Fragen zu UKW-Bandsperrfilter

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RainerZ
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Re: Fragen zu UKW-Bandsperrfilter

Beitrag von RainerZ »

Nicht jammern, auch nach dem Ende des Pausat-Shops gibt es diese meines Erachtens baugleichen rauscharmen Verstärker z.b. bei Antennenland:
https://www.antennenland.net/Antennenverstaerker-indoor
Drehrumbum
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Re: Fragen zu UKW-Bandsperrfilter

Beitrag von Drehrumbum »

Ich bin zwar nicht der "UKW-Crack", habe aber massive Zweifel:
RADIO354 hat geschrieben: Do 25. Nov 2021, 10:58 Wenn die UKW Frequenz eines Ortssenders x 2 genommen dann auf der Frequenz eines sehr Schwachen DAB Muxes liegt könnte es zu Beeinträchtigungen kommen.
Na ja, wir reden von "richtigen" UKW-Sendeanlagen. Da ist praktisch nix mit Oberwelle, genauer "Nebenaussendungen" bei 2 x Sendefrequenz usw. Sonst kriegst Du das Ding gar nicht abgenommen. Wenn die Zahl stimmt, liegt die Dämpfung wohl bei mehr als 80dB.

Natürlich darf man sich nicht mitten auf den Alex in Berlin stellen, um DAB-DX mit dem SDR-Stick betreiben zu wollen... :dx: :D
RADIO354
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Re: Fragen zu UKW-Bandsperrfilter

Beitrag von RADIO354 »

Naja....
Als der Bundesmux hier noch nicht so gut empfangbar war ( 2,5 KW aus Ulm/ das macht 140 Km ) hatte Ich eine Aussenyagi mit Nachfolgendem MBV in Betrieb.
Die Antenne in den B III Eingang und dann weiter zum Empfänger. Der Empfänger hat DAB+ und UKW an Bord.
Sobald Ich bei Dieser Konfiguration eine Antenne an den UKW Eingang des MBV angeschlossen hatte war der Bundesmuxempfang nicht mehr vorhanden.
Ich schrieb ja auch könnte es zu Beeinträchtigungen kommen. Das kann auch am Verwendeten Empfangsequipment liegen. So wie in der geschilderten Empfangssituation
Hier mit dem Bundesmux Seinerzeit.
Eventuell liest @ DH0GHU hier mit und kann Ergänzen.
Peter Schwarz
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Re: Fragen zu UKW-Bandsperrfilter

Beitrag von Peter Schwarz »

Kleiner Tipp: Herr Paul hat seinen Webshop geschlossen. Wer ihn aber anruft, mit ihm spricht und weiss, was er möchte, wird von Hr. Paul nach wie vor gerne beliefert. ;)
HF-Hase
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Re: Fragen zu UKW-Bandsperrfilter

Beitrag von HF-Hase »

Drehrumbum hat geschrieben: Do 25. Nov 2021, 12:46 Na ja, wir reden von "richtigen" UKW-Sendeanlagen. Da ist praktisch nix mit Oberwelle, genauer "Nebenaussendungen" bei 2 x Sendefrequenz usw. Sonst kriegst Du das Ding gar nicht abgenommen. Wenn die Zahl stimmt, liegt die Dämpfung wohl bei mehr als 80dB.
Die Oberwellen kommen nicht vom Sender sondern entstehen in den Antennenvorverstärkern und Eingangsstufen der Empfänger.
Besonders kritisch wird es, wenn der Empfänger gleichzeitig DAB- und UKW-Band angeboten bekommt. Da ist dann ein Stick auch nicht schlechter als die meisten Empfänger, die alle wenig bis keine Selektion am Antenneneingang haben.

Ich hab grad mal versucht, die Oberwelle eines starken UKW-Senders zu finden: nix! Obwohl ich bis -120 dB suchen konnte, nur Rauschen.
hjl
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Re: Fragen zu UKW-Bandsperrfilter

Beitrag von hjl »

Wie bereits geschrieben, dürfen (einzelne) UKW-Sender (zumindest in Deutschland) gar nicht ohne Filter betrieben werden. Bei mehreren am selben Standort sorgt die Senderweiche für die notwendige Selektion. Da in den Sendern ja auch schon Oberwellenfilter eingebaut sind, ist es unmöglich, dass harmonische Aussendungen abgestrahlt werden und schon gar nicht messbar sind.
Im Eingangsverstärker des Empfängers entstehen Intermodulationsprodukte. Hierbei sind die der zweiten Ordnung (IM2) (2 UKW-Sender) vermutlich nicht so stark ausgeprägt. Je nach Einsatz der nichtlinearen Abstimmungs-Elemente werden die Intermodulationsprodukte dritter Ordnung (IM3) ggf. stärker zu betrachten sein. Diese entstehen dann z. B. aus zwei UKW-Sendern und einem (breiten) DAB-Signal f1 - f2 + fDAB.
Zur Unterdrückung der UKW-Sender kann ein Sperrfilter eingesetzt werden. Dies lässt sich leicht realisieren dafür ist nur eine "Handvoll" Bauelemente nötig. Es wird eine Dämpfung von über 60 dB erreicht. Die Durchgangsdämpfung ab 174 MHz beträgt weniger als 1 dB.
UKW-Sperrfilter-Plan.gif
UKW-Sperrfilter-Plan.gif (6.55 KiB) 294 mal betrachtet
UKW-Sperrfilter-Aufbau.jpg
WKUTNA
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Re: Fragen zu UKW-Bandsperrfilter

Beitrag von WKUTNA »

"Es wird eine Dämpfung von über 60 dB erreicht.
Die Durchgangsdämpfung ab 174 MHz beträgt weniger als 1 dB."

Das sind doch sicher nur die theoretisch maximal erreichbaren Werte.
In der Realität sieht`s oft anders aus. Hast du denn mal nachgemessen?
Zuletzt geändert von WKUTNA am Fr 26. Nov 2021, 14:19, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Fragen zu UKW-Bandsperrfilter

Beitrag von HF-Hase »

Schönes Filter, Rohrkondensatoren und Kupferlackdraht: könnte von mir sein ;)

Hier ein Beispiel aus QIRX, oben nur das DAB-Signal, unten dasselbe Signal, diesmal mit UKW-Antenne dazu.
Deutlich sind die Mischprodukte 88 + 102,4 = 190,4 sowie 90,7 + 100,4 = 191,1 der 33 km entfernten UKW-Sender im Spektrum zu sehen.
Das S/N geht runter, die Audiowiedergabe bricht weg.
Die Störungen entstehen in diesem Fall im Eingang des Empfängers, hier ein SDR-Dongle. Das Venice7-Modul, das ich als Referenz nutze, benimmt sich aber genauso.
DAB.jpg
DAB_UKW.jpg
pomnitz26
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Re: Fragen zu UKW-Bandsperrfilter

Beitrag von pomnitz26 »

Ich würde nur auf regelbare Eingänge am MBV setzen um das überhaupt anpassen zu können. Schon der Austausch eines 1,2db Vorverstärkers gegen einen 0,7db erfordert ganz neue Anpassungen.

Nutze ich aber beispielsweise einen DAB Verstärker alleine filtert der alles andere weg. Bis dahin passt es also in der Regel. Wie man die verschiedenen Signale dann zusammen bringt da helfen fast nur Messgeräte. Bei mir eben der DigiPal DAB und Andis UKW und DAB Player. Dabei ist der Unterschied zwischen Signalstärke und Signalqualität ganz wichtig. Da das alles softwarehestütze Messverfahren sind ist ein Neustart zwischendurch sehr sinnvoll. Bläst man beispielsweise den TechniSat zu dann wird der im Fernempfang ganz stur. Außerdem sollte ein Verstärker nicht so stark aufgedreht werden das er von der Empfangsantenne wieder empfangen wird.
hjl
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Re: Fragen zu UKW-Bandsperrfilter

Beitrag von hjl »

WKUTNA hat geschrieben: Fr 26. Nov 2021, 10:18 "Es wird eine Dämpfung von über 60 dB erreicht.
Die Durchgangsdämpfung ab 174 MHz beträgt weniger als 1 dB."

Das doch sicher nur die theoretisch maximal erreichbaren Werte.
In der Realität sieht`s oft anders aus. Hast du denn mal nachgemessen?
Ja da Filter ist auch schon älter (~40 Jahre). Da gab es noch kein DAB. Das Filter wurde verwendet, um harmonische Aussendungen von UKW-Sendern zu messen, da die Grundwelle jeden Analyzer übersteuert hätte. (Ich war einige Jahre in der Senderentwicklung von Telefunken Anfang der 80er...)
Die Werte sind tatsächlich gemessen. 60 dB ist der minimale Wert der Sperrdämpfung im UKW-Bereich, schließlich sind zwei Pole vorhanden, da sind es ja noch mehr. im Bereich 175 bis 800 MHz < 0,7 dB und bis 1,1 GHz <1 dB. Kritisch sind eigentlich nur die beiden Kondensatoren in Längsrichtung, die mit Anschlussenden leicht wie Schwingkreise wirken. Daher z. B. 4,7+5,6 pF bzw. 2x 5,6 pF verwenden. Im Durchlassbereich beträgt die Rückflussdämpfung etwa 20 dB bei 200 MHz und 10 dB bei 1 GHz.
Drehrumbum
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Re: Fragen zu UKW-Bandsperrfilter

Beitrag von Drehrumbum »

Gefällt mir auch, dieses DIY-Filter. Wie aus dem Ganzen gefeilt - total solide. :D

So ein UKW-Bandsperrfilter hat bei SDR aber durchaus seine Berechtigung. Damit sollten die Geister-UKW-Sender, die ohne Filter bei etwa 30 MHz auftauchen, komplett verschwinden. Aber da "unten" höre ich kaum rein, da dieser Frequenzbereich bei mir eh zugemüllt ist. Es macht einfach keinen Spass.
WKUTNA
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Re: Fragen zu UKW-Bandsperrfilter

Beitrag von WKUTNA »

Es macht Spaß, ein so solides und gut funktionierendes Selbstbauobjekt zu sehen.
Das C-Rohr verrät das etwas höhere Alter.

Bereich Marburg
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Re: Fragen zu UKW-Bandsperrfilter

Beitrag von Radio-DX »

Um UKW-Signale vom Eingang des DAB-Empfängers fern zu halten,
reicht oft schon eine Anschlussdose, wie sie Früher in jeder Wohnung vorhanden war.
Die Dosen haben einen Radio- und einen TV-Ausgang.
Vor dem Radio-Ausgang ist ein UKW-Pass verbaut und vor dem TV-Ausgang ist eine UKW-Sperre drin.
Der TV-Zweig ist dann prima für DAB geeignet. ;)
Ich rede hier von Anschlussdosen aus DDR-Zeiten.
Habe mir einige mit dem Spektrumanalyzer angeschaut und nur selten musste etwas nachjustiert werden.
Die Ergebnisse waren immer zufriedenstellend.
Wenn die Mischprodukte aber schon in einem Verstärker entstehen, hilft diese Dose natürlich nicht mehr.
QTH: Nähe Neustadt a.d. Orla (Ostthüringen)
Empfangsrekord mit RDS-PS: 3075 km (Madeira: 88,0 MHz, Radio Renascenca, Sporadic-E am 12.06.2013)
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