KEF: ARD und ZDF sollen SD-Signale über Astra bis 2020 einstellen

Das Radioforum. Hier dreht sich alles um die technischen Seiten des Radio- und TV-Empfangs.
Saarländer (aus Elm)
Beiträge: 179
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 16:59
Wohnort: 6631 Elm/Saar

Re: KEF: ARD und ZDF sollen SD-Signale über Astra bis 2020 einstellen

Beitrag von Saarländer (aus Elm) »

OK. ich präzisiere meine Aussage von oben: DVB-S2 mit 8PSK aber weiterhin mit SR 27500 und FEC 3/4 war gemeint.

Der KEF geht es ja auch um Kostenersparnis.
DVB-S2 mit QPSK lohnt sich wahrscheinlich eher nicht, wenn ohnehin schon die Mehrzahl der Empfänger auch 8PSK unterstützen.
Das gibt's beim Direktempfang z.B mit FEC > 5/6 nur noch bei Digtürk und Sky Deutschland. Sky UK hat mittlerweile fast komplett auf 8PSK umgestellt.
Extrem wäre natürlich, wie Canal Sat in Frankreich 12 - 14 HD-Programme auf einen Transponder zu quetschen. Aber das traue ich unseren ÖR nicht zu.

Chris_BLN
Beiträge: 333
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 15:35

Re: KEF: ARD und ZDF sollen SD-Signale über Astra bis 2020 einstellen

Beitrag von Chris_BLN »

Saarländer (aus Elm) hat geschrieben:
Sa 15. Feb 2020, 17:32
Oder den bisherigen SD Transponder mit den gleichen Parametern auf DVB-S2 umstellen und Video von MPEG-2 auf H.264.
Das wären dann so 60 Mbit/s und im Durchschnitt
...und ließe sich nicht mehr transparent in Kabelnetze (256QAM, 6900 kSymb/s -> ca. 50 MBit/s (je nach Zählweise 2^10 oder 10^3 leicht unterschiedlich) umsetzen. Siehe polnische TP auf Hotbird seit einiger Zeit.

Das Problem klärt sich langsam, einerseits durch separate IP-Zuführungen zu Kabelnetzen, andererseits durch leistungsfähigere Kopfstellensysteme, in denen Remuxing inkl. aller damit zusammenhängenden Notwendigkeiten (PID-Remapping, SDT/EIT-Neugenerierung) nicht mehr die Ausnahme, sondern der Regelfall ist. Wenn man ohnehin alle Services in einem Pool hat, aus dem man neue Muxe zusammenstellen kann, ist das kein Drama mehr. In kleinen Netzen ist man davon aber noch weit weg.
Nicoco hat geschrieben:
Sa 15. Feb 2020, 20:02
Ist dir überhaupt die Transponderbelegung bekannt?
TP 10: 3sat HD, KiKA HD, ZDF Info HD
TP 11: ZDF HD, zdf_neo HD
Die ist mir bekannt, ich administriere seit Jahren ein regionales Kabelnetz. Es gab Zeiten, da hatte ich die Zahlen von allen TP mit deutscher Beteiligung im Kopf.
Nicoco hat geschrieben:
Sa 15. Feb 2020, 20:02
Wo sind da bitte SD-Versionen vom ZDF betroffen?
Dann habe ich Deine ursprüngliche Formulierung falsch verstanden. Wenn von 3 TP einer eigentlich zuviel ist, war ich davon ausgegangen, dass Du den TP meinst, der das veraltete Angebot (SD) trägt. Sorry.
Saarländer (aus Elm) hat geschrieben:
Sa 15. Feb 2020, 20:15
DVB-S2 mit QPSK lohnt sich wahrscheinlich eher nicht, wenn ohnehin schon die Mehrzahl der Empfänger auch 8PSK unterstützen.
Das gibt's beim Direktempfang z.B mit FEC > 5/6 nur noch bei Digtürk und Sky Deutschland. Sky UK hat mittlerweile fast komplett auf 8PSK umgestellt.
Bitte auch auf Symbolrate und Nettodatenrate sowie Signalreserve beim Empfang schauen. In Deutschland ist es nunmal weitgehend üblich, Sat-TP in Kabelnetze einzuspeisen. Sky Deutschland kommt dem in DVB-S2, QPSK, 27500 kSymb/s, FEC 9/10 mit ca. 49 MBit/s am nächsten, vgl. http://www.saschateichmann.de/dvb-s.html . Auf den schmaleren TP, wie sie die Öffis für HD haben, wären 8PSK, 22000 kSymb/s FEC 3/4 noch recht passend, die derzeit gefahrene FEC 2/3 verschwendet ca. 5 MBit/s netto, hat dafür aber derbe stabile Signalreserve. Bei HD+ gibt es beide Varianten.

Schon die Methode von M7 / Kabelkiosk, seine Feeds mit 8PSK, 27500 kSymb/s, FEC 2/3 mit Pilot zu fahren, bringt mit 53 MBit/s zu viel für einen Kabelkanal. Das ist aber Absicht, man füllt beim Erstellen des TP mit "Stopfnullen" auf und kann dadurch sehr präzise an der Grenze operieren. Kopfstellenumsetzer müssen zuerst diese Stopfdaten entfernen, bevor sie mit sehr wenig Stopfdaten wieder auffüllen für den Kabelmux. Daran ist z.B. der Quad-Umsetzer von Wisi (OH84) anfangs gescheitert, der machte Überlauf mit Kabelkiosk. Da musste die Firmware verändert werden. Alles so Kleinigkeiten, die Nutzern daheim normalerweise nicht auffallen.

Marc!?
Beiträge: 1383
Registriert: So 16. Sep 2018, 16:34

Re: KEF: ARD und ZDF sollen SD-Signale über Astra bis 2020 einstellen

Beitrag von Marc!? »

Man fragt sich schon, wie man sich damals die ganzen analogen TP auf Astra oder gar das analoge Füllsendernetz leisten konnte. Man kann sich auch kaputt sparen.

Terranus
Beiträge: 142
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 18:37

Re: KEF: ARD und ZDF sollen SD-Signale über Astra bis 2020 einstellen

Beitrag von Terranus »

Marc!? hat geschrieben:
Sa 15. Feb 2020, 20:52
Man fragt sich schon, wie man sich damals die ganzen analogen TP auf Astra oder gar das analoge Füllsendernetz leisten konnte. Man kann sich auch kaputt sparen.
Es geht bei ARD/ZDF nicht um "es sich leisten können". ARD/ZDF sind ein Auftragsrundfunk. Sie müssen das erfüllen, wofür sie der Auftraggeber, die Bundesländer, beauftragen. Bis 2005 hatten sie den Auftrag per Rundfunkstaatsvertrag, alle Zuschauer per Terrestrik zu versorgen. Daraus ergibt sich dann ein Finanzbedarf. Besteht dieser Bedarf, ist den Sendern das entsprechende Geld zu gewähren, sprich die Gebühren müssen so angepasst werden. 2005 wurde dieser Auftrag gestrichen. Dann entfällt der Bedarf, die KEF streicht.
Und so ist es auch bei der Satverbreitung. Die KEF sieht durch die hohe Verbreitung an HD Haushalten keinen Bedarf mehr einer Doppelverbreitung. Einen Auftrag doppelt zu verbreiten gibt es nicht - also besteht kein Bedarf, also werden die Mittel gestrichen.

Georg A.
Beiträge: 43
Registriert: Sa 1. Sep 2018, 00:49

Re: KEF: ARD und ZDF sollen SD-Signale über Astra bis 2020 einstellen

Beitrag von Georg A. »

Saarländer (aus Elm) hat geschrieben:
Sa 15. Feb 2020, 20:15
DVB-S2 mit QPSK lohnt sich wahrscheinlich eher nicht, wenn ohnehin schon die Mehrzahl der Empfänger auch 8PSK unterstützen.
Ich behaupte mal, dass jeder S2-Empfänger 8PSK kann. Schon einer der ersten, doch sehr rudimentären S2-Demods (CX24116, so 2006 rum) konnte 8PSK.

Andi L
Beiträge: 22
Registriert: Mi 29. Jan 2020, 23:56

Re: KEF: ARD und ZDF sollen SD-Signale über Astra bis 2020 einstellen

Beitrag von Andi L »

Von mir aus können die ALLE Signale KOMPLETT einstellen!!! :motz: :sneg:

Marc!?
Beiträge: 1383
Registriert: So 16. Sep 2018, 16:34

Re: KEF: ARD und ZDF sollen SD-Signale über Astra bis 2020 einstellen

Beitrag von Marc!? »

Man darf ja auch nicht vergessen, dass die ersten der 4 Astra Satelliten auf 19,2 (KR,L,M,N) 2021 das Ende ihrer Lebensdauer erreichen werden. Es ist fraglich, ob sich noch lohnt wieder in einen neuen satelliten zu investieren?
Deshalb dürfte man seitens Astra wohl nicht ganz unglücklich sein, wenn ein paar TV nicht genutzt werden.

793267
Beiträge: 274
Registriert: Di 11. Jun 2019, 19:19

Re: KEF: ARD und ZDF sollen SD-Signale über Astra bis 2020 einstellen

Beitrag von 793267 »

Terranus hat geschrieben:
Sa 15. Feb 2020, 21:25
Marc!? hat geschrieben:
Sa 15. Feb 2020, 20:52
Man fragt sich schon, wie man sich damals die ganzen analogen TP auf Astra oder gar das analoge Füllsendernetz leisten konnte. Man kann sich auch kaputt sparen.
Es geht bei ARD/ZDF nicht um "es sich leisten können". ARD/ZDF sind ein Auftragsrundfunk. Sie müssen das erfüllen, wofür sie der Auftraggeber, die Bundesländer, beauftragen. Bis 2005 hatten sie den Auftrag per Rundfunkstaatsvertrag, alle Zuschauer per Terrestrik zu versorgen. Daraus ergibt sich dann ein Finanzbedarf. Besteht dieser Bedarf, ist den Sendern das entsprechende Geld zu gewähren, sprich die Gebühren müssen so angepasst werden. 2005 wurde dieser Auftrag gestrichen. Dann entfällt der Bedarf, die KEF streicht.
Und so ist es auch bei der Satverbreitung. Die KEF sieht durch die hohe Verbreitung an HD Haushalten keinen Bedarf mehr einer Doppelverbreitung. Einen Auftrag doppelt zu verbreiten gibt es nicht - also besteht kein Bedarf, also werden die Mittel gestrichen.
Andi L hat geschrieben:
So 16. Feb 2020, 02:40
Von mir aus können die ALLE Signale KOMPLETT einstellen!!! :motz: :sneg:
ÖR haben folgenden Auftrag per Rundfunkstaatsvertrag;
Grundversorgung, zu 100% sicherzustellen, über alle Verbreitungswege.
Sonst kein Duales System (ÖR/Privat) möglich.

Beispiel TV:
ARD/ZDF Stellen den TV Betrieb ein.
Deutsche Private TV Sender müssen gleichzeitig, ihren Betrieb, über alle Verbreitungswege mit einstellen, da Ihre Lizenzen automatisch gestrichen werden, da keine ÖR Grundversorgung mehr besteht.

Klagen dürften ins leere laufen, da die LMAs, laut Rundfunkstaatsvertrag, nur eine Programm/Frequenz Kontroll Funktion, bei den Privaten TV Sendern haben,

Loger
Beiträge: 59
Registriert: Di 4. Sep 2018, 16:58

Re: KEF: ARD und ZDF sollen SD-Signale über Astra bis 2020 einstellen

Beitrag von Loger »

Marc!? hat geschrieben:
Sa 15. Feb 2020, 20:52
Man fragt sich schon, wie man sich damals die ganzen analogen TP auf Astra oder gar das analoge Füllsendernetz leisten konnte. Man kann sich auch kaputt sparen.
Was ich mich gerade frage ist: Spart man da wirklich?
Ich denke so ein Großabnehmer wie die deutschen ÖR bekommen bei Astra sicher einen recht großzügigen Mengenrabatt eingeräumt - und wenn man nun einige Transponder zurück gibt wird der Rabatt sicher kleiner werden.

Terranus
Beiträge: 142
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 18:37

Re: KEF: ARD und ZDF sollen SD-Signale über Astra bis 2020 einstellen

Beitrag von Terranus »

ÖR haben folgenden Auftrag per Rundfunkstaatsvertrag;
Grundversorgung, zu 100% sicherzustellen, über alle Verbreitungswege.
Das ist falsch. Bitte den Passus zitieren des Vertrags, wo das stehen soll.
§ 19 Versorgungsauftrag
Die in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten, das ZDF und das Deutschlandradio können ihrem gesetzlichen Auftrag durch Nutzung geeigneter Übertragungswege nachkommen. Bei der Auswahl des Übertragungswegs sind die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu beachten. Die analoge Verbreitung bisher ausschließlich digital verbreiteter Programme ist unzulässig.
Ein Übertragungsweg reicht völlig aus - man hat dazu den Satempfang auserwählt.

Jens1978
Beiträge: 252
Registriert: Sa 1. Sep 2018, 01:08
Wohnort: Bremer Umland

Re: KEF: ARD und ZDF sollen SD-Signale über Astra bis 2020 einstellen

Beitrag von Jens1978 »

Georg A. hat geschrieben:
So 16. Feb 2020, 02:26
Saarländer (aus Elm) hat geschrieben:
Sa 15. Feb 2020, 20:15
DVB-S2 mit QPSK lohnt sich wahrscheinlich eher nicht, wenn ohnehin schon die Mehrzahl der Empfänger auch 8PSK unterstützen.
Ich behaupte mal, dass jeder S2-Empfänger 8PSK kann. Schon einer der ersten, doch sehr rudimentären S2-Demods (CX24116, so 2006 rum) konnte 8PSK.
Das stimmt schon, aber so wie ich verstand, war/ist doch gerade das Problem, dass einige Receiver wie auch Kabelkopfstellen eben kein 8-PSK und nur das alte 4-PSK können. Aber gut, da bin ich dann eher raus aus der Diskussion, denn für mich ist QPSK wirklich sinnlos wenn es nahezu problemlos möglich ist 8-PSK zu nutzen. Der Datendurchsatz ist deutlich höher womit die TRP-Bandbreite auch besser genutzt wird.

Im Endeffekt frag ich mich, wo denn dann das Problem bei der Abschaltung der SD Programme liegt. Nur bei dem TV-Inhalt, also dem Videocodec? Denn meines Wissens nach wurde doch DVB-S2 und auch HD nahezu gleichzeitig eingeführt, womit ein Empfänger, der in der Lage ist 8-PSK empfangen zu können, auch in der Lage sein sollte HD Programminhalte dekodieren zu können. Und nochmal: Warum können die SD User, welche unbedingt die geringeren Datensätze haben wollen nicht einfach einen "Konverter" nutzen, der die Daten direkt runterkodiert und so den Datensatz verkleinert. Dazu muss doch nicht von Senderseite aus des SD Signal abgestrahlt werden. Bei fast jedem Festplattenreceiver lässt sich auch einstellen, ob die Aufnahme sehr hohe oder eher geringe Qualtiät aufweisen soll, ergo wird selbst dort bereits eine Datensatzverkleinerung durchgeführt. Irgendwie verstehe ich die Aufregung nicht wirklich ... :gruebel:
QTH: Bremer Umland

Chris_BLN
Beiträge: 333
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 15:35

Re: KEF: ARD und ZDF sollen SD-Signale über Astra bis 2020 einstellen

Beitrag von Chris_BLN »

Jens1978 hat geschrieben:
So 16. Feb 2020, 18:46
Das stimmt schon, aber so wie ich verstand, war/ist doch gerade das Problem, dass einige Receiver wie auch Kabelkopfstellen eben kein 8-PSK und nur das alte 4-PSK können.
Das muss man getrennt betrachten für Kopfstellen-Umsetzer und Receiver.

Bei den Receivern ists wohl wirklich so, dass 8PSK und S2 sowie H.264 immer gemeinsam auftauchen. Ich habe jedenfalls noch keinen Receiver gesehen, der 8PSK kann und H.264 nicht. Und auch keinen, der H.264 kann und 8PSK nicht. Gerne lasse ich da meinen geistigen Horizont erweitern.

Bei den Kopfstellenumsetzern ist theoretisch egal, was übertragen wird. Die schauen normalerweise nicht in Audio-/Video-Datenströme rein. Die ganz alten sind so "dumm", dass sie nichtmal die Tabellen lesen können. Die schieben einfach den demodulierten Datenstrom in den QAM-Modulator. Die schaffen es nichtmal, auf "glatte" Konstellationen aufzufüllen, also auf 64 QAM / 6900 kSymb/s oder 256 QAM / 6900 kSymb/s. Und so werden aus schmalen Astra-TP mit 22 MSymb/s, DVB-S, QPSK und FEC 5/6 halt die berühmten 6111 kSymb/s bei 64 QAM und aus breiten Astra-TP mit 27,5 MSymb/s, DVB-S, QPSK und FEC 3/4 werden die ebenfalls bekannten 6875 kSymb/s bei 64 QAM.

Modernere Umsetzer füllen dann auf Wunsch auf 6900 kSymb/s mit "Stopfnullen" auf.

Das führt dazu, dass z.B. der steinalte Blankom MSD 405 auch den RTL-UHD-Transponder ins Kabelnetz umsetzen kann, denn dieser läuft irrerweise auf Parametern, die wie "wir schreiben das Jahr 1998" wirken. Der käme mit den alten "dummen" Umsetzern auf 6111 kSymb/s bei 64 QAM. Dass da drin ein Service steckt, der in H.265 läuft, bekommt der 20 Jahre alte Umsetzer gar nicht mit. Er schaut sich das, was er demoduliert hat, nicht an.

Kritischer können moderne Umsetzer werden, die umfangreiches Transportstromprocessing haben. Wer weiß, welche halbgare Firmware dann möglicherweise Services in moderneren Codecs nicht erkennt und nicht weiterleitet. Hatte so einen Fall aber nie. Die moderneren Umsetzer bei uns sind wiederum S2-tauglich, können also auch 8PSK und stammen aus einer Zeit, in der H.264 bereits üblich war. Die haben sich nie über sowas beschwert (sie stolpern aber über die Signalisierungen bei Sky, was uns graue Haare beim Filtern der nicht für Kabelnetze zugelassenen Services aus dem übervollen TP99 bereitet). Auch die TP mit H.265-UHD-Services verdauen sie anstandslos, obwohl es das zu ihrer Entwicklungszeit noch nicht gab.


Was wegen der Verknüpfung von S2 und H.264-Tauglichkeit nicht geht: mit einem SD-Satreceiver alte SD-Streams von S2-Transpondern zu schauen. Was aber geht: mit einem S2-tauglichen Kopfstellenumsetzer einen S2-Transponder mit SD-Programmen in altem MPEG-Video-Standard empfangen und ins Kabelnetz umsetzen, das kann dort dann wieder von SD-only-Receivern empfangen werden, zumindest wenn man in 64 QAM auskabelt. Es soll Receiver geben, die kein 256 QAM können. Aber das ist wieder eine andere Baustelle.

Jens1978 hat geschrieben:
So 16. Feb 2020, 18:46
Aber gut, da bin ich dann eher raus aus der Diskussion, denn für mich ist QPSK wirklich sinnlos wenn es nahezu problemlos möglich ist 8-PSK zu nutzen. Der Datendurchsatz ist deutlich höher womit die TRP-Bandbreite auch besser genutzt wird.
Das einzige kopfstellenrelevante Problem, das ich sehe, ist die nicht-S2-Tauglichkeit der meisten UKW-Umsetzer. Nur Grundig GSS hatte einen 12-fach-Umsetzer (HDTV1000FM), der S2-tauglich ist. Die Umsetzer von Blankom, Kathrein und Astro können nur DVB-S. Die Kompaktkopfstelle Astro QAM-Box kann neben 16 DVB-C-Kanälen als "Abfallprodukt" auch 16 x FM aus dem Pool der anliegenden Radioprogramme, mit der geht freilich auch UKW aus DVB-S2 umzusetzen.

Profikopfstellen haben gerne Empfang und Kanelweiterleitung getrennt und hatten z.B. ASI->UKW-Modulatoren im Einsatz. Da kann man freilich durch Tausch des Sat->ASI-Umsetzers auch S2-Tauglichkeit herstellen. Und die IP-Kopfstellen kennen solche Probleme gleich gar nicht. IP->UKW-Umsetzer gibt es z.B. von Wisi, AppearTV und Astro. Der Astro U 125 setzt auf weniger als 1/3 Rackbreite mal locker 40 UKW-Programme um. Da kann man nicht nur Sat via IP reinschieben, sondern z.B. auch direkte IP-Anbindung vom Programmanbieter oder gar DAB-IP-Umsetzungen mittels QBit Q567 8der muss dann aus dem DAB erst MPEG 1 Layer II Audio machen, damit der UKW-Modulator das verarbeiten kann). Ich befürchte, dass mehr als 100 dieser feinen Maschinchen allein bei der Vodafone auf dem Elektroschrott geraten sind. Bei der PYUR weitere.

DVB-S2 in DVB-C ist aber nun wirklich problemlos. Dazu hat auch die kleinste Kopfstelle heute entsprechende Technik, sonst gäbe es die Öffis nicht in HD, sonst gäbe es kein Sky und keine Privaten in HD, egal ob via HD+ oder M7. Nur die alten Umsetzer ohne S2-Tauglichkeit fliegen dann halt raus. Der Kabelkunde merkt davon gar nichts, solange sein Receiver 256QAM korrekt kann.
Jens1978 hat geschrieben:
So 16. Feb 2020, 18:46
Im Endeffekt frag ich mich, wo denn dann das Problem bei der Abschaltung der SD Programme liegt.
Immer noch darin, dass alt-Sat-Receiver, die weder H.264 noch DVB-S2 können, dann raus wären. Und bei Kabelkunden, dass Receiver, die kein H.264 können, raus wären (z.B. die dBox-Geräte).
Jens1978 hat geschrieben:
So 16. Feb 2020, 18:46
Denn meines Wissens nach wurde doch DVB-S2 und auch HD nahezu gleichzeitig eingeführt, womit ein Empfänger, der in der Lage ist 8-PSK empfangen zu können, auch in der Lage sein sollte HD Programminhalte dekodieren zu können.
So sollte es sein...
Jens1978 hat geschrieben:
So 16. Feb 2020, 18:46
Und nochmal: Warum können die SD User, welche unbedingt die geringeren Datensätze haben wollen nicht einfach einen "Konverter" nutzen, der die Daten direkt runterkodiert und so den Datensatz verkleinert.
Also Recoding. Wüsste jetzt nicht, welche Geräte das in Echtzeit machen. Wenn ich mal eine DVD erstellen muss aus einer H.264-Quelle, rechnet mein Quadcore-Laptop schon sehr lange daran. Ich glaube, länger als Echtzeit. Und dabei wirds richtig warm, da laufen die 4 Kerne heiß.
Jens1978 hat geschrieben:
So 16. Feb 2020, 18:46
Bei fast jedem Festplattenreceiver lässt sich auch einstellen, ob die Aufnahme sehr hohe oder eher geringe Qualtiät aufweisen soll, ergo wird selbst dort bereits eine Datensatzverkleinerung durchgeführt.
Das kenne ich nur von den Festplattenrecordern, die analoge Eingänge hatten. Die mussten hardware-MPEG-Coding machen und taten das in einstellbaren Qualitätstufen. Solche Funktionen kenne ich nicht von HDTV-Aufnahmegeräten. Es wäre ja auch hochgradig bescheuert, die Qualität auf diesem Wege mit viel Aufwand runterzureißen.


Bei der Erstellung von Sat-Muxen, die in deutsche Kabelnetze eingespeist werden sollen auch durch kleinere Anlagen, ist aber auch weiterhin auf maximal 50 MBit/s Nettodatenrate zu achten. Und das erreichen DVB-S2, 27,5 MSymb/s, QPSK, FEC 9/10 mit knapp 50 MBit/s nahezu perfekt. Bitte die 9/10 FEC beachten, sieht krass aus, ist aber bei S2 kein Problem und sehr robust. Sat-Muxe mit mehr Datenrate sind nicht mehr ins Kabel umsetzbar. Bessere Klein-Kopfstellen können immerhin Services rausfiltern. Was deutlich komplexer ist, ist das Remuxing mehrerer Sat-Muxe in eine andere Zahl von Kabelmuxen. Das erfordert Kopfstellentechnik, die Kleinkabler normalerweise nicht besitzen, aus finanziellen Gründen.

Georg A.
Beiträge: 43
Registriert: Sa 1. Sep 2018, 00:49

Re: KEF: ARD und ZDF sollen SD-Signale über Astra bis 2020 einstellen

Beitrag von Georg A. »

Jens1978 hat geschrieben:
So 16. Feb 2020, 18:46
Das stimmt schon, aber so wie ich verstand, war/ist doch gerade das Problem, dass einige Receiver wie auch Kabelkopfstellen eben kein 8-PSK und nur das alte 4-PSK können. Aber gut, da bin ich dann eher raus aus der Diskussion, denn für mich ist QPSK wirklich sinnlos wenn es nahezu problemlos möglich ist 8-PSK zu nutzen.
Vorsicht, es gibt zwei völlig verschiedene QPSKs. Das eine "alte" von DVB-S und dann das "neue" im DVB-S2-Framing. Da ist dann auch der deutlich bessere LDPC-Fehlerschutz drin, d.h. mit S2-QPSK kann man schon etwas effizienter übertragen. Dass auf Astra sowohl S2-QPSK als auch S2-8PSK genutzt wird um fast gleiche Nettoraten zu erreichen, könnte evtl. am Satelliten liegen. Bei älteren "jitterigeren" Mischern im Sat könnte S2-QPSK evtl etwas besser performen als ein 8PSK mit mehr Fehlerschutz, aber das ist jetzt nur meine wilde Spekulation...

Chris_BLN
Beiträge: 333
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 15:35

Re: KEF: ARD und ZDF sollen SD-Signale über Astra bis 2020 einstellen

Beitrag von Chris_BLN »

Georg A. hat geschrieben:
Mo 17. Feb 2020, 04:03
Dass auf Astra sowohl S2-QPSK als auch S2-8PSK genutzt wird um fast gleiche Nettoraten zu erreichen, könnte evtl. am Satelliten liegen. Bei älteren "jitterigeren" Mischern im Sat könnte S2-QPSK evtl etwas besser performen als ein 8PSK mit mehr Fehlerschutz, aber das ist jetzt nur meine wilde Spekulation...
Schau mal auf die Symbolraten, also auf die TP-Bandbreite, die dabei genutzt wird. Ziel ist bislang in Deutschland (fast) immer die möglichst optimale Ausnutzung eines 256-QAM-Kabelkanals, also ca. 50 MBit/s. Das erreicht man auf schmalen TP (22 MSymb/s) am besten mit 8PSK, 3/4 und auf breiten TP (27,5 MSymb/s) mit S2-QPSK, 9/10 sogar noch etwas besser.

Die ARD hat hier mit ihren ausschließlich schmalen (warum eigentlich?) HD-TP bei 22 MSymb/s mit derzeit FEC 273 noch ca. 5 MBit/s Nettodaten-Reserve. Dafür ist das Signal halt bombig stabil.

http://www.saschateichmann.de/dvb-s.html

hausdrache
Beiträge: 9
Registriert: Sa 29. Dez 2018, 10:13

Re: KEF: ARD und ZDF sollen SD-Signale über Astra bis 2020 einstellen

Beitrag von hausdrache »

Aktuell ARD

Die Rundfunkprogramme auf Tp.93 sind von der Abschaltung nicht betroffen.

Gruß hausdrache

Antworten