Verständnisfrage AM-Modulator für Heimgebrauch

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Wolfgang R
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Verständnisfrage AM-Modulator für Heimgebrauch

Beitrag von Wolfgang R »

Werte Forenfreunde,

leider gibt es bei uns noch keine "Low Power AM" Allgemeinverfügung wie in den USA, die das Senden bis zu 100W mit einer Antenne bis zu einer gewissen Höhe über Grund erlaubt.

So müssen wir uns erst mal mit dem befassen, was durch die BNetzA als "Induktiv" quasi freigegeben wurde.

Da gibt es - ähnlich der TEF-Radios - mittlerweile einen ganzen Gerätepark rund um die so genannte AMT-MW207 Schaltung aus China.

Die etwas nobleren Varianten kommen direkt mit einer Ferritstabantenne und können so neben die alten Schätze gelegt werden - oder auf den Spitzboden, wo sie ein LMKU-GA-Mastkopf dann empfängt. Das funktioniert soweit.

Da ich mich natürlich auch intensiv mit dem Thema AM-Stereo befasse, wollte ich mich mal bei den Leuten, die hier HF-technisch mehr bewandert sind, als ich, erkundigen, ob man mit sowas auch irgendwie diese Funktionalität in US-Importgeräten nutzen könnte.

Unter C-QUAM steht geschrieben, dass das erste Signal ( L + R) als Summensignal bezeichnet wird; es stellt das Monosignal dar, welches auch die Kompatibilität zu Monorundfunkempfängern sicherstellt. Das zweite Signal (L − R) wird als Differenzsignal bezeichnet und wird von C-QUAM-Rundfunkgeräten empfangen.

Diese beiden Hilfssignale werden mittels Quadraturamplitudenmodulation (QAM) auf die I- und um die dazu 90° phasenverschobene Q-Komponente des Trägersignals moduliert. Dem monophonen AM-Signal wird so ein Zweiseitenbandsignal Q hinzugefügt, dessen unterdrückter Träger in Quadratur zum AM-Träger liegt. Zusätzlich wird senderseitig dem Differenzsignal ein Pilotton mit 25 Hz hinzugefügt.


Mit einem Ballempfänger in FM kann man ja das komplette Multiplex-Signal empfangen und über einen FM-Sender wieder abstrahlen. Das ist aber FM.

Für mich liest sich aber das AM-Verfahren jedoch so, als ob da so tief in die Modulation eingegriffen wird, und die kleine AMT-MW207 Schaltung aus China damit nicht klarkommt. Fraglich auch, ob der Pilotton mit 25 Hz durchkäme, das ist doch selbst bei einer sehr breiten, nur in den USA üblichen Modulation mit einer HF-Bandbreite von 10kHz "out of range" - oder?

Auf der anderen Seite gab es im professionellen Broadcast-Bereich AM-Stereo Baugruppen, die einem bestehenden AM-Sender vorgeschaltet werden konnten. In wie Weit der bestehende (Steuer-)Sender hierfür modifiziert werden musste, weiß ich aber nicht.

Leider reicht mein HF-Verständnis nicht aus, um mir selbst zu erklären, ob man mit einer AMT-MW207 Schaltung aus China und einem entsprechenden Gerät, zum Beispiel einem PC, der ein C-QUAM Signal ausgibt, in AM-Stereo senden könnte. Falls es überhaupt eine C-QUAM Software am PC gibt. Ich weiß, dass man es mit einem HackRF kann.

Falls es für AM-Stereo auch schon so fertige China-Kisten gibt, wäre ich über einen Link höchst erfreut.
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HF-Hase
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Re: Verständnisfrage AM-Modulator für Heimgebrauch

Beitrag von HF-Hase »

Der 25 Hz-Pilot wäre noch das kleinste Problem. Der AMT-MW207 ist ein freischwingender Oszillator, dessen Betriebsspannung moduliert wird. Bei solch einer Schaltung hat das HF-Signal keine stabile Phasenlage. Damit ist AM-Stereo leider nicht zu machen.
Wäre aber ein interessantes Bastelprojekt - sofern man einen passenden Empfänger hat...
janosch79
Beiträge: 87
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Re: Verständnisfrage AM-Modulator für Heimgebrauch

Beitrag von janosch79 »

Hallo Wolfgang,
hast du dir über sowas schon mal Gedanken gemacht? Eine SDR-Lösung ak. Fl2k oder Ähnliches:
https://www.radio-bastler.de/forum/inde ... r-20-euro/

Ist zwar auch mit Bastelarbeiten verbunden, im Vergleich zu diskretem Gebastel hab ich damit gute Erfahrungen gemacht. Einmal hinter dieses Prinzip gekommen, ist es fast egal was du erzeugen kannst, sondern die Frage ist eher das "wie"... z.B. .. wie bekomme ich genug Streams zusammen, um ein volles MW-Band zu erzeugen?...
Wolfgang R
Beiträge: 4375
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Re: Verständnisfrage AM-Modulator für Heimgebrauch

Beitrag von Wolfgang R »

HF-Hase hat geschrieben: Mo 13. Jul 2026, 09:10 Der AMT-MW207 ist ein freischwingender Oszillator, dessen Betriebsspannung moduliert wird. Bei solch einer Schaltung hat das HF-Signal keine stabile Phasenlage. Damit ist AM-Stereo leider nicht zu machen.
Genau das habe ich befürchtet, konnte es aber fachlich nicht so genau ausdrücken.
janosch79 hat geschrieben: Mo 13. Jul 2026, 09:40 Hallo Wolfgang,
hast du dir über sowas schon mal Gedanken gemacht? Eine SDR-Lösung ak. Fl2k oder Ähnliches:
https://www.radio-bastler.de/forum/inde ... r-20-euro/

Ist zwar auch mit Bastelarbeiten verbunden, im Vergleich zu diskretem Gebastel hab ich damit gute Erfahrungen gemacht. Einmal hinter dieses Prinzip gekommen, ist es fast egal was du erzeugen kannst, sondern die Frage ist eher das "wie"... z.B. .. wie bekomme ich genug Streams zusammen, um ein volles MW-Band zu erzeugen?...
Ja, ich kenne das Projekt, da könnte man glaube ich DSR und ADR und was weiß ich selbst erzeugen. Das ist mir aber wahrlich zu viel Bastelei, nur dass die Stereo-Lampe am AM-Stereo tauglichen Walkman mit US-Filtern mal leuchtet (im verlinkten Video hört man, wie gut sich breit modulierte MW anhören kann)

Meine übrigen AM-fähigen Radios begrenzen auf die Standard-Bandbreite und MW klingt da halft wie früher der DLF...dumpf in Telefonqualität. Eine Freude ist das nicht.

Mit so einer 30 EUR Blackbox wäre das noch zu vertreten gewesen, mehr will ich dafür nicht ausgeben.
QTH: JN48DM - Oberes Murgtal (Baiersbronn)
OnkelSven
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Re: Verständnisfrage AM-Modulator für Heimgebrauch

Beitrag von OnkelSven »

Geil! Die Lösung mit der Graphikkarte als DAC ist ja genial!
Auf die Schnelle habe ich noch das gefunden, sofern noch nicht bekannt: https://github.com/spithash/gr-cquam
PAM
Beiträge: 62785
Registriert: Sa 1. Sep 2018, 12:35

Re: Verständnisfrage AM-Modulator für Heimgebrauch

Beitrag von PAM »

Wolfgang R hat geschrieben: Mo 13. Jul 2026, 10:02 [...] (im verlinkten Video hört man, wie gut sich breit modulierte MW anhören kann)

Meine übrigen AM-fähigen Radios begrenzen auf die Standard-Bandbreite und MW klingt da halft wie früher der DLF...dumpf in Telefonqualität. Eine Freude ist das nicht. [...]
Das, was ich in meiner Kindheit und Jugend noch auf der Mittelwelle empfangen konnte, war mehrheitlich - leider - klanglich ziemlich blass. Dazu gehörten m. E. die meisten der Deutschlandfunk-Mittelwellenfrequenzen - das Programm bekam man vor der Wende im Berliner Raum ausschließlich auf diesem Weg. Nicht nur, dass die Höhen frühzeitig nach oben abgeschnitten waren - einigen Standorten fehlte es zusätzlich auch im Bass. Mein damaliges Röhrenradio hätte zumindest den gekonnt, wenngleich unter Zuhilfenahme einer externen Lautsprecherbox.

Die Berliner RIAS-Mittelwellen machten ausreichend Bass, rias 2 auf der 855 kHz auch gar nicht mal so schlecht. Nach meiner Erinnerung gaben sich "damals" zumindest zwei deutschsprachige Programme durch massives Soundprocessing Mühe, amplitudenmoduliert doch recht ansprechend zu tönen. Insbesondere, wenn zur Wiedergabe keine "Kofferheule" unterwegs benutzt wurde, sondern ein in Ehren gealtertes Röhrenradio zuhause. Wer waren diese zwei Sender? Radio Luxemburg und auch der Wellennachbar Europawelle Saar. Beiden sagt man nach, dass sie sich zumindest zeitweise nicht unbedingt an die "üblichen" Bandbreiten gehalten haben sollen. Bei zahlreichen Mitschnitten von Radio Luxemburg, die man auf Youtube findet, finde ich diesen Eindruck bestätigt. Man machte verdächtig viele Höhen - das kann kaum noch in die 4,5 kHz gepasst haben.

Die letzten Programmveranstalter, die auf der Mittelwelle noch um einen ansprechenden Klang bemüht waren, sendeten auf der 1008 kHz. ;) Von denen wusste man, dass sie "zu breit" waren.


Soviel dazu. ;) Wenn nicht ein für AM-Stereo taugliches Gerät unbedingt "artgerecht" versorgt werden muss, würde ich mir den Aufwand sparen. Es gab/gibt einige Mittelwellen-Transmitter(-bausätze), die sich definitiv nicht an die "üblichen" Bandbreiten halten und die durchaus ansprechend klingen können, wenn der damit versorgte Empfänger das Signal auch nicht ganz so scharf begrenzt. Mir fiel vor dem quasi-Einfuhrverbot noch ein Bausatz mit einem Quarz-Mittelwellensender in den Warenkorb, der erstaunlich erwachsen klingt. Den Aufbau konnte ich mit Fähigkeiten und Fertigkeiten eines "interessierten Laien" jedenfalls problemlos erledigen.

Lerninhalt hier: Bei diesem Gerät merkt man, dass eine laute und klanglich ansprechende Modulation nicht mehr aus dem Kopfhöreranschluss irgendeines anderen Geräts kommt. Erstens: Zu leise! Für eine anständige Modulation braucht es Leistung. Zweitens sollte das Signal "vorbereitet" werden. Dazu gehört ein sauberes Runtermischen auf Monophonie und ein herzhaftes Verbiegen des Frequenzgangs. Hebt man einige Frequenzbereiche deutlich an, so kriegt man einen vergleichsweise sauber aufgelösten Bass, nur noch wenig verfärbte Stimmen und zumindest Ansätze von Höhen hin. Bei der Wiedergabe auf einem röhrenden Radio hat man zudem den Vorteil eines sauberen "Ortssender-Signals", das keinem Fading unterworfen ist und das kaum noch ein Nachbarkanalstörer "zu pfeifen" wird.

Die Reichweite des Bausatzes liegt bei nur wenigen Metern. Es kommt auch nicht so viel HF raus, dass man ihn nicht auch direkt an den Antennenanschluss für die Langdrahtantenne anschließen könnte.
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