Ausbreitung der NPO-Sender

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DXer
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Ausbreitung der NPO-Sender

Beitrag von DXer »

Ich bin mir nicht sicher, ob auch andere bereits diese Erfahrung gemacht haben: Die vertikal polarisierten leistungsstarken NPO-Sender scheinen sich deutlich von den horizontal sendenden Programmen in Deutschland zu unterscheiden: Während bei den hiesigen Sendern die Pegel mit zunehmender Entfernung weitgehend gleichmäßig abnehmen, ist es bei der NPO anders: An einem Ort kommt das Signal nahezu in Ortssenderqualität rein und nur wenige Kilometer davon entfernt geht so gut wie gar nichts. Besonders aufgefallen ist mir dies bei der 96,2 aus Markelo. Die Streuung ist weitaus größer.
Deckt sich das mit euren Erfahrungen?
Hat dies etwas mit der Polarisation zu tun?
energychari
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Re: Ausbreitung der NPO-Sender

Beitrag von energychari »

Das liegt doch an mangelnder Antennenhöhe, 80kW aus 138 Metern sind nun wirklich kein Brüller, insbesondere Richtung hügelige(re)s Deutschland. Da ist klar, warum das Signal paar Kilometer weiter topografisch ganz ausgeblasen wird
Nordwestdeutscher
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Re: Ausbreitung der NPO-Sender

Beitrag von Nordwestdeutscher »

DXer hat geschrieben: So 16. Jun 2024, 18:30 Ich bin mir nicht sicher, ob auch andere bereits diese Erfahrung gemacht haben: Die vertikal polarisierten leistungsstarken NPO-Sender scheinen sich deutlich von den horizontal sendenden Programmen in Deutschland zu unterscheiden: Während bei den hiesigen Sendern die Pegel mit zunehmender Entfernung weitgehend gleichmäßig abnehmen, ist es bei der NPO anders: An einem Ort kommt das Signal nahezu in Ortssenderqualität rein und nur wenige Kilometer davon entfernt geht so gut wie gar nichts. Besonders aufgefallen ist mir dies bei der 96,2 aus Markelo. Die Streuung ist weitaus größer.
Deckt sich das mit euren Erfahrungen?
Hat dies etwas mit der Polarisation zu tun?
Hier in Oldenburg bekomme ich im TEF die NPO-Sender aus Smilde (88, 91.8, 94.8) und auch SkyRadio absolut nicht rein ohne Tropo. Und wenn dann maximalst schwach. Entfernung laut FMScan 125km. Zum Vergleich die 80kW Brummer aus HH-Moorfleet (131km) gehen in 99% der Zeit je nach Ausrichtung in Stereo. Antennenhöhe/Höhe über NN ist ziemlich vergleichbar.
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iro
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Re: Ausbreitung der NPO-Sender

Beitrag von iro »

Nordwestdeutscher hat geschrieben: So 16. Jun 2024, 19:13 Hier in Oldenburg bekomme ich im TEF die NPO-Sender aus Smilde (88, 91.8, 94.8) und auch SkyRadio absolut nicht rein ohne Tropo.
Das war von dem Brand in Smilde anders! Nach dem Neubau ist Oldenburg irgendwo zwischen 2 Flügeln des Schmetterlingsdiagramms der neuen Antenne verschwunden.
Vorher gingen 88, 91.8, 94.8 und 101.0 auf der A29 meistens noch einigermaßen brauchbar.
Nordwestdeutscher
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Re: Ausbreitung der NPO-Sender

Beitrag von Nordwestdeutscher »

iro hat geschrieben: So 16. Jun 2024, 19:30
Nordwestdeutscher hat geschrieben: So 16. Jun 2024, 19:13 Hier in Oldenburg bekomme ich im TEF die NPO-Sender aus Smilde (88, 91.8, 94.8) und auch SkyRadio absolut nicht rein ohne Tropo.
Das war von dem Brand in Smilde anders! Nach dem Neubau ist Oldenburg irgendwo zwischen 2 Flügeln des Schmetterlingsdiagramms der neuen Antenne verschwunden.
Vorher gingen 88, 91.8, 94.8 und 101.0 auf der A29 meistens noch einigermaßen brauchbar.
Das würde natürlich Sinn ergeben. Das war aber vor meiner Zeit.

Im Auto gehen die Holländer aber Richtung Ammerland/Bad Zwischenahn wieder brauchbar.
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Pfennigfuchser
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Re: Ausbreitung der NPO-Sender

Beitrag von Pfennigfuchser »

iro hat geschrieben: So 16. Jun 2024, 19:30
Nordwestdeutscher hat geschrieben: So 16. Jun 2024, 19:13 Hier in Oldenburg bekomme ich im TEF die NPO-Sender aus Smilde (88, 91.8, 94.8) und auch SkyRadio absolut nicht rein ohne Tropo.
Das war von dem Brand in Smilde anders! Nach dem Neubau ist Oldenburg irgendwo zwischen 2 Flügeln des Schmetterlingsdiagramms der neuen Antenne verschwunden.
Vorher gingen 88, 91.8, 94.8 und 101.0 auf der A29 meistens noch einigermaßen brauchbar.
Aus Roermond war es ähnlich. Seit dem Umbau geht nach D kaum noch was raus. Leider. Man hat Diagramme nach D sehr abgeschwächt
HAL9000
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Re: Ausbreitung der NPO-Sender

Beitrag von HAL9000 »

In Wilhelmshaven geht die 94,8 stationär ständig, die 91,8 fast immer, die 88,0 dann und wann mal, ebenso die 101,0 und die 88,6 funktioniert hier nur sehr selten - mit dem TEF6686 und Teleskopantenne auf dem Balkon.
Ant: Humax 80cm Sat auf Stab USALS PolarMount- Rotor, UKW-Antenne 14 El. Kompaß @ Rotor
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Ingelheimer
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Re: Ausbreitung der NPO-Sender

Beitrag von Ingelheimer »

Durch die neuen Antennen in Roermond ist im Raum Wuppertal seit Jahren Genk 97,9 der mit Abstand am besten zu empfangende niederländisch-sprachige UKW Sender, trotz geringerer Sendeleistung und größerer Entfernung.
Das ist die Sache mit Sendern quasi direkt auf der Grenze. Die kann man dafür benutzen, um gezielt ins Nachbargebiet zu senden (Torfhaus...) oder genau das Gegenteil...
sebi59609
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Re: Ausbreitung der NPO-Sender

Beitrag von sebi59609 »

So plötzlich wie das Signal kommt so plötzlich kann es auch wieder verschwinden. Man merkt auch sofort an der Lautstärke bzw. dem Soundprocessing, dass es ein Signal aus NL ist. Bei Belgien ist das genauso..

Hier in Soest geht Markelo häufig, bei Tropo sogar mobil einigermaßen.
Ich bin hier aber dank Ostbalkon leider etwas abgeschirmt. Im Südosten von Soest an der Firma geht Markelo jeden Morgen. Mit schwankendem Signal ständig

Ich bin letztes Jahr mal die B64 PB - Bad Driburg - Höxter gefahren
Um PB herum ging die 104.6 richtig gut mobil. Als es dann ins Eggegebirge runter ging, war dann aber Schluss. Dann ist der Brocken und Torfhaus schon im Autoradio eher zu bekommen.
Nordwestdeutscher
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Re: Ausbreitung der NPO-Sender

Beitrag von Nordwestdeutscher »

Vor ein paar Jahren konnte ich morgens Radio 2 auf 88MHz auf dem Firmenparkplatz meiner alten Firma in Oldenburg-Tweelbäke mit Stereo und RDS hören. Damals hatte ich noch meinen alten Wagen mit einem Sony DSX-A410BT Nachrüstradio. Ich weiß aber natürlich nicht mehr ob Morgentropo dabei war. Aber im Sommer schon fast täglich. Müsste so 2021 gewesen sein.
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energychari
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Re: Ausbreitung der NPO-Sender

Beitrag von energychari »

Hat es eigentlich einen besonderen Grund warum Roermond auf allen starken QRGs nach NRW ausblenden muss? Agreement mit dem WDR?
SeltenerBesucher
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Re: Ausbreitung der NPO-Sender

Beitrag von SeltenerBesucher »

energychari hat geschrieben: Mo 17. Jun 2024, 19:23 Hat es eigentlich einen besonderen Grund warum Roermond auf allen starken QRGs nach NRW ausblenden muss? Agreement mit dem WDR?
Es ist die gleiche Regelung, die es auch in Deutschland gibt. Früher wurde ein Sender aufgestellt und Antennen angebracht, die Rundstrahlung ermöglichten. Die goldene Regel lautet: „Never change a running system.“ Die Niederländer wollten unbedingt eine Zerobase durchführen. Gemacht getan. Nach den neuen Regeln wird ein Polygon gezeichnet und das zu versorgende Gebiet definiert. Dann berechnet eine Software die nötige Strahlungsleistung und diese wird genehmigt. Dann schauen die Netzbetreiber wie man das mit einfachen Antennen umsetzen kann. Wer zuerst kommt, mahlt halt zuerst. Wer als letzter sein Netz aufbaut, muss die Belange aller Anlieger berücksichtigen. Das sieht man doch an den neusten Koordinierungen in Deutschland. nrw1 sollte nicht zu stark nach Niedersachsen reinstrahlen, weil es für Niedersachen nicht bestimmt ist. Es sollte nicht nach Osnabrück zu stark einstrahlen, auch wenn von Bielefeld gesehen hinter Osnabrück wieder NRW liegt. Die beste Versorgung haben die Öffentlich-Rechtlichen, weil sie an ihre Koordinierung nicht drangehen.

In NRW hat man das Frequenzband so vollgestopft, dass es gar kein Spaß macht Radio zu hören. Die Sender stören sich gegenseitig. Ganz extrem ist bei mir der Bereich 92 – 93 MHz.
92,0 WDR 5
92,2 Radio Duisburg
92,35 NDR 1
92,5 Radio MK
92,6 Radio WAF
92,7 Radio Ennepe Ruhr
92,8 Radio Vest, früher NDR 1
92,9 Radio Mülheim (bei Tropo)
93,0 Eldoradio

Auf 91,4 MHz geht in Dortmund manchmal NPO Radio 4 durch.

Es verwundert mich nicht, dass hier Stimmen laut werden, die die Abschaltung des ganzen fordern.
Thomas(Metal)
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Re: Ausbreitung der NPO-Sender

Beitrag von Thomas(Metal) »

SeltenerBesucher hat geschrieben: Mo 17. Jun 2024, 19:52
energychari hat geschrieben: Mo 17. Jun 2024, 19:23 Hat es eigentlich einen besonderen Grund warum Roermond auf allen starken QRGs nach NRW ausblenden muss? Agreement mit dem WDR?
Es ist die gleiche Regelung, die es auch in Deutschland gibt. Früher wurde ein Sender aufgestellt und Antennen angebracht, die Rundstrahlung ermöglichten. Die goldene Regel lautet: „Never change a running system.“ Die Niederländer wollten unbedingt eine Zerobase durchführen. Gemacht getan. Nach den neuen Regeln wird ein Polygon gezeichnet und das zu versorgende Gebiet definiert. Dann berechnet eine Software die nötige Strahlungsleistung und diese wird genehmigt. Dann schauen die Netzbetreiber wie man das mit einfachen Antennen umsetzen kann. Wer zuerst kommt, mahlt halt zuerst. Wer als letzter sein Netz aufbaut, muss die Belange aller Anlieger berücksichtigen.
Sicher? Das sind doch erst mal alles GE84-Frequenzen oder noch älter...horizontal. Ich gehe von einer Neukoordination bei der Umstellung h > v aus. Ggf. gab es dann die Einsprüche.

Im Beispiel Bielefeld 103,0 geht man von 48,5 dBW auf 43,5 im Bereich 270-300° runter. Osnabrück liegt in dieser Richtung. Aber ist dieser Einzug denn wirklich neu? In der Datei vom 16.03.2009 steht das auch bereits so drin und da war noch BFBS aufgeschaltet. Mein Eindruck: GE84 alt, da war ein Sender in NL zu schützen.
Daß dann die Niedersachsen wieder auf den Putz wegen Überstrahlung gehauen haben mag noch dazukommen. Weinen bei der BNetzA und die untersagt dann das. So ging das damals. Heute gibt es bei Bedarf vom Teilnehmer den Mittelfinger, sprechen sie genau in dieses Mikrofon :rp: , und das Webradio.

Nachtrag: Die Altfrequenzen aus Roermond stehen weiterhin als h in der Liste. Aber das Diagramm und der Standort läßt natürlich weitere Optionen zu. Es sind die 100kW nur nach Nordwest koordiniert, alles andere, auch die niederländischen Gebiete im Südwesten, haben 10kW. Wenn man nun die Antennenfelder nach Nordwesten mit voller ERP betreibt und nach Südwesten nur mit 10kW, so könnte man aus niederländischer Sicht, nach NO und SW komplett abschalten. Da wäre dann die Frage: Das ist outgesourced und man zahlt vermutlich einen Komplettpreis. Ggf. hat der Provider durch Abschaltung entsprechend gespart. Das würde auch die "Sprunghaftigkeit" erklären. Anders als wenn man mit Antennen mit deutlich reduzierter Leistung in eine andere Richtung strahlt ist es nur durch Neben/Rückkeulen oder Reflexionen an Tragwerken etc kaum homogen was diese Einbrüche erklären könnte.
QTH: 911-69 (II: Körner 9.2, III: LPDA16), QTH-alt: 9354 (II: FUBA UKA-028)
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strade
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Re: Ausbreitung der NPO-Sender

Beitrag von strade »

Ein anderes Beispiel ist die 89,4 Radio Oost. Der Sender sendete jahrzehntelang vom Standort De Lutte streng nach NL. Der Empfang im Münsterland war damals kaum möglich. Jetzt sendet man von Hengelo auch nach Ost, und kann damit eher zufällig auch in weiten Bereichen de Münsterlandes empfangen werden. Nachtrag : Bericht zum Sender Markelo https://www.radio-tv-nederland.nl/histo ... rkelo.html
sebi59609
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Re: Ausbreitung der NPO-Sender

Beitrag von sebi59609 »

strade hat geschrieben: Mo 17. Jun 2024, 22:31 Ein anderes Beispiel ist die 89,4 Radio Oost. Der Sender sendete jahrzehntelang vom Standort De Lutte streng nach NL. Der Empfang im Münsterland war damals kaum möglich. Jetzt sendet man von Hengelo auch nach Ost, und kann damit eher zufällig auch in weiten Bereichen de Münsterlandes empfangen werden. Nachtrag : Bericht zum Sender Markelo https://www.radio-tv-nederland.nl/histo ... rkelo.html
Das ist schon seit mindestens 2010 so, dass auch Leistung Richtung Deutschland rausgeht. Habe den nämlich zu der Zeit schon bei Tropo in Anröchte im Kreis Soest empfangen. Da hatte man natürlich noch nicht so eine DX-Granate wie den tef.
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