Antennenrelikte im süddeutschen Raum

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cappu62
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von cappu62 »

Ich kenne aus Augsburg auch die kleinen Antennen. Die waren Richtung Welden (ZDF und BR) gerichtet.

Von welden wurde einige Zeit auch RTL, SAT1 und Tele 5 ausgestrahlt, aber mit viel weniger Leistung.
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Frankenwalder
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von Frankenwalder »

Die Welden-Antenne brachte uns in Augsburg-Pfersee als Beifang zu ARD (Hühnerberg) ZDF, BR und den Privaten noch ein fast einwandfreies Südwest 3, dann (wichtig für die schöne Frankenwälderin an meiner Seite) Sonntagabend die Frankenschau aus dem BR Studio Nürnberg vom Hesselberg, sowie (falls man das bei NTSC sagen kann) ein gestochen scharfes Farbbild bei AFN, das den teuren Multinorm-Farbfernseher von Sony mehr als rechtfertigte. Für einen stabilen ORF reichte die Zimmerantennte am Südfenster im Dachgeschoss, durch die das Signal vom Dach durchgeschleift wurde. Die Band III- Antenne unterm Dach wurde von Wendelstein auf Säntis gedreht, und der Kreuzdipol daneben hochkant (vertikal für Südtirol) grob Richtung Südwest/Nordwest (Säntis/Grünten/Ulm) ausgerichtet, und schon hatte ich mit den Mitteln, die mir in der Altbauwohnung als Mieter zur Verfügung standen, das Maximum herausgeholt.
“Als jongen van 14 reisde ik’s nachts stiekem de hele wereld rond, onder de lakens, met een oor aan mijn kortegolfontvanger gekluisterd. Ik leerde zo meer dan overdag op school." (A.J.Beirens: Kinderpraat)

Wolfgang R
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von Wolfgang R »

Frankenwalder hat geschrieben:
Fr 19. Feb 2021, 20:01
Die Band III- Antenne unterm Dach wurde von Wendelstein auf Säntis gedreht.
Wie ging der so in Augsburg?

Wendelstein in Augsburg als primäre Quelle für BR1? Hätte ich nicht vermutet.

Wolfgang
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Frankenwalder
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von Frankenwalder »

SFDRS vom Säntis ging bei uns an der Stadtgrenze A-Pfersee/Stadtbergen mit der 13-Element-Yagi unterm Dach dach auf Kanal 7 erstaunlich stabil und nur bei Schnee auf dem Dach zeigte sich derselbe auch im Bild.
Bei meiner Kusine in Hochzoll-Süd mit zwei Band-III-Antennen Richtung Wendelstein und Säntis hatte das Schweizer Fernsehen oft eine Jalousie im Hintergrund. Bis sich der Säntis Sonntag früh erst später einschaltete, war auf E7 ein recht starkes Testbild vom Brotjacklriegel zu bewundern.
Obwohl ebenfalls stark einfallend, wurde der Grünten auf Kanal 2 westlich der Stauden im Lech- und Wertachtal kaum genutzt. Ein Kollege in der höher gelegenen Friedberger Altstadt schlug mit seiner grob Richtung Bodensee ausgerichteten 3 Elemente Band I Antenne am Mast mehrere Fliegen mit einer Klappe und genoss Grünten, Raichberg und Üetliberg sowie das, was ihm iberische Überreichweiten ins Gerät spülten. Da er ARD über die ORF-Antenne als Beifang vom Hohenpeißenberg empfing, war Band I die Spielwiese, die ihn (bis zur Digitalisierung) kurzzeitig zum DX-Hobby brachte.
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Wolfgang R
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von Wolfgang R »

Frankenwalder hat geschrieben:
Sa 20. Feb 2021, 23:26
Obwohl ebenfalls stark einfallend, wurde der Grünten auf Kanal 2 westlich der Stauden im Lech- und Wertachtal kaum genutzt.
Band I wurde in meiner Region eigentlich vermieden, wenn ein anderer GNS brauchbar ging. Überreichweiten, Störungen durch schlecht entstörte Zündungen und oftmals leichte Geisterbilder sowie die allgemeine Verunsicherung über den Fortbestand von Band I, weil eigentlich überall schon Ersatzkanäle koordiniert waren. Das mit den Geisterbildern war besonders dann, wenn die vergleichsweise riesige Band I Antenne durch irgendwelche metallische Dachaufbauten leicht abgeschattet war, z.B. eine nachträglich errichtete Dachgaupe.

Band III war hier "am beliebtesten". So wurde Anlagen, die eigentlich alles auf UHF von einem GNS bekommen hätten, gerne noch eine K11 Yagi nach Stuttgart für SDR1 gegönnt.

Im direkten Einzugsbereich des Raichberg war Band I natürlich unvermeidlich und bis heute zieren sehr viele Band I, K4-Bereichsantennen die Dächer in der dortigen Region.

Wolfgang
Wahlbaiersbronner im schönen Murgtal

hit24_for_ever
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von hit24_for_ever »

Für uns hinter der deutschen Grenze war der Kanal 2 vom Grünten ein Segen. Wir hatten quasi fast im ganzen Bezirk ARD-Empfang und hier sieht man auch heute noch viele Antennen dafür.
Mein Opa hat sich in den 70ern eine Antenne dafür selbst gebaut und laut meiner Mutter wurde dann mehr ARD als ORF geschaut. :bruell:
Mir berichteten aber auch viele Leute über die Störungen in diesem Frequenzband. So war im Sommer oft Spanien zu Gast...

LG

SAT-Dish
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von SAT-Dish »

Wolfgang R hat geschrieben:
So 21. Feb 2021, 11:50


Band III war hier "am beliebtesten". So wurde Anlagen, die eigentlich alles auf UHF von einem GNS bekommen hätten, gerne noch eine K11 Yagi nach Stuttgart für SDR1 gegönnt.

Wolfgang
So war es in Nordbaden/Rhein-Neckar Kreis auch.
Hier wurde oft zur der UHF Antenne nach Heidelberg selbst nach 1965 (Inbetriebnahme Kanal 50) noch eine BAND-III Antenne Richtung Weinbiet montiert.

Frankfurt
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von Frankfurt »

Über Weinbiet ging dann auch noch das Rheinland-Pfalz Fenster der ARD ? Das wäre ja ein Zusatz gewesen !

Wolfgang R
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von Wolfgang R »

Frankfurt hat geschrieben:
Mo 22. Feb 2021, 17:57
Über Weinbiet ging dann auch noch das Rheinland-Pfalz Fenster der ARD ? Das wäre ja ein Zusatz gewesen !
Meines Wissens gab es kein "Rheinland-Pfalz"-Fenster. Das war halt ARD (SDR/SWF) mit "Affle & Pferdle" sowie "Bingo und Bessie" im Wechsel. Dazu habe ich nebenan im Radiohörer-Forum übrigens ein Thema eröffnet (Unser Drittes - S3).

Im Gegensatz zu ARD (BR) schon ein Mehrwert, weil der BR bei den Sendungen im Vorabendprogramm eher "konservativ" eingestellt war :)

Wolfgang
Wahlbaiersbronner im schönen Murgtal

Carlsberger
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von Carlsberger »

Zu meinen „TV-Anfangszeiten“ im Rhein-Neckar-Kreis hat sich der ARD-Empfang BW und RLP schon noch Unterschieden, da hier die Landesschau des jeweiligen Bundeslandes übertragen wurde, bevor diese ins Dritte verlegt wurden. Allerdings war in Schwetzingen der Donnersberg auf K10 stärker als der Weinbiet.
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Emilio
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von Emilio »

Allerdings war in Schwetzingen der Donnersberg auf K10 stärker als der Weinbiet.
Das war auch in der gesamten Vorderpfalz südlich von Ludwigshafen bis etwa kurz vor Germersheim so. Zumindest in Rheinnähe, weiter Richtung Haardt wurde dann das Weinbiet stärker, weil dort der Donnersberg abgeschattet war. ZDF auf K37 und SW3 auf Kanal 60 gingen auch, waren tendenziell aber schwächer. Deshalb hatten die meisten Leute die UHF Richtung Heidelberg und haben auf das RP-Regionalprogramm von SW3 verzichtet. Bei professionell gebauten Antennen mit entsprechendem Verstärker aber gingen sowohl VHF3 als auch UHF in Richtung Donnersberg und zusätzlich eine UHF in Richtung Krehberg für HR3 auf Kanal 43. Der war von der Feldstärke dann fast gleich zum Kanal 60. Direkt an der Haardt war von den Kanälen 37 und 60 nichts mehr zu empfangen, da gingen nur noch die BW-Sender, bzw. in manchen Gegenden kleine Füllsender. In der Grünstadter Gegend an den Hängen der Haardt hatten manche Leute eine zusätzliche Antenne für Geiersberg/Spessart, BR3 Kanal 51. War aber ein Riesenaufwand und das Bild hatte doch noch Griesel und Schatten, war aber durchaus schaubar. Damals war man damit zufrieden und hat sich gefreut, ein zusätzliches Programm zu haben.

CBS
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von CBS »

Wolfgang R hat geschrieben:
Di 23. Feb 2021, 10:09
Meines Wissens gab es kein "Rheinland-Pfalz"-Fenster. Das war halt ARD (SDR/SWF) mit "Affle & Pferdle" sowie "Bingo und Bessie" im Wechsel. Dazu habe ich nebenan im Radiohörer-Forum übrigens ein Thema eröffnet (Unser Drittes - S3)
Doch, bis zu Beginn der 90er war das Vorabendprogramm im Ersten in RLP tw. anders als in BW. Die jeweiligen Landesschauen waren damals auch noch im ARD Vorabendprogramm. In BW hat man, obwohl es die SDR/SWF Grenze gab, ein einheitliches Programm gesendet. Obwohl im SWF Gebiet wohnend war ich damals happy, eine meiner SDR Lieblingssendungen "Verstehen Sie Spaß vor 8" im Vorabendprogramm schauen zu könne, diese gab es m.W. exklusiv nur in BW. Im Kabel in Mannheim waren zu Beginn der Kabelfernsehzeit auch drei ARD Versionen eingespeist, SDR, SWF und HR. Die SWF Varinate aus RLP flog aber recht bald wieder raus, da die Analogplätze knapp wurden und es kaum mehr Unterschiede gab.

Ekke
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von Ekke »

Hier noch einmal neue Fotos der ersten Antenne in besserer Qualität:

Standort: Buchloe im Allgäu
DSCI0007 (4)_b.JPG
DSCI0005 (2)_b.JPG
Von oben nach unten:
- Der beeindruckende LMK-Stab
- UKW, evtl. Richtung Augsburg
- Kleiner Kasten unbekannter Funktion
- UHF, evtl. auch Richtung Augsburg
- Wieder ein kleiner Kasten
- VHF Band I Kanal 2 Richtung Grünten


Noch ein neuer Fund:
DSCI0002 (3)_b.JPG
- Leider abgebrochener LMK-Stab ohne (!) UKW-Antenne. Das fand ich interessant. Sah ich noch nirgendwo anders.
Sieht aber nicht so aus, als wäre ein UKW-Dipol abgebrochen, sondern nie eine dran gewesen, kann das sein?
- UHF, wahrscheinlich Richtung Zugspitze
- UHF, wahrscheinlich Richtung Grünten
- VHF Band III Richtung Säntis
- VHF Band I Kanal 2 Richtung Grünten
- SAT

Radio10
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von Radio10 »

Mit der Zeit haben sich die Halterungen für die beiden oder vier Dipolhälften durch Rostbefall zersetzt und dann lösten sich die Dipolstäbs irgendwann und fielen ab.Aber hier hat man diese vielleicht auch entfernt um die UHF Antenne montieren zu können.

Wolfgang R
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Re: Antennenrelikte im süddeutschen Raum

Beitrag von Wolfgang R »

Radio10 hat geschrieben:
Fr 26. Feb 2021, 04:25
Mit der Zeit haben sich die Halterungen für die beiden oder vier Dipolhälften durch Rostbefall zersetzt und dann lösten sich die Dipolstäbs irgendwann und fielen ab.
Oftmals wurde der Deckel mit der LMK Rute nicht fest genug angezogen und die Dipolhälften hingen nach unten, bis sie irgendwann mal rausgefallen sind. Viel Nutzung durch Vögel als Ruhe/Rastplatz und Dach vollka**en beschleunigt das :heul:

Lass die durch die LMK Rute geführte die UHF Antenne mal nicht Dipol sehen :rp:

Wolfgang
Wahlbaiersbronner im schönen Murgtal

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