5G in den Startlöchern

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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von Spacelab » Mi 31. Jul 2019, 06:47

Jetzt fangt nicht wieder die millionste DAB+ Pro&Contra Diskussion an. Bleibt beim Thema.

Thomas(Metal)
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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von Thomas(Metal) » Mi 31. Jul 2019, 08:31

Spacelab hat geschrieben:
Mo 22. Jul 2019, 20:56
Die 3,6GHz Frequenzen sollen die Cash Cow für die Mobilfunker werden. In dem Band werden die sogenannten Campus Netze arbeiten. Also Netze mit stark begrenztem Sendegebiet. Im Telekom Videoblog, aber auch im Vodafone Blog, wurden als Beispiele die interne Vernetzung von Firmen und Fabrikationsstätten genannt. Wofür die Firmeninhaber dann wohl ordentlich Kohle blechen müssen. Aber auch Flughäfen, größere Bahnhöfe und ähnliche Brennpunkte sollen mit diesen Campus Netzen versorgt werden.
Nach meiner Erfahrung nutzt man da doch festverdrahtete Anschußtechniken. Sicherlich wird es Maschinen geben die man mobil auf einem Werksgelände vorhält. Ich würde das dann eher portabel nennen: Wenn der Strom nicht aus dem Akku kommt, kann man genau das Netzwerk anschließen und ist beim Datendurchsatz auf der sicheren Seite.
QTH: 911-69 (II: Körner 9.2, III: LPDA16), QTH-alt: 9354 (II: FUBA UKA-028)
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Spacelab
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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von Spacelab » Mi 31. Jul 2019, 08:42

Den Vorteil von Funk statt Kabel habe ich in dem Fall auch nicht verstanden. Die großen Player wie der Hamburger Hafen, VW, Ford und BASF sind da jedenfalls ganz heiß drauf. Andererseits würde es mich aber auch nicht wundern wenn das ebenfalls nur eine Luftnummer wird und nicht großartig über Testbetriebe drüber hinaus kommt. Ich bin echt mal gespannt ob sich die Mobilfunker da nicht verspekuliert haben.

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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von Loger » Mi 31. Jul 2019, 10:32

Thomas(Metal) hat geschrieben:
Mi 31. Jul 2019, 08:31
Nach meiner Erfahrung nutzt man da doch festverdrahtete Anschußtechniken. Sicherlich wird es Maschinen geben die man mobil auf einem Werksgelände vorhält. Ich würde das dann eher portabel nennen: Wenn der Strom nicht aus dem Akku kommt, kann man genau das Netzwerk anschließen und ist beim Datendurchsatz auf der sicheren Seite.
Das kann ich so bestätigen. Seit Anfang der 90er Jahre kenne ich das so daß in der Industrie praktsich alles, was irgendwie produktionsrelevant ist, mit irgend einem übergeordneten Leitsystem verbunden ist. Ganz einfache Dinge, wie z.B. die Sammelstörmeldung einer Klimaanlage oder einer Pumpanlage, gehen noch über einfache binäre Signale zu einem Leitsystem. Aber alles, was etwas komplexer ist - moderne Produktionsmaschinen sowieso, hängt mittlerweile am Netzwerk, in der Regel via Glasfaser. Kupferkabel sind im industriellen Umfeld, vor allem bei längeren Kabelwegen, viel zu störanfällig.
Bei mobilen Systemen wo eine Kabelanbindung nicht möglich ist, z.B. Terminals im Gabelstapler, automatischen Transportsystemen, etc... wird in der Regel WLAN verwendet, bei kurzen Distanzen und festen Bewegungen (z.B. Brückenkran) auch Infrarot- oder Laserübertragung. Aber schon bei Gabelstaplern in einer Lagerhalle hat man das Problem daß die Reichweite von WLAN schon arg begrenzt ist. Bei größeren Hallen oder wenn man auch im Freien einen Zugriff aufs Netzwerk benötigt werden die Installationen mit zig APs dann schon umfangreich und teuer.
Ähnlich ist die Situation beim Telefon. Bei meinem Arbeitgeber sind auf dem Werksgelände über 150 DECT-Basisstationen verbaut, überall in den Gebäuden an den Wänden, in den Zwischendecken und im Freien in Wetterschutzgehäusen an den Lichtmasten der Straßenbeleuchtung. Diese Installation hat mal richtig Geld gekostet und verursacht auch weiterhin Wartungs- und Instandhaltungskosten.
Eine Technik mit mehr Reichweite als WLAN oder DECT wäre sicher für viele Anwendungsfälle eine bessere und kostengünstigere Alternative. Bei dem anvisierten Frequenzbereich von 3,6 GHz sehe ich das aber nicht - und wenn die Mobilfunker mitmischen und auch die Hand aufhalten wird das sicher nicht billiger als die derzeitigen Technologien.

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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von Spacelab » Do 8. Aug 2019, 12:29

Wie die FAZ in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet sind immer mehr Menschen mit der Mobilfunkversorgung in Deutschland unzufrieden und verstehen nicht warum die Mobilfunker jetzt so stark 5G hypen. Die BNetzA hat ihren jährlichen Mobilfunkversorgungsbericht vorgelegt und dieser besagt das Deutschland in Sachen 4G International gerade einmal Platz 70(!) belegt. Nur 68,8% der Fläche ist mit 4G versorgt. Das heißt, und das betont die BNetzA ausdrücklich, das in diesen Gebieten lediglich das Mobilfunkgerät 4G bzw. LTE im Display zeigt. Eine schnelle Datenverbindung garantiert das aber noch lange nicht.

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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von FrankSch » Do 8. Aug 2019, 15:12

Spacelab hat geschrieben:
Do 8. Aug 2019, 12:29
Wie die FAZ in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet sind immer mehr Menschen mit der Mobilfunkversorgung in Deutschland unzufrieden und verstehen nicht warum die Mobilfunker jetzt so stark 5G hypen. Die BNetzA hat ihren jährlichen Mobilfunkversorgungsbericht vorgelegt und dieser besagt das Deutschland in Sachen 4G International gerade einmal Platz 70(!) belegt. Nur 68,8% der Fläche ist mit 4G versorgt.
Das sind für mich zwei Seiten der selben Medaille. Man verspricht mit jeder neuen Generation immer und immer wieder, dass ab jetzt alles schneller und besser wird, aber eben nicht sofort, weil man ja mit dem neuen Netz wieder bei Null anfangen muss, und jeder verspricht sich dann "Naja, wenn ich bisher kein schnelles Internet habe, dann vielleicht in Zukunft". Spätestens bei 6G geht das selbe Spiel dann wieder von vorne los.

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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von delicious » Do 8. Aug 2019, 15:27

davon gehe ich leider auch aus.. das war so und das bleibt wohl auch so...
aber wir haben als Grundnetz doch 2G.. :D
das hat nicht jeder...
QTH: D-Rostock (MV) | RX: Astrometa Stick mit Andis DAB Player/DVBViewer, Coolstream Tank Sat/Kabel, SIRD 14 C2, SIRD 14 C3, DUAL DAB4, Albrecht DR 56, LG Stylus2

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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von Spacelab » Do 8. Aug 2019, 15:35

Und das ist der Punkt den momentan wirklich keiner nachvollziehen kann. Da wird ein neues Netz aufgebaut bevor das alte überhaupt auch nur annähernd flächendeckend verfügbar ist. 5G hat aktuell ein echtes Imageproblem.

Noch schwieriger wird es 5G den Kunden zu verkaufen wenn man sich mal die Geschwindigkeit der Mobilfunknetze anschaut. Die Telekom, als schnellster Provider, bringt es auf gerade mal 38,8MB/s im Durchschnitt in ihrem LTE Netz. Laut BNetzA ist deren Geschwindigkeit im Vergleich zum Vorjahr sogar gesunken statt gestiegen. Und jetzt versuch mal dem otto normalo Kunden 5G zu verkaufen wenn er bereits über das LTE Netz nur einen Bruchteil der versprochenen Geschwindigkeit (Telekom 300MB/s, Vodafone 500MB/s, o2 250MB/s) bekommt. Selbst in Kroatien liegt die durchschnittliche LTE Geschwindigkeit bei 69,7MB/s.

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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von Das muß Kesseln » Do 8. Aug 2019, 15:59

Ich werde mir jedenfalls auch in Zukunft keine 5G Hardware kaufen. Werde mir nur ein neuen WLAN Router bzw Pepeater besorgen der im 2,4 und 5GHZ Bereich funkt. Ich habe nämlich herausgefunden das dadurch auch ältere Hardware schneller wird via WLAN. Momentan bin ich im Telefonica Netz besser versorgt als mit Vodafone. 16MBit sind es mindestens was mich auch vollkommen zufrieden stellt. Im Punkt 2G Netz bzw Inhaus Versorgung denk ich schon an einen LTE und GSM Repater nach. Wobei diese Dinger schon ziemlich überteuert sind.

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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von FrankSch » Do 8. Aug 2019, 16:21

Ich habe mir erst kürzlich für auf den Arbeitsplatz auf EBay einen gebrauchten 4G-Router Huawei B528s-23a (eher bekannt als Gigacube) besorgt. Ich denke, der wird noch etliche Jahre reichen.

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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von Spacelab » Fr 6. Sep 2019, 15:34

Gerade habe ich im Radio gehört dass das Bundesverkehrsministerium das Geld von den Mobilfunkern für die 5G Frequenzen erst später haben will und sich dann sogar auf eine Ratenzahlung einlässt. Das Ministerium und die Mobilfunkanbieter haben zugegeben das 5G für den Otto Normal Verbraucher erstmal doch nicht so wichtig ist wie ein guter 4G Ausbau. Deshalb soll das Geld jetzt zuerst einmal in einen beschleunigten 4G Ausbau gesteckt werden. "Davon hat jeder sofort etwas und nicht nur wenige Kunden mit speziellen Endgeräten." sagte ein Telekom Sprecher.

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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von sn0 » Fr 6. Sep 2019, 15:52

Spacelab hat geschrieben:
Fr 6. Sep 2019, 15:34
Gerade habe ich im Radio gehört dass das Bundesverkehrsministerium das Geld von den Mobilfunkern für die 5G Frequenzen erst später haben will
hmm, das ist aber schlecht ...für mich bzw. meinen Arbeitgeber der Glasfasernetze baut. Denn sollten nicht mit den Geldern aus der 5G-Versteigerung die Glasfasernetze auf dem Land gefördert werden? Das kann man doch nicht einfach so auf später verschieben.

Netzpolitik hat geschrieben:Die Bundesregierung will den Erlös der Auktion für den Netzausbau nutzen. Das Geld soll zu 70 Prozent in ein umstrittenes Förderprogramm für den Breitbandausbau und zu 30 Prozent in den Digitalpakt für Schulen fließen.

Quelle: https://netzpolitik.org/2019/die-5g-auk ... and-nicht/
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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von Spacelab » Fr 6. Sep 2019, 15:56

Natürlich ist das nicht wirklich gut. Jetzt wird es nämlich in einigen Regionen noch länger dauern bis es schnelles Internet aus der Telefondose gibt.

pomnitz26
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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von pomnitz26 » Fr 6. Sep 2019, 18:54

Ich habe eine Email bekommen und die Telekom will tatsächlich über Vectoring auch bei uns schnelles Festnetz ab 14.11. anbieten. Hoffentlich stört es mein Rundfunkempfang nicht. Die Kabel sind 2m unter der Antenne verlegt.

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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von sn0 » Fr 6. Sep 2019, 19:29

pomnitz26 hat geschrieben:
Fr 6. Sep 2019, 18:54
Hoffentlich stört es mein Rundfunkempfang nicht.
Kommt darauf an welches Band du empfangen möchtest. VDSL2 nutzt den Frequenzbereich bis maximal 35 MHz. Also ist zumindest der UKW-Empfang nicht beeinträchtigt.
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