Westfernsehen in der DDR

Das Radioforum. Hier dreht sich alles um die technischen Seiten des Radio- und TV-Empfangs.
mittendrin
Beiträge: 1492
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 15:52

Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von mittendrin »

Wolfgang R hat geschrieben: Mi 16. Nov 2022, 20:49
astranase hat geschrieben: Di 15. Nov 2022, 22:41 Naja, es ging ja nicht so schnell, Februar 1990 kam erst mal eine Satschüssel dazu, glaube RTL, Pro7?, Tele5, Teleclub (entschlüsselt).
...und wohl Sat1? Und ab dem 15.12.1990 wurde dann das mühevoll herangeholte erste West auch über das erste Ost abgestrahlt.

Wobei ich mich folgendes schon öfter fragte:
Ab wann gab es denn dann terrestrisch das ZDF lokal vor Ort? So wie ich das las, ging ja im Laufe von 1991 auf dem ehemaligen zweiten Ost das jeweilige Dritte an den Start. Und ZDF wurde nachkoordiniert? Behalf man sich dann vorerst weiterhin mit dem herangeholten, stark schwankenden Signal vom ZDF? ...
Der ZDF-Sender Leipzig-Wiederau ging nach meiner Erinnerung Anfang Dezember 1990 zur Bundestagswahl auf Kanal 42 in Betrieb. Später, mit der DVB-T Einführung, erfolgte der Wechsel auf K22.

Edit:
Ab hier kann man auch einiges lesen:
viewtopic.php?p=584985#p584985 ff.
mittendrin ist hier: QTH 11e59 / 51n23 (südlich von Halle/Saale)
MainMan
Beiträge: 722
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 23:37

Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von MainMan »

Wolfgang R hat geschrieben: Mi 16. Nov 2022, 20:49
Wobei ich mich folgendes schon öfter fragte:
Ab wann gab es denn dann terrestrisch das ZDF lokal vor Ort? So wie ich das las, ging ja im Laufe von 1991 auf dem ehemaligen zweiten Ost das jeweilige Dritte an den Start.
Nicht ganz, bis Jahresende 1991 lief auf den ehemals von DDR2 genutzten Frequenzen noch die DFF-Länderkette.
MDR und ORB übernahmen dann zum Jahreswechsel 1991/1992 nahtlos, von einer kleineren technischen Panne abgesehen.

Bei N3 weiß ich nicht, ob die schon im Jahr 1991 terrestrisch in MV auf Sendung waren.
Auf ASTRA 1B war N3 aber in jedem Fall schon ab Mai 1991 zu sehen.
Radio Fan
Beiträge: 9482
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 15:48
Wohnort: HRO

Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Radio Fan »

MainMan hat geschrieben: Mi 16. Nov 2022, 21:28 Nicht ganz, bis Jahresende 1991 lief auf den ehemals von DDR2 genutzten Frequenzen noch die DFF-Länderkette.
MDR und ORB übernahmen dann zum Jahreswechsel 1991/1992 nahtlos, von einer kleineren technischen Panne abgesehen.

Bei N3 weiß ich nicht, ob die schon im Jahr 1991 terrestrisch in MV auf Sendung waren.
Auf ASTRA 1B war N3 aber in jedem Fall schon ab Mai 1991 zu sehen.
Nein auch in MV erfolgte terrestrisch der Wechsel 1991/92 von der DFF-Länderkette zum NDR.

QTH: Rostock Mitte
RX:Yamaha DAB TunerT-D500, Grundig Satellit 700, Peaq PDR050
TEF 6686, Panasonic RF-D10, Technisat DigiPal DAB+,Sangean DPR76
Mobil: Honda Civic-Werkslösung optimiert mit ATBB-Flex Dachantenne
Frankfurt
Beiträge: 489
Registriert: Sa 1. Sep 2018, 10:07

Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Frankfurt »

Jens1978 hat geschrieben: Di 15. Nov 2022, 22:09 Sehr interessant :spos: :xcool: Schon irgendwie verrückt wenn man bedenkt, dass quasi 3-4 Jahre später alles anders und die zuvor mühselig rangeholten Programme über Sender in der Nähe dann Ortssender wurden ...
Schade, aber halt auch nicht vorhersehbar . Vielleicht hat die Existenz die Menschen auch ermutigt, auf die Straße zu gehen. Im Ostfernsehen wurde ja nicht darüber berichtet ;)
astranase
Beiträge: 47
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 20:43
Wohnort: Leipzig

Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von astranase »

Frankfurt hat geschrieben: Do 17. Nov 2022, 08:29
Jens1978 hat geschrieben: Di 15. Nov 2022, 22:09 Sehr interessant :spos: :xcool: Schon irgendwie verrückt wenn man bedenkt, dass quasi 3-4 Jahre später alles anders und die zuvor mühselig rangeholten Programme über Sender in der Nähe dann Ortssender wurden ...
Schade, aber halt auch nicht vorhersehbar . Vielleicht hat die Existenz die Menschen auch ermutigt, auf die Straße zu gehen. Im Ostfernsehen wurde ja nicht darüber berichtet ;)
:spos: :spos: :spos:
- Lieber radiosüchtig als radioaktiv -
*astranase*
astranase
Beiträge: 47
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 20:43
Wohnort: Leipzig

Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von astranase »

Wolfgang R hat geschrieben: Mi 16. Nov 2022, 20:49
astranase hat geschrieben: Di 15. Nov 2022, 22:41 Naja, es ging ja nicht so schnell, Februar 1990 kam erst mal eine Satschüssel dazu, glaube RTL, Pro7?, Tele5, Teleclub (entschlüsselt).
...und wohl Sat1? Und ab dem 15.12.1990 wurde dann das mühevoll herangeholte erste West auch über das erste Ost abgestrahlt.

Wobei ich mich folgendes schon öfter fragte:
Ab wann gab es denn dann terrestrisch das ZDF lokal vor Ort? So wie ich das las, ging ja im Laufe von 1991 auf dem ehemaligen zweiten Ost das jeweilige Dritte an den Start. Und ZDF wurde nachkoordiniert? Behalf man sich dann vorerst weiterhin mit dem herangeholten, stark schwankenden Signal vom ZDF? Spätestens mit dem Start von Astra 1C war das Thema dann ja gegessen.

Dass die Anlage ab 1994 verkommen lassen wurde, verstehe ich sogar. Denn mit Astra 1A-1C hatte man alle terrestrischen öR bis auf hr, RB und SR auf einen Schlag mit einem 60er Blech. Ab da wurde im Westen eigentlich nur noch für ORF und Schweiz in terrestrische Antennen investiert. Ausser vielleicht in Terrestrik-Hochburgen wie Bremen. Im Osten herrsche ja bekanntlich der Sat-Boom, weshalb ARD und ZDF Angst um die Zuschauer im Osten hatten und auf Sat gingen. Der NDR mit N3 McPomm und der MDR mit einem Gemeinschaftsprogramm für alle drei Länder.

Wolfgang
"Denn mit Astra 1A-1C hatte man alle terrestrischen öR bis auf hr, RB und SR auf einen Schlag mit einem 60er Blech." ...... und WDR war glaube nur auf Kopernikus
- Lieber radiosüchtig als radioaktiv -
*astranase*
MainMan
Beiträge: 722
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 23:37

Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von MainMan »

astranase hat geschrieben: Do 17. Nov 2022, 10:27 ...... und WDR war glaube nur auf Kopernikus
Der WDR war ab August 1993 auf ASTRA 1C.
WDR und BR gab es aber schon Ende der 80er Jahre auf Kopernikus, daher waren beide Programme bundesweit im DBP-Kabel (und potentiell auch in der gesamten DDR empfangbar).
H.-E. Tietz
Beiträge: 51
Registriert: So 9. Sep 2018, 06:17

Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von H.-E. Tietz »

Zum UKW-Empfang in Leipzig:
Gab es Probleme beim BFBS-Empfang vom Drachenberg (93,0) durch Radio DDR 2 vom Geyer (K.-M.-Stadt/Chemnitz; 92,8)?
Mir berichtete jemand davon, als der DDR-Sender noch auf 92,85 war und es einiger Abschirmung bedurfte.
astranase
Beiträge: 47
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 20:43
Wohnort: Leipzig

Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von astranase »

Ich habe es nach all den Jahren nicht mehr auf dem Schirm wie man heute so sagt wie es damals genau mit der Einspeisung war, weiß nur das alle eingespeisten Programme in Top Qualität waren.
Der Aufwand der unter dem Dach getrieben wurde (Bilder dazu hatte ich ja vor kurzem nochmal verlinkt) war gigantisch und Beteiligte am bau sprachen von einem kleinen Kraftwerk.
Allein der Störungsfreie Empfang von Bayern3 soll eine hochstellige Summe gekostet haben, sichtbar waren davon nur die vier! UKW Antennen.
Auch wurden die Programme im UKW Band umgesetzt, leider habe ich die Liste nicht mehr und der Chef der Firma ist leider vor Jahren verstorben.
Beim BR war es aber so das zwar Bayern3 mit vollem Pegel anlag, Bayern2 war aber etwas schwächer, Bayern 1 lag gar nicht an.
HR war mit allen vier Programmen dabei, beim NDR waren es NDR 1 NDS und NDR 2, dann RIAS2, BFBS, irgendwann tauchte wahrscheinlich als Beifang 100,6 auf.
SFB war nicht an Bord, obwohl an günstigen Ecken in Leipzig durchaus empfangbar (hatte ich Connewitz probiert und meine Antenne mal auf Berlin gedreht, in Lindennau sogar mal mit meinem Stern Elite)
In einer neunten Etage in Grünau kam sogar WDR 2 verwendbar an (konnte ich aber nur an einem Tag testen als ich dort zu Besuch war)
- Lieber radiosüchtig als radioaktiv -
*astranase*
astranase
Beiträge: 47
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 20:43
Wohnort: Leipzig

Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von astranase »

Hier nochmal der Blick in die Anfangsphase des Baus mit Blick in die Verstärkeranlage welche noch in den Kinderschuhen lag
astranase hat geschrieben: Fr 2. Feb 2018, 19:28 Hier noch mal die Bilder vom Bau der Anlage, es ist aber nur ein Teil davon zu sehen, die Bilder habe ich bei einem Bekannten aus Album abgelichtet, Aufnahmen müssten um 1984 sein, weil 1985 war die Anlage schon weiter ausgebaut und besonders UKWmäßig hochgerüstet

Bild

Bild


Bild

Bild

Bild

Bild

Bild
,
Bild

Bild


Bild

Bild
- Lieber radiosüchtig als radioaktiv -
*astranase*
astranase
Beiträge: 47
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 20:43
Wohnort: Leipzig

Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von astranase »

...... Verstärker Anlage Anfangszeit
astranase hat geschrieben: Fr 2. Feb 2018, 19:39 Nachtrag: Dies war auch nur die allererste Baustufe und etwa ein drittel der Antennen

Bild

Bild
- Lieber radiosüchtig als radioaktiv -
*astranase*
Jens1978
Beiträge: 726
Registriert: Sa 1. Sep 2018, 01:08
Wohnort: Bremer Umland

Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Jens1978 »

MainMan hat geschrieben: Do 17. Nov 2022, 16:42
astranase hat geschrieben: Do 17. Nov 2022, 10:27 ...... und WDR war glaube nur auf Kopernikus
Der WDR war ab August 1993 auf ASTRA 1C.
WDR und BR gab es aber schon Ende der 80er Jahre auf Kopernikus, daher waren beide Programme bundesweit im DBP-Kabel (und potentiell auch in der gesamten DDR empfangbar).
Kopernikus war aber erst der zweite Satellit. Zuvor wurden bereits beide Programme, also BR und WDR, seit 1985 über Intelsat V ausgestrahlt. Dieser diente für die Kabeleinspeisung in den 80er Jahren, danach kam Kopernikus Mitte/Ende 1989.
br1989_bfs_sat_text_klein.jpg
.
QTH: Bremer Umland
Jens1978
Beiträge: 726
Registriert: Sa 1. Sep 2018, 01:08
Wohnort: Bremer Umland

Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Jens1978 »

Wurden eigentlich auf dem Dach auch irgendwelche Arten von Feldstärkemessgeräten genutzt? Wenn auch lediglich ein TV Gerät? Meist ist es ja so, dass die Felder nie exakt homogen vorliegen und manchmal ein paar m weiter der Empfang unter Umständen besser sein konnte.
QTH: Bremer Umland
astranase
Beiträge: 47
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 20:43
Wohnort: Leipzig

Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von astranase »

Jens1978 hat geschrieben: Do 17. Nov 2022, 22:46 Wurden eigentlich auf dem Dach auch irgendwelche Arten von Feldstärkemessgeräten genutzt? Wenn auch lediglich ein TV Gerät? Meist ist es ja so, dass die Felder nie exakt homogen vorliegen und manchmal ein paar m weiter der Empfang unter Umständen besser sein konnte.
Kann ich Dir nicht sicher sagen, aber ich gehe mal davon aus, da die Firma etliche Gemeinschaftsanlagen in Leipzig errichte und als Nachfolger heute noch am Markt ist.
Auffällig war hier ja auch (wie ich schon schrieb) das die Antennen für ARD Sender Torfhaus mit zwei 13 Rechen etwas tiefer im Betonschatten angebracht waren, wobei ja hier in Leipzig der Empfang vom Torfhaus sehr günstig war und zu 99% mit einer Antenne realisiert waren.
An günstigen höheren Stellen soll sogar eine Zimmerantenne Ergebnisse gebracht haben.
- Lieber radiosüchtig als radioaktiv -
*astranase*
pomnitz26
Beiträge: 5467
Registriert: Fr 31. Aug 2018, 16:40
Wohnort: südliches Sachsen-Anhalt

Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von pomnitz26 »

In der Regel gehören die Leute heute zu großen Elektronik Geschäften mit anderem Namen und nicht mehr mit dem eigenen.
Antworten