Westfernsehen in der DDR

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Kranitz
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Kranitz »

mittendrin hat geschrieben: Fr 27. Aug 2021, 19:22
Handydoctor hat geschrieben: Fr 27. Aug 2021, 07:55 Die untere Antenne ist eideutig ein Band 1 Antenne.
Ja, und die Richtungen stimmen auch, die oberen nach Berlin, die 3-Element-K4-Antenne nach Calau. Alles Industrieware aus Bad Blankenburg.
https://www.radiomuseum.org/r/anten_bla ... _3307.html
Also so sehr kann ein Bild aus der Perspektive eigentlich nicht täuschen, daß die untere Antenne als Halbwellen-Yagi für K4 durchgehen würde.

Ich vermute eher, man hatte für sauberen UKW-Empfang der DDR-Sender aus Cottbus oder so (edit: auch Calau) eine weitere UKW-Antenne installiert.

Wie von Jens1978 schon erwähnt sind die Antennenanlage und der Zustand des Hauses auch meiner Meinung nach zu gut für die Zeit von K4 aus Calau.
alfmelmaker
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von alfmelmaker »

Jassy hat geschrieben: Do 26. Aug 2021, 08:39 UMTS? Wo soll das denn gesendet werden und welche Geräte unterstützen das?
war Verwechsung / Fehler von mir...sorry..
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Handydoctor
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Handydoctor »

Handydoctor hat geschrieben: Fr 27. Aug 2021, 07:55 Die untere Antenne ist eindeutig ein Band 1 Antenne.
H.-E. Tietz
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von H.-E. Tietz »

Ich hatte schon einmal Antennen in Colditz erwähnt. Hier ist ein Foto. Die Ausrichtung des VHF-Zwillings ist mir unklar. Möglicherweise war er bis Ende 1989 auf Torfhaus gerichtet gewesen.
Ant. Colditz.img.jpg
astranase
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von astranase »

Alle Antennen zeigen aber nach Süden ... wenn ich die Schüssel am rechten Rad richtig deute? lag Colditz nicht eigentlich auch im Empfangsbereich des Ochsenkopf?
- Lieber radiosüchtig als radioaktiv -
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astranase
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von astranase »

alfmelmaker hat geschrieben: So 22. Aug 2021, 14:07
mittendrin hat geschrieben: Do 19. Aug 2021, 19:00 die beiden vertikal polarisierten Antennen nach Leipzig-Wiederau (35km),
na ja, VHF vertikal Leipzig nacht ja Sinn (DDR1 Kanal 9), aber warum so riesig? Der Gewinn ist doch hier viel zu hoch für den starken Sender in Wiederau...und warum dann die UHF- Antenne vertikal? Da macht die Aussage (weiter oben) bzgl. Amateurfunk mehr Sinn.

Aber ich konnte es auch nicht richtig deuten, mir fehlt da dieses typische "90°- Kreuz":
Norden: Berlin (K7 / K33 / K39)
Westen: Torfhaus (K10)
Süden: Bayern (K4 / K23 / K57)
Andere Kanäle waren in dieser Region (ich bin in Grimma groß geworden...) eigentlich nicht üblich....

In Grimma wurde vorrangig K10 / K23 / K57 geschaut, UKW von Bayern, weiter nördlich dann (z.B. Trebsen) alles von Berlin. Weiter südlich (ich erinnere mich hier auch an Roßwein) kam dann sehr oft Kanal 4 ins Spiel...
(UKW war zwar auch Berlin und Torfhaus möglich - ich selbst hatte eine "drehbare" UKW- Antenne dafür unter dem Dach...), aber Vorzugsrichtung war Bayern - da kam ja damals außer Bayern 3 auch noch RIAS von Hof, RIAS 1 zwar nur mono - aber Stereo war ja bei uns sowieso nur mit hohem aufwand realisierbar...).
Betreff Grimma, es gab aber auch Gebiete in Grimma wo der Empfang von Torfhaus nur schlecht möglich war und es wurde auf den Ochsenkopf ausgewichen.
Mein damaliger Brigadier wohnte in der Nähe der Schwimmhalle (ich glaube das hieß Wolfsgraben) und der schaute Kanal 4, das kann sein das die Garnison der Russen den Empfang von Torfhaus einschränkte!?
- Lieber radiosüchtig als radioaktiv -
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UweSchaar
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von UweSchaar »

Hallo, ich habe als Kind manchmal nach der Schule alles so abgescannt was bei Übereichweiten reinkam. Wohnte bis 1983 in Limbach-Oberfrohna leider etwas tiefer und somit nur Richtung Brocken recht günstig. Wir hatten den sogenannten Hamburger K10 von Torfhaus. Der ging schon ganz ordentlich. Der Ochsenkopf K4 war oft mit starken Störungen, es hieß das ist ein Russensender der da reinfunkt. Manche sagten es sei ein Italiener.
Dann kam Mitte der 70er ZDF hinzu ging auch ganz gut.K23 ZDF ging bis zur Inbetribnahme vom DDR2 Sender Löbau? gut, dann waren ständig Wellenlinien drin, war aber fast nicht wegzubekommen.
Dann 1986 zog ich in meine erste Wohnung die recht hoch in Limbach war, Richtung Berlin hatte ich freie Sicht bis zum Horizont genauso Richtung Brocken. Dann fing ich an die Gemeinschafts-Antennenanlage zu erweitern bis 1989.
Am Anfang war vorhanden: ARD,ZDF,BR3 vom Ochsenkopf und Sender Hof. K4/23/57
1. Erweiterung ARD vom Brocken K10, ging aber schlechter als der K4, wahrscheinlich wieder zu hoch und Sender Dresden störte rein??
2. Erweiterung K39 SFB3 mit 2 Antennen Richtung Berlin, wenn man ab 20 Uhr schaute immer gute Bilder
3. Erweiterung K55 HR3 vom Hohen Meißner, Bilder sehr gut 1 Yagi
4. Erweiterung K59? NDR3 vom Sender Torfhaus 1 Yagi, Bilder auch sehr gut, besonders abends
5.und letzte aus Berlin K25 über Umsetzer auf K2 Sat1. Ging fast nur spät abends und ständig verrauscht

Ich habe auch noch Bilder von der Antennenanlage.Bei Interesse einfach melden.
Radio-DX
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Radio-DX »

NDR3 war zu DDR-Zeiten auf Kanal 53.
Mit diesen Empfangsmöglichkeiten warst du aber in deiner Region sehr privilegiert. :)
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Empfangsrekord mit RDS-PS: 3075 km (Madeira: 88,0 MHz, Radio Renascenca, Sporadic-E am 12.06.2013)
Studio Leipzig
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Studio Leipzig »

UweSchaar hat geschrieben: Do 16. Dez 2021, 16:29 Hallo, ich habe als Kind manchmal nach der Schule alles so abgescannt was bei Übereichweiten reinkam. Wohnte bis 1983 in Limbach-Oberfrohna leider etwas tiefer und somit nur Richtung Brocken recht günstig. Wir hatten den sogenannten Hamburger K10 von Torfhaus. Der ging schon ganz ordentlich. Der Ochsenkopf K4 war oft mit starken Störungen, es hieß das ist ein Russensender der da reinfunkt. Manche sagten es sei ein Italiener.
Dann kam Mitte der 70er ZDF hinzu ging auch ganz gut.K23 ZDF ging bis zur Inbetribnahme vom DDR2 Sender Löbau? gut, dann waren ständig Wellenlinien drin, war aber fast nicht wegzubekommen.
Dann 1986 zog ich in meine erste Wohnung die recht hoch in Limbach war, Richtung Berlin hatte ich freie Sicht bis zum Horizont genauso Richtung Brocken. Dann fing ich an die Gemeinschafts-Antennenanlage zu erweitern bis 1989.
Am Anfang war vorhanden: ARD,ZDF,BR3 vom Ochsenkopf und Sender Hof. K4/23/57
1. Erweiterung ARD vom Brocken K10, ging aber schlechter als der K4, wahrscheinlich wieder zu hoch und Sender Dresden störte rein??
2. Erweiterung K39 SFB3 mit 2 Antennen Richtung Berlin, wenn man ab 20 Uhr schaute immer gute Bilder
3. Erweiterung K55 HR3 vom Hohen Meißner, Bilder sehr gut 1 Yagi
4. Erweiterung K59? NDR3 vom Sender Torfhaus 1 Yagi, Bilder auch sehr gut, besonders abends
5.und letzte aus Berlin K25 über Umsetzer auf K2 Sat1. Ging fast nur spät abends und ständig verrauscht

Ich habe auch noch Bilder von der Antennenanlage.Bei Interesse einfach melden.

Hallo,

Kanal 23 (DDR 2) war nicht Löbau, sondern Calau mit 500kW, horizontal. Dieser wurde zu DDR-Zeiten als Cottbus bezeichnet.

Ja, Bilder sind hier im Forum sehr willkommen!

MfG

Studio Leipzig
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PAM
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von PAM »

Willkommen bei uns und danke für deinen ersten Beitrag hier, der vermutlich auch Anmeldegrund war. :danke:

Gern auch Bilder, allein in diesem Thema sind ja schon reichlich davon. Den Berlin-Empfang hatte man auch im Oybiner Ortsteil Hain realisiert. Dort war der Empfang aus Franken oder vom Brocken/Torfhaus nicht mehr möglich. Ich schrieb hier auch davon.
UweSchaar hat geschrieben: Do 16. Dez 2021, 16:29 Hallo, ich habe als Kind manchmal nach der Schule alles so abgescannt was bei Übereichweiten reinkam. Wohnte bis 1983 in Limbach-Oberfrohna leider etwas tiefer und somit nur Richtung Brocken recht günstig. Wir hatten den sogenannten Hamburger K10 von Torfhaus. Der ging schon ganz ordentlich. Der Ochsenkopf K4 war oft mit starken Störungen, es hieß das ist ein Russensender der da reinfunkt. Manche sagten es sei ein Italiener.
Dann kam Mitte der 70er ZDF hinzu ging auch ganz gut.K23 ZDF ging bis zur Inbetribnahme vom DDR2 Sender Löbau? gut, dann waren ständig Wellenlinien drin, war aber fast nicht wegzubekommen.
Dann 1986 zog ich in meine erste Wohnung die recht hoch in Limbach war, Richtung Berlin hatte ich freie Sicht bis zum Horizont genauso Richtung Brocken. Dann fing ich an die Gemeinschafts-Antennenanlage zu erweitern bis 1989.
Am Anfang war vorhanden: ARD,ZDF,BR3 vom Ochsenkopf und Sender Hof. K4/23/57
1. Erweiterung ARD vom Brocken K10, ging aber schlechter als der K4, wahrscheinlich wieder zu hoch und Sender Dresden störte rein??
2. Erweiterung K39 SFB3 mit 2 Antennen Richtung Berlin, wenn man ab 20 Uhr schaute immer gute Bilder
3. Erweiterung K55 HR3 vom Hohen Meißner, Bilder sehr gut 1 Yagi
4. Erweiterung K59? NDR3 vom Sender Torfhaus 1 Yagi, Bilder auch sehr gut, besonders abends
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RalphT
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von RalphT »

UweSchaar hat geschrieben: Do 16. Dez 2021, 16:29 Hallo, ich habe als Kind manchmal nach der Schule alles so abgescannt was bei Übereichweiten reinkam. Wohnte bis 1983 in Limbach-Oberfrohna leider etwas tiefer und somit nur Richtung Brocken recht günstig. Wir hatten den sogenannten Hamburger K10 von Torfhaus. Der ging schon ganz ordentlich. Der Ochsenkopf K4 war oft mit starken Störungen, es hieß das ist ein Russensender der da reinfunkt. Manche sagten es sei ein Italiener.
Das klingt nach dem Russentod. Wahrscheinlich meinte man damit die militärischen Funkgeräte der Russen. Die sendeten ziemlich nahe an der Ochsenkopffrequenz vom BR. Dafür wurden Filter gebaut. Hier ein Artikel dazu:

https://www.spiegel.de/geschichte/kalte ... 49675.html
Radio-DX
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Radio-DX »

Der Russen-Tod war ein hochwirksamer Sperrkreis für die "Russen-Störungen".
Der Bau war allerdings nicht so einfach wie im verlinkten Artikel geschrieben.
Der Filter war schon ein kleines mechanisches Kunstwerk.
Als Spulendraht kam meist 8 mm dickes Kupferrohr zum Einsatz. :xcool:
Die Ausführung und Anordnung der zweiten Spule (Koppelspule) war recht kritisch.
Entweder nur das Bild im Kanal 4 war gut oder nur der Ton.
Es war oft sehr mühselig den richtigen Punkt zu treffen, um ein gutes Bild und dazu einen guten Ton zu haben.
Also nix mit schnell mal etwas zusammen gefrickelt. ;)
Und ohne Messtechnik war das auch nur mit entsprechendem Wissen und Können realisierbar.
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von mittendrin »

UweSchaar hat geschrieben: Do 16. Dez 2021, 16:29 ... es hieß das ist ein Russensender der da reinfunkt. Manche sagten es sei ein Italiener.
Ich denke bei der Kombination eher an sommerliches Es. Empfangene Sender auf K4 von Rußland (Sowjetunion) bis Portugal.
mittendrin ist hier: QTH 11e59 / 51n23 (südlich von Halle/Saale)
UKW mobil: VW-Werksradio RCD210, UKW stationär: 5-Ele-Yagi mit VV unter Dach über Koaxkabel an Autodachanschluss M5 geschraubt,
DAB+: PEAQ PDR-050B (Teleskopantenne),
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Radio-DX »

Die Störungen auf Kanal 4 gab es das ganze Jahr über.
Die Ursache waren meist russische Funkdienste.
Diese "durften" wohl damals im Band 1 ihr Unwesen treiben.
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von astranase »

Ich war ja lange nicht hier, möchte aber auf die schnelle mal wieder ein Bild hier einstellen welches ich vor kurzem in der Leipziger Georg Schwarz Straße Ecke Franz Flemming Straße auf nahm
Bild
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