UKW Frequenzvergabe NRW (dein.fm: Voraussichtliche technische Details)

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SeltenerBesucher
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Re: UKW Frequenzvergabe NRW (dein.fm: Voraussichtliche technische Details)

Beitrag von SeltenerBesucher »

Nicoco hat geschrieben:
Di 20. Okt 2020, 08:46
Naja, warum denn erst jetzt?
Die letzten 20 Jahre ging es ja auch ohne.
Weil ein Wettbewerber den Markt aufmischt und die Lokalradios neue Sender aufschalten lassen, um Frequenzen zu blockieren, auch wenn sie dafür gar kein Geld haben. Die Kriegskasse sollten sie für DAB+ aufbewahren. Das lustige an dem Spiel ist, dass beide den Schuss nicht gehört haben. Der wahre Wettbewerber ist der 2. Bundesmux und ein paar Bayern, die die ganze Bundesrepublik erobern wollen. Sie sollten daran arbeiten die Kosten zu reduzieren, denn das Duopol wurde vor 9 Jahren abgeschafft. .

Pfennigfuchser
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Re: UKW Frequenzvergabe NRW (dein.fm: Voraussichtliche technische Details)

Beitrag von Pfennigfuchser »

1. Warum sollte es UKW in 10 Jahren nicht mehr geben? Es besteht kein Grund, UKW jetzt schon totzureden.
2. Problematisch sind die Frequenzen zu finden, wo Versorgungslücken bestehen. Es dauert Jahre, bevor sich die LfM mit Versorgungslücken befasst. Die Betreiber können selbst entscheiden, ob ein Bedarf besteht oder nicht und dies auch wirtschaftlich prüfen. Wir werden dies nicht beurteilen können.
3. Wenn der DLF wirklich noch Bedarf an der 103,0 sieht, ist dies nicht nur auf 5 Jahre begrenzt. Dafür lohnt der Aufwand nicht, Daher ist locker davon auszugehen, dass auch über den 2030 hinaus die UKW-Frequenzen genutzt werden.
4. Eine Zulassung von UKW-Frequenzen laufen in NRW in der Regel auf 10 Jahre. Es ist davon auszugehen, dass jede neue Zulassung immer auf 10 Jahre vergeben wird. Sollte die UKW-Kette endlich ausgeschrieben werden, ist davon auszugehen, dass die UKW-Kette bis mindestens 2031 genutzt werden kann. Weitere Zulassungen von Lokalradios werden in den nächsten Jahren folgen.
5. Bisher gibt es noch keinen Plan, inwieweit die Lokalradios auf DAB überhaupt abgebildet werden können. Hinzu kommt, dass einige Lokalradios nicht auf DAB wollen. Da es keine Pflicht gibt, um auf DAB zu senden (wie in Bayern). Von daher ist eine Zwangsabschaltung von Lokalsendern auch nicht machbar

Fazit: Ich sehe eine Abschaltung von UKW nicht in den nächsten 10 Jahren.

Nicoco
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Re: UKW Frequenzvergabe NRW (dein.fm: Voraussichtliche technische Details)

Beitrag von Nicoco »

Pfennigfuchser hat geschrieben:
Mi 21. Okt 2020, 12:16
5. Bisher gibt es noch keinen Plan, inwieweit die Lokalradios auf DAB überhaupt abgebildet werden können. Hinzu kommt, dass einige Lokalradios nicht auf DAB wollen.
Offiziell gibt es keinen Plan. Inoffiziell eignen sich die 6 geplanten Regionalmuxe durchaus für die Lokalsender.
Und die die nicht auf DAB+ wollen behaupten dies hauptsächlich, um am Ende doch eine finanzielle Förderung bei der LfM durchzubekommen.

Nicoco
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Re: UKW Frequenzvergabe NRW (dein.fm: Voraussichtliche technische Details)

Beitrag von Nicoco »

Kommt die UKW-Kette nun doch voran?
Wie aus einer Sitzungsvorlage des Ausschusses für Kultur und Medien im Landtag NRW hervorgeht, bekommt die LfM folgende Frequenzen zugewiesen:

Attendorn* 107,8 MHz
Bochum-Wattenscheid* 89,3 MHz
Dorsten* 97,0 MHz
Dortmund 106,0 MHz
Dülmen 92,5 MHz
Düsseldorf 92,6 MHz
Düsseldorf-Nord 105,7 MHz
Erkelenz* 98,3 MHz
Erndtebrück 93,1 MHz
Essen* 88,3 MHz
Geilenkirchen* 87,8 MHz
Gladbeck 101,9MHz
Hagen* 89,4 MHz
Hattingen* 107,2 MHz
Kalkar 106,1 MHz
Köln* 89,9 MHz
Lennestadt* 98,9 MHz
Mönchengladbach 93,3 MHz
Mülheim* 93,7 MHz
Neuss 92,3 MHz
Niederkrüchten-Elmpt 91,3 MHz
Olpe* 89,0 MHz
Pulheim* 92,0 MHz
Rheinberg 105,1 MHz
Selm 92,9 MHz
Viersen 106,0 MHz

Verwendungszweck: "Die LfM beabsichtigt diese zur programmlichen Nutzung im Rahmen
eines landesweiten privaten Hörfunkprogrammes zuzuweisen. "
Also keine Füllfunzeln für die Lokalfunker.

https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/d ... 7-4006.pdf

strade
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Re: UKW Frequenzvergabe NRW (dein.fm: Voraussichtliche technische Details)

Beitrag von strade »

Die Jugend U30 hört bereits Digital, wie es aus der letzten MA hervorgeht. Nennt sich Spotify und Co. Selbst meine Eltern Ü70 sind längst auf DAB gewechselt (wenn auch um weiterhin NDR1 zu hören). Logik in NRW : Man setzt weiterhin auf veraltete Strukturen . Na, mir soll es egal sein. Wie man hört, will sich die NRW-Dampflokgewerkschaft gegen den Einsatz von Elektrolokomotiven aussprechen....Interessant, dass es im Münsterland und OWL offenbar nichts auf UKW geben soll, offenbar rechnet man mit der 103,0 an den DLF, und wenn dieser dann seine Mini-Sender aufgibt, soll das NRW-Jugendwebradio dann dort Strom in Wärme umsetzen. Vermute, ich liege richtig.

Habakukk
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Re: UKW Frequenzvergabe NRW (dein.fm: Voraussichtliche technische Details)

Beitrag von Habakukk »

Es hieß doch auch immer, man wolle die UKW-Kette und den landeweiten DAB-Mux zeitgleich ausschreiben. Das kann man damit dann tun! Blöd nur, dass Bielefeld 103,0 noch fehlt, weil die der Dlf halt auch haben möchte.

Bei manchen der Frequenzen frage ich mich allerdings schon, ob die jemals in Betrieb gehen wird. 106,1 Kalkar, 93,1 Erndtebrück, da haben sie ja ganz altes Zeug hervorgekramt.

Was mich wundert, dass 104,0 Niederkrüchten fehlt (hätte 104,0 Viersen werden können). Stattdessen eine 106,0 in dem Gebiet.
Von 90,5 Krefeld hat man sich wohl verabschiedet.

Ein paar neue Sachen sind dann auch dabei. 92,3 Neuss, 93,3 Mönchengladbach (also keine ex-BFBS-Frequenz aus Rheindahlen hier), 105,7 Düsseldorf-Nord und eben 106,0 Viersen.

Die 92,6 Hilden wird wie erwartet nach Düsseldorf verlagert. Die 101,9 Wulfen (ex BFBS) wandert nach Gladbeck.

Bin gespannt auf weitere Details (Leistungen, exakte Standorte).

Nicoco
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Re: UKW Frequenzvergabe NRW (dein.fm: Voraussichtliche technische Details)

Beitrag von Nicoco »

strade hat geschrieben:
Mi 21. Okt 2020, 17:59
dass es im Münsterland und OWL offenbar nichts auf UKW geben soll, offenbar rechnet man mit der 103,0 an den DLF
Die LfM hätte am liebsten die 103.0 und der DLF natürlich die 103.0 für sich.
Es gibt zwei Möglichkeiten wie das ausgeht:
1. Die 103.0 wird der LfM zugesprochen und der DLF muss sich weiter mit seinen Funzeln begnügen.
2. Die 103.0 geht an den DLF und die bisherigen Funzeln gehen an die LfM.

Wie das ausgehen wird, kann wohl niemand vorhersehen.
Habakukk hat geschrieben:
Mi 21. Okt 2020, 18:13
Es hieß doch auch immer, man wolle die UKW-Kette und den landeweiten DAB-Mux zeitgleich ausschreiben. Das kann man damit dann tun! Blöd nur, dass Bielefeld 103,0 noch fehlt, weil die der Dlf halt auch haben möchte.
Solange die Zukunft der 103.0 nicht geklärt ist, wird die UKW-Kette nicht ausgeschrieben.
Dafür ist die Frequenz einfach zu stark, um sie anschließend separat auszuschreiben.
Von der Idee, DAB+ und UKW gleichzeitig auszuschreiben, hat die LfM sich schon vor längerem verabschiedet.
Ob die Idee, dass der Nutznießer der UKW-Kette auch auf DAB+ vertreten sein muss weiterverfolgt wird bleibt abzuwarten.

SeltenerBesucher
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Re: UKW Frequenzvergabe NRW (dein.fm: Voraussichtliche technische Details)

Beitrag von SeltenerBesucher »

Pfennigfuchser hat geschrieben:
Mi 21. Okt 2020, 12:16
1. Warum sollte es UKW in 10 Jahren nicht mehr geben? Es besteht kein Grund, UKW jetzt schon totzureden.
In etwa zwei Monaten wirst Du einen Neuwagen nur mit Digitalradio kaufen können. In neun Jahren wird die Anzahl der Autos und somit auch der Autoradios mit nur UKW-Empfangsteil stark rückläufig sein. In 10 Jahren kann es UKW geben, aber es wird dort kein Deutschlandradio zu empfangen sein, die ARD-Anstalten werden einige Frequenzketten abgeschaltet haben, um DAB+ ausbauen zu können und die KEF wird weiterhin Druck machen alles abzuschalten. Was bleibt dann übrig? In NRW wären es die Uniradios und der Lokalfunk. Den Lokalfunk wird es in der Form nicht mehr geben, weil viele Lokalradios bis dahin nicht überleben werden, vgl. Goldmedia-Studie. Radio NRW startet auf DAB+ mit mehreren Programmen und die Verleger starten Regionalradios. Soweit man mit DAB+ Erlöse einfährt, wird UKW keiner mehr brauchen. Es reicht doch ein Blick in die Schweiz, wo alle Betreiber drängen UKW abschalten. Dazu kommt der Kostendruck.
Pfennigfuchser hat geschrieben:
Mi 21. Okt 2020, 12:16
2. Problematisch sind die Frequenzen zu finden, wo Versorgungslücken bestehen. Es dauert Jahre, bevor sich die LfM mit Versorgungslücken befasst.
Die LfM befasst sich nicht Versorgungslücken. Das ist die Aufgabe der BnetzA und diese benötig vom Land NRW einen Auftrag dazu.
Pfennigfuchser hat geschrieben:
Mi 21. Okt 2020, 12:16
3. Wenn der DLF wirklich noch Bedarf an der 103,0 sieht, ist dies nicht nur auf 5 Jahre begrenzt. Dafür lohnt der Aufwand nicht, Daher ist locker davon auszugehen, dass auch über den 2030 hinaus die UKW-Frequenzen genutzt werden.
Das ist völlig egal, hier geht es um ein Prinzip. DLF betreibt soviel Sender, dass der Netzbetreiber gerne den einen Sender gegen einen anderen tauscht. Deutschlandradio ist ein Großkunde und den wird kein Betreiber verärgern wollen.
Pfennigfuchser hat geschrieben:
Mi 21. Okt 2020, 12:16
4. Eine Zulassung von UKW-Frequenzen laufen in NRW in der Regel auf 10 Jahre. Es ist davon auszugehen, dass jede neue Zulassung immer auf 10 Jahre vergeben wird. Sollte die UKW-Kette endlich ausgeschrieben werden, ist davon auszugehen, dass die UKW-Kette bis mindestens 2031 genutzt werden kann. Weitere Zulassungen von Lokalradios werden in den nächsten Jahren folgen.
Nicoco hat geschrieben:
Mi 21. Okt 2020, 18:19
Solange die Zukunft der 103.0 nicht geklärt ist, wird die UKW-Kette nicht ausgeschrieben.
Wir wissen nicht, wie der Sachstand ist. Wenn die Frequenzen der LfM NRW zugeordnet werden, dann müssen diese bekanntgegeben und ausgeschrieben werden. Da gibt es Fristen.

Das bedeutet nicht, dass die Lokalradios die Lizenzzeit ausschöpfen werden.
Pfennigfuchser hat geschrieben:
Mi 21. Okt 2020, 12:16
5. Bisher gibt es noch keinen Plan, inwieweit die Lokalradios auf DAB überhaupt abgebildet werden können. Hinzu kommt, dass einige Lokalradios nicht auf DAB wollen.
Nehmen wir mal an, dass Programmanbieter sich auf DAB+ bewerben werden, die schon immer in NRW senden wollten. Zuerst werden die Plätze im landesweiten MUX besetzt, dann in den regional MUX-en. Die Lokalradios werden nur deshalb gehalten, weil man sich keine Konkurrenz im Zeitungsgeschäft wünscht. Wenn alle potentiellen Anbieter damit beschäftigt sind in NRW auf DAB+ Erlöse zu erzielen, wer sollte dann noch in UKW investieren wollen? Es gibt dann gar keinen Grund mehr alle Lokalradios in der heutigen Form zu halten. Ohne Lokalradio keine Veranstaltergemeinschaft, kein Bürgerfunk und keine Pflichtstunden und vorgegebene Personalstärke durch die LfM NRW. Im Endeffekt kaufen die Betreiber das Programm von Drittanbietern ein und drücken so den Einkaufspreis. Es geht darum Werbung zu verkaufen und nicht ein besonderes tolles Programm anzubieten. Es kommt dann alles aus der RadioCloud.

Nicoco
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Re: UKW Frequenzvergabe NRW (dein.fm: Voraussichtliche technische Details)

Beitrag von Nicoco »

SeltenerBesucher hat geschrieben:
Mi 21. Okt 2020, 21:40
Wir wissen nicht, wie der Sachstand ist. Wenn die Frequenzen der LfM NRW zugeordnet werden, dann müssen diese bekanntgegeben und ausgeschrieben werden. Da gibt es Fristen.
Nun, da weder die 103.0 noch die aktuellen Funzeln des Dlf Teil der aktuellen Zuordnung sind, ist die Sache weiterhin ungeklärt. Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass da einer der beiden nachgibt.
Für die UKW-Kette wäre die 103.0 ideal, würde weite Teile des Münsterlandes und OWL versorgen.

RF_NWD
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Re: UKW Frequenzvergabe NRW (dein.fm: Voraussichtliche technische Details)

Beitrag von RF_NWD »

Wenn hier jetzt mal wieder die Goldmedia-Studie herhalten muss. Diese sagt ja nun beileibe keinen Siegeszug von DAB + voraus. Im für DAB + günstigten Szenario (DAB+ Transformation) erwartet sie in 2028 einen Marktanteil von nur 20% für DAB + gegenüber 33% für UKW und 47% für Onlineradio.
DAB + würde allenfalls das Wachstum von Onlineradio etwas bremsen können. Der aktuelle Digitalisierungbericht für Bremen zeigt, wohin die Reise in Ballungsräumen in Zukunft geht. Dass die Cashcow UKW Monopol in den nächsten Jahren ausgedient haben wird, dürfte allen klar sein. Aber ob wirklich DAB + für lokale Radiobetreiber der Königsweg ist,ist noch lange nicht ausgemacht.
In dem oben verlinkten Dokument ist noch interessant, dass die Zulassung dieser UKW Frequenzen befristet ist bis Dezember 2035
QTH: 52,32 /9,21

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Japhi
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Re: UKW Frequenzvergabe NRW (dein.fm: Voraussichtliche technische Details)

Beitrag von Japhi »

Wer kennt den genauen Inhalt des Gesetzes bezüglich einer Frist? Ich meine mich an "innerhalb eines halben Jahres ab Zuweisung an die Landesmedienanstalt muss ausgeschrieben werden" zu erinnern.
QTH: Hattingen-Rauendahl (NRW)
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Re: UKW Frequenzvergabe NRW (dein.fm: Voraussichtliche technische Details)

Beitrag von RF_NWD »

6 Monate passt.

Landesmediengesetz NRW
§15 Ausschreibung

(1) Die LfM schreibt terrestrische Übertragungskapazitäten, die ihr zur Verfügung stehen oder voraussichtlich in den nächsten 18 Monaten zur Verfügung stehen werden, mindestens einmal jährlich aus. Ihr neu zur Verfügung gestellte Übertragungskapazitäten schreibt sie innerhalb von sechs Monaten aus.
www.medienanstalt-nrw.de/zum-nachlesen/ ... html#c4123
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Re: UKW Frequenzvergabe NRW (dein.fm: Voraussichtliche technische Details)

Beitrag von Japhi »

Danke :spos:
Na dann Ausschreibung spätestens April 2021, Ausschreibungsende Juni 2020.
Entscheidung dann vermutlich 2022, Klage 2023... ;)
QTH: Hattingen-Rauendahl (NRW)
Dacia MediaNav DAB+, Degen DE1103 (82/56), Albrecht DR70

Nicoco
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Re: UKW Frequenzvergabe NRW (dein.fm: Voraussichtliche technische Details)

Beitrag von Nicoco »

Die UKW-Kette wird definitiv nicht ohne Klagen ablaufen, das sehe ich auch so.
Dafür ist sie viel zu wertvoll um sie Kampflos einem Mitbewerber zu überlassen.

SeltenerBesucher
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Re: UKW Frequenzvergabe NRW (dein.fm: Voraussichtliche technische Details)

Beitrag von SeltenerBesucher »

RF_NWD hat geschrieben:
Mi 21. Okt 2020, 22:06
Dass die Cashcow UKW Monopol in den nächsten Jahren ausgedient haben wird, dürfte allen klar sein. Aber ob wirklich DAB+ für lokale Radiobetreiber der Königsweg ist, ist noch lange nicht ausgemacht.
Noch liegt der Vorteil von UKW klar auf der Hand. Es gibt mehr Hörer mit UKW-Geräten. Doch langsam purzeln die Quoten, wenn nicht beides angeboten wird UKW + DAB+. Ob die Hörer für Radio 21, Radyo Metropol FM, Radio Teddy und Antenne NDS zurück auf UKW schalten? Bei etwa 43 DAB+- und 4 UKW-only-Programmen in Bremen das Frequenzband wechseln? Nordrhein-Westfalen ist ein ganz anderer Markt. Hier ist das Verhältnis für UKW noch schlechter. Außer in den Universitätsstädten gibt es nur das jeweilige Lokalradio als UKW-only-Programm. Wer nicht zu den treuen Fans gehörte, findet ähnliche Musik auch woanders. Wenn noch nicht klar ist, ob DAB+ für den Lokalfunk taugt, dann sollte NRW ein Versuchsprojekt für 1-2 Jahre starten. Irgendwie gehen die Niederländer anders an die Sache heran. Die machen es einfach.
Nicoco hat geschrieben:
Mi 21. Okt 2020, 23:11
Die UKW-Kette wird definitiv nicht ohne Klagen ablaufen, das sehe ich auch so.
Dafür ist sie viel zu wertvoll um sie Kampflos einem Mitbewerber zu überlassen.
Wertvoll ist die Kette nur mit der 103,0 MHz. Der Rest ist nur Müll. Es sind 26 Frequenzen, einige davon werden billig zu betreiben sein, andere dürften sehr teuer sein. Auch wenn man die Preise eines Monopolisten von vor etwa 7-10 Jahren als Basis für die Preisermittlung nimmt und für die 5-6 Standorte ohne Leistungsangabe die Preise schätzt, kommt man auf 60.000 € im Monat zzgl. Zuführung und ein paar Extras.

Wenn die Landesweite DAB+-Kette mit den Standorten des 1. Bundesmuxes starten würde – was schon viel wäre – wären es 17 Standorte. Wenn man pro 72 kbps und Standort 3.500 € berechnen würde, kommt man auch auf etwa 60.000 € pro Monat, hat aber alle Ballungsräume gut abgedeckt.
Bei der UKW-Kette sind allein vier Sender im Kreis Olpe und Erndtebrück im Kreis Siegen-Wittgenstein mit etwa 140.000 Einwohnern. Immense Kosten wofür? Dort ist DAB+ wenigstens schlecht ausgebaut, aber diese UKW-Kette wird keine bessere Versorgung bieten. Wer glaubt mit diesen UKW-Frequenzen einen Gewinn erwirtschaften zu können, der möge sich bewerben.

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