Historische Antennen-Dose

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WiehengeBIERge
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Re: Historische Antennen-Dose

Beitrag von WiehengeBIERge »

Jürgen Martens hat geschrieben: Mi 11. Mär 2026, 08:56 Guten Morgen,
es war ziemlich gefährlich, die ganzen Komponenten der Verteilung auf eine Holzplatte zu montieren.
Erhitzt sich z.B. der Verstärker zu stark, erhitzt sich auch die Platte und fängt an zu kokeln.
Wenn es dumm läuft, brennt dann der Dachstuhl.
Aus diesem Grund sind Metallplatten Vorschrift, denn Metall kokelt nicht.
Wie man sieht, floss da schon Wasser über die Geräte. Nur gut, dass diese dabei keinen Schaden genommen haben....
Nachdenkliche Grüße
Jürgen
Das ist die heutige Sichtweise (was nicht heisst, dass es nicht stimmt). ;)
So in der Art sind die GA-Anlagen, oder die verbastelten Reste davon, in quasi jedem 60er-Jahre "Kübel" aufgebaut gewesen.
Sind auch heute oft noch in Resten vorhanden, nur seltenst noch in Betrieb (oft dagegen sind sie auch auf Kabelfernsehen "umgerüstet" worden).
Umgerüstet heisst, dass einfach der ganze Rotz inkl. einfach geschirmten Kabeln, fragwürdigen Dosen mit zu geringer oder gar keiner Entkopplung, gelassen wurde und statt der Antenne das BK-Signal angeschlossen wurde.
Ist leider immer noch oft anzutreffen, je grösser die Stadt ist, umso häufiger. ;)

Auf korrekten Aufbau inkl. Entkopplung haben früher auch die wenigsten geachtet.
Es kam ja auch immer "irgendwie" trotzdem ein Bild :D
RalphT
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Re: Historische Antennen-Dose

Beitrag von RalphT »

Ich muss zugeben, dass ich früher das Ganze auch auf einer Holzplatte montiert hätte. Wenn es sich nur um einen Verstärker plus Weiche gehandelt hatte, dann hatte man das schon mal an einem Holzpfeiler montiert.
Dass der Verstärker rmal abfackeln könnte, das hatten damals wohl die wenigsten Monteure auf dem Schirm.

Hier im Bremen gab es ja auch kaum etwas zu montieren. Da wurde eine Weiche mit 2 Eingängen benötigt und je nach Bedarf ein Verstärker.
Studio Oldenburg
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Re: Historische Antennen-Dose

Beitrag von Studio Oldenburg »

Auch wenn das Ding recht warm wird denke ich mal, der hängt da schon so lange im 24/7 Dauerbetrieb, da passiert dann auch nix. Und ein Rauchmelder hängt direkt dadrüber.
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Wolfgang R
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Re: Historische Antennen-Dose

Beitrag von Wolfgang R »

WiehengeBIERge hat geschrieben: Mi 11. Mär 2026, 16:49 Umgerüstet heisst, dass einfach der ganze Rotz inkl. einfach geschirmten Kabeln, fragwürdigen Dosen mit zu geringer oder gar keiner Entkopplung, gelassen wurde und statt der Antenne das BK-Signal angeschlossen wurde.
Ist leider immer noch oft anzutreffen, je grösser die Stadt ist, umso häufiger. ;)
HÜP, HAV, langes Kabel zur alten Antennenverteilung, auf den ersten Verteiler drauf, fertig. MBV wurde oft hängen gelassen, der Mast flog zumeist irgendwann runter :D

Ich baute solche Verkabelungen inkl. MBV auch sehr oft auf Holzbrettchen. Weil ich es so gelernt und übernommen habe. Die MBV wurden auch nicht sonderlich warm.

Das gab es tausend mal und tausend mal ist nix passiert...ja, macht man heute nicht mehr so und der PA muss auch bei Komponentenausbau erhalten bleiben, etc., etc.

Deshalb baue ich nur noch auf Lochblech Montagepatten, weil ich das als die absolute Perfektion empfinde. Oben ein PA Block (Eingang), unten ein PA Block (Abgang) und der Rest mit auf den Milimeter passenden selbst konfektionierten Patchkabeln aufgebaut.

Machen grosse BK Betreiber angeblich auch so :sagnix:

Gibt auch mit Kasten drum rum, wenn man es abschliessen will.

PS: Früher wurden auch NZ-Tafeln in kleine Holz-Einbauschränkchen gebaut, oben vier fette Diazed Einsätze, Hauselektrik fertig ;)
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RalphT
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Re: Historische Antennen-Dose

Beitrag von RalphT »

Studio Oldenburg hat geschrieben: Mi 11. Mär 2026, 17:53 Auch wenn das Ding recht warm wird denke ich mal, der hängt da schon so lange im 24/7 Dauerbetrieb, da passiert dann auch nix. Und ein Rauchmelder hängt direkt dadrüber.
Im fehlerfreien Dauerbetrieb passiert das nichts. Hier geht es eher um einen Fehlerfall im Antennenverstärker. Der hat ja auch ein Netzteil, was mal kaputt gehen kann. Und dann kann das schon mal gefährlich schmoren.
WiehengeBIERge
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Re: Historische Antennen-Dose

Beitrag von WiehengeBIERge »

Zur Frühzeit von Kabel-HSI (Vollausbauten, keine Einzelanschlüsse) haben wir sogar Kabelanschlüsse auf Holzplatten oder Holzrückwänden von Schränken gebaut.
Irgendwann kam dann mal auf, bei solchen Schränken eine Stahlblech-Platte (Vollblech) auf die Holzplatte zu schrauben.

Und noch einige Jahre später kamen dann die ersten Schränke mit den Lochplatten-Rückwänden. Und noch viel später ist man dann auf die Idee gekommen, die Lochplatten-Rückwände einfach so als "Montageplatte" auch für Einzelinstallationen zu nehmen.
Wobei das was darauf aufgebaut wird, oft (sowohl technisch als auch handwerklich) schlechter / hässlicher ist als das, was wir vor >20 Jahren einfach so an die Wand gedübelt haben (mit frei gebogenen Erdungsdrähten zwischen den Bauetilen - manche konnten es ordentlich, andere überhaupt nicht :D ). Heute würde ich behaupten, dass es gar keiner mehr ordentlich kann ;) .

Habe übrigens noch nie davon gehört, dass es durch einen HAV oder MBV, im Normalbetrieb zu einem Brand kam. Oft sind die Teile ja sogar direkt an den Dachbalken angeschraubt. Die werden ja noch nicht mal 55° heiß, also die Warmwasserrohre werden heißer...
Studio Oldenburg
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Re: Historische Antennen-Dose

Beitrag von Studio Oldenburg »

Wolfgang R hat geschrieben: Mi 11. Mär 2026, 18:53
PS: Früher wurden auch NZ-Tafeln in kleine Holz-Einbauschränkchen gebaut, oben vier fette Diazed Einsätze, Hauselektrik fertig ;)
Der Stromkasten (mit Stromzählern für alle Wohnungen plus allgemeinen Strom) ist auch meines Wissens nach in einem Holzschränkchen im Treppenhaus unten.

Schwarzer schrank von Geyer plus Schmelzsicherungen, da allerdings modernere Stromzähler drauf.
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Jürgen Martens
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Re: Historische Antennen-Dose

Beitrag von Jürgen Martens »

RalphT hat geschrieben: Mi 11. Mär 2026, 19:14
Studio Oldenburg hat geschrieben: Mi 11. Mär 2026, 17:53 Auch wenn das Ding recht warm wird denke ich mal, der hängt da schon so lange im 24/7 Dauerbetrieb, da passiert dann auch nix. Und ein Rauchmelder hängt direkt dadrüber.
Im fehlerfreien Dauerbetrieb passiert das nichts. Hier geht es eher um einen Fehlerfall im Antennenverstärker. Der hat ja auch ein Netzteil, was mal kaputt gehen kann. Und dann kann das schon mal gefährlich schmoren.
Eben, darauf wollte ich hinaus. Bekanntlich steigt die Ausfallwahrscheinlichkeit mit dem Gerätealter an.
Und dann schmort nach einem Vierteljahrhundert auf einmal irgendwas im Netzteil des Antennenverstärkers durch. Dann ist es gut, wenn das auf einem Metalllochgitter passiert und nicht auf einem Dachbalken.
Es soll bitte niemand meinen, das passiert bei mir nicht - bis der Dachstuhl brennt.....
Nachdenkliche Grüße
Jürgen.
P.S.: Werde mich mal erkundigen, ob Elektroinstallationen auf Holz früher erlaubt waren.
WiehengeBIERge
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Re: Historische Antennen-Dose

Beitrag von WiehengeBIERge »

Natürlich waren sie das. Siehe diese Holztafeln, die in ganz vielen alten Häusern hängen, auf denen die Zähler angebracht sind und oft auch die Sicherungen, manchmal sind die Hutschienen direkt auf der Holzplatte. Gerade hier im Norden sehr oft in größeren Städten ("Hamburger Holztafel" für Insider).
Das gab/ gibt es tausendfach in Deutschland, genau so wie auf Holz montierte Verstärker (was auch nicht verboten ist).

Und reihenweise abgebrannt sind die Häuser trotz aus heutiger Sicht vielleicht abenteuerlicher Installation nicht ;) .
Das reale Leben ist was anderes als das, was in heutigen Lehrbüchern steht :) .
B.Zwo
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Re: Historische Antennen-Dose

Beitrag von B.Zwo »

Ein Schaltnetzteil zur Versorgung eines Multischalters ist mir bereits zweimal durchgebrannt. Zum Glück ist aber nichts weiter passiert. Ich habe deswegen jetzt ein deutlich fettes Netzteil installiert.
Jürgen Martens
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Re: Historische Antennen-Dose

Beitrag von Jürgen Martens »

Gerne werden Strombelastbarkeiten bei "günstigen" Netzteilen sehr gewagt angegeben.
Man sollte daher ein Netzteil immer etwas überdimensioniert wählen (also für höhere Strombelastbarkeit)
als es der Verbraucher fordert. Besonders im 24h/7t-Daueretrieb, womöglich noch bei teilweise höheren Temperaturen als 20°C. Gilt für Trafo-, aber auch für Schaltnetzteile.
Gruß, Jürgen
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