Antennenausichtung LTE

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Carlsberger
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Antennenausichtung LTE

Beitrag von Carlsberger »

Hallo,
so 100% passt es nicht in dieses Forum, so richtig OT finde ich das Thema aber doch nicht…

Ich habe mir für meinen Speedport-Hybrid-Router 5m Verlängerungskabel für die externen Antennen besorgt, um diese an einem anderen Ort als den Router zu platzieren. Nun versuche ich die Antennen mit Hilfe des Engineering-Menüs auszurichten, hab dabei aber ein Verständnisproblem:

Sobald ich den Pegel RSRP erhöhe (z.B. von -93 auf -86), verringert sich gleichzeitig die Qualität RSRQ (z.B. von -3 auf -10). Warum ist das so, sollten sich nicht beide Werte parallel verhalten ?
Und was ist nun besser: beide Werte ausgewogen, mehr Pegel, oder mehr Qualität ?

Die beiden Antennen habe ich jeweils mindestens 40 cm voneinander entfernt platziert, eine horizontal und eine vertikal (Stichwort MIMO-Vorteil).
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pomnitz26
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Re: Antennenausichtung LTE

Beitrag von pomnitz26 »

Wenn man mehrere Sender auf der selben Frequenz empfängt ist das nicht unbedingt von Vorteil da man ja nur mit einer Basisstation Daten austauscht. Unter Umständen ist der höhere Pegel also schlechter.

Das beste wäre einen Speedtest mit Hilfe des Ping zu nehmen und damit auszuprobieren wie gut was läuft. Das ganze auch immer in Abhängigkeit von der Tageszeit.
Neutraler Beobachter
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Re: Antennenausichtung LTE

Beitrag von Neutraler Beobachter »

Bei digital modulierten Signalen würde ich die Antenne immer auf bestmögliche Qualität (geringste Fehlerrate) ausrichten.
Albrecht DR 56C mit passiver Magnetfuß Außenantenne auf dem Autodach.
Carlsberger
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Re: Antennenausichtung LTE

Beitrag von Carlsberger »

Achso, an mehrere Basisstationen hätte ich gar nicht gedacht, das könnte natürlich sein. Danke für die Tipps
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Eheimz
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Re: Antennenausichtung LTE

Beitrag von Eheimz »

Schau mal auf Cellmapper genau nach, welche Basisstationen bei dir ankommen. Ich habe mit zwei Yagis eine Basisstation in 5,5km entfernt angepeilt, weil dessen Signal das noch am brauchbarsten war, sich aber zugleich mit einer anderen Basisstation in 4,1km streitete. Manchmal kam noch eine dritte auf B20, knapp 4.9km entfernt dazu. Alles auf B20. Die naheste Zelle in 1,9km war auf B1 nicht nachweisbar. Trotzdem kam maximal 5mbit/s an, weil das Signal so kaputt war. Die Signalstärke war bei -99dBm aber mit gruseligen Qualitätswerten. Auf diese kommt es am Ende an...

Ich nehme an du nimmst B20 800MHz ?
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Ruhrwelle
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Re: Antennenausichtung LTE

Beitrag von Ruhrwelle »

Bei Speedport nehme ich mal D1 an. Da sieht es bei Cellmapper rund um Carlsberg so aus:
Screenshot_20220928-182612~2.png
Carlsberger
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Re: Antennenausichtung LTE

Beitrag von Carlsberger »

Ich dachte immer die SIM des Speedport ist nur auf eine Zelle freigeschaltet ? Wenn ich die Karte richtig interpretiere, dann wäre der Standort des nächsten Senders der Wasserturm in Carlsberg (da sind auf jeden Fall Mobilfunkantennen), ggf. kommt noch Wattenheim oder Altleiningen mit dazu. Ich dachte bisher, ich bekäme das Signal aus Wattenheim. Mich wundert, dass es dann nicht stärker ist, der Wasserturm ist von mir in Sichtweite ein paar 100m Richtung Norden.

Als Cell ID bekomme ich im Speedport die 33142273 sowie die physikalische Cell ID 215 angezeigt. Sind das andere Cell-ID-Nummern, es müsste ja laut Karte die 129462 sein, oder ?
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Saarländer (aus Elm)
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Re: Antennenausichtung LTE

Beitrag von Saarländer (aus Elm) »

Die erste Zahl ist die ECI. Wenn man die umrechnet, kommt die eNodeB ID 129462 raus und Sektor 1, d.h. Du empfängst den Südostsektor vom Standort am Sportplatz mit LTE800. Das sollte eigentlich schon der optimale Standort sein.
Leider gibt es dort ansonsten nur LTE 900 und LTE 2100.
Letzteres würde zwar eine höhere Bitrate liefern, ist aber entweder zu weit weg für ein ausreichendes Signal, oder der Speedport bucht sich nicht darauf ein, weil die Telekom in diesem Band das parallel signalisierte 5G priorisiert.
Leider schaut die Standortbescheinigung dort nicht danach aus, dass zeitnah eine Aufrüstung um LTE1800 oder weitere Bänder zu erwarten ist, wie es die Telekom an anderen ländlichen Standorten derzeit macht.
Eheimz
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Re: Antennenausichtung LTE

Beitrag von Eheimz »

Ich kenne mich nicht mit dem Speedport aus. Ist es möglich B20 temporär zu deaktivieren, sodass man den Router In B1 zwingen könnte?
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Carlsberger
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Re: Antennenausichtung LTE

Beitrag von Carlsberger »

Das ist sehr interessant… ja der Wasserturm ist neben dem Sportplatz, das entspricht dann dem Standort im Ort.

Ok, einiges gelernt und ich werde den Empfang in den kommenden Tagen auf RSRQ optimieren.

Es gilt mal mindestens ein Jahr damit zu überbrücken, ab 09/2023 soll der ftth-Anschluss angeblich laufen (allerdings gab es auch schon mal einen Termin 12/2021 und ich habe seit einem Jahr gerade mal ein Leerrohr im Haus…).

Eine Möglichkeit zur Sperrung von B20 ist mir nicht bekannt
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Spacelab
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Re: Antennenausichtung LTE

Beitrag von Spacelab »

Carlsberger hat geschrieben: Do 29. Sep 2022, 14:19 Es gilt mal mindestens ein Jahr damit zu überbrücken, ab 09/2023 soll der ftth-Anschluss angeblich laufen (allerdings gab es auch schon mal einen Termin 12/2021 und ich habe seit einem Jahr gerade mal ein Leerrohr im Haus…).
Das weckt Erinnerungen... Mein Elternhaus sollte auch FTTH bekommen. Die Deutsche Glasfaser wollte ausbauen. Chaotischer ging es nicht mehr. :rolleyes:

Zuerst die gefakte Abstimmung im Putin Stil. "Wenn 80% der Haushalte bis 1.9. einen Vertrag machen wird ausgebaut." Am Abend des letzten Tages waren es gerade einmal 49%. Am nächsten Morgen dann auf wundersame weise genau 80%. ;)

In ein geplantes Neubaugebiet sollte gleich Glasfaser verbuddelt werden. Bot sich ja aus nachvollziehbaren gründen an. Mittlerweile steht das komplette Neubaugebiet. Ohne Glasfaser. Die Deutsche Glasfaser entschuldigte sich. Es hätte Planungsfehler gegeben. Jetzt müssen die schönen neuen Wege und Straßen aufgerissen und mit tollen Flickstücken wieder geschlossen werden. :kopf:

Dafür wurde mit viel TamTam die örtliche Schule mit Glasfaser angeschlossen. Das Problem: das eine Ende liegt anschlussfertig im Schulgebäude, das andere Ende irgendwo im Nirvana. Weder im besagten Dorf, noch in den Nachbargemeinden ist ein Anschlusspunkt. Die "Hauptglasfaser" zu den örtlichen Übergabepunkten ist man nämlich gerade erst am legen. Dafür gab es aber jede Menge gratis Presse da die Schule jetzt endlich megaschnelles Internet habe. :confused:

Dann solche "Kleinigkeiten" wie zum Beispiel gleich mehrere fehlende Baugenehmigungen und solche Scherze. Wie mittlerweile herauskam wollte die Deutsche Glasfaser nur der Konkurrenz zuvor kommen die in unserem Gebiet auch ausbauen wollte. Hausbegehungen wurden bereits vor ziemlich genau 2 Jahren schon gemacht. Seitdem tut sich gar nichts mehr. Außer regelmäßigen Briefen das man am arbeiten und planen sei und sich demnächst ganz sicher etwas konkretes tut, passiert überhaupt nichts. :rolleyes: Zum Glück haben meine Eltern noch brettstabiles 100MBit/s DSL von der Telekom und sind auf den Glasfaseranschluss nicht angewiesen.
Saarländer (aus Elm)
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Re: Antennenausichtung LTE

Beitrag von Saarländer (aus Elm) »

Diesem Glasfaserhype kann ich momentan nicht viel abgewinnen. Da scheint es nur unnötigen Druck irgendwelcher Businessmenschen zu geben, die den 'Markt' wie so oft als erste abgrasen wollen.

Ich hab selbst von 2012 bis 2016 auf UMTS (HSDPA mit maximal 7.2 Mbit/s) von der Telekom zurückgreifen müssen, da für mein Neubaugebiet zu diesem Zeitpunkt schon keine DSL-Ports mehr verfügbar waren.
Seit dem VDSL250-Ausbau genügen mir als Single aber weiterhin 16 Mbit/s fürs Surfen und Streamen. Die laufen seit Jahren störungsfrei inklusive Telefonflat und es gibt bei VDSL noch viel Luft nach oben.
Dann hab ich auch den Typen der DG vor der geschlossenen Haustür stehen lassen, da ich im Moment keinen Bock darauf hab, dass mir jemand wieder Löcher in die noch relativ neue Garageneinfahrt macht, nur weil's jetzt kostenlos wäre.
Und auch ohne mein Zutun hat man die geplanten 33% erreicht. Viel 'Putin' war da nicht nötig, da man schon vor der Verlängerung der Nachfragebündelung bei 30% war. ;)
Spacelab
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Re: Antennenausichtung LTE

Beitrag von Spacelab »

Saarländer (aus Elm) hat geschrieben: Fr 30. Sep 2022, 12:44 Diesem Glasfaserhype kann ich momentan nicht viel abgewinnen. Da scheint es nur unnötigen Druck irgendwelcher Businessmenschen zu geben, die den 'Markt' wie so oft als erste abgrasen wollen.
Genau so ist es leider auch. Vor kurzem erst gab es in einer Computerzeitschrift einen großen Artikel darüber. Telekom, Deutsche Glasfaser und noch ein paar kleinere Anbieter wollen eigene Glasfasernetze verlegen um diese später für, vermutlich viel Geld, an andere Anbieter unterzuvermieten. Unter den ganzen Telekommunikationsfirmen herrsche momentan die reinste Goldgräberstimmung.

Mein Vater hat sich von der Aussage, das ein Haus mit Glasfaseranschluss gleich deutlich mehr wert sei und das der ganze Kram ja jetzt kostenlos installiert wird, einwickeln lassen. Später koste das ja zig Tausende, laberte ihn ein Nachbar noch zusätzlich zu.

In dem Haus in dem ich mit meiner Frau jetzt wohne liegt zwar Glasfaser im Keller. Aber ich habe nicht eingesehen für die 1GB/s Leitung 99 Euro im Monat, plus Gerätemiete, zu bezahlen. Ich habe jetzt DOCSIS (also Internet über Koaxkabel) und bezahle für exakt die gleiche Geschwindigkeit rund 45 Euro inklusive Fritzbox 6660. Und in den etwas über 2 Jahren wo ich das habe hatte ich noch nicht ein einziges mal Probleme mit dem Anschluss gehabt. Und die 1GB/s werden berufsbedingt nicht allzu selten ausgereizt.
Carlsberger
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Re: Antennenausichtung LTE

Beitrag von Carlsberger »

Ja das gleiche Drama ist es bei uns im Prinzip auch: im Ortskern die gleiche Umfrage der Deutschen Glasfaser, in unserem Ortsteil verlegt die Tochter Inexio. Die haben überall Leerrohre durch Gärtner (!) verlegen lassen, jetzt hat ein Tiefbauunternehmen aus dem Nachbarort übernommen, weil die Arbeiten im wahrsten Sinne „unterirdisch“ waren. Angeblich müssen 90% der Leerrohre neu verlegt werden.
Im Ortskern gibt es (gemäß Aufkleber) zumindest von der Telekom schon Verteilerkästen, die mit Glasfaser gespeist werden, so sollte der Anschluss an das „Hauptglasfasernetz“ wenigstens möglich sein.

Also ich habe schon noch große Hoffnungen in diese Technik: wir schauen im Haus zu dritt Fernsehen über Hybrid DSL/LTE,. Wenn alle „vor der Glotze hocken“, wechseln die Fernseher ständig zwischen SD und HD. Luxusprobleme, aber das nervt schon.
Alias Ex-Ketscher

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elchris
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Re: Antennenausichtung LTE

Beitrag von elchris »

Bedenke:

Die Netze sind ausgelegt auf die Benutzung mit Endgeräten mit Antennen, die man als solche garnicht mehr wahrnimmt, kurze Metallstreifen, mehr nicht. Du wirst mit einem solch satten Signal bei der Basisstation ankommen, dass die (das TA nicht auswertend) erst mal davon ausgeht, dass du direkt vor ihr stehst und die Leistung in deinem Schlitz sehr weit runterdreht. Mit LTE muss man sich vom bei GSM und UMTS bekannten Vollausschlagssingal verabschieden, teilweise hat man direkt in HSR der Antenne in wenigen hundert Metern Entfernung schon keinen "Vollausschlag" mehr. Reicht aber. Achte daher, wie schon geschrieben fast einzig auf die Qualität.
Servus aus München und Niederbayern.
Unterwegs auf Schiene und Straße mit DAB+ und viel Handyzeugs.
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