Antennenrelikte im süddeutschen Raum

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Wolfgang R
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von Wolfgang R »

Radio10 hat geschrieben: Sa 13. Mär 2021, 07:05 Den Kreuzdipol von Kathrein hatte ich bis letztes Jahr in Betrieb.Da war der gesamte Aufbau als AM Antenne wirksam.Also nicht nur die Rute sondern auch der Kreuzdipol und der höhergesetzte "Mast "der Antenne.
Interessant. Bei der Hirschmann GEMA handelt es sich um eine UKW-Antenne, bei der diese Glasfaserrute oben drauf geschraubt wird.

Im Antennenfuss ist quasi das Gegenstück zu dem, was ich auf Empfängerseite nutzte um UKW und LMK zu trennen - es symmetriert UKW auf 75 Ohm und koppelt zusätzlich den LMK Bereich von der Rute mit ein.

Der verwendete MBV liess LMK nur durch und verstärkte es nicht. Hinzu kam die Auskoppeldämpfung der Dosen (mit AM Durchlass!)

LMK-Empfang war damit dennoch gegeben, keine Brummstörungen o.ä. durch den geerdenten Masten. Das liegt aber vielleicht auch am leicht anderen Prinzip der GEMA.

Wieso und wie das funktioniert, wird hier erklärt:
Im Antennenkopf unterhalb der Rute, sitzt neben Überspannungsableitern,
ein Topfkern hochwertig verkoppelt und kapazitätsarm. Der übersetzt eine kapazitive Impedanz der RUTE auf circa 60 bis 75 Ohm reel, mit einem Übertrager mit reelen 2000 bis 2500Ohm auf 60 bis 75 Ohm. Das sind 20 bis 30dB.
Circa deshalb weil die Rute zwar immer die gleiche Kapazität aufweist,
die Impedanz von 150Khz bis 1700 Khz logischerweise sich ändert.
Soll das auch bei KW funktionieren, muss oder war selten (vor 1950) eine zusätzlicher KW-Trafo eingebaut.

Unten im Kopf der gleiche Übertrager der die 60 bis 75 Ohm um diese 20 bis 30dB hochtransformiert und damit wieder diese 2000 bis 2500Ohm im Mittel herstellt.
Diese Art Kabel, wurde in Einzelanlagen (D=0dB)und GAs mit ca. -12 bis -18 dB Auskoppeldämpfung in der Dose, benutzt.
Kabel ohne den Übertrager und nur einer AM/FM Weiche eigentlich nur wenn fachmännisch, nur bei Anlagen mit AM-Verstärker.
Hans M. Knoll
Quelle: https://www.gfgf.org/Forum/index.php?t=msg&goto=8723&

Ich lag bei meiner eigenen Anlage irgendwo zwischen dem angesprochenen Einzelempfang und der GA mit -18db. Es funktionierte auch ganz brauchbar, in ca. 12 Metern über Grund ohne Störnebel.

Das grösste Problem - ich plane ja grade einen Neubau mit LMKU - sind taugliche Komponenten.

Die GEMA-4KR hat 6db Gewinn auf LMK.

Der MB-Verstärker muss LMK durchlassen.

Nach dem MBV muss mit einem AM-tauglichen Verteiler gearbeitet werden.

In die Ableitungen mit gewünschtem LMKU Empfang muss nach dem Multischalter mit einer passenden Einschleußweiche mit AM-Durchlass gearbeitet werden. Der Multischalter lässt LMK nicht durch.

Es gibt Dosen mit SAT und LMKU und DC-Durchlass, da kommt SAT halt auf dem IEC-Ausgang, gibt schlimmeres. Ich nehme ESD 85.

Könnte pegelmässig knapp werden, weil da auf LMK manche Komponenten gut dämpfen.

Zur Not muss ein AM Verstärker rein. Erst mal probiere ich es ohne. Wenn da nix geht verbinde ich die GEMA4-KR testweise direkt mit der ESD85 im Wohnzimmer.

Dann ist es ja klar, entweder NOS oder gebrauchter MBV mit mit AM Verstärkung - oder was von Rittmann.

Gerne können wir hier mal alte MBV Typen mit aktiver AM Verstärkung zusammentragen, damit man mal Ausschau halten kann :)

Wolfgang
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Wolfgang R
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von Wolfgang R »

strade hat geschrieben: Fr 12. Mär 2021, 21:23 Taugten diese LMKU-Antennen wirklich für den AM-Bereich ? Sofern diese noch neu produziert werden, könnte ich mich dafür erwärmen.
Es ist ein Kompromiss, weil man mit so einer Rute schlecht die kompletten AM Bänder optimal erschlagen kann. Es geht schon, der Vorteil ist die Höhe an der Mastspitze ausserhalb des Störnebels. Nachteil ist, dass der Mast damit sub-optimal direkt geerdet werden muss, weil die isolierte Fangeinrichtung doch arg lang werden würde.

Neu gibt es noch die Kathrein ARA10 (UKW Dipol) und ARA20 (UKW Kreuzdipol).

Der Grund, warum es diese Antennen gibt und warum sie so verbreitet sind, ist die Gemeinschaftsantennen-Zeit in den 70ern bis frühe 90er. Man wollte vermeiden, dass es einen Antennenwildwuchs auf dem Dach gibt und bot so alles an, was ging.

LMK war damals wegen der Gastarbeiterprogramme interessant. Luxemburg und Europawelle Saar hörte man seit den Pop-Wellen der öR (SWF3, ....) eher weniger.

Aber die LMKU Antenne an der Mastspitze war halt noch lange üblich. So wie viele Bauträger und alteingesessene Elektrobetriebe in den Zeiten von All IP noch mehrere TAE im frisch gebauten EFH vorsehen - ist genau so überholt und stört sogar, wenn parallel angeklemmt.

Wolfgang
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SÜRAG
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von SÜRAG »

Doofe Frage: Wie schließt (schloss in den 1970er/1980er) man ein "normales" Radio an die LMK-Antenne an? Durch den Coax-Eingang der auch für UKW dient?
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Radio Fan
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von Radio Fan »

SÜRAG hat geschrieben: Sa 13. Mär 2021, 10:01 Doofe Frage: Wie schließt (schloss in den 1970er/1980er) man ein "normales" Radio an die LMK-Antenne an? Durch den Coax-Eingang der auch für UKW dient?
Definitiv nicht, denn für AM-Empfang gab es und gibt es auch heute noch bei Geräten mit möglichen Empfang in diesem Bereich i.d. R. Anschlussmöglichkeiten dafür. Außerdem ermöglichen integrierte Ferrit-Antennen oft einen Empfang im AM-Bereich…

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ulionken
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von ulionken »

Das war je nach Empfänger verschieden. Meine Grundig Satellit hatten keinen Koax-Eingang, aber getrennte Buchen für UKW (240 Ohm symmetrisch) und LMK (unsymmetrisch). Dazu passende Übertrager mit Anschlusssteckern, die man an die Koaxbuchse an der Wand hängen konnte, gab es im Handel.

Die LMK-Ruten hatten den Vorteil, dass sie nicht im Störnebel des Hauses lagen. Aber die höheren KW-Frequenzen wurden nicht gut durchgelassen, dafür brauchte es dann doch wieder eine separate Antenne.

73 de Uli
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Ekke
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von Ekke »

Vielen Dank für diese interessanten Details zu den LMK-Antennen! Ich recherchierte schon ein Bisschen im Internet.
Man findet durchaus Informationen, aber meist nichts besonders konkretes und wenig bis keine Bilder, dafür, dass
diese Antennen wirklich Massenhaft gebaut wurden.

Die beschriebene Hirschmann GEMA, die mann ja auch häufig sieht, ist mit der oben aufgesetzten Rute und dem
davon getrennten UKW-Teil sicher "logischer" aufgebaut, das Konzept kommt mir auf den ersten Blick stimmig vor.
Die Kathrein hat dagegen wahrscheinlich den Vorteil, dass der untere Stab dicker und zusammen mit dem zusätzlich
genutzten Dipol dadurch insgesamt mehr Metall in der Luft ist.

Da man nur noch schwer an diese Antennen kommt (und wenn, dann zum experimentieren doch etwas zu kostspielig),
spiele ich mit dem Gedanken, das Konzept an sich mal mit einfachen Mitteln nachzubauen. Also mit einfachem Metallstab
oder vertikalem Draht, Übertrager und Verstärker aus dem AFU-Zubehör. Dann im Garten mal provisorisch einen Mast
setzen (nicht allzu zu hoch wegen Blitzschutz), und dort eine separate, störungsärmere Erdung legen.
RADIO354
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von RADIO354 »

SÜRAG hat geschrieben: Sa 13. Mär 2021, 10:01 Doofe Frage: Wie schließt (schloss in den 1970er/1980er) man ein "normales" Radio an die LMK-Antenne an? Durch den Coax-Eingang der auch für UKW dient?
Damit :

https://www.bing.com/images/search?view ... ORM=IRPRST
Das " Normale " Radio hatte insbesondere in den 70`er Jahren 2 Verschiedene Eingangsbuchsen.
1x UKW und 1x LMK
SÜRAG
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von SÜRAG »

Danke für die Antworten.
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Dipol
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von Dipol »

Wolfgang R hat geschrieben: Sa 13. Mär 2021, 07:57 Die GEMA-4KR hat 6db Gewinn auf LMK.
Diese Gewinnangabe bezieht sich auf eine Vergleichsantenne.

RFT, die noch wissen wie die Vergleichsantennen aus Zeiten symmetrischer Band- und Schlauchleitungen definiert waren, schauen sich mehrheitlich die Zwiebeln von unten an.
Wolfgang R hat geschrieben: Sa 13. Mär 2021, 07:57 Es gibt Dosen mit SAT und LMKU und DC-Durchlass, da kommt SAT halt auf dem IEC-Ausgang, gibt schlimmeres. Ich nehme ESD 85.
Mein alter Kopf erinnert sich, dass du die Zweilochdosen als aktiver RFT sowieso favorisiert hast. BTW: Die F-Norm hat auch eine IEC-Klassifikation. ;)
Wolfgang R
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von Wolfgang R »

Dipol hat geschrieben: Sa 13. Mär 2021, 14:50 Mein alter Kopf erinnert sich, dass du die Zweilochdosen als aktiver RFT sowieso favorisiert hast. BTW: Die F-Norm hat auch eine IEC-Klassifikation. ;)
Dein alter Kopf verwechselt mich glaube ich mit Wolfgang H., der in der Tat aktiver RFT war, und in BB/Sindelfingen nicht grade wenige Antennen errichtet hat.

Meiner einer durfte leider kein echter RFT mehr werden, weil der ursprüngliche Beruf, als ich an der Reihe war, schon nicht mehr ausgebildet wurde.

Gegen 3-Loch Dosen habe ich eigentlich nix und sogar cremweisse Blenden im Angebot, die auf alte Jung Schalterprogramme, wie Tip90, ohne Zwischenrahmen passen. Ja, ich weiss, ohne Berührungsschutz Kombirahmenmontage nicht zulässig. Die Praxis sieht ganz anders aus und der Hausbesitzer will Sat-TV und keine Kernsanierung, zum Glück passen auf die LS990 Steckdoseneinsatze (mit Berührungsschutz) die alten Tip90 Blenden, die hier gefühlt in jedem zweiten Haus noch vorhanden sind.

Die Zeit der ESD44 an uralt-Einkabelsystemen als Receiverkiller (wegen DC Kurzschluss) ist vorbei.

Wolfgang
Wahlbaiersbronner im schönen Murgtal
Austria MV
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von Austria MV »

Neuere Dosen gehen von 5 -2400 MHz.
Nach testweisen einfügen einer TV Sat Radio Dose war die Mittelwelle bei mir tot.
Wolfgang R
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von Wolfgang R »

Austria MV hat geschrieben: So 14. Mär 2021, 16:34 Neuere Dosen gehen von 5 -2400 MHz.
Nach testweisen einfügen einer TV Sat Radio Dose war die Mittelwelle bei mir tot.
Das ist in der Tat richtig. Es gibt von Kathrein aber noch klassische Dosen, welche auf der Radiobuchse 0,15-108MHz ausgeben. Als Stichdose die ESD85.

Auf dem TV Pfad steht der Sat-Bereich inkl. DC Durchlass zur Verfügung.

Suchen muss man nach solchen Dosen mittlerweile freilich.

Nachteil, sofern das überhaupt einer ist, sind die "alten" IEC-Stecker, welche man aber mit einem Adapter oder einem passenden Anschlusskabel problemlos auf F-Stecker adaptiert bekommt. Wer auch DVB-T nutzt, setzt einfach eine Zweiloch Sat-Twindose daneben und erschlägt alles - so werde ich das wohl machen :)

Wolfgang
Wahlbaiersbronner im schönen Murgtal
Ekke
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von Ekke »

Habe wieder etwas entdeckt: Eine schöne alte Gemeinschaftsantenne mit langem LMK-Stab,
großer Prasselschutzkugel und einem UKW-Faltdipol.
IMG_20211002_125123_1.jpg
Standort: Neugablonz
strade
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von strade »

Prasselschutzkugel ? Erklär mal ....
DH0GHU
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von DH0GHU »

QTH: Obersöchering/JN57OR, zeitweise Kehl/JN38VN
Funkamateur, DLF-Hörer, Multipler Musikgeschmack, DAB-Nutzer. Normal ist normalerweise langweilig.
http://zitate.net/kritik-zitate
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