DAB-Empfänger - UKW-Minisender auvisio FMX-610.dab

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Chris_BLN
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DAB-Empfänger - UKW-Minisender auvisio FMX-610.dab

Beitrag von Chris_BLN »

Mal richtiges Gruseln gefällig?

Heute bewarf mich unser Antennenchef am Gartenzaun mit einer kleinen Pappbox . Drin: ein DAB-Empfänger/UKW-Minisender auvisio FMX-610.dab. Pearl beschreibt das Gerät so:

"Radio mit bestem digitalem Sender-Empfang"

"Genießen Sie beste digitale Empfangsqualität: Holen Sie sich jetzt das Radio der Zukunft auf Ihr altgedientes UKW-Radio - im Auto und zu Hause!"

https://www.pearl.de/a-ZX1764-1521.shtml

Auto Bild hat auch getestet: "Per Kabel verbunden, wird sogar CD-Qualität erreicht."


Na dann wollen wir doch mal...

RDS-Umsetzung auf UKW

Immerhin ist da überhaupt etwas vorhanden. Das muss man angesichts dieses Preises doch eigentlich kaum erwarten, oder?

auvisio FMX-610 - RDS.png
auvisio FMX-610 - RDS.png (10.77 KiB) 1296 mal betrachtet

RDS-PS wird bei einigen Programmen aus dem DAB-Shortlabel gebildet, bei anderen Programmen (Schlagerparadies, Radio Horeb, ERF) bleibt das PS leer.

Der Studer A764 zeigt, so ausgestrahlt, diese generierten PS an.

RDS-PS mit weniger als 8 Stellen führen beim Studer A764 zu einem Fragezeichen als letztes Zeichen.

Ein Onkyo CR-L5 zeigt bei keinem einzigen Programm ein PS an. Es wird das Vorhandensein von RDS laut Anzeige erkannt, aber nichts decodiert.

Kurze RDS-PS bekommen gern mal ein paar wirre Zeichen angehängt. Da hilft dann auch kein Stromlos-Machen des Adapters, das kommt später so wieder.

RDS-PI ist vorhanden und steht bei allen Programmen identisch bei 0x0034. Das erste Zeichen ist der Ländercode, die 0 ist im RDS-Standard nicht vergeben. Somit wird also nicht etwa ein technisch gültiger, aber fehlerhafter PI-Code gesendet, sondern ein technisch ungültiger PI-Code. Möglicherweise zickt auch deshalb der Onkyo. Spannend dürften Sony-Geräte werden, die sind als extrem sensibel bekannt.

RDS-PTY wird angezeigt und teils auch programmabhängig gewechselt, aber nicht auf die Werte, die im DAB übertragen werden, sondern auf völlig skurrile Werte. Eine Systematik ist für mich nicht zu erkennen:

MDR Aktuell (original 1 - Nachrichten) meldet 1 (Nachrichten)

MDR Sputnik (original 10 - Pop) meldet 2 (Politik/Zeitgeschehen)

Sunshine Live (original 10 - Pop) meldet 2 (Politik/Zeitgeschehen)

DLF (original 3 - Service Program) meldet 3 (Service Program)

MDR Schlagerwelt (original 12 - Unterhaltungsmusik) meldet 4 (Sport)



RDS-RT (Uhrzeit) wird auf manchen Programmen übertragen

RDS-DI steht offenbar auf stereo

RDS-MS steht offenbar auf Musik

weitere RDS-Informationen (Radiotext, AF, TP, TA) werden nicht übertragen


Audioqualität (Klinken-Ausgang)

Bei Betrieb über den Klinken-Ausgang ist der Sender abgeschaltet.

Gegenüber dem Original-Datenstrom ist das analoge Ausgangssignal an der Klinkenbuchse verpolt. In der Praxis ist das allerdings egal.

Beim vergleichenden Hören zeigen sich beim DAB-Adapter schauderhafte zischelnde Artefakte, die es beim DAB-Stick mit Software-Decodierung (DAB-Player) nicht gibt. Der Adapter ist klanglich völlig unbrauchbar, zumindest bei HE-AAC.

Im Vergleich des NF-Spektrums (hier: MDR Aktuell) zeigen sich interessante Unterschiede.

Das decodierte real gesendete Audio (DAB-Stick-Software-Decoder):
DAB-Stick - Software decodiert (MDR Aktuell).png
DAB-Stick - Software decodiert (MDR Aktuell).png (10.57 KiB) 1296 mal betrachtet

Der Output des Adapters (Klinken-Ausgang):
DAB-Adapter - Line-Ausgang (MDR Aktuell).png

Bei 10 kHz ist eine völlig andere Handhabung des Frequenzbereiches der Spektralbandreplikation zu erkennen. Beim DAB-Adapter geht es im Pegel deutlich nach oben, beim in Software decodierten Originalsignal vom DAB-Stick geht es etwas nach unten im Pegel.

Vermutung: das Signal der Spektralbandreplikation wird beim Adapter gar nicht mit den mitgesendeten Werten korrigiert, sondern einfach wild aus dem Spektrum des LC-Kerncodecs übernommen.

Es geht dabei an der Schnittstelle zum Signal des Kerncodecs um durchaus 10 dB Unterschied.


Und wie klingt das? MDR Aktuell klingt eh schon beschissen, aber der auvisio toppt das noch locker. Unglaublich, wie schlecht DAB+ klingen kann. Ich gelte ja schon als DAB-Kritiker und HE-AAC-Allergiker, und diese Aussagen bezogen sich bislang auf Andis DAB-Player und die dort verwendete Decoder-Bibliothek. Nun habe ich mal billige Hardware hier. Und das haut mich dann tatsächlich um.

01 - MDR Aktuell - DAB-Stick - Softwaredecoder_.mp3
(4.01 MiB) 22-mal heruntergeladen
vs.
01 - MDR Aktuell - DAB-Adapter_.mp3
(4.01 MiB) 20-mal heruntergeladen

Audioqualität (UKW-Modulator)

Die Prüfung erfolgte mit einem Studer A764, der eine Wurfantenne angeschlossen bekam. Der HF-Pegel am Tuner lag bei ca. 60 dBµV.

Ein Ruherauschen war nicht zu vermeiden, egal wie die Wurfantenne positioniert wurde. Es ist nicht klar, ob das verbliebene, durchaus deutliche Ruhegeräusch von der „Luft-Ankoppelung“ des Modulators an den Tuner stammt oder ein echtes Produkt des Modulators ist (also auch bei Anbindung über eine abgeschirmte Leitung auftreten würde). Hier rächt sich die billige Konstruktion des Adapters, der wild und unkontrolliert abstrahlt, statt eine abgeschirmte Ausgangsbuchse und eine separate Sendeantenne zu besitzen.

Die Audioqualität am UKW-Modulator kann natürlich nicht besser sein als das Decoding, wie es bereits am Klinken-Ausgang geprüft wurde. Es bleibt bei heftigen, sehr störenden Artefakten und es kommen weitere Dreckeffekte hinzu. Teilweise klingt das, wie durch einen Flanger geschoben.

Zusätzlich ist der Audio-Hub offenbar zu groß. Gegenüber echten UKW-Programmen vergleichbaren Inhalts ist der Audio-Hub des Adapters ca. 4 dB zu hoch. Es scheint dadurch auch zu vereinzelten Spuckeffekten zu kommen. Eine genauere Messung konnte ich bislang nicht vornehmen.


Edit: der Hub ist offenbar doch nicht zu hoch, wenn das entsprechende Programm korrekt ausgesteuert wird, also -9 dBFS etwa 40 kHz Hub entsprechen. Bei Programmen wie BOB! geht das freilich übers Ziel und spuckt derbe, auch am Studer. Etwa 6 dB zuviel sind es sogar bei BOB!, beim MDR drückt die Schlagerwelt derbe auf die Tube und hat etwa 4 db zuviel Hub.

In Signalpausen bleibt der Modulator aber frei von zusätzlichen Stör-Peaks. Dafür ist auffällig, dass kein anständiges Tiefpassfilter implementiert ist. MDR Schlagerwelt hat formal Audio bis 22 kHz (ab 10 kHz ist freilich alles Fake), aber der Adapter schneidet erst ab 18 kHz ab und kommt damit dem Pilotton bei 19 kHz sehr nahe.

Soviel zu später Stunde von hier.


Und am Morgen danach noch ein paar weitere Tests. Das klangliche Grauen kommt in dieser Form offenbar nur bei HE-AAC. Das einzige LC-AAC-Programm, das ich hier greifen kann, ist MDR Klassik (112 kbps brutto), das geht deutlich besser. Ob die vergleichsweise hohe Bitrate dabei auch eine Rolle spielt, vermag ich nicht zu sagen.

Bei HE-AAC spielt die Bitrate offenbar eine Rolle. Programme mit niedriger Bitrate sind stärker betroffen, Programme wie DLF Kultur weniger.

Spacelab
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Re: DAB-Empfänger - UKW-Minisender auvisio FMX-610.dab

Beitrag von Spacelab »

Von diesen Möhren gibt es doch einige. Ich selbst hatte schon gut 5 oder 6 Stück davon auf dem Tisch. Die Teile sehen zwar immer etwas anders aus aber die Kerntechnik scheint immer exakt die gleiche zu sein. Da fällt vermutlich irgendwo in Fernost ein fix und fertiger Chipsatz vom Band und der weitere Hersteller des Adapters fummelt nur noch ein Display, Knöpfe und die gewünschten Anschlüsse dran. Das waren nämlich bis jetzt die einzigen unterschiede zwischen diesen billig Adaptern die ich bis jetzt auf dem Tisch hatte. Der Klang war über den Klinkenanschluss bei allen durchweg grausam. Über den UKW Transmitter regelrecht unerträglich.

Das seltsame Verhalten beim RDS kann ich ebenfalls bestätigen. Keiner dieser billigen DAB+ Adapter, von denen man bei ebay regelrecht überschwemmt wird, schaffte es dieses korrekt anzuzeigen. Meistens zeigt der Empfänger irgendeinen Quatsch im Display an. Oder, was auch recht häufig vorkommt, es wird zwar angezeigt das RDS vorhanden ist aber es wird nie etwas angezeigt egal wie lange man wartet.

Bei manchen Adaptern wird auch ein USB Netzteil für den Zigarettenanzünder mitgeliefert. Bis jetzt war das immer die absolute unentstörte Schrottqualität. Sobald man diesen einsteckt gehen alle DAB+ Ensembles von der Signalstärke her in die Knie und alles was nicht absoluter Ortssender ist fängt auf UKW an zu rauschen. Ganz tolle Leistung! :rolleyes:

Solche Adapter sind ein Frechheit und schaden dem Ansehen von DAB+ sehr. Einer meiner Nachbarn redete DAB+ schlecht wo es nur ging weil er genau so einen Adapter in seinem Auto installiert hatte. Sofort hörbar grausamer Klang selbst über sein ur-alt Radio mit Quarkbecher Lautsprecher und mehr Aussetzer als Empfang. Erst als er einen neuen Dienstwagen mit DAB+ Radio bekam änderte er schlagartig seine Meinung.

Chris_BLN
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Re: DAB-Empfänger - UKW-Minisender auvisio FMX-610.dab

Beitrag von Chris_BLN »

Ach wie herrlich, das ist also ein ganzer Zoo an untauglichen Geräten.

Hier noch ein paar Eindrücke an der Wurfantenne, an der die offizielle Terrestrik schon gut verzischelt ist hier im EG.


MDR Thüringen echtes UKW gegen dieses Teil:
MDR Schlagerwelt aus diesem Umsetzer:
05 - MDR Schlagerwelt - DAB-Adapter FM-Out.mp3
(2.73 MiB) 10-mal heruntergeladen

Schon faszinierend, was so ein Decoder alles falsch machen und was so ein Modulator dann noch alles hinzufügen kann.

Noch faszinierender finde ich allerdings, dass irgendwelche "Tests" so etwas empfehlen.
OE24 auto TIPP - "Empfehlung der Redaktion"
Auto Motor Sport 12/2018 - "Funktioniert und ist einfach geil."
Auto Bild 38/2018 - "Per Kabel verbunden, wird sogar CD-Qualität erreicht."
medien-info.com 9/2018 - "Natürlich haben wir das Gerät getestet und waren vollauf begeistert."

Erfinden die solche Tests? Arbeiten dort nur Menschen, die vollständig ertaubt sind?

Dagegen ist der Software-Decoder, den Andreas Gsinn für seinen DAB-Player verwendet, pures Gold. Und da bin ich schon mit vielen DAB-Programmen unzufrieden. Das hier shclägt dem Fass allerdings den Boden aus.

Finden sich solche Glanzleistungen auch in aktueller "Wohnzimmer-Hardware" oder performen Auna, Imperial, Majority und wie sie alle heißen dann doch besser?

Ach so: inzwischen will das Ding noch viel ungerner RDS-PS anzeigen als gestern.
Zuletzt geändert von Chris_BLN am Di 4. Aug 2020, 21:39, insgesamt 2-mal geändert.

Spacelab
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Re: DAB-Empfänger - UKW-Minisender auvisio FMX-610.dab

Beitrag von Spacelab »

Bei solchen Testberichten muss man vorsichtig sein. Es gibt nicht wenige (Online)Magazine die alles über den grünen Klee loben aus Angst sie würden in der Gunst der Hardware Anbieter nach unten rutschen und keine gratis Testmuster mehr bekommen. Von nicht mehr buchenden Werbekunden ganz zu schweigen. Ich weiß da leider von was ich spreche. Ich habe selbst einmal bei so einem Testmagazin gearbeitet bevor ich den Arbeitgeber gewechselt habe.

Ja leider gibt es viele ziemlich gruselig klingende Decoder da draußen. Gerade wenn es um Hardwareimplementierungen geht. Es ist dort wie fast überall. Es gibt ganz hervorragend klingende, die aber ordentlich Lizenzgebühren kosten will man diese in seine Chips implementieren. Und dann gibt es echt üblen Murks der in Fernost im Hinterhof zwischen Kühlschrank und Waschmaschine zusammen programmiert wird und den bekommt man für ein Taschengeld zur weiteren freien Verfügung. Und jetzt rate mal welchen viele DAB+ Chipsatzhersteller nehmen. Leider! Der bekannteste Chiphersteller der auf solchen Murks hereingefallen war, war damals Gyrosignal was zu dem berühmten 48kHz AAC-LC Bug führte.

Blöd ist das man als Kunde nie weiß was man bekommt. Wir hatten damals ein sau teures Wohnzimmergerät im Test bei dessen Klangqualität sich einem die Nackenhaare aufstellten. Bei den spitzen lauten SBR Höhen fing der schrottige D/A Wandler an zu klirren und zu scheppern wie eine Glasvitrine. Das ist auch das wo viele AAC-HE die Schuld geben. Dabei kann der CODEC da nicht direkt was dafür. Im Gegensatz dazu hatten wir aber auch ganz billige Radios die echt super sauber klangen. Man steckt da leider nicht drin und die Rechnung "Teuer=Gut" geht da hinten und vorne nicht auf.

DH0GHU
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Re: DAB-Empfänger - UKW-Minisender auvisio FMX-610.dab

Beitrag von DH0GHU »

Wir sollten vielleicht mal im Forum eine Liste erarbeiten, die Spreu & Weizen listet.
QTH: Obersöchering/JN57OR, zeitweise Kehl/JN38VN
Funkamateur, DLF-Hörer, Multipler Musikgeschmack, DAB-Nutzer. Normal ist normalerweise langweilig.

pomnitz26
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Re: DAB-Empfänger - UKW-Minisender auvisio FMX-610.dab

Beitrag von pomnitz26 »

Der Albrecht DR57 hat auch so einen grausamen UKW Transmitter. Über AUX hat bisher jeder einen deutlichen Unterschied gehört. Alleine an UKW liegt das nicht denn so schlecht ist das nicht.

Mit dem Sailor SA-260 oder dem Dual UDR-100 kann man recht angenehm auf UKW hören aber bei den Teilen gibt es ganz andere Probleme.

Was richtiges gefunden habe ich da noch nicht. Man kann nur Werkslösungen mit Dachantenne optimieren, dann ist DAB auch weit außerhalb des Sendegebietes noch ungestört anhörbar.
Zuletzt geändert von pomnitz26 am Di 4. Aug 2020, 13:08, insgesamt 1-mal geändert.

Habakukk
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Re: DAB-Empfänger - UKW-Minisender auvisio FMX-610.dab

Beitrag von Habakukk »

Spacelab hat geschrieben:
Di 4. Aug 2020, 12:12
Bei solchen Testberichten muss man vorsichtig sein. Es gibt nicht wenige (Online)Magazine die alles über den grünen Klee loben aus Angst sie würden in der Gunst der Hardware Anbieter nach unten rutschen und keine gratis Testmuster mehr bekommen. Von nicht mehr buchenden Werbekunden ganz zu schweigen. Ich weiß da leider von was ich spreche. Ich habe selbst einmal bei so einem Testmagazin gearbeitet bevor ich den Arbeitgeber gewechselt habe.
Dann sollte das aber zumindest noch zu irgendeiner verklausulierten Sprache á la "er hat sich sehr bemüht" führen, damit man an den feinen Nuancen im Lob noch erkennen kann, was Schrott ist und was gut ist. Ansonsten stellt sich mir echt die Existenzfrage dieser Magazine. Da sollte man dann ja noch eher nach Amazon-Rezensionen gehen.
Spacelab hat geschrieben:
Di 4. Aug 2020, 12:12
Man steckt da leider nicht drin und die Rechnung "Teuer=Gut" geht da hinten und vorne nicht auf.
Das ist für mich das Schlimmste. Früher konnte man in 99% der Fälle davon ausgehen, dass man, wenn man etwas mehr Geld hinlegt, auch etwas Wertigeres, Besseres bekommt.

Heute bekommt man den gleichen China-Schrott in einer etwas anderen Verpackung. Wenn in einem 500 Euro-Tuner dann auch "nur" ein Frontier Silicon-Modul steckt und von diesem auch noch alles (inkl. Wandler) verwendet wird, dann frag ich mich schon, ob man nicht besser ein Gehäuse eines alten gebrauchten Tuners verwendet, und irgendein 10 Euro-Küchenradio in dieses Tuner-Gehäuse reinspaxt.

_Yoshi_
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Re: DAB-Empfänger - UKW-Minisender auvisio FMX-610.dab

Beitrag von _Yoshi_ »

Warum bekommen die es nicht hin anstelle des FM Transmitters ein Bluetoothmodul zu verbauen?
So kann man das DAB Radio mit allen Geräten koppeln das Bluetooth drin haben.
RX QTH: Leer Ostfriesland - JO33RF
Degen DE-1103, Microspot RA-319
SDR AirSpy One mit SDR#
My Snip †01.09.2018 11.21Uhr

Spacelab
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Re: DAB-Empfänger - UKW-Minisender auvisio FMX-610.dab

Beitrag von Spacelab »

So etwas ist mir in der Tat mal über den Weg gelaufen. Allerdings war das ein australisches Gerät das es nie hier nach Europa geschafft hat. :( Aber Chips die DAB+ und Bluetooth gleichzeitig können gibt es.

Chris_BLN
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Re: DAB-Empfänger - UKW-Minisender auvisio FMX-610.dab

Beitrag von Chris_BLN »

So, dieser auvisio ist verpackt und wieder weg. Dafür steht nier nun eine ganze Klappbox mit Gerümpel. U.a. eine Lötstation (meine steht am falschen Wohnort), ein AEG DAB+4154 und ein Dual DAB 2A. Die beiden Radios sehen originalverpackt aus trotz ihres Alters. Beim Dual ist die Tüte mit den Kleinteilen noch zu und da drin sind u.a. zwei AAA-Batterien mit Datum 2011. Das AEG habe ich, weils mir zu groß ist für den Zweck, noch gar nicht geöffnet.

Der-die-das Dual DAB 2A meldet sich als FS2052, also ein Verona. Es klingt um Lichtjahre besser als das auvisio-Gelumpe. Das erinnert auch bei 80 kbps wieder an Ton. Leider geht das 2A nach Stromausfall nicht wieder automatisch an.

Gäbe es für HE-AAC noch was besseres (nur Line Out ist entscheidend) oder ist der Verona da schon recht gut?

Und weiß zufällg jemand, was im AEG 4154 drin ist? Mag die Verpackung eigentlich gar nicht öffnen.

Spacelab
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Re: DAB-Empfänger - UKW-Minisender auvisio FMX-610.dab

Beitrag von Spacelab »

Die Module von FS neigen auch gerne zum klingeln. Deshalb verbauen manche Hersteller zusätzlich einen externen D/A Wandler und lassen den vom Modul links liegen. Die Quantek Module klingen ohne externen Wandler ein bisschen feiner wie die von FS. Aber ich denke so "Out of the Box" geben sich die unterschiedlichen Module nicht viel. Für einen hochwertigen Wandler sind die alle preislich zu knapp kalkuliert.

Chris_BLN
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Re: DAB-Empfänger - UKW-Minisender auvisio FMX-610.dab

Beitrag von Chris_BLN »

Danke Dir!

Es soll eh ein UKW-Modulator dahinter...

Chris_BLN
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Re: DAB-Empfänger - UKW-Minisender auvisio FMX-610.dab

Beitrag von Chris_BLN »

Ist zwar nun off-topic, ich hänge es dennoch hier an. Habe ja nun einen Dual DAB 2A hier stehen zum Test. Nun fiel mir auf, dass die beiden regional "ansässigen" Muxe (10 kW aus 4 km Entfernung) völlig ohne angeschlossene Antenne laufen, und zwar absolut fehlerfrei. Spaßenshalber testete ich auch mal UKW am randvollen Kabel (44 Programme), herrlich verzischelt. Der Suchlauf stoppt dabei auch bei Frequenzen, auf denen im Kabel nichts und terrestrisch 35 km entfernt 100 kW laufen. An einem "richtigen" UKW-Tuner läuft der suchlauf über solche Frequenzen drüber, ohne was zu finden. Er stoppt nichtmal bei den Ortssendern.

Ich ahne es und frage wegen einer Bestätigung: die interne Verkabelung Antennenbuchse - Verona-Modul ist doch gewiss nicht abgeschirmt oder der Empfangsteil des Verona-Moduls ist nicht abgeschirmt? Will nicht aufschrauben, ist nicht mein Gerät.

Wenn dem tatsächlich so sein sollte, wären solche Kisten ja sogar formal nicht für Anschluss an Kabelnetze geeignet, da sie ein Kabelleck produzieren würden...

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Re: DAB-Empfänger - UKW-Minisender auvisio FMX-610.dab

Beitrag von Spacelab »

Die allermeisten FS Module sind in der Tat nicht abgeschirmt. Es gibt von FS auch jedes(?) Modul auf Wunsch komplett im Blechmantel für stationäre Tuner. Aber bei Dual vermute ich mal stark das die generell durch die Bank weg nur die günstigere ungeschirmte Version verbauen.
Habakukk hat geschrieben:
Di 4. Aug 2020, 13:08
Spacelab hat geschrieben:
Di 4. Aug 2020, 12:12
Man steckt da leider nicht drin und die Rechnung "Teuer=Gut" geht da hinten und vorne nicht auf.
Das ist für mich das Schlimmste. Früher konnte man in 99% der Fälle davon ausgehen, dass man, wenn man etwas mehr Geld hinlegt, auch etwas Wertigeres, Besseres bekommt.

Heute bekommt man den gleichen China-Schrott in einer etwas anderen Verpackung. Wenn in einem 500 Euro-Tuner dann auch "nur" ein Frontier Silicon-Modul steckt und von diesem auch noch alles (inkl. Wandler) verwendet wird, dann frag ich mich schon, ob man nicht besser ein Gehäuse eines alten gebrauchten Tuners verwendet, und irgendein 10 Euro-Küchenradio in dieses Tuner-Gehäuse reinspaxt.
Da gibt es ein schönes Beispiel. Den Restek EDAB+. Massive Front, einfaches Blechgehäuse dahinter, großes leider recht dunkles Dot-Matrix-Display, FS Venice 7 Modul, externer D/A Wandler, zack! runde 3900Euro! :eek: Restek rechtfertigt den Preis mit der hochwertigen Signalverarbeitung durch die Burr-Brown (heute Texas Instruments) D/A Wandler. Nur zur Info: selbst wenn man nur kleine Mengen bestellt bekommt man einen solchen Wandler für einen einstelligen Eurobetrag. :rolleyes:

Chris_BLN
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Re: DAB-Empfänger - UKW-Minisender auvisio FMX-610.dab

Beitrag von Chris_BLN »

Spacelab hat geschrieben:
Mi 5. Aug 2020, 09:56
Die allermeisten FS Module sind in der Tat nicht abgeschirmt. Es gibt von FS auch jedes(?) Modul auf Wunsch komplett im Blechmantel für stationäre Tuner. Aber bei Dual vermute ich mal stark das die generell durch die Bank weg nur die günstigere ungeschirmte Version verbauen.
Ahnte ichs doch...
Spacelab hat geschrieben:
Mi 5. Aug 2020, 09:56
Da gibt es ein schönes Beispiel. Den Restek EDAB+. Massive Front, einfaches Blechgehäuse dahinter, großes leider recht dunkles Dot-Matrix-Display, FS Venice 7 Modul, externer D/A Wandler, zack! runde 3900Euro! :eek: Restek rechtfertigt den Preis mit der hochwertigen Signalverarbeitung durch die Burr-Brown (heute Texas Instruments) D/A Wandler. Nur zur Info: selbst wenn man nur kleine Mengen bestellt bekommt man einen solchen Wandler für einen einstelligen Eurobetrag. :rolleyes:
Ach, im EDAB ist ein FS drin? Geil! :D

Dann dürfte hier auch sowas in der Konservendose stecken: http://restek-service.de/mtun+_bilder.html

Und dann ist das nur die konsequente Fortsetzung zu MSAT und MCAB. Als die STEREO vor vielen Jahren den MSAT in der Urversion testete, gab es Innenfotos. Ein Ringkerntrafo, mit dem man auch einen kleinen Vollverstärker hätte artgerecht versorgen können (und da drüber lief soweit ich mich erinnere auch die Standby-Versorgung), eine eng an Trafo und Netzspannung gequetschte offenbar hochwertige Ausgangsstufe (Filter, D/A, Analogabteilung), ein gut heizendes mehrfach-Längsregler-Netzteil (vermute ich jedenfalls anhand des Aufbaus) - und das Fujitsu H60 Evaluierungsboard für einfache HD-Satreceiver. Nen kompletten Satreceiver mit H60, inkl. TV-Ausgabe und USB-Aufnahmefunktion sowie 12-stelligem VFD stellte LaSAT für Pollin auch um die 70 EUR her... der hatte halt keinen separaten DAC und wimmerte leise bei analog-Audio.


Bilder aus dem MSAT+: http://restek-service.de/msat_bilder.html

Bilder aus dem MCAB: http://restek-service.de/mcab_bilder.html

Inzwischen sieht es da drin etwas anders aus als in der Urversion.

"Richtig Tuner" war dann noch der Ergo:
http://restek-service.de/imagebrowser/ib_p026_0_2.jpg
http://restek-service.de/imagebrowser/ib_p026_0_3.jpg

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