Westfernsehen in der DDR

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bluesoda
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von bluesoda »

Ja Bungsberg, von Ahrenshoop überhaupt kein Problem durch die geographischen Gegebenheiten. Bungsberg reichte bis ungefähr nach Barth auf dem Fischland - Darß, danach ging es bis maximal Stralsund, dort allerdings mit extrem hohen Aufwand nur auf 2 Anlagen, Knieper West 3, Hochhaus Heinrich Heine Straße ca. 35m Höhe Neubaugebiet, und die GAA Anlage auf dem Fahrstuhlschacht neben den Silos der Zuckerfabrik in der Franken Vorstadt ab 1985, Höhe hier ca 45m. Ich kann mich an 16 TV Antennen 2x8 und 14 Elemente UKW Antennen erinnern. Alle anderen Teile der Stadt ausgeschlossen vom West Empfang,
Das reichte für täglichen Empfang des ZDF vom Bungsberg, Bildqualität von relativ schlecht mit Schwankungen bis sehr gut je nach Wetterlage. ARD und N3 eher schlechter, vielleicht 200 Tage im Jahr anschaubar. Auf UKW dann aber auch alle NDR Programme, sowie RSH täglich in Stereo, bei guter Wetterlage auch Radio Hamburg und FFN.
Entfernung von Stralsund zum Bungsberg 154km, mehr als die Hälfte der Strecke über Wasser (Ostsee).
Wenn man hier eine Senderleistung von 500kw wie beim ZDF vom Schäferberg Berlin gehabt hätte, wäre selbst Rügen in den Genuss von West TV gekommen.
Radio Fan
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Radio Fan »

bluesoda hat geschrieben: Mi 10. Jun 2026, 07:21 Ja Bungsberg, von Ahrenshoop überhaupt kein Problem durch die geographischen Gegebenheiten. Bungsberg reichte bis ungefähr nach Barth auf dem Fischland - Darß, […]
Barth liegt aber nicht mehr auf der Halbinsel Fischland - Darß. 🧐 🤷🏼‍♂️

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bluesoda
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von bluesoda »

Das stimmt, ganz knapp davor -)
Wolfgang R
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Wolfgang R »

bluesoda hat geschrieben: Mi 10. Jun 2026, 07:21 ARD und N3 eher schlechter, vielleicht 200 Tage im Jahr anschaubar.
Da waren die hohen UHF-Kanäle leider etwas ungünstig. Der in Dänemark gern genommene K4 war auch keine Alternative, da starke Ausblendungen nach Osten :(
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Radio Fan
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Radio Fan »

Wolfgang R hat geschrieben: Mi 10. Jun 2026, 08:25
bluesoda hat geschrieben: Mi 10. Jun 2026, 07:21 ARD und N3 eher schlechter, vielleicht 200 Tage im Jahr anschaubar.
Da waren die hohen UHF-Kanäle leider etwas ungünstig. Der in Dänemark gern genommene K4 war auch keine Alternative, da starke Ausblendungen nach Osten :(
Mir ist da nur der Sender in Kopenhagen bekannt. Denn den habe ich auch mal empfangen. :)

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mnkstp
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von mnkstp »

Guten Abend in die Runde, weil Ihr gerade in der Region M-V seid : Hat jemand Fotos,Dokus oder ähnliche Infos über die GGA in Neubrandenburg,die auf einem der Hochgeschosser im Neubaugebiet am südlichen Ortseingang rechts stand? Ich kann mich an riesige Mehrfachgruppen-Antennen von UHF bis 14-Element UKW-Antennen Richtung Berlin und Richtung Bungsberg erinnern.Das Hotel 4 Tore im Stadtzentrum war angeschlossen,dort waren ca.25 FM-Programme dort empfangbar,NDR 2 in glasklar stereo bis total im Fading verschwindend,alles war kanalselektiv umgesetzt, die Berliner von SFB 2;RIAS 2u.a.liefen perfekt durch, angeschlossen an meinen mitgebrachten skr 700,per Steckeradapter an die FM Buchse des Breitbandanschlusses.Ich war mit meinen Eltern jedes Jahr ins Mai dort, zum Pfingsttreffen der Jugend, das letzte mal in den 80ern 1988.
Vielleicht findet Ihr irgendwelche Infos oder sogar Fotos aus dieser Zeit.Heute betreibt das Netz neu-SW,ich hatte schonmal letztes Jahr auf der Durchfahrt an die Ostsee versucht, mit denen Kontakt aufzunehmendes ist ja schon über 40 Jahre her und kaum einer konnte sich an die Anfänge dieser TOP-Anlage erinnern.Heute selbst als regionaler Breitbandanbieter tätig, hat mich die Anlage damals total fasziniert.
Grüße in die Runde von Thomas,
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bluesoda
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von bluesoda »

Neubrandenburg hat eigentlich alles über Berlin abgegriffen. Bungsberg viel zu weit weg mit 180km Entfernung, eventuell ging noch Dannenberg mit 150km Entfernung für NDR 2. Ansonsten kam das West TV und Radio Programm aus Berlin.
PAM
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von PAM »

bluesoda hat geschrieben: Do 11. Jun 2026, 07:43Neubrandenburg hat eigentlich alles über Berlin abgegriffen. Bungsberg viel zu weit weg mit 180km Entfernung, eventuell ging noch Dannenberg mit 150km Entfernung für NDR 2. Ansonsten kam das West TV und Radio Programm aus Berlin.
Etwas weiter westlich, genauer am südöstlichen Ufer der Müritz in Rechlin, holte man sich fürs Fernsehen alles aus Berlin. Einer meiner Kollegen wuchs dort auf und seine Eltern wohnen noch immer dort. Sie taten sich in der ersten Hälfte der 1980er mit Nachbarn zusammen und errichteten in Gemeinschaftsarbeit auf dem südlichsten Grundstück der Straße einen Antennenmast. Dieser war ein "irgendwo" abgegriffener Gittermast, vermutlich diente er früher mal für Flutlicht. Wegen des Umstiegs auf Satellitenfernsehen soll er jedoch schon in den frühen 1990ern die Fernsehantennen verloren haben, während Ukw noch bis zum Ende des Jahrzehnts weiter genutzt wurde. Nach dem Verkauf einzelner Häuser in der Straße und deren Sanierung/Dämmung wurde auch das von Haus zu Haus an einem tragenden Stahlseil geführte Koaxkabel entfernt. Der Mast wurde anlässlich des Verkaufs von Grundstück und Haus mit anschließender Sanierung in den 2000ern zerschnitten, abgetragen und verschrottet.

Vom Höhenschnitt her dürfte nichts im Weg gestanden haben und die rund 105 km z. B. zum Schäferberg bzw. etwa 100 km zum Sendemast am Scholzplatz sollten jahreszeitlich bzw. von der Witterung beeinflussten, aber weitgehend dauerhaften Fernsehmpfang ermöglicht haben. Nach seinen Erzählungen kamen Erstes West und Zweites West zumeist sehr ordentlich (E7, 100 kW und E33, 330 kW), gefolgt vom 3. Programm mit N3 und SFB-Regionalanteilen (E39, 200 kW). Ab 1987 folgte SAT.1 (E25 mit "nur" 125 kW) und beständigem Farbrauschen. Da das Programm inhaltlich interessant war, nahm man das Bildrauschen einfach hin. Gern hätte mein Kollege das ab 1991 aufgeschaltete RTL plus (E56, 100 kW) auch noch gesehen - den hohen Kanal brachten aber die montierte DDR-Antenne und wahrscheinlich auch der Verstärker nicht mehr. Es soll nicht mehr als ein stark rauschendes Schattenbild ohne Ton gegeben haben. RTL plus und die weiteren privaten Programme sorgten in den jungen 1990ern aber dafür, dass rasch auf jedes Haus eine Satellitenantenne kam.

Ukw aus Berlin war gar kein Problem und und dürfte bei den gleichen Entfernungen kaum spürbare Schwankungen gehabt haben. Mehrere Nachbarn in der Straße hatten zusätzliches Interesse an NDR 1 Niedersachsen und so wurde bei der Errichtung der Antennen eine weitere Ukw-Antenne zum Sender Dannenberg-Zernien gerichtet. Das wären dann rund 126 km und hinzu kommt, dass von dort nicht mit so hohen Sendeleistungen wie aus Berlin gesendet wurde. Entsprechend unterlag die Empfangsqualität nach den Erzählungen witterungsbedingten Schwankungen. Darauf reagierte seine Mutter wohl mit dem Druck auf die Mono-Taste, wenn es ihr zu stark rauschte. In der Wohnstube seiner Eltern stand ein Rema Toccata, das Stollberger Stereo-Flaggschiff aus den End-70ern. Mutter musste in der Küche mit einem Andante aus dem gleichen Betrieb auskommen. Dem phasenweisen Küchenlärm dürfte das leistungsstarke Gerät locker gewachsen sein. Auf Fernsehantennen Richtung Dannenberg wurde verzichtet. Es lohnte sich nicht. Ebenso konnte auf Antennen für die DDR-Programme vom Sender Helpterberg verzichtet werden, sie kamen dank erstklassigem Senderstandort und reichlich Leistung vom Berliner Fernsehturm ebenso gut. Ob wohl der Winkelunterschied zu den West-Sendern in der Entfernung noch irgendwas ausgemacht hatte?
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RalphT
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von RalphT »

Gibt es eigentlich noch alte, originale Fotos von solchen Anlagen (Schuhschachtel)? Es wurde hier schon mal ewas gezeigt. Aber vielleicht gibt es ja noch das eine oder andere Bilchen dazu.
PAM
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von PAM »

RalphT hat geschrieben: Do 11. Jun 2026, 11:11 Gibt es eigentlich noch alte, originale Fotos von solchen Anlagen (Schuhschachtel)? Es wurde hier schon mal ewas gezeigt. Aber vielleicht gibt es ja noch das eine oder andere Bildchen dazu.
Ich hab' gefragt, er will bei seinen Eltern mal danach fragen. Zumindest bei der gemeinschaftlichen Errichtung von sowas wurde eigentlich immer fotografiert.
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RalphT
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von RalphT »

Das hört sich gut an. Das sind dann ja schon Raritäten. Wäre schade, wenn die irgendwann auf den Müllhaufen landen würden.
bluesoda
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von bluesoda »

PAM hat geschrieben: Do 11. Jun 2026, 10:04
bluesoda hat geschrieben: Do 11. Jun 2026, 07:43Neubrandenburg hat eigentlich alles über Berlin abgegriffen. Bungsberg viel zu weit weg mit 180km Entfernung, eventuell ging noch Dannenberg mit 150km Entfernung für NDR 2. Ansonsten kam das West TV und Radio Programm aus Berlin.
Etwas weiter westlich, genauer am südöstlichen Ufer der Müritz in Rechlin, holte man sich fürs Fernsehen alles aus Berlin. Einer meiner Kollegen wuchs dort auf und seine Eltern wohnen noch immer dort. Sie taten sich in der ersten Hälfte der 1980er mit Nachbarn zusammen und errichteten in Gemeinschaftsarbeit auf dem südlichsten Grundstück der Straße einen Antennenmast. Dieser war ein "irgendwo" abgegriffener Gittermast, vermutlich diente er früher mal für Flutlicht. Wegen des Umstiegs auf Satellitenfernsehen soll er jedoch schon in den frühen 1990ern die Fernsehantennen verloren haben, während Ukw noch bis zum Ende des Jahrzehnts weiter genutzt wurde. Nach dem Verkauf einzelner Häuser in der Straße und deren Sanierung/Dämmung wurde auch das von Haus zu Haus an einem tragenden Stahlseil geführte Koaxkabel entfernt. Der Mast wurde anlässlich des Verkaufs von Grundstück und Haus mit anschließender Sanierung in den 2000ern zerschnitten, abgetragen und verschrottet.

Vom Höhenschnitt her dürfte nichts im Weg gestanden haben und die rund 105 km z. B. zum Schäferberg bzw. etwa 100 km zum Sendemast am Scholzplatz sollten jahreszeitlich bzw. von der Witterung beeinflussten, aber weitgehend dauerhaften Fernsehmpfang ermöglicht haben. Nach seinen Erzählungen kamen Erstes West und Zweites West zumeist sehr ordentlich (E7, 100 kW und E33, 330 kW), gefolgt vom 3. Programm mit N3 und SFB-Regionalanteilen (E39, 200 kW). Ab 1987 folgte SAT.1 (E25 mit "nur" 125 kW) und beständigem Farbrauschen. Da das Programm inhaltlich interessant war, nahm man das Bildrauschen einfach hin. Gern hätte mein Kollege das ab 1991 aufgeschaltete RTL plus (E56, 100 kW) auch noch gesehen - den hohen Kanal brachten aber die montierte DDR-Antenne und wahrscheinlich auch der Verstärker nicht mehr. Es soll nicht mehr als ein stark rauschendes Schattenbild ohne Ton gegeben haben. RTL plus und die weiteren privaten Programme sorgten in den jungen 1990ern aber dafür, dass rasch auf jedes Haus eine Satellitenantenne kam.

Ukw aus Berlin war gar kein Problem und und dürfte bei den gleichen Entfernungen kaum spürbare Schwankungen gehabt haben. Mehrere Nachbarn in der Straße hatten zusätzliches Interesse an NDR 1 Niedersachsen und so wurde bei der Errichtung der Antennen eine weitere Ukw-Antenne zum Sender Dannenberg-Zernien gerichtet. Das wären dann rund 126 km und hinzu kommt, dass von dort nicht mit so hohen Sendeleistungen wie aus Berlin gesendet wurde. Entsprechend unterlag die Empfangsqualität nach den Erzählungen witterungsbedingten Schwankungen. Darauf reagierte seine Mutter wohl mit dem Druck auf die Mono-Taste, wenn es ihr zu stark rauschte. In der Wohnstube seiner Eltern stand ein Rema Toccata, das Stollberger Stereo-Flaggschiff aus den End-70ern. Mutter musste in der Küche mit einem Andante aus dem gleichen Betrieb auskommen. Dem phasenweisen Küchenlärm dürfte das leistungsstarke Gerät locker gewachsen sein. Auf Fernsehantennen Richtung Dannenberg wurde verzichtet. Es lohnte sich nicht. Ebenso konnte auf Antennen für die DDR-Programme vom Sender Helpterberg verzichtet werden, sie kamen dank erstklassigem Senderstandort und reichlich Leistung vom Berliner Fernsehturm ebenso gut. Ob wohl der Winkelunterschied zu den West-Sendern in der Entfernung noch irgendwas ausgemacht hatte?
Mit leicht erhöhtem Aufwand sollte in Rechlin eigentlich ein dauerhafter guter bis sehr guter Empfang möglich gewesen sein. Vielen Dank für den Einblick.
Rechlin könnte auch noch von Gartow (Höhbeck) Niedersachsen profitiert haben.
UKING
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von UKING »

UKING hat geschrieben: Mo 25. Mai 2026, 17:18 ...Niemand ahnte derzeit, dass da wenig später auch mehr möglich sein würde.
Ein Arbeitskollege, der in Dresden Striesen wohnte, also "ganz unten" im Elbtal, mit Sichtkontakt zum Wachwitzer Turm, erwähnte irgendwann - das muss so '83/'84 gewesen sein- dass er ebenfalls BAYERN3 empfangen würde. Das konnte ich nicht glauben, also fuhr ich da mal vorbei: Und ja - er hatte neben den Sendern vom Ochsenkopf z.B. noch HR3 vom Meißner, allerdings nicht so gut. Okay, meistens alles in mono, aber bei Tropo war auch akzeptabler Stereoempfang möglich. Ich war beeindruckt! Trotz nur knapper 4km zum Fernsehturm keine Kreuzmodulationen auf der Skala, wie sonst üblich, wenn man irgendwas in die Antennenbuchse steckte?! Die Erklärung lag im damals neu auf den Markt gekommenen Receiver "RS5001", das "Leuchtdiodengrab", welcher mit dem FET-Tuner "Typ7" ausgestattet war und in Verbindung mit einer 7er UKW-Antenne diese Ergebnisse liefern konnte. Übrigens ohne weitere Maßnahmen - Verstärker hätten das Gerät wahrscheinlich dann doch an seine Grenzen gebracht. Auch wenn der Empfang bei weitem nicht stabil war (bei normalen Empfangsbedingungen lief leider kaum ein Musikstück fadingfrei durch) musste ich das natürlich auch haben!

Da mein Vater ebenfalls einen RS5001 besaß, fehlte mir nur noch die Antenne. Nach monatelanger vergeblicher Suche hatte ich endlich Glück und erstand eine 7-Elemente UKW-Antenne aus Bad Blankenburg. Ich setze diese auf einen alten verrosteten Mast auf unserem vierstöckigen Haus in DD Laubegast und zog ein Koax zur Receiver. Bei ähnlichen Rahmenbedingungen wie mein Kollege hatte ich nun vergleichbare Ergebnisse! Der einzige Unterschied: Bei mir war HR3 immer besser und stabiler als BR3. Trotz wirklich mehrfachen Versuchen mit der Ausrichtung waren die Sender vom Ochsenkopf (incl. RIAS) irgendwie immer schlechter zu empfangen. Somit wurde HR3 mein Stammsender.

Interessant vielleicht noch das Fadingverhalten
Mein Kollege und ich hatten den Empfang mal telefonisch verglichen: Dieses, von uns als "Dampflok" bezeichnete rhythmische Rauschen, das uns fast jede Musikaufnahme versaute, war an beiden QTH unterschiedlich: Wenn es bei mir rauschte, war der Sender bei ihm oft noch da und umgekehrt! Also mussten die Abbrüche erst sehr kurz vorm Ende, quasi an der westlichen Kante zum Elbtal, entstehen! Die Antennen standen übrigens nur ca. 3km Luftlinie auseinander.
UKING
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von UKING »

Vielleicht noch kurz ein paar Anmerkungen zu den Empfangsergebnissen bei Tropo:
Mitte der 80er, zu Pfingsten, war die Skala mal richtig voll! Erst dachte ich, es sind Kreuzmodulationen, dann aber stellte ich fest: meine westlichen "Stammsender" lagen alle rauschfrei mit vollem Ausschlag an, zusätzlich empfing ich mehrere fremdsprachliche Stationen. Alle rauschfrei in Stereo! Mir ist niederländisch in Erinnerung geblieben und eine Sprache, die ich nicht deuten konnte: Bekanntes wie Französisch, Spanisch oder so hätte ich erkannt, aber das war was anderes. Heute denke ich, dass es vielleicht portugiesisch gewesen sein könnte? Ist das realistisch? Weiß das jemand?
PAM
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von PAM »

UKING hat geschrieben: Sa 13. Jun 2026, 12:40[...] Mir ist niederländisch in Erinnerung geblieben und eine Sprache, die ich nicht deuten konnte: Bekanntes wie Französisch, Spanisch oder so hätte ich erkannt, aber das war was anderes. Heute denke ich, dass es vielleicht portugiesisch gewesen sein könnte? Ist das realistisch? Weiß das jemand?
Mir ist auch schon öfter aufgefallen, dass angehobene Tropo-Bedingungen zeitgleich mit Sporadic-E auftreten. Heute ging es bislang von Finnland über Russland zur Türkei und jetzt nach Griechenland. Zeitgleich sind meine Tropo-Indikatoren Brocken und Torfhaus (218, 222 km) sowie einige Grundnetzsender aus dem Süden Dänemarks (300...345 km) präsent. Die Tropo-Empfänge sind nicht so stark wie z. B. bei ausgeprägten Tropolagen im Herbst, jedoch stören sie mich jetzt eher.

Deine Empfänge bis etwa Höhe Niederlande oder Frankreich wären hinsichtlich der Entfernungen durch Tropo-Bedingungen ermöglicht worden. Portugal, Spanien, der Westen Frankreichs usw. sind über Sporadic-E machbar.

Heute sind die Bedingungen ganz gut dafür, probiere dein Glück! Arbeite dich im Ukw-Band von unten nach oben durch die Lücken zwischen deinen Ortssendern und habe die Geduld des Jägers! Also auch mal abwarten, wenn es auch nur den Hauch eines Signalrests gibt. Der schaukelt sich durchaus auch mal hoch.
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