DAB(+) in NRW

Alles zum Thema DAB(+) Digitalradio.
Leprechaun
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Re: DAB(+) in NRW

Beitrag von Leprechaun » Mi 6. Nov 2019, 21:21

Dieses Beispiel diente lediglich zur Verdeutlichung, eines sich über Jahre ziehenden und ständig wiederholenden Themas!

Hallenser
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Re: DAB(+) in NRW

Beitrag von Hallenser » Sa 16. Nov 2019, 19:49

Im Westen weiterhin nichts neues...

https://www.radioszene.de/138407/nrw-fr ... t-dab.html

SeltenerBesucher
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Re: DAB(+) in NRW

Beitrag von SeltenerBesucher » So 17. Nov 2019, 01:42

Kann jemand die einzelnen Zulassungen von Domradio überblicken?

26.11.1999
Die Erzdiözese Köln erhält eine Zulassung für die digitale Satellitenausstrahlung von DOM-Radio.
Die Rundfunkkommission der Landesanstalt für Rundfunk Nordrhein-Westfalen (LfR) in Düsseldorf hat dem Bildungswerk der Erzdiözese Köln die Zulassung zur landesweiten Verbreitung des „DOM-Radios" erteilt. Das Programm soll nach LfR-Angaben über Satellit auf einem analogen Tonträger ausgestrahlt werden. Wie der Leiter der Abteilung Medien im Kölner Gene-ralvikariat, Joachim Zöller, am Dienstag ergänzend mitteilte, soll das Programm in die Kabelnetze im Bereich des Erzbistums Köln analog eingespeist werden. Der Sender werde im Frühjahr 2000, spätestens am 1. April, den Betrieb aufnehmen.
https://www.domradio.de/service/pressem ... m-radio-zu

18.06.2004
Das Kölner Domradio darf sein Programm in Nordrhein-Westfalen künftig auch über DAB verbreiten.

10.09.2004
Das Domradio erhält von der LfM eine bundesweite Hörfunk-Satellitenlizenz.

20.06.2008
Die LfM-Medienkommission vergibt bis 2014 an das Kölner Domradio die analoge terrestrische Frequenz 101,7 MHz.

23.11.2012
Die Medienkommission weist für ein DAB-plus-Pilotprojekt Programmen des Bildungswerks der Erzdiözese Köln e. V. (Domradio), (…) Übertragungskapazitäten zu. Darüber hinaus wird eine Verlängerung des Projektes NRW digital bis Ende 2017 beschlossen.

29.08.2014

Bei ihrer ersten öffentlichen Sitzung beschließt die Medienkommission, die Nutzungserlaubnis für bestehende DAB+-Frequenzen für drei Hörfunkprogramme bis zum Ende des Projekts am 31.12.2015 zu verlängern. Somit bleiben die Programme domradio (…) weiterhin empfangbar…

19.09.2014
Das domradio darf die bisherigen UKW-Frequenzen in Köln und Pulheim bis 2024 weiter nutzen.

und im Jahrebericht:
„Im Bereich des Hörfunks hat die LfM 2014 die Zulassung für das bundesweite Programm domradio um zehn Jahre verlängert.“
https://www.medienanstalt-nrw.de/filead ... t_2014.pdf

11.12.2015
Die Medienkommission entscheidet, (…) der DAB+-Pilotversuch in Nordrhein-Westfalen (domradio digital) wird um ein Jahr bis Ende 2016 verlängert.

09.12.2016
Die Medienkommission (…) verlängert den DAB+-Pilotversuch in Nordrhein-Westfalen um drei Jahre, sodass das domradio (Köln) bis zum 31. Dezember 2019 weiter digital senden kann.
https://www.medienanstalt-nrw.de/servic ... ssion.html

Außerdem hat das Domradio folgende Lizenz:
DOMRADIO.DE, ausschließlich über das Internet verbreitetes Spartenprogramm, Schwerpunkt: religiöse Themen

BERLIN & BRANDENBURG:
MABB hat Domradio für den Kanal 12D ab 2. Quartal 2018 bis 31.01.2025 zugelassen


RADIOSZENE:

„Warten auf die Koordinierung der Muxe, die Ausschreibung und den anschließenden Lizensierungsprozeß: Für den Kölner Bistumssender könnte das eine DAB-Zwangspause von mindestens einem Dreivierteljahr bedeuten.“

FAZIT:
Der Sender wird über seine übrigen Verbreitungswege nicht verstummen.

maroon6
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Re: DAB(+) in NRW

Beitrag von maroon6 » So 17. Nov 2019, 09:20

Ich kann mir für Domradio auch eine temporäre Lösung im Bundesmux vorstellen, wenn einige bereit sind ein paar CUs abzugeben. Afaik hat auch die MB bei seiner Mini-Plattform noch wenige CUs übrig. Selbst wenn es am Ende nur 40 kbit und PL4a sind, wäre es ein Kompromiss. Wobei ich eher glaube, dass der WDR gnädig ist.

SeltenerBesucher
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Re: DAB(+) in NRW

Beitrag von SeltenerBesucher » So 17. Nov 2019, 15:04

Schilderst Du dein Wunschdenken? Was ist an diesem Dokument unverständlich? Zum 1.1.2020 läuft das Pilotprojekt in NRW aus.

https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/d ... 6-4624.pdf

Was steht im zweiten Absatz? Das Deutschlandradio, die LfM und der WDR haben der folgenden Übertragungskapazitäten zugestimmt. „Die Zuordnungsentscheidung erfolgte durch die Ministerpräsidentin [Anm.: Hanelore Kraft] am 11. November 2016.“

Damit die Ministerpräsidentin eine Zuordnungsentscheidung durchführen konnte, wurden vorher die drei Anstalten angeschrieben und konnten ihren Einspruch geltend machen. Haben sie nicht getan. Also wisse die LfM NRW seit etwa September 2016, dass im Bereich DAB+ eine Entscheidung notwendig ist. Sie hätte ein neues Pilotprojekt starten können. Sie hätte eine Ausschreibung veranstalten können. Stattdessen hat die LfM NRW nach 20 Jahren Erprobung noch ein Gutachten erstellen lassen, dass auch bereits seit über einem Jahr den Verantwortlichen bekannt ist.

„Zur Überführung des Pilotversuchs in den Regelbetrieb wurde dem WDR gemäß § 11 Abs. 1 LMG NRW die folgende Übertragungskapazität zur programmlichen Nutzung für landesweiten digitalen Hörfunk ab dem 1. Januar 2020 zugeordnet:
Kanal 11 D
864 CU“

Die WDR Juristen würden fragen, auf welcher Rechtsgrundlage die einen privaten Programmanbieter in ihren Multiplex hineinlassen sollen? Dazu müsste es eine Entscheidung des Ministerpräsidenten geben und ich glaube kaum, dass dieser hier Handlungsbedarf sieht.

Die Lösung könnte lauten: Man nimmt einen temporären Betrieb mit der alten Technik aus dem Pilotprojekt im Rahmen einer technischen Versuchsausstrahlung auf. Das Problem wäre aber wer soll der Betreiber sein? Der WDR hat sich bereits neue Technik bestellt und tauscht diese aus.

Es sind keine Bemühungen zur Lösung des Problems erkennbar. Kann sich das Domradio den Betrieb eines eigenen Multiplex wenigstens in der Rhein-Ruhr-Region leisten? Würden die Sender Bonn – Köln – Düsseldorf – Langeberg – Dortmund vorübergehend reichen? Das Münsterland ist doch Erzkatholisch. Welche Bistümer machen mit? Sofort daran würde sich die Frage anschließen, wer der Netzbetreiber sein sollte? Ist es die MB? Müsste dann der Sender Münster Baumberge durch Münster Stadt getauscht werden? Will Domradio überhaupt noch in DAB+ in NRW senden? Vielleicht strebt das Domradio eine regionale Lösung an? Dann würde jedes Bistum seinen Platz im Multiplex selbst bezahlen.

Alqaszar
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Re: DAB(+) in NRW

Beitrag von Alqaszar » So 17. Nov 2019, 23:47

Es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vorherzusagen, dass Domradio kein eigenes Multiplex aufziehen wird.

Ansonsten bleibt anzumerken: Die Mühlen der NRW-Medienpolitik mahlen extrem langsam. Am Ende bewegen sie sich zwar, aber niemals sehr weit.
QTH: Viersen (NRW)

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