ARD Reform 2024

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RF_NWD
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Re: ARD Reform 2024

Beitrag von RF_NWD »

Spätestens seit 1992 hat der NDR ein strukturelles Problem als 4 Länder-Anstalt., bei Beibehaltung der Enklave Radio Bremen mittendrin in NDS. Da eine Neuordnung der Länder niemals wirklich angegangen wurde, muss der NDR dies ausbaden. Ein gemeinsames Sendegebiet zwischen Bad Bentheim und Usedom funktioniert einfach nicht, wenn es um Abbildung regionaler Identitäten geht. 500 km Luftlinie. Fahrstrecke 621 km. Selbst Freiburg ist da noch näher mit 480 km Luftlinie.
Die jetzt aufkommende Diskussion ist ja nicht ganz neu. Die Diskussionen um die Zerschlagung des NDR in den Achtzigern waren sehr parteipolitisch gepägt, als es um den damals als zu linken NDR ging. Herausgekommen ist dann die Neuordnung mit einem stärkeren regional verankerten NDR. Landesprogramme im Hörfunk und im Fernsehen. Dabei ist Niedersachsen aber auch damals schon eher zu kurz gekommen.
Ist ja auch nicht ganz einfach mit diesem Land. 583 km gemeinsame Landesgrenze mit NRW. 50% wohnen in der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen. in dem "Faktencheck" des NDR gegen die CDU Forderungen wird erwähnt, dass doch der NDR in Hannover so viel Nordseereporte produzieren darf, die ganze NDR Internetseiten vollmüllen. Von der vor einigen Monaten versprochenen Erhöhung der regionalen Angebote auf den Webseiten ist bislang noch nichts zu sehen.
Vermutlich hat dabei sogar der Sprecher der AFD recht, wenn er nicht daran glaubt, dass bei einer Neufassung der Staatsverträge andere Länder abgabebereit wären. Zumal ja ARD weit gilt, dass der angeblich vernachlässigte Osten stärker sichtbar werden soll.
Interessant am Ansatz der CDU ist, dass sie einer Erhöung der Rundfunkgebühren zustimmen würde, wenn niedersächsische Interessen stärker im Programm berücksichtigt würden, während der Ministerpräsident von der SPD die Gebührenerhöhung als unzumutbar.ablehnt.

In der Rede des CDU Sprechers Jens Nacke kommt mehrfach der Vergleich mit anderen Rundfunkanstalten vor.
https://cdultnds.de/2024/05/17/15702/
Nordrhein- Westfalen kennt 11 unterschiedliche Lokalzeiten mit je 30 Minuten. So wird der Auftrag aus § 4 des WDR Gesetzes erfüllt, der regionalen Gliederung des Landes Rechnung zu tragen. So könnte ich alle anderen Länder durchgehen. Kein Land ist schlechter mit landesspezifischen Angeboten versorgt als Niedersachsen.
Manager
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Re: ARD Reform 2024

Beitrag von Manager »

Im Vergleich zum NDR macht es der MDR ganz anders.
Da sind die überregionalen Programme auf Halle, Leipzig und Erfurt aufgeteilt.

Halle: MDR Jump, MDR Kultur, MDR Sputnik, MDR Tweens
Leipzig: Das Erste (MDR Anteil 10,6 %), MDR Fernsehen, MDR Aktuell, MDR Klassik
Erfurt: MDR Schlagerwelt, KIKA


Dagegen beim NDR (nur überregional):
Hamburg: Das Erste (NDR Anteil 17,45 %), tagesschau24, NDR Fernsehen (fast alles), NDR 2, NDR kultur (teilweise), NDR Info, N-JOY, NDR Info spezial, NDR Blue
Hannover: NDR Fernsehen (Rest), NDR kultur (teilweise), NDR Schlager
Ruhrwelle
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Re: ARD Reform 2024

Beitrag von Ruhrwelle »

Und beim WDR wieder ganz anders:

Köln: 1LIVE, WDR 2, WDR 3, WDR 4-Abendprogramm, WDR 5, Cosmo, WDR Fernsehen, One
Dortmund: WDR 4-Tagesprogramm, WDR Lokalzeit Dortmund, WDR 2 Ruhrgebiet
Düsseldorf: Aktuelle Stunde, WDR Lokalzeit Düsseldorf, WDR 2 Rhein-Ruhr

Also schon sehr Köln-lastig. Dazu kommen aber dann:

Aachen: WDR Lokalzeit Aachen, WDR 2 Aachen
Bielefeld: WDR Lokalzeit OWL, WDR 2 OWL
Bonn: WDR Lokalzeit Bonn, Phoenix (nicht direkt WDR)
Duisburg: WDR Lokalzeit Duisburg
Essen: WDR Lokalzeit Ruhr, WDR 2 Rhein-Ruhr
Münster: WDR Lokalzeit Münsterland, WDR 2 Münsterland
Siegen: WDR Lokalzeit Südwestfalen, WDR 2 Südwestfalen
Wuppertal: WDR Lokalzeit Wuppertal, WDR 2 Bergisch Land

Interessanterweise ist die Lokalzeit ganz vorne bei den Quoten mit dabei, die WDR 2-Lokalzeiten nimmt vermutlich niemand wahr.
Westfalen ist auch hier abseits der Regionalsendungen relativ wenig präsent, wenn auch deutlich mehr als vor einigen Jahren. Das ist aber das Problem der Anstalten mit inhomogenem Sendegebiet.

In Schweden gibt es bei P4 z.B. Regionalversionen, zeitlich ähnlich aufgeteilt wie bei den NRW-Lokalradios, die zwar große Gebiete abdecken, diese aber politisch eher einem Landkreis entsprechen.
Das System auf Deutschland zu übertragen würde hunderte von ÖR-Lokalsendern schaffen, die dann aber nicht der Kritik ausgesetzt sind, dass die Region vernachlässigt würde.
htw89
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Re: ARD Reform 2024

Beitrag von htw89 »

Es wäre schon viel an Regionalität gewonnen, gäbe es etwas vergleichbares wie die Lokalzeiten im TV. Denn selbst wenn mehr nach Hannover gehen würde von Hamburg aus, hätte es dann immer noch den Vorwurf der Hannover-Lastigkeit. Mit Hannover kann man im früheren Freistaat Oldenburg dann aber auch schon recht wenig anfangen und für Ostfriesen ist das auch schon alles weit weit weg. Räumlich gedacht wäre wohl eine Struktur wie etwa diese machbar...

1. Lokalzeit aus Oldenburg für ganz Ostfriesland und das ehemalige Land Oldenburg ohne Oldenburger Münsterland sowie das nähere Bremer Umland (alternativ: Zusammenlegung mit buten un binnen)
2. Lokalzeit aus Lüneburg für das Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirks Lüneburg
3. Lokalzeit aus Hannover für die Region Hannover, Hameln und das Weserbergland
4. Lokalzeit aus Göttingen für Südniedersachsen inkl. Hildesheim und Holzminden
5. Lokalzeit aus Braunschweig für BS/SZ/WOB und Umland und bis nach Goslar runter
6. Lokalzeit aus Osnabrück für Osnabrück Stadt und Land, Emsland, Grafschaft Bentheim, Oldenburger Münsterland, (teilweise) Kreis Diepholz
Zuhause: Astra 1 | MagentaTV | DVB-T2 | DAB+ | UKW | Zattoo Premium CH
Unterwegs: DVB-T2 mit Telestar Antenna 4 LTE an TBS 5520 SE | Radio per Technistar Techniradio 3, RTL-SDR, elta 3555, Autoradio Toyota Yaris Hybrid (Team D)
RF_NWD
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Re: ARD Reform 2024

Beitrag von RF_NWD »

Der Redner von der CDU NDS betont ausdrücklich, dass die Zukunft der ÖR im Ausbau der nicht linearen Plattformen liegt. Damit liegt er richtig.
Der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk hat in dieser neuen Medienlandschaft seinen Platz und eine wichtige Aufgabe. Auch in den neuen Formen der Mediennutzung braucht es Angebote, die unabhängig vom marktwirtschaftlichen Druck zur Verfügung gestellt werden können, weil sie ansonsten aufgrund eines hohen Herstellungsaufwandes oder eines nur geringen Konsumenteninteresses nicht produziert werden würden.

Die Öffentlich- Rechtlichen Angebote müssen dabei auf allen Plattformen zu finden sein, auch wenn diese häufig von privaten Anbietern zur Verfügung gestellt werden. Keine leichte Aufgabe mit denen sich die verantwortlichen Personen in den Sender und die Gremien schon jetzt jeden Tag befassen.

Der Öffentlich- Rechtliche Rundfunk hat allerdings ein großes Problem. Um sich auf den schnellen Wandel in der Medienwelt einstellen zu können bräuchte es moderne gesetzliche Regelungen über seine Aufgaben und seiner Struktur. Leider haben sich die Länder in diesem Punkt als unfähig erwiesen, die notwendigen Änderungen vorzunehmen! Und das geht insbesondere zu Lasten Niedersachsens.
Jeder Vergleich zwischen WDR und NDR in diesem Bereich geht eindeutig zugunsten des WDR aus. Die Internetseiten des NDR sind oft nicht mehr als eine Ansammlung von Polizeitickern und Artikeln aus dem Bereich Vermischtes.

Wo der Internetbaukasten zusammengestellt ist dabei erst mal nicht so wichtig. Es gibt ja auch etliche Regionalplattformen der Zeitungsverlage, die nicht direkt vor Ort produziert werden. Wenn man das vernünftig koordiniert, kann das wie beim RND einigermaßen funktionieren. Genauso könnte die ARD ihren Story Pool nutzen,
Manche regional erzählten Geschichten, können auch fernab Interesse wecken., wenn sie nicht zu sehr lokal geprägt sind. Da bekommt dann auch der Leser in Hannover mal zusätzliche Berichte aus Leipzig, Rostock ,Köln oder Remscheid zu lesen. Der Pool Redaktion von NOZ Medien in Hamburg gelingt dieser Spagat dagegen nicht so wirklich. Viele Verlage an den Landesgrenzen ( z.B in Minden) tauschen aber mittlerweile untereinander die Artikel aus der Nachbarschaft aus.
Ähnlich könnten es doch die ARD Anstalten machen. Der NDR baut z.B ein Portal für die Region Osnabrück auf und füllt sie mit Beiträgen aus Bielefeld und Münster auf. So viel Zusatzkosten müssen dafür gar nicht entstehen.
Für Oldenburg könnten das Beiträge aus Bremen sein. In Göttingen Themen aus Kassel.

Das Ganze müsste medienrechtlich doch irgendwie regelbar sein ohne großen Aufwand.
SeltenerBesucher
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Re: ARD Reform 2024

Beitrag von SeltenerBesucher »

Die CDU Niedersachsen widerspricht sich selbst. Wenn es um den Ausbau der nichtlinearen Angebote ginge, müsste sie keinen Vergleich zum WDR ziehen. Der NDR hat in Niedersachsen ausreichend Studios. Der NDR hat in die Regionalstudios investiert:
https://www.ndr.de/der_ndr/unternehmen/ ... th210.html

Die CDU hätte noch vor einigen Jahren zu verhindern versucht, was sie jetzt fordert. Sie würde die Privaten gefährdet sehen. Einerseits soll die ARD sparen, anderseits ihr Angebot ausbauen.

Der WDR hat seine Regionalprogramme auch nicht auf einmal aufgebaut, sondern in mehren Schritten. Was bedeutet es für die Verbreitungskosten? Im Fall von Kabel und DVB-T2 wären einmalige Investitionen für zusätzliche Multiplexer nötig. Die Satellitenverbreitung haut kostenmäßig da richtig rein. Der NDR könnte tatsächlich mit 3 Lokalzeiten anfangen und schauen, ob diese gut ankommen. Eigentlich müsste „Das AbendStudio“ zu einer „Aktuellen Stunde“ nach dem WDR-Vorbild umgebaut werden. Von der Länge sollte die Nachrichtensendung 30 Minuten nicht überschreiten. Dann müsste es eine landesweite Magazinsendung für ganz Niedersachsen von ca. 15 Minuten gäben und dann noch die Lokalzeiten mit 30 Minuten oder umgekehrt. Der WDR wiederholt die Themen in der Aktuellen Stunden und den Lokalzeiten auch und einige Themen laufen in zwei oder drei Lokalzeiten.
RF_NWD
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Re: ARD Reform 2024

Beitrag von RF_NWD »

Natürlich sind die Entschließungsanträge der CDU im Landtag von Hannover nicht ganz frei von Widersprüchen.

Ansatz scheint mir zu sein.: Eine pure Verweigerung der Erhöhung des Rundfunkbeitrags durch die Ministerpräsidenten (wie Stephan Weil) reicht nicht aus. Man riskiere eine Klage vor dem Verfassungsgericht, die die Sender gewinnen würden.
Die Ministerpräsidenten müssten sich endlich an die Aufgabe ranmachen, den Auftrag der Ö.R Sender neu zu bestimmen im Rahmen der Medienstaatsverträge. Unabhängig davon sollte dabei Niedersachsen in diesem Rahmen eine stärkere Berücksichtigung in den linearen und nicht-linearen Angeboten im NDR Verbund durchsetzen. Deshalb zwei Entschließungsanträge.

1. Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks durch wirksame
Reformen erhöhen https://www.landtag-niedersachsen.de/Dr ... -04255.pdf
2. Für eine bessere Versorgung mit Angeboten des öffentlich-rechtlichen
Rundfunks - niedersächsische Interessen im NDR wahren! https://www.landtag-niedersachsen.de/Dr ... -04256.pdf
Die Struktur der großen Mehrländeranstalt hat die Vorteile einer leistungsstarken, effektiven und
kostenschonenden Aufgabenerfüllung. Der NDR spielt in der Gemeinschaft der ARD eine gewichtige
Rolle.
Auf der anderen Seite steht der NDR in der besonderen Verantwortung, die wichtige Aufgabe als
Landesrundfunkanstalt für vier verschiedene Länder zu erfüllen. Der NDR ist nicht nur die „Stimme
des Nordens“, sondern auch die Stimme Niedersachsens und der anderen Staatsvertragsländer.
Diese Aufgabe ist schon deshalb besonders anspruchsvoll, weil das Sendegebiet sehr heterogen ist
Konkret unter Punkt 5:
Eine weitere wesentliche Aufgabe des NDR ist die Berichterstattung aus den verschiedenen
Regionen Niedersachsens. Die Anzahl der fünf Regionalstudios plus der Redaktion Hannover
in Niedersachsen ist im Verhältnis zu den vier Studios in Mecklenburg-Vorpommern und den
fünf Studios in Schleswig-Holstein zu wenig. Ein solcher Mangel kann durch Korrespondenten-
büros nicht ausgeglichen werden. Niedersachsen vereint durch seine Größe, seine Entste-
hungsgeschichte und seine geographischen Besonderheiten eine große Vielfalt unterschied-
licher Menschen mit unterschiedlichen Lebensumfeldern. Der NDR muss für diese Menschen
differenzierte Angebote vorhalten. Ein gesondertes Angebot regionaler Sendungen in regiona-
len Verbreitungsgebieten im Fernsehen wäre angemessen und zulässig
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
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Re: ARD Reform 2024

Beitrag von DLR-Fan Sachsen-Anhalt »

Leider Paywall.
PAM
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Re: ARD Reform 2024

Beitrag von PAM »

DLR-Fan Sachsen-Anhalt hat geschrieben: Fr 24. Mai 2024, 15:08 Leider Paywall.
Inzwischen. :rolleyes: War vormittags noch lange offen.
🎧📺📻📡
RF_NWD
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Re: ARD Reform 2024

Beitrag von RF_NWD »

Manager
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Re: ARD Reform 2024

Beitrag von Manager »

SR-Intendant stellt Strategie- und Maßnahmenplan für den Saarländischen Rundfunk vor
---> https://www.sr.de/sr/home/der_sr/so_kom ... r_100.html
Router
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Re: ARD Reform 2024

Beitrag von Router »

SeltenerBesucher hat geschrieben: Fr 17. Mai 2024, 22:09 die eigenständige Anstalt Radio Bremen versorgt 0,68 Mio. Einwohner
Die 0,68 Mio. Einwohner sind nur eine sehr "theoretische Größe", die sich aus der Einwohnerzahl des Bundeslandes Bremen ableitet. De facto versorgt Radio Bremen mit seinen Programmen weite Teile der "Metropolregion Nordwest" ( siehe https://www.metropolregion-nordwest.de/ueber-uns/) bestehend aus den Landkreisen Ammerland, Cloppenburg, Cuxhaven, Diepholz, Friesland, Oldenburg, Osnabrück, Osterholz, Vechta, Verden und Wesermarsch und den Städten Delmenhorst, Oldenburg, Wilhelmshaven, Bremen und Bremerhaven. Dieses Gebiet wird von Radio Bremen in seiner Regionalberichterstattung ( incl. Verkehr und Wetter) sehr gut berücksichtigt und für viele Bewohner dieser Region ist Radio Bremen der "eigentliche Regionalsender". Der NDR ist für viele Bewohner der Region sehr weit weg in Hamburg bzw. Hannover und die überschaubaren Beiträge aus dem NDR Studio Oldenburg im Landesprogramm Niedersachsen können dies kaum kompensieren. Der NDR als 4-Länder-Anstalt hat ein riesiges Sendegebiet, darunter ein flächenmäßig sehr großes Bundesland Niedersachsen, welches wiederum aus einer Vielzahl sehr unterschiedlicher Regionen besteht. Die Abbildung der sehr unterschiedlichen regionalen niedersächsischen Identitäten ist für den NDR somit kaum möglich.
bergfreund
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Re: ARD Reform 2024

Beitrag von bergfreund »

Aus Niedersachsen kommen alle paar Jahre Beschwerden, dass man bei den Standorten zu wenig berücksichtigt werde. Am Ende verlagert man 1-2 Produktionen nach Hannover als Alibi und stellt später fest, dass das völlig unerwartet ineffizienter und teuer wird, wenn ein mittelgroßes Unternehmen wie der NDR nach Proporz wirtschaften soll.
50% wohnen in der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen
Knapp 47 % sind es, wobei man dabei wenig wählerisch in der Definition ist: alles südlich von Schneverdingen. Zur dieser "Metropolregion" zählt damit noch der Kasseler Vorort Staufenberg.

17 % der Niedersachsen leben in der Metropolregion Hamburg, 25 % in der Metropolregion Nordwest (a.k.a. "Bremen").
Da sind die überregionalen Programme auf Halle, Leipzig und Erfurt aufgeteilt.
Ja, andere Historie. Beim MDR entschied man sich für diverse Standorte, die alle ein paar Aufgaben bekamen: Magdeburg das LFH S-A, Dresden das LFH SN, Erfurt die MDR Werbung und das LFH TH, Halle die Hörfunkdirektion, Leipzig die Fernsehdirektion und die Intendanz. Ähnlich sollte es bei der NORA laufen: Schwerin mit der Hörfunkdirektion und der Vize-Intendanz, Berlin die Intendanz und die Chefredaktion, Potsdam der Fernsehdirektor. Das wäre sicherlich extrem effizient geworden - wie beim SWR mit seinen drei Hauptstandorten, bei denen keiner so genau weiß, welcher Standort was besonders gut kann.
RF_NWD
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Re: ARD Reform 2024

Beitrag von RF_NWD »

bergfreund hat geschrieben: Di 4. Jun 2024, 12:28 Aus Niedersachsen kommen alle paar Jahre Beschwerden, dass man bei den Standorten zu wenig berücksichtigt werde. Am Ende verlagert man 1-2 Produktionen nach Hannover als Alibi und stellt später fest, dass das völlig unerwartet ineffizienter und teuer wird, wenn ein mittelgroßes Unternehmen wie der NDR nach Proporz wirtschaften soll.
50% wohnen in der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen
Knapp 47 % sind es, wobei man dabei wenig wählerisch in der Definition ist: alles südlich von Schneverdingen. Zur dieser "Metropolregion" zählt damit noch der Kasseler Vorort Staufenberg.

17 % der Niedersachsen leben in der Metropolregion Hamburg, 25 % in der Metropolregion Nordwest (a.k.a. "Bremen").
Von der Region Nordwest kannst du auch schon mal die gut 500 Tsd Einwohner der Region Osnabrück abziehen.
Bei anderen Regionen im Land sind die Grenzen fließend und nicht eindeutig. Vor allem bei den (Groß-) Kreisen wie Diepholz, Nienburg, Heidekreis, Rotenburg, Cuxhaven.
https://de.wikipedia.org/wiki/Metropolregion_Nordwest
https://de.wikipedia.org/wiki/Metropolr ... -Wolfsburg
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