Westdeutscher Rundfunk Köln

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Dudelsack
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Re: Westdeutscher Rundfunk Köln

Beitrag von Dudelsack »

HAL9000 hat geschrieben: Mi 20. Okt 2021, 07:06 In Bayern 3 meldete sich der Verkehrsservice bis in die 80er Jahre auch immer mit "Hier ist Bayern 3, die Servicewelle von Radio München" Daran angehängt folgte zumindest zur Ferienzeit immer der Zusatz ""Lebhafter bis dichter Verkehr auf den Fernstrassen" und dann wurden die Meldungen im einzelnen verlesen. Aber gut, darum gehts hier nicht ^^
Stimmt, aber auch hier hieß es außerhalb des Verkehrsfunks nicht "Bayrischer Rundfunk München". Bei den Autofahrerwellen war, wie ich weiter oben ja schon ausführte, die Nennung des Studiostandorts nichts ungewöhnliches.
ulionken hat geschrieben: Di 19. Okt 2021, 21:25
Manager hat geschrieben: Di 19. Okt 2021, 20:15
Beim SWF wurde "Südwestfunk Baden-Baden" auch im 3. Programm angesagt bevor aus dem Gemischtwarenladen 1975 eine Autofahrer Servicewelle wurde.
Ich erinnere mich an die typische Ansage "SWF3 Radiodienst aus Baden-Baden", die auf einen Jingle folgte.

73 de Uli
Gab es da echt mal einen Jingle davor? Die Aufnahmen, die mir vorliegen, haben alle samt erst einen Hinztriller und dann die typische Ansage, aber keinen Jingle.
Funker Tommy
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Re: Westdeutscher Rundfunk Köln

Beitrag von Funker Tommy »

Meine ja, das SWF Pausenzeichen war dafür als Signet aufgemotzt worden
Jan W.
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Re: Westdeutscher Rundfunk Köln

Beitrag von Jan W. »

So habe ich das in Erinnerung:

https://www.youtube.com/watch?v=nRew96c3ri0

Nachrichten, Wetter, Programmübersicht, Hinz-Triller und Verkehr, dann erst das Jingle. Irgendwann wurden Wetter und Verkehr vom SWF3-Moderator übernommen und die Programmübersicht weggelassen.
Jens1978
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Re: Westdeutscher Rundfunk Köln

Beitrag von Jens1978 »

Beim BR stand beispielsweise im Testbild des dritten Programms immer "BR MCHN" drinnen. Und beim SFB war der Stationsstandort genauso wie bei Radio Bremen er ist direkt im Sendernamen drinnen ;)
Aber ich kann mich tatsächlich sehr gut an Südwestfunk Baden-Baden, WDR Köln und SDR Stuttgart erinnern. Ich meine beim SDR stand das auch so im Testbild bei der ARD Senderkette drinnen, demnach also auch bei Standorten welche nicht Degerloch entsprachen. Bei einigen Produktionen wird übrigens tatsächlich auch für den NDR "Norddeutscher Rundfunk, Hamburg" gesagt.
QTH: Bremer Umland
wolfgangF
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Re: Westdeutscher Rundfunk Köln

Beitrag von wolfgangF »

Jan W. hat geschrieben: Mi 20. Okt 2021, 14:21 So habe ich das in Erinnerung:

https://www.youtube.com/watch?v=nRew96c3ri0

Nachrichten, Wetter, Programmübersicht, Hinz-Triller und Verkehr, dann erst das Jingle. Irgendwann wurden Wetter und Verkehr vom SWF3-Moderator übernommen und die Programmübersicht weggelassen.
Toller Mitschnitt 👍👍

Eine schöne Erinnerung an einen tollen Sender. Und dann auch noch die Ansage von Norbert Diener, der leider auch viel zu früh gestorben ist.
Becks
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Re: Westdeutscher Rundfunk Köln

Beitrag von Becks »

Ich finde es interessant, dass die harmlose Nennung eines Ortsnamens Menschen so bewegen kann und überwiegend negativ bewertet wird.
Relikt, konservativ... naja. Könnte man auch genau andersherum sehen, als gepflegte Tradition beispielsweise.

Ich staune auch, wie man sich an so einem kleinen, einsilbigen Wörtchen so stören kann.
Würden sie jedesmal "Westdeutscher Rundfunk Hückeswagen Brunfz bei Kniritz an der Knatter, Nordseite, Abfahrt Böllrich, direkt gegenüber Aldi" sagen, könnte ich es ja noch verstehen. Aber 'Köln'?

Der Hessische Rundfunk hat sein jahrzehntelang genutztes "aus Frankfurt hörten Sie Nachrichten" auch nur wegen negativer Hörerreaktionen abgeschafft. Da hat man sich von außerhalb echauffiert, dass einen Frankfurt im Odenwald oder im Taunus einen feuchten Dreck interessiere.
Dudelsack
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Re: Westdeutscher Rundfunk Köln

Beitrag von Dudelsack »

Becks hat geschrieben: Do 21. Okt 2021, 22:20 Ich finde es interessant, dass die harmlose Nennung eines Ortsnamens Menschen so bewegen kann und überwiegend negativ bewertet wird.
Relikt, konservativ... naja. Könnte man auch genau andersherum sehen, als gepflegte Tradition beispielsweise.
Also, ich als Threadersteller fand es ganz einfach nur interessant, weil das heutzutage offenbar nur noch der WDR so macht. Wirklich bewegt oder gar gestört hat mich das keineswegs. Und ich glaube auch, dass "Relikt" von Peter nicht unbedingt negativ gemeint war. Einfach ein Überbleibsel aus der Zeit, in der solche Ansagen mit dem Standort noch üblich waren.
Becks hat geschrieben: Do 21. Okt 2021, 22:20 Ich staune auch, wie man sich an so einem kleinen, einsilbigen Wörtchen so stören kann.
Würden sie jedesmal "Westdeutscher Rundfunk Hückeswagen Brunfz bei Kniritz an der Knatter, Nordseite, Abfahrt Böllrich, direkt gegenüber Aldi" sagen, könnte ich es ja noch verstehen. Aber 'Köln'?
Ich kann hier nicht lesen, dass der Zusatz Köln hier irgendwen stört. Manche von uns haben die Ansage ja über Jahre hinweg nie bemerkt und die, die es bemerkten, empfanden das offenbar auch nicht als negativ, sondern fragten sich höchstens so wie ich, warum das beim WDR so üblich ist,anderswo aber nicht (mehr).
Becks hat geschrieben: Do 21. Okt 2021, 22:20 Der Hessische Rundfunk hat sein jahrzehntelang genutztes "aus Frankfurt hörten Sie Nachrichten" auch nur wegen negativer Hörerreaktionen abgeschafft. Da hat man sich von außerhalb echauffiert, dass einen Frankfurt im Odenwald oder im Taunus einen feuchten Dreck interessiere.
Soweit ich weiß, fiel diese Ansage einer radikalen Reform des gesamten HRs zum Opfer, der Ende 1989 damit auf Radio FFH (über)reagierte. Dabei war es auch wichtig, von Frankfurt als Dreh- und Angelpunkt loszukommen, da der neue, private Konkurrent mit regionaler Berichterstattung aufwartete und auf die Hörer den Eindruck machte, in ihrer Nähe zu sein. Das kam damals gut an, da sich große Teile Hessens in der Tat nicht so besonders für das Geschehen in und um Frankfurt interessieren. Da fährt man vielleicht mal für kulturelle Events oder zum Shoppen auf der Zeil hin, aber speziell in Mittel- und Nordhessen ist FFM gefühlt weit weg, dafür aber in Funk und Fernsehen seit jeher omnipräsent.
Als der HR das "Problem" also erkannt hatte, versuchte er, in seinen Programmen weniger Frankfurt-zentriert zu wirken und das führte dann eben unter Anderem zur Abschaffung des berühmten Schlusssatzes. Von Hörern, die sich wirklich an diesem Sprüchlein rieben und das den Verantwortlichen mitteilten, ist mir indes nichts bekannt, ich lasse mich da aber auch gern eines Besseren belehren, denn es ist schon ein bisschen her, dass ich mal was zu diesem Thema gelesen habe.
Funker Tommy
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Re: Westdeutscher Rundfunk Köln

Beitrag von Funker Tommy »

Wäre ja schön, mal einen akustischen Beleg zu bekommen für die Ansage "Wdr Köln"
Dudelsack
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Re: Westdeutscher Rundfunk Köln

Beitrag von Dudelsack »

Na gut, dann mal hier der Abspann eines Hörspiels von 2008, das erste, das ich auf die Schnelle finden konnte, denn mein Archiv ist nicht nach Sendern sortiert.
Dateianhänge
Abspann Tempo.mp3
(1.68 MiB) 19-mal heruntergeladen
Funker Tommy
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Re: Westdeutscher Rundfunk Köln

Beitrag von Funker Tommy »

Ein Abspann ok, und für (Stations)Ansage?
Dudelsack
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Re: Westdeutscher Rundfunk Köln

Beitrag von Dudelsack »

Nun, ich persönlich hatte das angesagt immer nur am Ende von Hörspielen gehört, sowie als Eigenbezeichnung einiger Programme beim WDR gelesen. Im laufenden Programm angesagt ist mir das tatsächlich bisher nicht untergekommen.
RudiP
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Re: Westdeutscher Rundfunk Köln

Beitrag von RudiP »

In den frühen 60er Jahren hieß es um 20 Uhr: "Sie sehen aus Hamburg die Tagesschau und anschließend aus Frankfurt die Wetterkarte." Wenn in der ARD die nächste Sendung von einem anderen Sender kam, hieß es "Wir schalten um nach ...." Dann kam oft ein Stationsdia des nächsten Senders. Das Umschalten von und nach Berlin konnte schon mal einige Minuten dauern.
Bis ca. 1984 hieß es bei Bayern 3: "Hier ist Bayern 3, die Servicewelle von Radio München." Man hielt das wohl auch für etwas modernen. Vielleicht wollte man auch blockieren, dass ein kommender Privater den Namen benutzt.
Becks
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Re: Westdeutscher Rundfunk Köln

Beitrag von Becks »

Dudelsack hat geschrieben: Fr 22. Okt 2021, 00:07 Von Hörern, die sich wirklich an diesem Sprüchlein rieben und das den Verantwortlichen mitteilten, ist mir indes nichts bekannt, ich lasse mich da aber auch gern eines Besseren belehren, denn es ist schon ein bisschen her, dass ich mal was zu diesem Thema gelesen habe.
Ich habe das (ebenfalls vor langer Zeit) während einer Hausführung durch den hr gehört. Dort wurde explizit gesagt, dass es immer wieder böse Briefe gab wegen der Frankfurtzentrierung. Wird man damals sicher in den PMs offiziell anders kommuniziert haben, klar. Und ja, FFH hat dem hr ziemlich heftig vor Augen geführt, welche Defizite in der regionalen Berichterstattung bestanden. Im Grunde wurde dort nur lange Zeit lang hauptsächlich Frankfurt, Wiesbaden und Offenbach abgebildet.

Trotzdem irgendwie schade, dass die Hörer mit der Zeit immer empfindlicher wurden, wenn ihr unbedeutendes Kleinkleckersdorf nicht die Wichtigkeit bekam, die sie ihm zumaßen und eine regelrechte Abneigung gegen die Nennung des Ausstrahlungsortes entwickelten.
Marc!?
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Re: Westdeutscher Rundfunk Köln

Beitrag von Marc!? »

Ergänzend noch dazu, erst seit 2004 wird HR4 in Kassel produziert.

Im übrigen böte ja auch DAB die Möglichkeit nicht nur auf der Schlagerwelle zu regionalisieren, sondern auch bei anderen Musikfarben, wenn man es geschickt in die Stundenuhr integriert.
Dudelsack
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Re: Westdeutscher Rundfunk Köln

Beitrag von Dudelsack »

Dafür bräuchte es eigentlich noch nicht mal unbedingt DAB+, denn auch auf UKW könnte man im Prinzip mehrere Programme regionalisieren. Man mag natürlich einwenden, dass die Frequenzressourcen dafür nicht ausreichen würden, allerdings stimmt das nur teilweise.
Man versucht ja oftmals, die Grenzen der Regionalfenster entweder nach Zugehörigkeitsgefühl (sinnvoll, aber nicht immer möglich) oder nach Verwaltungsgrenzen (meistens nur auf dem Papier wirklich zusammengehörig) zu ziehen. Das erfordert in Randbereichen oftmals Füllsender, da der eigentlich am besten zu empfangende Grundnetzsender das falsche Regionalprogramm abstrahlt. Hier in Marburg hat deshalb beispielsweise HR 4 seine eigene Funzel, weil der große Feldberg, der bei HR 1 bis 3 der Hauptversorger ist, das Regionalprogramm für das Rhein-Maingebiet abstrahlt, für Marburg allerdings die Mittelhessische Ausgabe zuständig ist.
Wenn man jetzt anfinge, die Regionalgebiete danach zuzuschneiden, welchen Standort man dort am besten empfangen kann, könnte man auch auf den anderen Ketten regionalisieren, ohne dass es neuer Frequenzen bedürfte.
Der Haken an der Sache ist allerdings, dass man hier vielleicht wieder Regionen zusammenpacken würde, die bis auf die Empfangbarkeit desselben Grundnetzsenders nichts miteinander zu tun haben. Nochmals das Beispiel Marburg. Der große Feldberg versorgt hier recht gut, aber wenn man danach ginge, würden wir dann ja auch wieder aus Frankfurt bedient, was wahrscheinlich dazu führen würde, dass unsere unmittelbare Umgebung vor lauter Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden in der Berichterstattung beinahe verschwände. Das kann nun wirklich nicht die Lösung sein, denn genau aus diesem Grund gibt es ja schließlich Regionalsendungen.
Die Grenzen der Regionalversionen vollkommen nach den empfangstechnischen Gegebenheiten zu bestimmen, ist also nicht sinnvoll. Bei manchen Konstallationen könnte ein Blick in die Praxis auf Empfängerseite aber sicherlich nicht schaden.
Aber die Idee, auch auf anderen Wellen regionale Informationen anzubieten, halte ich für sehr sinnvoll. Man hat irgendwie den Eindruck, dass regionale Informationen nach Einschätzung der Rundfunkanstalten nur für die Freunde von Schlagern und Oldies interessant sind. Warum aber soll es nicht auch unter Hörern der Popwellen Menschen geben, die sich gern über das Geschehen in ihrer Umgebung informieren wollen? Eine ehemalige Mitarbeiterin des HR-Studios Fulda, mit der ich mich vor einiger Zeit mal zu diesem Thema unterhalten hatte, zeigte sich ob dieser Praxis ebenfalls verständnislos. Nicht wenige potenzielle Hörer fänden die dargebotenen Themen sicherlich interessant, würden aber durch die Musikfarbe nachhaltig abgeschreckt.
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