Italiener im CB Funk

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Thomas Kircher

Italiener im CB Funk

Beitrag von Thomas Kircher » Fr 9. Jun 2006, 12:04

Vor etwa 20 Jahren war ich eifriger CB-Funker. Diese Zeit ist längst passe` - doch habe ich vor kurzem mal wieder einen Blick in meine QSL-Sammlung der damaligen Empfänge gemacht. Besonders faszinierend fand ich den Empfang der italienischen "Schreier". Ich wohne im Raum Heilbronn. Waren das damals tatsächlich CB Funker südlich der Alpen, oder lediglich Italiener, welche hier wohnen ? Wenn die jedoch tatsächlich von Italien aus im CB-Band gesendet haben, dann frag ich mich, mit welcher wahnsinnigen Senderstärke und welche Antenne muss dazu notwendig gewesen sein ? Sind die italienischen Funker noch heute im CB Band zu hören ?

drm-dxer

Re: Italiener im CB Funk

Beitrag von drm-dxer » Fr 9. Jun 2006, 12:25

Die Signale kamen aus Italien (Sporadic E). Ein riesiger QRM(üll). Die hatten in vielen Fällen einen Beam und Leistungen bis zu 1 kW.
Aber auch mit Minileistungen war die Überbrückung großer Entfernungen, entsprechende Bedingungen vorausgesetzt, kein Problem. Ich hatte Mitte der 70er Jahre zahlreiche QSOs mit Spanien, Frankreich, Griechenland, Südafrika, Saudi-Arabien und natürlich Italien.

Heute ist es auf dem Band dagegen totenstill.

Nohab

Re: Italiener im CB Funk

Beitrag von Nohab » Fr 9. Jun 2006, 12:26

Wir haben gerade eine Bandöffnung, ich höre gerade Italiener und Franzosen im 11m-Band, so um 27.6MHz herum, auf 10m ruft gerade W3RJ aus den USA (Pennsylvania) recht laut CQ auf 28.495 MHz. Da baut sich langsam ein nettes Pile-Up auf.
Wenn der Bereich richtig aufgeht, sind die notwendigen Leistungen garnicht so hoch, typischerweise kommt man mit weniger als 100Watt übern Atlantik.
Fakt ist, die Italiener, Spanier etc. die hier zu hören waren, waren tatsächlich da unten und nicht im Nahbereich.


drm-dxer

Re: Italiener im CB Funk

Beitrag von drm-dxer » Fr 9. Jun 2006, 12:35

Ja, kann hier auch einige Stationen hören.
Ich hatte damals meistens 2 Watt, das hat gereicht. Für Südafrika und Saudi-Arabien hatte ich ein Paar Kohlen mehr aufgelegt, das waren 300 Watt.

Nohab

Re: Italiener im CB Funk

Beitrag von Nohab » Fr 9. Jun 2006, 12:42

Eins wundert mich doch, auf 10 und 11m ist Betrieb, aber die DRM-Sender zwischen 25.7 und 26.1MHz sind nicht zu hören.
Entweder bin ich zu nah dran oder die verwendeten Antennen strahlen tatsächlich nichts nach oben ab.


Thomas Kircher

Re: Italiener im CB Funk

Beitrag von Thomas Kircher » Fr 9. Jun 2006, 12:45

Hatte ich doch richtig vermutet, dass die Italiener tatsächlich aus dem Süden kamen/kommen. Waren unterschiedliche Sendeleistungen im CB-Bereich nur damals möglich, oder auch noch heute -trotz EU-Normen ?
Absoluter Wahnsinn ist jedoch für mich, CB Funk aus Südafrika oder den USA ? Welche Antennen/Geräte nutzt ihr hierfür ? In welcher Preisklasse bewegt sich sowas ?

drm-dxer

Re: Italiener im CB Funk

Beitrag von drm-dxer » Fr 9. Jun 2006, 12:54

@Nohab: Für die DRM-Sender muss natürlich das "Fenster" entsprechend offen sein, d. h. nach Frankreich und England. Vor 2 Jahren konnte ich die Funzel in Rennes tagelang prima empfangen.
In diesem Jahr hatte ich noch kein Glück.

@Thomas: Erlaubt waren damals nur 500 mW. Ich hatte noch ein altes K-Gerät, die durften 2 Watt. Nur hat sich kaum einer dran gehalten. Als der Boom 1975 einsetzte, gab es fast in jedem zweiten Haushalt eine Funke. Man hatte ein "postalisches" Gerät zum herzeigen, wenn mal der "Gilb" kam und im Handschuhfach ein fettes Sommerkamp mit 80 Kanälen und 10 - 100 Watt (je nach Ausstattung). Sehr beliebt war auch die Sommerkamp 32-Kanal-Handgurke mit 5 Watt.

Nohab

Re: Italiener im CB Funk

Beitrag von Nohab » Fr 9. Jun 2006, 12:55

Die erlaubten Leistungen waren auch damals nicht sonderlich hoch, auch nicht in Italien.
Mehr als 4 Watt waren nirgendwo erlaubt.
Aber, in Italien sah man das mit der Schwarzfunkerei nicht so eng, da wurde dann schonmal der dicke Röhrenbrenner hintergehängt.
Insgesamt war die Ausrüstung für soetwas nicht so teuer. mit 500-700 DM hatte man schon etwas Vernünftiges.
Nur erwischen lassen durfte man sich damit nicht. ;-)


drm-dxer

Re: Italiener im CB Funk

Beitrag von drm-dxer » Fr 9. Jun 2006, 13:00

Wir hatten damals, dank eines großzügigen Sponsors, folgende Ausrüstung:
- Allrad mit Kurbelmast
- 6 Element Beam
- NEC-Transceiver (300 Watt), das erste Geräte mit digitaler Frequenzanzeige
- 1 kW Endstufe
- Notstromaggregat
- Grill
- Bier

Felix 99

Re: Italiener im CB Funk

Beitrag von Felix 99 » Fr 9. Jun 2006, 13:02

Also 11 m komplett Europa abzugrasen war damals kein Problem auch Afrika , Russland etc nicht.
Gute Bedingungen machen alles möglich - Man brauch nichtmal 100W dafür.
Zu den Sendeleistungen. In anderen Ländern wird/ wurde das ganze etwas lockerer gesehen.
Da haben die CB-Funker - ums mal deutlich zu sagen - was Italien , Spanien & teilw. auch Frankreich angeht
- bei den Behörden keine Sau interessiert. Es sei denn es entstanden massive Störungen.
Drum tummeln sich grad die Südländer auch ausserhalb der eigendlich
zugelassenen Bänder und mit Geräten die auch dort nicht zugelassen sind.

Aber wie gesagt alles ist möglich ;)
Ausserdem sind heutzutage glaub ich auch SSB im CB-Funk offiziell erlaubt
was die Sache noch ein wenig erleichtert auch weiter weg zu kommen.

P.S:
Anekdote: Was ich später als Amateurfunker immer zu hören bekam als das 10m Band wieder mal modern wurde:
"Was interessieren mich die scheiss CB-Funker auf 11m" - "Das DX-Cluster sagt mir besser was für Bedingungen sind und was geht".
Bis auf eine winzige Minderheit die meine Tipps ernst nahm wurde ich, drücken wirs mal nett aus eher für blöd verkauft mit meinen
damals ?15? Jahren, wenn ich davon sprach - gestern waren wieder Öffnungen nach Afrika , Spanien etc auf 10m "
Gut; hab's dann sein gelassen gute Tipps an die borniertere Gattung zu geben,
die auch dementsprechend oft leer ausging. Zitat:" DX-cluster sagt da wär was
ich hör da aber nichts da spint mal wieder einer ...."

Einige wenige haben mich ernst genommen und tragen immer noch kleine Zettelchen mit sich im Auto rum auf denen sowas
wie 14 = Frankreich , 30 = Spanien 1= italien ... usw steht und waren damals sehr dankbar für de Info.





drm-dxer

Re: Italiener im CB Funk

Beitrag von drm-dxer » Fr 9. Jun 2006, 13:09

Man blieb auch in Deutschland relativ unbehelligt, zumindest wenn man auf dem Land wohnte und der Gilb erst mal 60 km anreisen musste. Wenn man sein Hobby in freier Natur betrieb und keine Fernsehbilder zum umfallen brachte, hatte man nichts zu befürchten.
Allein in meiner Straße gab es damals 5 fette Sommerkamps, hat sich keiner dran gestört.

HAL9000

Re: Italiener im CB Funk

Beitrag von HAL9000 » Fr 9. Jun 2006, 13:30

@ drm-dxer
ein Paar Kohlen mehr aufgelegt, das waren 300 Watt.
Noch so einer mit ner HF- Schleuder... :D

Jaja, das kenne ich auch noch von Früher, und was für Volk da teilweise auf CB rumhing: Nix zu Essen für die Kinder im Haus, aber ne Stabo Heimstation, Sadelta EchoMaster plus und ne Zetagi- 100 Watt Endstufe am Start....


In den 70ern waren ja mehr als 500mW verboten, in den 80ern bzw. Anfang 90er hat man das dann auf 1W AM erhöht.

Grundsätzlich braucht man für DX in erster Linie eines: Das richtige Wetter und den richtigen Zeitpunkt. Der Kurzwellen- Amateurfunk zeigt auch, das irsinnige Weitverbindung auch mit QR-Papa, d.h. mit geringer Leistung zustande kommen kann. So gibt es dafür auch entsprechende Contests.
Fürs Equipment ists weniger entscheidend, eine Yeasu- oder ICOM Alarm- Station zu haben, als eine super aufgebaute Antenne an einem guten Standort, verlustarmes Kabel und gutes Mikrofon für die Verständlichkeit.
Ist deine Antenne Käse, steht sie abgeschirmt, schlecht abgestimmt und mit nem Kilometer Schnürsenkel als Kabel dazwischen, kann man damit wohl seine Nerven beruhigen, aber sicher kein grossartiges DX- QSO führen...


drm-dxer

Re: Italiener im CB Funk

Beitrag von drm-dxer » Fr 9. Jun 2006, 14:14

Jaja, das kenne ich auch noch von Früher, und was für Volk da teilweise auf CB rumhing: Nix zu Essen für die Kinder im Haus, aber ne Stabo Heimstation, Sadelta EchoMaster plus und ne Zetagi- 100 Watt Endstufe am Start....

:D

Aber ne geile Zeit war das schon, ich hätte sie nicht missen wollen.
Ich denk heute noch dran, wie mein Vater sich einen neuen Opel Rekord geholt hat, und ich hatte nichts besseres zu tun als sofort ein Loch in den Kofferraum zu bohren, schließlich musste die Funkantenne dran. Der Alte kurz vorm Herzkasper ...

HAL9000

Re: Italiener im CB Funk

Beitrag von HAL9000 » Fr 9. Jun 2006, 14:21

Na klar, wer hat das nicht mitgemacht, als Kinder gabs dann den "Stabo- Weihnachtskanal" - Handfunken in den 70ern, dann war 10 Jahre Pause, dann gings weiter mit den 12/40er Mobilgeräten, mit Netzteil zu Hause betrieben und natürlich auch im Auto. Gerne denkt man an all die Fuchsjagden zurück, Clubtreffen, Kolonnenfahrten usw. War ne schöne Zeit die ich auch nicht missen möchte.
Nur heutzutage macht mans eben etwas schicker mit Amateurfunk - aber auch hier wird selbstverständlich gebohrt für ne gescheite Antenne aufm Kofferraum :D


Thomas Kircher

Re: Italiener im CB Funk

Beitrag von Thomas Kircher » Fr 9. Jun 2006, 15:12

Als 17jähriger war ich Mitte der 70er begeistert vom CB Funk. Doch nach und nach verkam das Band zum reinen Kinderfunk, bzw. es bildeten sich CB Freundeskreise, welche andere OM`s völlig ignorierten. Damit verlor ich dann auch das Interesse an diesem Hobby. Besteht die Zielgruppe dieses Bandes auch noch heute aus diesen Nutzern ? Stimmt es, dass auch Radiostationen CB nutzen ? Welche ? Nur Piraten ? Auf welchen Frequenzen/wann sind diese zu loggen ?

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