DAB+ in Niedersachsen

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Jasst
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Re: DAB+ in Niedersachsen

Beitrag von Jasst »

Das glaube ich nicht. Nur, weil die Reichweite steigt, müssen nicht gleich die Preise parallel dazu steigen.
Bei ffn und Antenne gibt es doch auch regionale Werbung und die haben deutlich größere Gebiete pro Frequenz.
Was passieren kann ist, dass die Werbeblöcke länger werden.
RF_NWD
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Re: DAB+ in Niedersachsen

Beitrag von RF_NWD »

Wer in einem größeren Gebiet werben möchte kann dies ja jetzt schon machen.
Das grosse Möbelhaus aus Hannover oder Bad Nenndorf belegt die 104,9 und die 89,4 .Der kleine Schuppen aus Wiedensahl nur die 89,4. Die Spots ,die ich vorhin beobachtet habe, kamen von Handwerkern, Dienstleistern oder einem kleinen Blumenshop aus den Orten,wo die 89,4 richtig reindonnert. Ein paar noch aus dem Nienburger Raum, aber nix aus Orten südlich der Bueckeberge.

Also extrem passgenau.
Hörer in Hameln oder Hannover wollen die gar nicht erreichen.Das ist genauso, wie bei den Lokalausgaben der Tageszeitungen.
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iro
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Re: DAB+ in Niedersachsen

Beitrag von iro »

Die nur auf einer Frequenz ausgestrahlte Werbung bei ffn (man kann auch 2 oder 3 Frequenzen buchen und bekommt einen Rabatt) ist schon deutlich teurer als bei den lokalen Sendern. Ich habe grad keinen Zugriff auf Radio 21 (hat der Admin gesperrt), aber in der Vergangenheit war dort ein 30s Spot in den absoluten Nebenzeiten schon für 6€ für 30 (!) Sekunden zu haben, also ungefähr einem Preis der einer Kleinanzeige in der Zeitung entsprach. Zu dem Preis bekommst Du auf einer Einzelfrequenz von ffn noch nicht einmal eine ganze Sekunde. In den attraktiven Großstadtgebieten noch nichtmals eine halbe Sekunde...
Die Preise steigen, wenn die Hörerzahl steigt (TKP). Wenn die Reichweite steigt, steigt auch die Hörerzahl und der Preis.
Jasst
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Re: DAB+ in Niedersachsen

Beitrag von Jasst »

Ich verstehe eure Argumentation. Jedoch muss bei DAB+ wohl ein wenig umgedacht werden.
Der Sender darf die Preise nicht großartig erhöhen, damit die kleinen Anbieter weiterhin die Stange halten.
Ja klar, die Werbeblöcke werden länger, die kleinen Anbieter würden aber automatisch eine größere Reichweite erhalten.

Im ersten BMux war es doch auch so, dass lokale Werbung des jeweiligen Bundeslands des Heimatsenders ausgestrahlt wurde.
Wurde dadurch automatisch die Werbung drastisch teurer?
Wie überleben denn Antenne und ffn? Die haben wesentlich größere Sendegebiete pro Einzelfrequenz.
iro
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Re: DAB+ in Niedersachsen

Beitrag von iro »

Jasst hat geschrieben: Do 4. Nov 2021, 08:57 Im ersten BMux war es doch auch so, dass lokale Werbung des jeweiligen Bundeslands des Heimatsenders ausgestrahlt wurde.
Wurde dadurch automatisch die Werbung drastisch teurer?
Wie überleben denn Antenne und ffn? Die haben wesentlich größere Sendegebiete pro Einzelfrequenz.
Antenne/ffn haben einen anderen Kundenkreis. Die bekommen solche Werbung (örtlicher Bäcker/Frisör/Hofladen) gar nicht erst.
Umgekehrt können aber die Lokalen Anbieter auch Werbung von Kunden bekommen, die großflächiger agieren, sogar bundesweit. Das geschieht über vermittelnde Agenturen wie Studio Gong.
Ja, und der BM1... ich glaube nicht, daß die wegen bundesweit DAB auch nur einen Cent mehr bekommen haben für die eigentlich lokal/regional gebuchte Werbung, die dann aufgrund der damaligen 1:1-Übernahme des normalen Programmstreams auch im BM1 gelandet ist. Warum auch sollte der Kunde irgendetwas bezahlen wollen, was er gar nicht gebucht hat. Ich denke dabei zB an hessische Kliniken mit Werbung bei BOB. Und diese hessische Klinik würde auch niemals bundesweite Werbung mit 99,9% Streuverlust buchen.
Für die Bundesmux-Sender ist Werbung auch nochmal schwerer zu aquirieren, der Kreis potentieller Kunden ist nochmals deutlich kleiner. Da kommen dann nur noch bundesweit agierende Kunden in Frage, Automarken, Supermarktketten, Waschmittelanbieter etc. Kein Bäcker, kein Frisör, auch nicht die nur in einer Region agierende Supermarktkette (Hunde-Netto) oder das große Möbelhaus mit einem Einzugsbereich von ca. 100 Kilometern. Außer es gibt ordentlich Rabatt. Da kann es dann aber sein, daß die Sendeminute den Sender teurer kommt, als das, was es für die Werbung an Kohle gibt.

Ob nun Sublokal, Lokal, Regional, Landesweit oder Bundesweit: der Kundenkreis, den diese Sender ansprechen, ist jeweils ein anderer. Wobei bundesweite Werbung über die Agenturen runtergebrochen werden kann bis in die Lokale Ebene (was auch geschieht, es ist Framstag), aber nicht umgekehrt. Heißt: je größer Dein Empfangsgebiet, desto kleiner die Anzahl potentieller Werbekunden.
Und genau DAS ist das Problem von Radio 21 und der Deutschen Städtemarketing. Wobei aber auch genau das Konzept von R21 das Radio-Konzept der Zukunft ist: man produziert nur ein zentrales Programm, ergänzt dieses mit lokalen Elementen auf auseinanderschaltbaren Frequenzen, und kann so einen bis dahin nur durch Printmedien bedienten Werbemarkt erschließen. Was ist vielen anderen Ländern (UK, Fkr, USA) längst so gehandhabt wird.
Hier in Deutschland noch nicht sooo stark. Denn zB in Niedersachsen ist dieses Auseinanderschalten ja erst seit wenigen Jahren überhaupt erlaubt. Vorher nicht - und der Grund dafür war eben der Schutz der lokalen Zeitungsmärkte. Jetzt müssen sich die Zeitungen diesen Markt mit Radiosendern teilen (was aber gar nicht so weh tut, da man ja oft selber an den Sendern beteiligt ist...).
strade
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Re: DAB+ in Niedersachsen

Beitrag von strade »

Weiss man schon, welche Kanäle für einen NDS-Mux genutzt werden sollen ?
Nicoco
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Re: DAB+ in Niedersachsen

Beitrag von Nicoco »

Kommt drauf an was die Veranstalter wollen.
Wird es ein einheitlicher Landesmux, dann würde man sehr wahrscheinlich den 12A nehmen.
Will man mehrere Regiomuxe wie der NDR, dann wird es schwieriger mit Vorhersagen.
maroon6
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Re: DAB+ in Niedersachsen

Beitrag von maroon6 »

Nicoco hat geschrieben: Mo 8. Nov 2021, 07:41 Kommt drauf an was die Veranstalter wollen.
Wird es ein einheitlicher Landesmux, dann würde man sehr wahrscheinlich den 12A nehmen.
Will man mehrere Regiomuxe wie der NDR, dann wird es schwieriger mit Vorhersagen.
Nach meinen Infos werden (vorerst??) die Kanäle genommen, in denen momentan der Versuch im Raum Hannover läuft (also 5A und 7C). Es kann sogar sein, dass es bis zu einer Änderung von Mediengesetz und Ausschreibung einen temporären, weiteren Versuchsbetrieb geben wird, bei dem Kanäle wie ffn bereits hörbar sind. Gerade letzter Veranstalter drückt wohl ordentlich aufs Tempo und kann sich eine Verbreitung ganz ohne DAB+ nicht mehr lange erlauben. Afaik ist das alles in Vorbereitung und könnte schon in Kürze starten, wie gesagt, erstmal nur in und um Hannover.
Nicoco
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Re: DAB+ in Niedersachsen

Beitrag von Nicoco »

Ist denn nach niedersächsischer Rechtslage ein Versuchsbetrieb mit Rundfunkprogrammen zulässig?
In vielen Bundesländern ist das ja meist ausgeschlossen.
mattyraap1966
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Re: DAB+ in Niedersachsen

Beitrag von mattyraap1966 »

Was soll ffn denn mit den beiden Mini Sender?
Die wissen schon wie es geht vom Großraum Hamburg und Bremen.
Auto: Alpine CDE-205DAB
Bad: Dual DAB 4
Küche: TechniSat DIGITRADIO 10 C
Wohnzimmer: Kenwood M-9000S
Antenne: 3H-VHF-12-LOG
3H-AMP-DAB-23-ULN - rauscharmer DAB+ Verstärker 174-240 MHz, 23 dB, 0,7 dB Rauschmaß
iro
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Re: DAB+ in Niedersachsen

Beitrag von iro »

Die Tests von RFmondial haben doch nun rein überhaupt nichts mit den evtl. möglicherweise vielleicht kommenden privaten Niedersachsen-Mux(en) zu tun, sondern dienen einem ganz anderen Zweck. Einzig und allein die Kanäle des derzeitigen "Feldversuch zur Entwicklung und Erprobung von Rebroadcasting" könnten auch zukünftig Verwendung finden.
zerobase now
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Re: DAB+ in Niedersachsen

Beitrag von zerobase now »

maroon6 hat geschrieben: Mo 8. Nov 2021, 12:30
Gerade letzter Veranstalter drückt wohl ordentlich aufs Tempo und kann sich eine Verbreitung ganz ohne DAB+ nicht mehr lange erlauben. Afaik ist das alles in Vorbereitung und könnte schon in Kürze starten, wie gesagt, erstmal nur in und um Hannover.
Na, wie kann das denn? Ich dachte immer, man ist so stolz darauf, dass NDS sich erfolgreich gegen eigenes DAB+ gewehrt hat? ;)

Jetzt merkt man deutlich, dass der Beschluss damals ein klassisches Eigentor war, wenn jetzt selbst jetzt schon das bisherige Medien-Nordkorea (NRW) Privatfunk ermöglicht hat. Jetzt bekommt man das natürlich alles nicht so schnell mehr hin und muss sich jetzt mit dem "Versuchsbetrieb" behelfen. Ich würde auch sagen, dass im Jahr 2021 Versuchsbetriebe in Sachen DAB+ nur eine Krücke sind, um überhaupt mal eine kurzfristige Perspektive zu bekommen, was on air zu bringen. Ansonsten würde das ja vermutlich noch Jahre dauern bis das ganze Prozedere (Koordinierung, Ausschreibung, Vergabe etc.) durch ist.
maroon6
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Re: DAB+ in Niedersachsen

Beitrag von maroon6 »

Nicoco hat geschrieben: Mo 8. Nov 2021, 12:49 Ist denn nach niedersächsischer Rechtslage ein Versuchsbetrieb mit Rundfunkprogrammen zulässig?
In vielen Bundesländern ist das ja meist ausgeschlossen.
Da fragste mich was. Zumindest hatte ein ffn-Mitarbeiter vor kurzem zu dem RFMondial-Platz im Mux gesagt: "Da kommen wir bald". Wir werden es sehen. Freilich müssten sie die Leistung boostern, mit 40 Watt in Hemmingen und 10 Watt von der Uni dürfte das kaum laufen, egal in welcher Form.
RF_NWD
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Re: DAB+ in Niedersachsen

Beitrag von RF_NWD »

In Niedersachsen ist die Radiolandschaft dann doch schon etwas bunter als in NRW und dazu noch der vielfältigeOverspill aus allen Richtungen.
QTH: 52,32 /9,21

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Re: DAB+ in Niedersachsen

Beitrag von kalle72 »

Ich habe mich prima an an hören ohne FFN und Co. gewöhnt. Vor 2 Jahren noch alles verhindern wollen, und jetzt rumheulen.

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.
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