Westfernsehen in der DDR

Das Radioforum. Hier dreht sich alles um die technischen Seiten des Radio- und TV-Empfangs.
UKING
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von UKING »

Hallo zusammen,
nun habe ich mir die letzten Wochen den gesamten (!) Thread hier durchgelesen und viel Interessantes dabei erfahren. Vor allem zu den Empfangsbedingungen an verschiedenen Orten in der DDR. Aufgewachsen in den 70/80er Jahren im „Tal der Ahnungslosen“ mit einziger auswärtiger Verwandtschaft in Gotha/Thüringen, interessierte mich das natürlich immer schon sehr! Intuitiv glaubte ich immer, dass man nur weit genug aus dem Elbtal raus müsse, um Westfernsehen zu empfangen. Das wurde nun gleichermaßen widerlegt als auch bestätigt:
Einerseits denke ich da an die manchmal z.B durch diverse Doppelkanalstörer erschwerten Bedingungen in Regionen, die ich eigentlich für problemlos hielt. Andererseits denke ich an die beachtlichen Empfangserfolge, erkauft mit gigantischem Aufwand, z.B. in Pirna Sonnenstein, Meißen oder den berühmten Kirchhof in Moritzburg. Von Zittau (!) ganz zu schweigen.

Als Dresdner war Westempfang in der Stadt in meiner Kindheit kein Thema. Niemand hatte da irgendwelche Ambitionen entwickelt - es war Konsens, dass, spätestens seit Inbetriebnahme des Wachwitzer Fernsehturms, jegliche Bemühungen, auch dank noch nicht entwickelter „geländegängiger“ Tunertechnik, die sich nicht „blenden“ ließ, ergebnislos seien. So blieben uns nur die AM-Frequenzen für die Nachrichten auf dem Deutschlandfunk für die Väter und Radio Luxemburg für die Hausfrauen - das 5kHz-Pfeifen der Kurzwelle war vormittags im ganzen Mietshaus zu hören! :D Und als ganz kleines Kind wunderte ich mich über den „anderen Sandmann“ bei der Omi. Das war halt so…

Die erste Erkenntnis, dass es zumindest mit UKW, auch anders gehen kann, erlebte ich im Herbst 1981: Meine Lehrwerkstatt befand sich im Helfenberger Grund: ein enges, rechtselbisches Tal, welches sich nach Südwesten hin öffnet. Dort hatten sie ein „Dampfradio“, das den ganzen Tag störungsfrei BAYERN3 abspielte! Man musste nur den Abstimmknopf ganz nach rechts drehen und kurz vor Anschlag war der Sender, zwar ziemlich leise, aber konstant zu hören. Ich war baff! Westradio auf UKW?! (Heute weiß ich, dass es 99,4 MHz vom Ochsenkopf gewesen sein musste.) Ich nahm damals an, dass das Tal wohl den Fernsehturm wirkungsvoll abschirmte, aber vor allem aufgrund der trichterartigen Form als eine Art „Antennenverstärker“ wirkte. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich überzeugt, dass das dort die einzige Stelle sei, an der sich dieser „Effekt“ beobachten ließ. Drüben in der Stadt schien mir UKW-Empfang aus Bayern zu dieser Zeit weiterhin völlig unmöglich, sodass ich das Erlebnis meiner Lehrzeit oft lediglich als Anekdote weitergab, was jedes Mal ungläubiges Staunen hervorrief. Niemand ahnte derzeit, dass da wenig später auch mehr möglich sein würde.
bluesoda
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von bluesoda »

Hier mal ein Beitrag wie das West Fernsehen für die SED Genossen auf die Insel Vilm über Richtfunk kam.

https://www.radiomuseum.org/forum/insel ... tfunk.html

Ministerium für Post-und Fernmeldewesen Berlin 13.03.1990

Hauptabteilung Betrieb

und Verkehr des Funkwesens



AKTENNOTIZ

zur Errichtung und zum Betrieb der Richtfunkstrecke Ahrenshoop – INSEL VILM ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Durch die frühere Partei- und Staatsführung wurde seit mehreren Jahren die Forderung

erhoben, Möglichkeiten für den ständigen Empfang der Fernsehprogramme der BRD

(insbesondere ARD, ZDF, NIII) für das Gästeheim des Ministerrates der DDR auf der Insel

VILM zu schaffen.

Diese Forderung konnte nicht realisiert werden, da die geforderte Empfangsqualität auf-

grund der physikalischen Bedingungen nur mit hohem finanziellen und materiellem Aufwand

realisierbar gewesen wäre.

Im Juni 1987 erhielt das Ministerium für Post und Fernmeldewesen vom damaligen

Wirtschaftssekretär des ZK der SED, Mittag, über den Bereich Kommerzielle Koordinierung

den Auftrag, den Empfang des BRD-Fernsehens auf der Insel VILM in guter Qualität kurzfristig

zu sichern. Begründet wurde das damit, daß sich Honecker während seines Urlaubes im

Juli 1987 auf der Insel VILM aktuell über die Reaktion der BRD-Medien auf seinen für September geplanten BRD-Besuch informieren müsse.

Durch die HA (Hauptabteilung) Betrieb und Verkehr des Funkwesens des Ministeriums

für Post- und Fernmeldewesen wurde in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen der

Deutschen Post eine Lösungsvariante erarbeitet, die folgendes beinhaltete:



Der Empfang der BRD-Fernsehprogramme auf der Insel VILM kann nur durch die terristische Übertragung über Richtfunkstrecken realisiert werden. Dazu sind erforderlich:



Errichtung einer Empfangsantennenanlage für drei Programme in der Funkstelle der

Deutschen Post in Ahrenshoop.



Aufbau von Richtfunk-Verbindungen für drei Programme zur Übertragung zur Insel

VILM über die Richtfunkstrecke der deutschen Post in Stralsund als Relaisstelle.



Errichtung eines mindestens 25 m hohen Antennenmastes auf der Insel VILM.



Einspeisung der BRD-Programme in die Gemeinschaftsantennenanlage auf der Insel

Vilm.



Es wurde der Standpunkt erarbeitet, daß das die einzigste realisierbare Variante wäre, welche

jedoch mit hohem Aufwand verbunden sein würde. Der Deutschen Post standen dafür keine

Übertragungskapzitäten zur Verfügung. Der Einsatz mobiler Richtfunktechnik kam aufgrund

der zeitweiligen hohen Anforderungen an die Studiotechnik Fernsehen (Feierlichkeiten zur

750-Jahr-Feier Berlins, Festumzug, Wasserfest, u.a.) nicht in Betracht.



Am 17.Juni wurde das Ministerium für Post- und Fernmeldewesen von der Entscheidung Günter

Mittags informiert, daß eine Richtfunkstrecke Ahrenshoop zur Insel VILM in kürzester Frist zu

errichten sei. Die Beschaffung der dazu erforderlichen Ausrüstungen wird durch den Bereich

Kommerzielle Koordinierung durchgeführt.

Das Kombinat Funk und Fernmeldeanlagenbau Berlin wurde mit der Errichtung des Antennen-

trägers auf der Insel VILM beauftragt. Das Ministerium für Post- und Fernmeldewesen war für den Aufbau und die Inbetriebnahme der Richtfunktechnik und der Empfangsantennenanlage

verantwortlich.

Es wurde entschieden, daß die Richtfunkstrecke nach dem Import durch den Bereich

Kommerzielle Koordinierung durch die Deutsche Post in Mark der DDR bezahlt wird und in Rechtsträgerschaft der Funkdirektion der Deutschen Post übergehen würde. Diese sollte für eine Dauer von ca. 6 Wochen vermietet werden.



Am 18. und 19.Juni 1987 wurde die Empfangsanlage in der Funkstelle Ahrenshoop errichtet und die Empfangsbedingungen für die BRD-Programme positiv beurteilt.



Am 20.Juni 1987 wurde im VE ( Volks Eigenen) Kombinat Industrie und Hafenbau Stralsund

eine Beratung mit dem Ziel der kurzfristigsten Errichtung eines Antennenträgers auf der Insel VILM durchgeführt.



Als Antennenträger wurde ein in Greifswald zwischengelagerter 29m-Stahl-Gittermast vorgesehen.

Die Gründungsarbeiten für das Mastfundament und das Schütten des Betons erfolgten bis zum 24.Juni 1987. Am 26. und 27.Juni wurden die Antennenträger durch die Interflug montiert.



Am 26. Juni 1987 wurde die Richtfunktechnik,

Hersteller: Continental Microwave, Großbritannien

durch Herrn Hochholdt und Herrn Schwarz, MPF (Ministerium für Post und Fernmeldewesen),

auf dem Flughafen in Berlin-Schönefeld übernommen. Am 27. und 28.Juni wurde durch die

Studiotechnik Fernsehen (DDR Fernsehen Berlin Adlershof) die Richtfunktechnik in Ahrenshoop , Stralsund und auf der Insel VILM installiert und in Betrieb genommen.

Die Inbetriebnahme erfolgte planmäßig am 28.06.1987 um 17,00 Uhr. Die drei BRD-

Fernsehprogramme wurden in die Gemeinschaftsantennenanlage eingespeist.



Die Deutsche Post, Funkdirektion, wurde die gesamte Richtfunktechnik durch das Aussen-

Handelsunternehmen DELTA für 3.860647,40 Mark der DDR ( Valutagegenwert: 318.116 Pfd Sterling ) verkauft.



Erstmals Ende August 1987 wurde dem MPF durch den Leiter des Gästeheimes VILM,

Herrn Heine, die Forderung übermittelt, einen Abbau der Richtfunktechnik nicht vorzunehmen.

Trotz der Einwände, daß die Richtfunktechnik für einen ständigen Einsatz unter den dortigen

klimatischen Bedingungen ungeeignet wäre und in der Funkdirektion und der Studiotechnik

Fernsehen ständiger Bedarf bestünde, wurde das MPF durch das Sekretariat des Minister-

rates beauftragt, einen Nutzungsvertrag für die ständige Nutzung der Richtfunktechnik zur Versorgung der Insel VILM mit den Programmen des BRD-Fernsehens abzuschließen.

Begründet wurde das vor allem damit, daß der Urlaub von Honecker zwar vorüber sei, ein einmal eingerichteter Komfort bei der Gästebetreuung nicht abgebaut werden könne.

Obwohl diese Maßnahme von den Mitarbeitern der Deutschen Post heftig kritisiert wurde und für ständige Diskussionen Anlass gab, wurde der Abschluß des Vertrages durch das

Sekretariat des Ministerrates durchgesetzt.

Am 14.Januar 1988 wurde ein Nutzungsvertrag zwischen dem MPF und dem Sekretariat

des Ministerrates abgeschlossen.

Wesentliche Vertragspunkte waren:



ständiger Betrieb der Richtfunktechnik ausschließlich für die Versorgung der Insel VILM.

Bezahlung von 2.275.020,00 Mark der DDR entsprechend der Kalkulation durch das MPF.



Da Mitte 1988 durch den Aufbau einer Satelliten-Empfangsanlage auf der Insel VILM das

Programm NIII über einen Satelliten empfangen werden konnte, wurde am 27.09.1988 eine Änderung des Vertrages vorgenommen und eine Richtfunkstrecke vollständig demontiert.

Für den durch die Deutsche Post zu erbringenden Leistungsanteil wurde ein Preis von

1.367.366,00 Mark der DDR pro Jahr vereinbart.



Diese Richtfunkstrecke wurde von der Funkdirektion der Deutschen Post an die Studiotechnik Fern-

sehen nach Berlin-Adlershof umgesetzt und dort als Grundmittel aktiviert.



Am 06.12.1989 wurde der Vertrag mit dem Sekretariat des Ministerrates durch das MPF gekündigt,

alle Richtfunkstrecken wurden am 10.12.1989 abgeschaltet.

Am 11.Januar 1990 wurde die gesamte Richtfunktechnik demontiert und zur Studiotechnik Fernsehen

nach Berlin- Adlershof umgesetzt. Mit der Umsetzung konnten veraltete Anlagen ersetzt werden....
MainMan
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von MainMan »

bluesoda hat geschrieben: Mo 8. Jun 2026, 13:04 Da Mitte 1988 durch den Aufbau einer Satelliten-Empfangsanlage auf der Insel VILM das Programm NIII über einen Satelliten empfangen werden konnte, wurde am 27.09.1988 eine Änderung des Vertrages vorgenommen und eine Richtfunkstrecke vollständig demontiert.
Welcher Satellit soll das gewesen sein?
Über den Intelsat auf 60° Ost kamen Ende der 80er nur West 3 und das Bayerische Fernsehen.
N3 war AFAIR erstmals im Mai 1991 über Satellit zu empfangen (ASTRA 1B).
bluesoda
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von bluesoda »

Da hast du Recht. Da muss in der Zusammenfassung etwas verwechselt worden sein. N3 wurde erstmals am 26.09.1990 als erste Drittes TV Programm über Satellit ausgestrahlt
bluesoda
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von bluesoda »

bluesoda hat geschrieben: Mo 8. Jun 2026, 14:35 Da hast du Recht. Da muss in der Zusammenfassung etwas verwechselt worden sein. N3 wurde erstmals am 26.09.1990 als erste Drittes TV Programm über Satellit ausgestrahlt
Allerdings sagt die KI etwas anderes -)


Im Jahr 1988 wurden über das direkte Satellitenfernsehen (DTH) vor allem die öffentlich-rechtlichen Programme. Private Sender waren zu diesem Zeitpunkt überwiegend dem terrestrischen Empfang oder Kabelnetzen vorbehalten und starteten erst Ende 1989 über Satellit.Konkret wurden 1988 folgende Sender über Satellit ausgestrahlt:Das Erste (ARD)ZDFDie Dritten Fernsehprogramme der ARD (z.B. WDR, BR, HR, N3)Sat.1 (als Übergangs- oder Testeinspeisung vor dem offiziellen Astra-Regelbetrieb)RTL (früher RTL plus)Tele 5Zudem startete im März 1988 mit Star*Sat Radio der erste private deutsche Radiosender, der europaweit über Satellit zu empfangen war.Historisch wichtig war das Jahr 1988 auch für die Vorbereitung des späteren Massenmarktes: Am 11. Dezember 1988 wurde mit ASTRA 1A der erste Satellit in den Orbit geschickt, der ab Dezember 1989 die revolutionäre, unverschlüsselte Ausstrahlung vieler weiterer Privatsender (wie ProSieben und RTL) ermöglichte.
Wolfgang R
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von Wolfgang R »

bluesoda hat geschrieben: Mo 8. Jun 2026, 14:37
Allerdings sagt die KI etwas anderes -)
Naja, noch gibt es ja Zeitzeugen wie mich, die es besser wissen. Da glaube mal keiner KI....

Oder willst du uns veräppeln?

bluesoda hat geschrieben: Mo 8. Jun 2026, 14:37 Im Jahr 1988 wurden über das direkte Satellitenfernsehen (DTH) vor allem die öffentlich-rechtlichen Programme. Private Sender waren zu diesem Zeitpunkt überwiegend dem terrestrischen Empfang oder Kabelnetzen vorbehalten und starteten erst Ende 1989 über Satellit.Konkret wurden 1988 folgende Sender über Satellit ausgestrahlt:Das Erste (ARD)ZDFDie Dritten Fernsehprogramme der ARD (z.B. WDR, BR, HR, N3)Sat.1 (als Übergangs- oder Testeinspeisung vor dem offiziellen Astra-Regelbetrieb)RTL (früher RTL plus)Tele 5Zudem startete im März 1988 mit Star*Sat Radio der erste private deutsche Radiosender, der europaweit über Satellit zu empfangen war.Historisch wichtig war das Jahr 1988 auch für die Vorbereitung des späteren Massenmarktes: Am 11. Dezember 1988 wurde mit ASTRA 1A der erste Satellit in den Orbit geschickt, der ab Dezember 1989 die revolutionäre, unverschlüsselte Ausstrahlung vieler weiterer Privatsender (wie ProSieben und RTL) ermöglichte.
So ein Quark! Die Inlandsversionen von ARD und ZDF waren 1988 noch lange nicht über Satellit, man hatte da 1Plus (SWF Baden-Baden) bzw. 3Sat (ZDF Mainz).

Offiziell gab es das Inlands-ARD und ZDF erst zur IFA 1993 (27. August bis 5. September), ARD übernahm den Platz von 1Plus, ZDF startete mit vielen, aber nicht allen Dritten auf 1C. Also erst weit nach Ende DDR!

1988 war möglich:
Intelsat VA-F12 60° Ost : BFS, West 3, ARD-1plus
Eutelsat I-F1 13° Ost : 3sat, RTLplus, Sat 1, Teleclub (uncodiert!)

Beide Satelliten waren sauber mit Spiegeln von ca. 1M und mehr zu bekommen.

Auf 3Sat liefen die Nachrichten aus allen drei Geberländern: Heute, ZIB (Abgriff vom Oly in München, oft mit Jalousie), Tagesschau (CH)

Ob auf dem eher kulturell geprägten damaligen 1Plus die ARD-Tagesschau lief, weiß ich nicht.
Nachtrag: Tat sie - siehe: https://tvprogramme.shoutwiki.com/wiki/ ... 986#1_PLUS

Aber schon 3Sat war ja für diejenigen, die sich über die Nachrichten der drei deutschsprachigen Länder im NSW informieren wollten, wie ein Hauptgewinn.
QTH: JN48DM - Oberes Murgtal (Baiersbronn)
MainMan
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von MainMan »

bluesoda hat geschrieben: Mo 8. Jun 2026, 14:35 Da hast du Recht. Da muss in der Zusammenfassung etwas verwechselt worden sein. N3 wurde erstmals am 26.09.1990 als erste Drittes TV Programm über Satellit ausgestrahlt
Wie kommst du jetzt auf diesen Termin?
Wie gesagt, N3 kam über ASTRA 1B und der nahm erst im April 1991 seinen Betrieb auf.
Wolfgang R hat geschrieben: Mo 8. Jun 2026, 16:16
bluesoda hat geschrieben: Mo 8. Jun 2026, 14:37
Allerdings sagt die KI etwas anderes -)
Naja, noch gibt es ja Zeitzeugen wie mich, die es besser wissen. Da glaube mal keiner KI....
:spos:
bluesoda
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von bluesoda »

Nein alles gut, die KI spuckt da falsche Daten aus und der Grund warum eine Richtfunkstrecke abgebaut worden ist, muss ein anderer gewesen sein.
Kann nicht damit erklärt werden, dass ab 1988 N3 über Satellit zu empfangen war. Da das definitiv nicht stimmen kann.
PAM
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von PAM »

N3 kam bereits in den 1980ern nach Westberlin und bildete das Mantelprogramm des Berliner E39 in den Zeiten, in denen der SFB kein eigenes Programm ausstrahlte. Das sollte aber über Richtfunk vom Elbufer ;) nach Berlin gekommen sein.

In Erinnerung blieb mir irgendwie, dass N3 im Vergleich zu den SFB-Programmanteilen immer etwas blasser wirkte, von der Bildqualität sonst aber einwandfrei war. Gegen "Zweites West" wirkte es ebenso blasser. Vergleichgerät war ein RFT Colorett.
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von DL4APJ »

PAM hat geschrieben: Di 9. Jun 2026, 14:49 In Erinnerung blieb mir irgendwie, dass N3 im Vergleich zu den SFB-Programmanteilen immer etwas blasser wirkte, von der Bildqualität sonst aber einwandfrei war. Gegen "Zweites West" wirkte es ebenso blasser. Vergleichgerät war ein RFT Colorett.
Ja, zu Analogzeiten waren da tatsächlich öfters Unterschiede zu bemerken.

Auch bei der vorher genannten Ausstrahlung aller Dritten über ASTRA war z.B. bei der Tagesschau das schärfste und brillanteste Bild immer bei N3 zu sehen, die Tagesschau bei den anderen Dritten und auch beim Ersten war mehr oder weniger "blasser, unscharfer" etc.
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von janosch79 »

Muss ja auch nicht unbedingt stimmen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Intelsat_VA_F-12

Aber Intelsat_VA_F-12 war hier nicht auf 60°Ost. sonderen 34,5W. !?

Aber ich glaube mich zu erinnern, der war schon recht weit östlich und mit BR und WDR war er vor Kopernikus einer der Lieferanten für das Bundespost-Kabel.
MainMan
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von MainMan »

janosch79 hat geschrieben: Di 9. Jun 2026, 15:25 Muss ja auch nicht unbedingt stimmen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Intelsat_VA_F-12

Aber Intelsat_VA_F-12 war hier nicht auf 60°Ost. sonderen 34,5W. !?

Aber ich glaube mich zu erinnern, der war schon recht weit östlich und mit BR und WDR war er vor Kopernikus einer der Lieferanten für das Bundespost-Kabel.
Doch, der war schon auf 60° Ost und diente der DBP als Kabelzuführung von West 3, BFS, 1 Plus, Musicbox (ab 1/88: Tele 5) und Eureka-TV (ab 1/89: Pro 7).
UKING
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von UKING »

bluesoda hat geschrieben: Mo 8. Jun 2026, 13:04
Am 06.12.1989 wurde der Vertrag mit dem Sekretariat des Ministerrates durch das MPF gekündigt,

alle Richtfunkstrecken wurden am 10.12.1989 abgeschaltet.
Das kann ich mir gut vorstellen. In diesen Tagen ging es doch drunter und drüber! Und eine Richtfunkstrecke zur Erbauung der Partei- und Staatsführung - dafür hatte dann niemand mehr Verständnis.
tojo
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Registriert: Fr 31. Aug 2018, 17:24

Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von tojo »

Wurde da der Bungsberg (ZDF K21 235 KW, NDR K47 235 KW, ARD K50 260 KW) abgegriffen? Der liegt ca. 110 km entfernt von Ahrenshoop und dazwischen großenteils offenes Wasser.
PAM
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Re: Westfernsehen in der DDR

Beitrag von PAM »

tojo hat geschrieben: Di 9. Jun 2026, 20:25 Wurde da der Bungsberg (ZDF K21 235 KW, NDR K47 235 KW, ARD K50 260 KW) abgegriffen? Der liegt ca. 110 km entfernt von Ahrenshoop und dazwischen großenteils offenes Wasser.
Das dürfte die Signalquelle gewesen sein. Alles andere war zu weit weg.
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