anbieter, auf die das zutrifft: Domradio und Radio NRW.
Letzterer wird seine seit Jahren geplante Jugendwelle dann auf der zweiten UKW-Kette und DAB+ verbreiten.

Folge: NRW-Verlegerfunk gestärkt, bestehende Strukturen gefestigt, Konkurrenz von außen verhindert -> alle zufrieden :D :D

Dazu passt auch, dass 1LIVE weiterhin Werbung ausstrahlen darf.
Damit ist dann auch der WDR ruhig gestellt, wenn er im Gegenzug die Kröte "privates Jugendradio auf UKW" schlucken muss.

Nordi207
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Re: Eckpunkte der Gesamtstrategie „Radio in NRW 2022“

Beitrag von Nordi207 » Sa 30. Nov 2019, 00:26

Der Text liest sich ja schrecklich.
Ich verstehe ihn so: Es bleibt alles wie es ist, wir entwickeln uns nicht.
Geplante Veränderungen werden aufgrund des Drucks bestehender Mächte gestoppt und die Ausschreibung wird aus gleichem Grund so umformuliert, dass keiner sich bewerben braucht.
Gewinner sitzt bereits am Tisch..,
Zuletzt geändert von Nordi207 am Sa 30. Nov 2019, 11:42, insgesamt 1-mal geändert.

Japhi
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Re: Eckpunkte der Gesamtstrategie „Radio in NRW 2022“

Beitrag von Japhi » Sa 30. Nov 2019, 00:41

Den Zuschlag bekomme, wer sich auch im digitalen Rundfunk DAB+ und journalistisch-redaktionell engagiert.

Bei DAB+ und journalistisch-redaktionell engagiert ist unter den Privaten nur das Domradio.

Im Artikel der Radiowoche heißt es:
Sollte es zu einer Ausschreibung kommen, stehen drei maßgebliche Vergabekriterien im Raum. Diese sind die lokale bzw. regionale Anbindung redaktioneller Strukturen, der Beitrag zum Erhalt des bestehenden Hörfunkangebots sowie die Nutzung digitaler Verbeitungswege, insbesondere DAB+. Ziel sei es, durch diese präzisierten Kriterien die Vielfalt und Zukunftsfähigkeit des Lokalfunks zu sichern.

- lokale bzw regionale Anbindung redaktioneller Strukturen
- Beitrag zum ERHALT des bestehenden Hörfunkangebots
...klingt stark nach Dein FM (Ruhrgebiet, OWL)
DAB+ passt hier aber nicht.
QTH: Hattingen/Ruhr 6km NO vom Sender Langenberg
Roadstar TRA2350P (110/53), Sangean DPR-64, Dacia MediaNav DAB+

FM100
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Re: Eckpunkte der Gesamtstrategie „Radio in NRW 2022“

Beitrag von FM100 » Sa 30. Nov 2019, 10:00

Hiernach wird eine BFBS-Frequenzkette zurückgegeben:

https://www.ksta.de/kultur/nrw-schreibt ... s-33545448

"Im kommenden Jahr werden die britischen Streitkräfte in NRW ihre UKW-Frequenzen zurückgeben. Die dann neu zu vergebende zweite landesweite UKW-Kette soll im selben Jahr ausgeschrieben werden."

Welche Frequenzen sind das?

planetradio
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Re: Eckpunkte der Gesamtstrategie „Radio in NRW 2022“

Beitrag von planetradio » Sa 30. Nov 2019, 10:14

BFBS Germany
89,60 h Minden Porta Westfalica 0,1 p
101,60 h Herford/Eggeberg 1,4 p
103,00 h Bielefeld/Hünenburg 70
91,70 h Friedrichsdorf 0,45 p
91,20 h Paderborn-Sennelager 2,5 p


BFBS Radio 2
88,40 h Minden Porta Westfalica 0,03 p
101,60 h Bielefeld/Catterick Barracks 0,3
105,00 h Paderborn-Sennelager 0,3

ich dachte als Ersatz für die 103,0 sollen die neuen Frequenzen kommen, welche dann mit geringerer Leistung senden
p=geplant

FM100
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Re: Eckpunkte der Gesamtstrategie „Radio in NRW 2022“

Beitrag von FM100 » Sa 30. Nov 2019, 10:29

Es ist wohl so zu verstehen: Man meint wohl alle ehemaligen BFBS-Frequenzen, auch die schon einmal für Metropol FM ausgeschrieben waren. Nicht nur die 103,0 MHz. Für uns waren die BFBS Frequenzen schon "zurückgegeben".

SeltenerBesucher
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Re: Eckpunkte der Gesamtstrategie „Radio in NRW 2022“

Beitrag von SeltenerBesucher » Sa 30. Nov 2019, 11:09

Gesamtstrategie ‚Radio in NRW 2022' der Landesregierung: Schritt in die richtige Richtung
https://www.djv.de/startseite/service/n ... htung.html

Ist die Vergabe der BFBS-Frequenzen sowieso nicht ausgelaufen?

Wenn die 103,0 MHz an eine landesweite Kette gehen sollte, wozu benötigt man noch die leistungsschwachen Frequenzen, wie Paderborn 91,2 MHz? Paderborn wäre doch in der Reichweite von Bielefeld mit 70 kW.

Code: Alles auswählen

88,30	Essen-Holsterhausen	0,1
88,40	Minden Porta Westfalica	0,03
89,00	Olpe	0,5
89,30	Bochum-Wattenscheid	0,32
89,40	Herdecke/Rehberg	0,32
89,60	Minden Porta Westfalica	0,1
89,90	Köln/Sternengasse	0,1
90,50	Krefeld-Bockum	0,1
91,20	Paderborn-Sennelager	2,5
91,30	Niederkrüchten-Elmpt/Javelin Barracks 	0,09
91,30	Rheindahlen 	0,085
91,70	Friedrichsdorf	0,45
91,70	Gütersloh/Mensergh Barracks 	0,28
92,50	Dülmen 	8
93,70	Mülheim (Ruhr)	0,5
97,00	Dorsten/RCG Kraftfutterwerk	0,2
98,90	Lennestadt-Maumke	0,1
101,60	Bielefeld/Catterick Barracks 	0,3
101,60	Herford/Eggeberg	1,4
101,90	Wulfen 	7,2
102,20	Münster 	0,3
103,00	Bielefeld/Hünenburg 	70
104,30	Rheindahlen 	0,3
105,00	Lippstadt 	0,3
105,00	Paderborn-Sennelager 	0,3
105,10	Rheinberg, AEZ Asdonkshof 	0,5
106,00	Dortmund/Florianturm 	3,2
107,20	Hattingen	0,1
107,80	Attendorn/Stadthalle	0,2
Das wären die Frequenzen, die uns bekannt sind. Es wird von noch mehr Frequenzen gesprochen. Welche könnten es sein? Wird der Lokalfunk nicht einige Frequenzen tauschen? Es sollen einige Interessenten bedacht werden. Es müssten also Frequenzen getauscht werden, die ermöglichen würden, dass eine leistungsstarke Frequenz am Rand der 103,0 MHz entsteht. Dazu müssten im Bereich der 103,0 MHz einige Frequenten aufgegeben werden. Egal was passiert, der Empfang in NRW wird noch schlechter, die Leute werden zu DAB+ getrieben werden.

Habakukk
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Re: Eckpunkte der Gesamtstrategie „Radio in NRW 2022“

Beitrag von Habakukk » Sa 30. Nov 2019, 14:42

Naja, mal kurz logisch nachgedacht kann es doch nur so sein, dass es sich um die von der Vergabe an metropol fm bekannten Frequenzen plus das, was BFBS schon abgeschaltet hat, plus 103,0 Bielefeld handelt.

Die oben aufgeführten kürzlich neu koordinierten Frequenzen, teils noch mit Standorten in britischem Militärgebiet, können doch nur als Ersatz für die 103,0 dienen, also für BFBS.

Alles andere wäre doch unlogisch... Warum sollte man für ein Privatradio z.B. eine Frequenz neu für den Militärstandort Sennelager koordinieren?

RF_NWD
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Re: Eckpunkte der Gesamtstrategie „Radio in NRW 2022“

Beitrag von RF_NWD » Sa 30. Nov 2019, 15:34

Sehe ich auch so.
Für was außer BFBS wären denn die beiden neuen Mindener Funzelfrequenzen zu gebrauchen ?
QTH: 52,32 /9,21

UKW/DAB + : Panasonic RF D10
mobil: Sony XDR P10DBP / Sangean DPR 34

MainMan
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Re: Eckpunkte der Gesamtstrategie „Radio in NRW 2022“

Beitrag von MainMan » Sa 30. Nov 2019, 17:03

Japhi hat geschrieben:
Sa 30. Nov 2019, 00:41
Den Zuschlag bekomme, wer sich auch im digitalen Rundfunk DAB+ und journalistisch-redaktionell engagiert.

Bei DAB+ und journalistisch-redaktionell engagiert ist unter den Privaten nur das Domradio.

Im Artikel der Radiowoche heißt es:
Sollte es zu einer Ausschreibung kommen, stehen drei maßgebliche Vergabekriterien im Raum. Diese sind die lokale bzw. regionale Anbindung redaktioneller Strukturen, der Beitrag zum Erhalt des bestehenden Hörfunkangebots sowie die Nutzung digitaler Verbeitungswege, insbesondere DAB+. Ziel sei es, durch diese präzisierten Kriterien die Vielfalt und Zukunftsfähigkeit des Lokalfunks zu sichern.

- lokale bzw regionale Anbindung redaktioneller Strukturen
- Beitrag zum ERHALT des bestehenden Hörfunkangebots
...klingt stark nach Dein FM (Ruhrgebiet, OWL)
DAB+ passt hier aber nicht.
Klar, aber das Letztere lässt sich ändern. Bis die Ausschreibung abgeschlossen ist, fließt noch viel Wasser den Rhein herunter.
Und da eben die regionale Anbindung und der Beitrag zum Erhalt der bestehenden Struktur gefordert wird, bleibt nur ein Kandidat übrig.

Mit einem renditeträchtigen NRW-weiten Jugendformat kann das leicht in Schieflage geratene 2-Säulen-Modell subventioniert und wieder auf Kurs gebracht werden.
Und: Unter journalistischen Gesichtspunkten ist davon tatsächlich mehr zu erwarten, als wenn die bundesweiten CHR-Anbieter NRJ, bigFM oder Regiocast einen NRW-Ableger starten.

Marc!?
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Re: Eckpunkte der Gesamtstrategie „Radio in NRW 2022“

Beitrag von Marc!? » So 1. Dez 2019, 02:34

Ist den sicher, dass die 103,0 an den Privatfunkt fällt und nicht an das D-Radio, was dann wiederum funzeln an den Privatfunk abgeben würde?

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