5G in den Startlöchern

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Spacelab
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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von Spacelab » Mi 6. Nov 2019, 10:56

Das zeigt aber jedes halbwegs vernünftige Handy an. Wenn irgendein Netz vorhanden ist steht da "Nur Notrufe". Wenn gar nichts geht steht da "Kein Netz". Im Falle eines Falles aber einfach mal die 112 wählen schadet aber nicht.

Ich denke der eigentliche Aufreger in diesem konkreten Fall ist das diese Straße doch recht stark frequentiert ist und es ausgerechnet dort keinen Handyempfang gibt. Noch nicht mal eine Notrufsäule stand da rum.

793267
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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von 793267 » Mi 6. Nov 2019, 13:32

PAM hat geschrieben:
Mi 6. Nov 2019, 10:43
Dass dadurch wertvolle Zeit verloren geht, die unter ungünstigen Bedingungen Leben kostet, ist dennoch unbestritten. Insofern ist die hohe Verbreitung von Mobiltelefonen ein ernsthafter Vorteil.

Aber: Wenn beim Blick auf das Display des eigenen Telefons "Kein Netz" zu lesen ist, dann heißt das nicht zwingend, dass man nicht doch einen Notruf absetzen kann.
Einfach die 112 wählen! Sofern irgendein fremdes Netz erreichbar ist, dann geht der Notruf darüber.
Verkehrsunfall
Funkloch bei Fürstenberg wird bei B-96-Unfall zur Todesfalle

Das mit 112 wählen und Fremdnetzeinwahl, dürfte hier nicht möglich gewesen sein, wie Print und TV Berichten, sowie der FW Fürstenberg, zu entnehmen war.
Somit waren andere Notruf Nummern, wie Polizei 110, auch ausgeschloßen.

Es ist vermutlich auch so, das bei Anwahl von Notruf Nummern, diese Vorrang haben und bei voller Netzauslastung, normale Gespräche unterbrochen werden, um eine freie Leitung für den Notruf zu bekommen.

elchris
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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von elchris » Mi 6. Nov 2019, 15:11

iro hat geschrieben:
Mi 6. Nov 2019, 10:34
Nein, der Mobilfunkbetreiber kann nicht belangt werden.
Denn: der Mobilfunkbetreiber unterliegt keinem Grundversorgungsauftrag. Und ist daher eben nicht verpflichtet, an jeder Stelle ein Netz zu gewährleisten.
Hauptverkehrswege (dazu zählen ALLE Eisenbahnfernverkehrsstrecken, ALLE Autobahnen und Bundesstraßen sowie wichtige Ortsverbindungen) sind ab 31.12.2019 zu 100% mit LTE zu versorgen. Das sind Lizenzauflagen - da neben LTE auch immer GSM mit ausgebaut wird dürfte es per diesem Datum dort kein Funkloch mehr geben. Diese Auflage wird von keinem der Anbieter erreicht...

In Echt hat in der Senke "Drögen" ausgerechnet nur o2 eigenes Netz (dort steht in Nähe zur Straße ein 53m Mast) mit GSM, über diesen können also auch die Nutzer anderer Netze eine Notrufverbindung aufbauen. Das dauert je nach Endgerät 10-20 Sekunden da nicht mehr jedes Gerät sobald es das eigene Netz verliert sofort die Noteinbuchung im Fremdnetz nutzt (da das zurückbuchen ins eigene Netz sobald wieder empfang anliegt dann auch länger dauert).

Wir haben das im Vorfeld eines Sportfests in einem nur von der Telekom versorgten Gebiet ausprobieren dürfen/müssen (Auflage des genehmigenden Landratsamts in Abstimmung mit der zu erreichenden Rettungsleitzentrale - oftmals heute Auflage bei Großveranstaltungen!), es dauert wirklich eine Ewigkeit doch dann kam auch dort eine Notrufverbindung zustande - bei vier Versuchen (zwei je NB) wurde dreimal sogar das eigene Netz von einem im Normalbetrieb nicht nutzbaren, jeweils über 10km entfernten Standort genutzt. Nach Ende der Notrufverbindung brach das eigene Netze nach wenigen Sekunden wieder zusammen (wenn das Handy wieder die Sendeleistung runterschaltet).

All das geht stand heute nur mit GSM und UMTS - mit LTE sind in D noch keine Notrufverbindungen möglich, je nach Endgerät schaltet das Handy daher bei Einstellung "nur LTE" bei Wahl von 110, 112 oder 911 in den Netzautomatikmodus...
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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von iro » Mi 6. Nov 2019, 16:18

Eben. Das sind Lizenzauflagen.
Aber die entsprechen trotzdem keinem Grundversorgungsauftrag.
Wegen der "inverstitionshemmenden" Wirkung steht Mobilfunk auch weiterhin nicht in den lt. TKG §78 flächendeckend überall anzubietenden "Universaldienstleistungen" drin.

Ich wohne übrigens selber an so einem Flecken ohne GSM-Netz. Auf meinen Festnetzanschluss (der als Universaldienstleistung gilt) habe ich beim rosa T fünf Monate warten müssen.
Das Argument, ich müsse jederzeit die Möglichkeit haben, einen Notarztwagen zu rufen, wurde mit Verweis auf den (nicht vorhandenen) Mobilfunk beantwortet...
Ich musste in der Zeit 3 x mit dem Rad losfahren, etwa 1 km, um genau diesen Notarztwagen per GSM-Handy zu rufen... jetzt stelle man sich nur noch vor, meine Frau wäre zu den Zeit nicht anwesend gewesen und ich hätte die kleine Patientin zwecks Anruf alleine lassen müssen...

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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von Spacelab » Mi 6. Nov 2019, 16:22

elchris hat geschrieben:
Mi 6. Nov 2019, 15:11
Hauptverkehrswege (dazu zählen ALLE Eisenbahnfernverkehrsstrecken, ALLE Autobahnen und Bundesstraßen sowie wichtige Ortsverbindungen) sind ab 31.12.2019 zu 100% mit LTE zu versorgen. Das sind Lizenzauflagen
Was passiert denn wenn dieses Ziel nicht erreicht wird? Denn selbst "das beste Netz" ist davon noch meilenweit entfernt wie ich letzte Woche erst leidvoll feststellen musste.

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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von iro » Mi 6. Nov 2019, 17:08

Da wurde schon mal nachgefragt, was dann passieren würde.
Es gab jedoch keine Antwort: https://www.teltarif.de/o2-lizenzauflag ... 71996.html

Es müssen übrigens nur Autobahnen und ICE-Strecken zu 100% versorgt werden. Bundesstrassen nicht.

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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von elchris » Do 7. Nov 2019, 01:06

iro hat geschrieben:
Mi 6. Nov 2019, 17:08
Es müssen übrigens nur Autobahnen und ICE-Strecken zu 100% versorgt werden. Bundesstrassen nicht.
Es überlappen sich in nächster Zeit die Vergabeauflagen - ich meine 2010 wurde für LTE im 800MHz die Vollversorgung der "Hauptverkehrswege" (neben x% der Bevölkerung je Bundesland) gefordert.

So oder so werden alle Anbieter die Verpflichtungen nicht einhalten - bleibt im Rahmen der Spekulation was die BNetz hier als Konsequenz ziehen wird. Die aktuellen Marktteilnehmer von einer zukünftigen Ausschreibung eines für die Versorgung nicht essentiellen aber schmerzhaften Bereichs auszuschliessen wäre eine gangbare Möglichkeit. Insgesamt ist seit 1-2 Jahren im Netzausbau eine bisher unbekannte Dynamik drin die uns wenn sie so vorranschreitet zumindest beim Thema 4G kurzfristig auf europäisches Niveau bringen könnte.
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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von Frankfurt » Do 7. Nov 2019, 09:14

Das Schlimme ist ja, daß eine Strecke als "versorgt" gilt, auf der man wegen schlecht vom NB konfigurierten Handover praktisch nicht telefonieren kann. O2 ist da ein Paradebeispiel. Auf der A45 gibt es Abschnitte, auf denen nach teilweise nur 300 Metern das Gespräch beendet wird :kopf:

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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von Spacelab » Mo 11. Nov 2019, 15:00

Wie eben in einem Bericht im Radio zu entnehmen war wollen ab Frühjahr die deutschen Mobilfunkprovider Telekom, Vodafone und Telefonica zusammenarbeiten um die LTE Versorgungslücken zu schließen. Bereits über 6000 Standorte möchte man gemeinsam erschließen. Was man unter "Zusammenarbeit" genau versteht wurde allerdings in dem Bericht nicht erwähnt. Denn so weit ich weiß werden doch die meisten Standorte sowieso gemeinsam genutzt. :confused:

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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von PEQsche » Mo 11. Nov 2019, 15:14

Es wäre schon mal ein Anfang, wenn alle an einem Strang ziehen würden und endlich mal gemeinsam Glasfaserleitungen zu allen Basistationen legen. Das mag zwar bei dem ein oder anderen Standort auf einem einsamen Berg schwierig werden, aber wenn ich schon sehe, dass selbst in Städten und dichtbebauten Ortsschaften (in denen z.b. FTTC schon ausgebaut ist und damit fast überall Glasfaser liegt) noch diese Richtfunkantennen dran sind, krieg ich die Krise.

Die Telekom hat wohl nach eigenen Angaben ihre Standorte wohl schon zu 80% mit GF angebunden, Telefonica nicht mal 20%. Mich würde mal interessieren, wie viele es bei VF sind....

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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von elchris » Mo 11. Nov 2019, 21:52

Unterschätze modernen Richtfunk nicht, der hat heute zweistellige GBit/s Datenübertragungsraten im Nahbereich.

Was richtig ist: Die Anbieter haben erkannt, dass man mit gegenseitigem Abschotten selber nicht weiter kommt, auch die Telekom bietet jetzt ihre Masten etwas prominenter zu Mitnutzung an.
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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von Spacelab » Di 12. Nov 2019, 09:10

Man habe sich dieses Vorgehen bei ausländischen Mobilfunkbetreibern angeschaut. Dort sei eine Zusammenarbeit durchaus üblich.

Saarländer (aus Elm)
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Re: 5G in den Startlöchern

Beitrag von Saarländer (aus Elm) » Di 12. Nov 2019, 10:43

z.B. in Frankreich.

Dort gibt es sogar LTE RAN-Sharing, unterteilt nach Regionen, um schnell unversorgte Regionen abzudecken, wenn ein Anbieter einen Mast in einem solchen Gebiet hat und ein anderer nicht.

https://lafibre.info/couverture/cate-crozon/

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